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Maximilian Stein : Vorträge und
Ansprachen . Mit einem Geleitwort
von Dr . Leo B a e c k . Herausgegeben v .
der Großloge für Deutschland . VIII .
U . O . B . B . Dritte ergänzte und ver¬
mehrte Aufl . Frankfurt " a . M . J . Kauff -
mann . 36o S . 4 - — Mk .
Nach wenigen Jahren konnten diese Vor¬
träge und Ansprachen von Maximilian Stein
in dritter Auflage erscheinen — ein erfreu¬
liches Zeichen für die Beliebtheit und Nütz¬
lichkeit des Buches . Was heute vorliegt , ist
nicht nur eine neue Ausgabe des alten , sondern
ein neues Buch ; der Umfang ist bedeutend er¬
weitert , eine ganze Anzahl der früheren Stücke
stark überarbeitet . Das Buch ist ein bewun¬
dernswertes Zeichen der Vielseitigkeit , des Ge¬
dankenreichtums , der Gestaltungskraft und Dar¬
stellungsgabe des Verfassers . Wohl sind es Vor¬
träge und Ansprachen für bestimmte Gelegen¬
heiten , aber der Verfasser strebt über das
Augenblickliche und Einmalige des Anlasses
immer zum Grundsätzlichen und Dauernden ;
darum sind seine Ausführungen stets an¬
regend , noch heute ebenso frisch wie zur Zeit ,
da sie zuerst niedergeschrieben wurden . Le¬
bendig ziehen an uns die Jahre des . . Parla¬
ments der Religionen " in Chicago ( 1895 ) , der
aufflammenden Nietzsche - Begeisterung ( 1S9 - ) ,
des ersten Zionislenkongresses ( 1898 ) wieder
vorbei ; wir folgen dem Verfasser willig , wenn
er uns an Paul Heyse oder Ludwig van Beethoven
erinnert — um nur an einige der dem Haupt -
gegensland des Buches fernerliegenden Themen
zu erinnern . Die Mehrzahl der Ansprachen be¬
zieht sich auf das Leben der Logen im deut¬
schen Distrikt des Ordens Bnei Briss und zeigt ,
welche Fülle von sozialen , ethischen und kul¬
turellen Problemen die Logen beschäftigt , wie
viele talkräftige und pflichtbewußte Persön¬
lichkeiten dem Orden dienen , zeigt auch , welch
bedeutenden Anteil der Verfasser an der Ent¬
wicklung der Arbeit der Logen und an ihren
Schöpfungen genommen hat . Den Mitgliedern
der Logen wird das eine willkommene Erinne¬
rung sein , aber weiten Kreisen darüber ninaus
ein wertvolles Kulturdenkmal und ein schätzens¬
wertes document humain . Der neuen Auflage
ist ein Personen - und Sachregister beigegeben
— ein Zeichen , daß das Buch viel benutzt
wird , und sicher ein Ansporn , es häufig zu
Rate zu ziehen . I . Elbogen .
Lexikon derPädagogik derGegen -
wart . In Verbindung mit zahlreichen
Fachgelehrten herausgeg . v . Deutschen
Institut f . wiss . Pädagogik Münster i . W .
Leiter d . Herausgabe : Privatdozent Dir .
Dr . Jos . Spieler . I . Band : Abendgymna¬
sium bis Kinderfreunde : II . Band : Kin¬
derfürsorge bis Zwangszustände . Freiburg
i . Br . ig3o bzw . ig32 . Verlag Herder
& Co . Geb . 32 . — bzw . 36 . — Mk .
Das Werk , das ursprünglich wohl als Er¬
gänzung zu dem alten Röloffschen Lexikon
der Pädagogik gedacht war , ist über diesen
Ausgangspunkt hinausgewachsen und zu einem
selbständigen , umfassenden Nachschlagewerk
für alle Fragen moderner Pädagogik und Er¬
ziehung , der Heilerziehung , des Schulwesens
und der Schulorganisation geworden . Es ist
vom katholischen Standpunkt aus geschrie¬
ben , zeigt aber erfreulicherweise auch Ver¬
ständnis für alle anderen Richtungen und
Strömungen und zieht diese weitgehend in den
Kreis der Betrachtung ein . Auch das jüdische
Bildungswesen , die jüdischen Jugendverbände ,
die Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Ju¬
den u . a . m . sind berücksichtigt . Das Buch ent¬
hält eine Fülle von Material und erweist sich ,
wie ich nach zahlreichen Stichproben sagen
kann , als recht brauchbar . Es mag daher emp¬
fohlen werden . Erich Stern .
Festschrift Hans Driesch zum
60 . Geburtstag . 2 Teile . Verlag
E . Reinicke . Leipzig 1927 .
Der erste Teil „ Wissen und Leben " , von
Freunden des Philosophen beschickt , bringt
neben knappen Würdigungen Abhandlungen ,
die mit Drieschs wissenschaftlichem Werk in
Zusammenhang stehen . W . Stern steuert seinen
Briefwechsel mit Ed . v . Hartmann über „ Ewig¬
keit oder Endlichkeit des Lebens " bei ( er ent¬
scheidet sich gegen H . für die Ewigkeit ) .
E . Becher verteidigt seine psychistische Ge¬
dächtnishypothese gegen physiologische Theo¬
rien . H . Schneider will dem „ Ding an sich "
bestimmte Züge abgewinnen . Breysig und Kest -
ner behandeln Geschichtsphilosophisches . Brey¬
sig Fragen der historischen Dynamik , Kestner
überpersönliche Einheiten ( Volk , Staat ) unter
biophilosophischem Gesichtspunkt . Wolff pole¬
misiert gegen die angebliche Zweckfreiheit des
Ganzheitsbegriffs , Ungerer erörtert die Gel¬
tung des Vitalismus , Radi versucht eine Brücke
von Biologie zu Geisteswissenschaften zu schla -
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