44

Danach haben die rein christlichen und die Mischehen zugenommen, die rein jü­dischen Ehen dagegen abgenommen. Die Mischehen machten 23,61% aller rein jüdischen Ehescliließungen aus, gegenüber 22,37 % im Jahre 1904 19,49 1903 Die Zunahme der Mischehen spiegelt sich noch deutlicher darin wieder, daß einen christlichen Ehegatten heirateten

_ im Jah?e _

1903 1904 1905

v. je 100 heiratend, jüd. Mann. 9,58 11,01 11,78 , 100 Frauen 8,17 9,08 9,31

100 (männl.u.weibl.)Jud. 8,88 10,06 10,56

"Wenn man die Mischehen je zur Hälfte

den Christen und Juden fielen Eheschließungen

zurechnet, so ent-

im Jahre

in absol. Zahlen

auf jo

1000

ohristl. jüd.

Christ.

Jud.

1905

300 294 2 898

8,14

7,08

1904

291839 2 893

8,56

7,37

1903

282 607 2 776

8,29

7,08

1902

278 720 2 812

8,18

7,17

1901

285 981 2 797

8,39

7,13

1900

290 267 2 797

8,52

7,13

Die Heiratsziffer der Juden ist also beträcht­lich niedriger als die der Christen. Das ist um so auffälliger, als die Juden nach den aus vielen Städten vorliegenden Daten über die Altersgliederung bei Christen und Juden erheblich weniger Kinder und erheblich mehr heiratsmündige Personen unter sich haben als die Christen. Es läßt dies keinen anderen Schluß zu als den, daß bei den Juden in Preußen verhältnismäßig erheblich mehr Personen ledig bleiben als bei den Christen.

Tabelle III.

Die Sterbefälle sind in Tabelle IU ange­geben. Diese zeigt insofern ein bekanntes Bild, als auch im Jahre 1905 die Sterberate der Juden (mit 14,22 Gestorbenen auf 1000 jüdische Einwohner) beträchtlich niedriger war als die der Christen (19,54). Diese ge­ringe Sterblichkeit der Juden ist vornehmlich in der geringen Kindersterblichkeit der Juden begründet, wie daraus hervorgeht, daß unter je 100 gestorbenen Christen 49,10 100 Juden nur 18^70

unter 15 Jahre alt waren. Die Zahl der im Kindesalter (unter 15 Jahre) gestorbenen Juden hat von Jahr zu Jahr abgenommen. Hierbei ist freilich nicht zu vergessen, daß diese nie­drige Kindersterblichkeit bei den Juden zum erheblichen Teile nur das Korrelat ihrer nie­drigen Geburtenziffer ist. Denn da im Säug­lingsalter die Sterblichkeit unverhältnismäßig viel größer ist als in jedem anderen Alter, müssen sich bei den Christen mit ihren zahl­reichen Geburten mehr Sterbefälle ereignen als bei den Juden. Daneben ist allerdings von Bedeutung die sorgsame Pflege, welche den jüdischen Kindern zuteil wird und auch schwächliche Kinder am Leben erhält. In kürzerer oder längerer Zeit dürfte diese Für­sorge übrigens einen ungünstigen Einfluß auf die Sterbeziffer der Juden ausüben, indem ein erheblicher Teil der erhaltenen schwächlichen Kinder in den mittleren Altersklassen versterben und die höheren Altersklassen nicht erreichen wird. Vielleicht ist ein Anzeichen hierfür schon darin zu erblicken, daß die Zahl der gestorbenen erwachsenen (über 15 Jahr alten) Juden von 4474 im Jahre 1904 auf 4735 im Jahre 1905 gestiegen ist.

Es starben

Es waren unter

A.uf je 1000 Einwohner

im

Christen

Juden

15 Jahr alt von

gleicher Konfession

Jahre

über 15 Jahr

unter 15 Jahr!

j überhaupt alt i

über 15 Junter 15

überhpt.

jo 100

gesiorb.

entfielen gestorbene

alt

Jahr alt Jahr alt

Christen

Juden

Christen

Juden

1905 1904 1903 1902 1901 1900

366 927 356 045 348 380 348 262 344 647 363 585

! 353 928 | 340 525 353 921 323 373 369 028 375 890

720 855 696 570 702 301 671 635 713 675 739 555

4735 4474 4477 4457 4308 4503

1089 1103 1172 1201 1298 1365

5824 5577 5649 5658 5606 5868

49,10 48,89 50,39 48,15 51,71 50,84

18,70 19,78 20,75 21,23 23,15 23,26

19,54 .

20,44

20,61

19,71

20,94

21,70

14,22 14,22 14,40 14,42 14,29 14,96