sich Sa . diesen Sammlutfg ' cn eino 1
depfsoläo . Aufgabe ; er bogaügt - . sich '
nicatt mit dorn an eich schon dankens¬
werten Unternehmen , altes Märchen -
gnt aus verschüttetem Borne frisch
wieder quellen 211 Sassen , sondern
Gr strebt danach , dio Fäden zu suchen ,
öle sich durch die einzelnen Geschichten
sieben , und verlorengegangene Zu¬
sammenhänge wieder herauszufinden .
Gleichseitig will er dem Genießenden
Blumen und dem Forschenden . Früchte
darreichen . Diese Doppelheit der Ziele
hzt manche Zwiespältigkeit Im Gefolge .
So dankenswert wnd lehrreich die
Zusammenstellung der verschiedenen
Fassungen eine3 und desselben Mär¬
chens zni ' j ihren bezeichnenden Ab -
Y/eiehungen auch ist ; vielleicht v/ürde
es sich doch £ ür die künftigen Bände
empfehlen , nur eine Fassung in den
Test , die übrigen dagegen in den
Anhang aufzunehmen . Denn dem
Märchen nimmt es übel , wenn es
allzu rasch und offenkundig als For -
sehungsob | ekt unter die Lupe ge¬
nommen wird .
Und da ist das Märchen in seinem
guten Recht . Denn diese neue Welt ,
in die es uns führt , lockt und strahlt
in einem eigenen hellen Lichte , daß
man clio Laterne des Forschers unwillig
beiseite stößt . Da tanzen die Hexen
Im verlassenen Gemäuer , Asmodai
der Fürst der Teufel plagt die Königs¬
tochter mit schwerer Krankheit ; über
Hexen und Teufel und böse Messchen
r . l ? or herrscht der Weise : äm ist der
Held des jüdischen Märchens . ' Bald
heißt er Rabbi Mair , bald Joclianan ben
Sahkai , bald nm „ der Welse " oder •
n der Fromme " ; mit besonderer Vor¬
liebe aber wählt sich das Märchen '
einen der Propheten zum Helden —
4 den Propheten Elia . Warum nicht
Mose » ? warum nicht Jesajah ? Das
ist ein rätselhafter , vielleicht be¬
deutungsvoller Vorgang . Von ; Elia
weiß uns die . Bibel Seine einzige
Rede zu überliefern — nur Taten . 4
das ölkrüglein der Witwe füllt er ,
den Sohn der Samariterin erweckt
er zum Leben , Ward der Wunder¬
mann darum wohl zum Helden des
wunderfrohen Märchens ? Es würde
. sich verlohnen , die Gestalt des Elia
einmal Im Zusammenhange nachzu¬
zeichnen ; / wie er Ja auch in den
feierlichsten und geheimnisvoll um «
schieierten Augenblicken des religi¬
ösen Volkslebens erscheint : am Seder -
abend , da der gefüllte Becher seiner
harrt , all wöchentlich nach der Habdalah
zur Zeit , da die Sabbctseele Abschied
nimmt / . . Elijahü Ha - Tischfai . . .
Freilich , nicht - völlig konnte sein Bild
in diesen Märchen zum Ausdruck
kommen ; verzichten mußte der Samm¬
ler auf die Elia - Sagen des Talmud ,
der Babbalah , Vielleicht hat Bin Gorion
sich diese reizvolle Aufgabe für spätere
Tage zurückgelegt .
Zunächst erbittet der unbescheidene
Leser von ihm ein anderes : eine
Auswahl aus diesen überreichen Mär¬
chenbüchern , geeignet , „ d a s jüdische
Märchenbuch " zu werden , das unsern
Kindern trotz aller Siscurim — noch
immer fehlt . Für einen andern Kreis
seiner Darbietungen hat Bin Gorion
diese Aufgabe bereits in Angriff ge¬
nommen ; in planvoller Auswahl aus
den Sagen der Juden liegen zwei
Bändchen „ Di « e ersten Menschen und
Tiere " und „ Abraham , Is aak und Jakob "
vor . Möge ' den Marchon ein gleiches
Schicksal werden !
Bath - Hillel .
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