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Der Sieg des Geistes
(Zum Chanukka-Fesf.)
»Mai Chanukka?« — Warum feiern wir das Chanukka-Fest? — so fragen unsere Talmudwei- sen im Traktat Schabbos und ihre Antwort lau- tet lakonisch dahin, daß das Wunder gefeiert wird, das geschah, als die Hasmonäer die Syrier besiegten, den heiligen Tempel wieder einweih- ten, und sich bloß ein reines Kriiglein Oel vor- fand, das nur für einen Tag hätte reichen sollen, aber für 8 Tage reichte, bis neues, unentweihtes Oel zubereitet werden konnte. Nur diese wenigen Zeilen werden im Talmud über die Makkabäer- kämpfe gebracht, die ja an und für sich selbst ein Wunder darstellten. Es folgen dann auf etwa zwei Seiten kurze Erörterungen ׳über die Vor- Schriften betreffend das Anzünden der C'hanuk- ka־Lichtlein — und das ist alles. An anderen Talmudstellen sind gelegentlich auch noch einige Erwähnungen über die Chanukka-Lichter zu fin- den. Mehr also hatten die Weisen des Talmud über, dieses gewaltige Ereignis nicht zu sagen, während beispielsweise dem »Ness-Purim« ein ganzer Traktat, »Megillo«, gewidmet ist. Dieser Umstand ist naturgemäß sehr auffällig und die Talmud-Erklärer sowie die Historiker befassen sich vielfach mit den Gründen hiefür. Es wurden und werden mannigfache Erklärungen versucht, die aber nie voll befriedigen können. Die ‘Be- hauptungen, die Bagatellisierung der Makkabäer- kämpfe im Talmud geschah absichtlich, um die Juden nach dem Bar-Kocliba-Aufstand nicht zu neuen aussichtslosen Kämpfen anzüregen, dürften kaum stichhältig sein. Ebenso wenig die Erklä- rung, es wäre (lies aus Angst vor den Römern geschehen, um die Juden nicht, in Verdacht zu bringen, Aufstandspläne zu schmieden. Denn zu- mindest für den Talmud Babli könnte dies nicht gelten. In Wirklichkeit dürften hierbei verschie- dene Umstände mitgewirkt haben. Wie dem aber auch sein mag — eines ist sicher: die Bedeutung der Makkabäerkämpfe wurde seitens der jüdi- sehen Lehrer gehörig eingeschätzt, !indem zum Andenken derselben das Hallelsagen, ein »Al- Hanissim« usw. vorgeschrieben worden ist. Im Text des »Al-Hanissim« wird übrigens nur der Kämpfe, nicht aber des Wunders m׳it dem Oel- krüglein gedacht, woraus schon zu ersehen ist, daß diese Kämpfe und Siege gehörig gewürdigt worden sind.
Was aber dem Chanukka-Fest einen beson- deren Stempel aufdrückt, ist der Umstand, daß die Makkabäersiege eben nur wegen ihres r e 1 i- giösen Hintergrundes gefeiert werden. Die Annahme, die Makkabäer wären Helden im allgemeinen Sinne des Wortes gewesen, starke Männer, die mit physischer Kraft zu kämpfen und zu siegen wußten, findet eine Widerlegung in der Tatsache, daß der erste Rufer im Kampf der alte Matisjahu war, der schon gewisserma- ßen am Rande des Grabes stand, als er die heilige Fahne entfaltete und die Glaubenstreuen um sich sammelte. Hier siegte n i c h t p h y s i s c h e Kraft, sondern der Geist. Dank diesem Geiste konnten die Wenigen die Zahlreichen, die Schwachen die Starken überwinden, denn es war zugleich ein Sieg der Reinen über die Un- reinen, der G—ttesbekenner über die Böse- wichte. Und gerade dieser Umstand ist es, der dem Chanukka-Feste seine eigentliche historische Bedeutung gibt, Denn die Weltgeschichte hat oft die Laune, sich zu wiederholen. Würden wir die Makkabäer als physische Helden feiern, wie dies
in neuester Zeit vielfach versucht wird, sie kÖnn- ten uns nicht viel bedeuten, wenn wir nicht gleichfalls über ähnliche »Gibaurim« verfügten. Aber die Hasmonäer waren keine »Gibaurim«, sondern werden gerade im Gegenteil als »Chalo- schim« bezeichnet; sie siegten, weil ihre Fahne die Anschrift trug: מי כמוך באלים ד׳ (wer gleicht Dir, Ewiger, unter den G—ttern!) — wovon auch die Bezeichnung »Makkabi« als Anfangsbuch- staben dieser Worte abgeleitet wird; sie siegten, weil sie im Zeichen der Heiligen Lehre in den Kampf zogen; sie siegten, weil G—tt und sein Geist sie führten. Da machte es wenig aus, daß sie die Schwachen und ihre Gegner die Starken, daß sie die Wenigen und ihre Widersacher die Zahlreichen waren.
Daran sollen wir immer denken, besonders in unserer trüben Zeit, da das iiidische Volk wie- der einmal von zahlreichen und mächtigen Fein- den und Hassern umgeben ist, die seine Vernich-
tung und Vertilgung planen und betreiben. Wenn wir wiederum den Geist der Makkabäer in uns aufnehmen, dann werden neue Zeichen und Wun- der geschehen. »Lau beehajil welau bekauach, ki-im boruach!« Nicht mit physischer Kraft und irdischer Macht, sondern mit dem Geiste, im Zei- chen des unverfälschten jüdischen Geistes werden wir siegen, heute wie immer, so lange wir uns selbst und unserer heiligen Lehre treu bleiben.
Bar-Kochba war der Ueberlieferung nach ein physischer Held, der auf seine Kraft baute und so weit ging, G—tt herausfordernd, zu apo- strophieren _ und ihm zuzurufen: Ich brauche Deine Hilfe nicht; stehe nur den Feinden nicht bei! Als er im Kampfe fiel, brach die Aufstands- bewegung zusammen und der heldenmütige Ver- such der Juden, das römische Joch abzuschütteln, wurde in Blut erstickt. Auch der alte Matisjahu erlebte das Ende des Kampfes nicht; auch seine Söhne, Jeliuda, Simon, Elieser. fielen im Kampfe, bevor der Endsieg errungen worden war — aber der Triumph des heiligen Kampfes blieb nicht aus, denn es war ein Kampf für G—tt und mit G—tt — und da konnte der Sieg nicht ausbleiben.
לא בחיל ולא בכה, כי אם ברוח!
I. B e n - Z w I.
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Die; Veranstaltung eines Festg—dtesdienstes im Seiten- stettentempel anläßlich des 25. !Geburtstages des Kaiser- sohnes Otto hat die ׳Nazi außer Rand und Band gebracht und ihre Presseorgane schreiben hämische Glossen über das »Absingen des »G—tt erhalte« vor der Bundeslade«. Für sie, die nichts so sehr fürchten, als eine !Habsburger- restauration in Oesterreich, da dies ihren Aspirationen einen !Riegel vorschieben würde, erscheint es sehr wich- tig, die legitimistische Bewegung als »Judenmache« in Verruf zu bringen. Daß sie hierbei zu ihren ständigen Tiraden, die Juden wären umsttirzlerische Revolutionäre, die Avantgarde des Bolschewismus, in Widerspruch ge- raten, geniert sie wenig. Logik war und ist nie ihre starke Seite. Ihren Anhängern können, sie ja alles einreden, warum nicht auch die »Weisheit« Beibringen, daß die Ju- den, der Ausbund aller Schlechtigkeit, zu gleicher Zeit Bolschewiken und Monarchisten sein können...
In einer vor kurzem abgehaltenen Pressekonferenz fragte ein Teilnehmer den Legitimistenfiihrer Dr. v. Wies- ner, wie es um die Behauptung bestellt sei, die Legitimisten wären lauter Nichtarier (sage: , Juden!). Dr. v. Wiesner hatte es leicht, den baren Unsinn dieser Behauptung' mit dem Umstand, zu beweisen, daß die Zahl der Legitimisten in Oesterreich etwa fünfmal so .groß ist, als die Zahl der österreichischen Juden überhaupt. Wenn aber die Behaup- tung, alle Legitimisten wären Juden, haltlos ist, so ist es andererseits feststehende Tatsache, daß — mit geringen Ausnahmen — alle österreichischen Juden Legimitisten sind. Und zwar nicht mir aus Dankbarkeit für das Wohl- wollen, das ihnen die Habsburger Herrscher, besonders die beiden letzten Kaiser Franz Josef und Karl, entgegenge- bracht haben, sondern auch aus der Ueberzeugung, daß die Wiederherstellung der Monarchie die beste Gewähr für die Sicherung der Selbständigkeit und Unabhängigkeit, die Krönung des Neuaufbauwerkes-Oesterreichs bieten werde. Gerade die Wut der Nazi und ihr Haß gegen die Habs- burger können sie in dieser Ueberzeugung nur bestärken.
Der vom Bundeskanzler als »volkspolitischer Landes- referent« für Tirol berufene Prof. Klebeisberger ,hat die- ses Amt zurückgelegt, weil die; V. !F. in Tirol sein Ver- langen, die Juden aus der V. F. auszuschließen, abgelehnt hat. Die Errichtung des volkspolitischen Referates bei der V, F. sollte der sogenannten »Befriedungsaktion« dienen. Die Herren Nazi und ihre Hintermänner verstehen aber unter »Befriedung« eine Kriegserklärung an einen Teil der Bevölkerung... Wieder ein neuer Beweis für die »Logik« dieser Elemeute.
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Die Logik, der gesunde Menschenverstand, scheinen aber auch nicht die starke Seite der Herren zu sein, die sich um den »Antisemitenbuud« scharen, Sie gaben vor, mit ihrer Aktion den Nazi den Wind ans den Segeln zie- hen zu wollen, in Wirklichkeit ziehen sie mit ihnen an einer Schnur und ebnen ihnen den Weg — sonst würden sie sich kaum eines solchem Wohlwollens seitens der
»Konkurrenz« ‘‘erfreuen, die ihre Aktion angeblich sogar finanziert... Wem angesichts dieses Umstandes noch im-‘; mer die Augen nicht aufgehen, dem ist nicht zu helfen.'. .;
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Lord Halifax, der Hitler und seinen Mannen einen Besuch abgestattet hat, erhielt in Berlin und München die Gelegenheit, alle »Errungenschaften« des Nazismus ken- nen zu lernen — nur eine Sehenswürdigkeit blieb ihm ver- sagt: Die Ausstellung »Der ewige Jude« . Wie schade— er hätte sich dieses perverse Machwerk doch ansehen sollen 1 Er hätte dann den. richtigen Begriff von der »Kül- tur«, die den Nazismus vor den Juden schützen will... .
Angeblich soll Hitler im, Gespräch mit Halifax die ־ ; sem gegenüber mit allem Nachdruck die Forderung; Deutschlands nach Rückgabe seiner ehemaligen Kolonien vertreten haben. Beim Abschlüsse des Vertrages von Ver- sailles ist die Wegnahme der deutschen Kolonien damit begründet worden, daß sich Deutschland als unfähig zeig- te, fremde Völker zu beherrschen. Die »Nürnberger Ge- setze«, die Ausstellung »Der ewige Jude« und alles, was drum und dran hängt, scheinen dieses Argument »ent■ ־ kräftet« zu haben. Wer solche »Kulturwerke« schaffen könne, sei wohl würdig, anderen Völkern gegenüber deh Uebermenschen zu spielen.
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»Das Buch und das Schwert sind der Menschheit gleichzeitig vom Himmel zuteil geworden!« — so lautet ein Ausspruch des Talmud. Die Nazi haben wohl für den Talmud nicht viel übrig — aber wo es ihnen in den Kram paßt, beherzigen sie seine Thesen; Und so beliefern sie die »befreundeten Elemente« mit Waffen, veranstalten aber gleichzeitig »Buchausstellungen«, um ihre Weisheit einzu- schmuggeln... Mit einer solchen »Buch«-Ausstellung wird jetzt auch Budapest beglückt... Allerdings in erster Reihe mit den unsterblichen Werken — ־ Alfred Rosenbergs... Dies scheint aber selbst ihren magyarischen Freunden zu viel des Guten zu sein und sie bedanken sich für diese Gabe... Undank ist der Welten Lohn...
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In Frankreich ist eine politische Verschwörung auL gedeckt worden, »Kapuzenmänner« haben nach allen Regeln der Kriegskunst das heutige Regime beseitigen und ein »autoritäres« an seine Stelle setzen wollen. Nicht ein ־׳ ; mal dje Sicherheit des eigenen Landes war ihnen heilig und ausgerechnet an der Maginot-Linie, die Frankreich vor einer feindlichen Invasion schützen soll, haben sie ihre Minen gelegt. Die Waffen aber sjammen aus einem — Auslande, dessen Name ans Gründen der politischen Tak«; Jik nicht genannt werden darf. . . ■Ein offenes Wort nach; dieser Richtung müßte internationale Komplikationen an^L lösen, Aber die Lieferanten dieser Waffen predigen den Kampf gegen den Umsturz...,
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Die Welt hat nicht nur eine harte Haut erhalten und ist gegen Keulenschläge unempfindlich geworden, sohdethl hat auch das Lachen verlernt. Barum muß sie auch so viel; bittere Tränen vergießen,Spectator.
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