PalSstina-Doppelnummer

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Verlag Imtf K8st«nfaaum, Berlin-Zehlendorf, Onkel-TonvStraße 123. Fernsprecher: H A Zehlendörf M!?Q. Die P. N. erscheinen zweimal im Monat. Bezugspreis für Deutschland, Österreich, Saargebiet und Danzig RM 1,20 ptQ Quartal, alle übrigen Lander RM 1,50. Po stscheckkonto B etiin^S^Si.-^nzßiMtt^iut^iritr^Gfm^^ Herbert Hirsch, Berlin W 15, Pariser Str. 18a.

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J2 Oliva 1904. Generalvertretung für Palästina: Heinz Zeimann, Haifa P.O.B. 958.

Redaktton:Or.EF. Ascher Berlin, 31. Januar 1935 Jahrgang 2. Nr. 1/2

Konjunktur in Permanenz ?

Von Ör., E. F. A s c h e r, Berlin.

Für den jährlichen Ablauf des palästinensischen Wirtschafts­lebens bedeutet gewöhnlich das Frühjahr einen kpnjunkturellen Höhepunkt. Die Orangensaison, auf, der Höhe ihrer Entwicklung, schafft, vermehrte; Arbeit, größere Einnahmen und mit beidem verbunden verstärktem Konsum und beschleunigten Geldumlauf. Die Bauarbeifen beginnen wieder und nach der Regenzeit setzt . auch eine besonders intensive Nachfrage nach Arbeitskräften auf den übrigen Gebieten der Landwirtschaft ein, Der Zustrom der Frühjahrstouristen tut ein übriges, um die Erscheinungen von lebendiget Wirfschaff und glücklichem Wohlergehen der Bevöl­kerung zu erhöhen. Die Hotels sind gefüllt, die Verkehrsuriter- nehmurigen haben alle Hände voll ztf tun und was der Touristik der letzten Jahre ihr besonderes Kennzeichen verlieh: Es sfrömen tausende von Menschen in das Land, nicht nur um seine Schön­heiten zu bewundern oder als Schlachtenbummler die Erfolge der anderen freundlich oder kritisch zu befrachten, als vielmehf selbst sehr nüchterne Umschau zu halfen, an welcher Stelle des pa­lästinensischen Wirtschaffslebens sie selbst mit der-gxörjtmcVg Aussicht auf Erfolg ihre Kräfte und ihr Geld einsetzen können. Hierdurch werden alle Erscheinungsformen der wirtschaftlichen Blüte noch besonders^ erhöht. Jeder, der im Lande etwas zu ver­kaufen hat, sei es Boden, Häuser, Kenntnisse oder Ratschläge, ist naturgemäß eifrig bestrebt, seine Ware im Rahmen einer altge- :jn'ejngjjr^

und der Wunsch, der kauflustigen Besucher, ein, Wunsch hinter dem sehr häufig auch eine dringende Notwendigkeif steht, kommt dem Bestreben des Verkäufers nur zu gerne entgegen. Und gerade weil Palästina in diesen Monaten mehr als sonst Ant­worten zu geben hat, die für den Fragesteller seine Arbeit, sein Kapital und seine wirtschaftlichen Pläne entscheidend, sind, soll die Frage nach der Echtheit des Prosperität des Landes immer wieder erneut und gerade an dieser Stelle geprüft werden.

Es ist ja ein Gemeinplatz! dar) jede Konjunktur in Wellen­linien zu verlaufen pflegt. Und es ist nicht mehr nötig zu sagen, daß auch ein Abflauen der palästinensischen Konjunktur oder gar eine Krise über die weitere Zukunft des Landes,, kein endgültiges Urteil fällen würde. Interessant ist nur die Frage, ob sich in der heutigen Wirtschaft des Landes bereits die Umrisse eines Kon- junkfurabstieges zeichnen, ob eine übersteigerte oder gar fehl­geleitete Intensität der Wirtschaft betrieben wird £ Qb. wirischafis-^ fremde Einflüsse die Entwicklung selbst oder ihr Bild verfälschen, und wo vor allem die natürlichen Grenzen dieses Wirtschaffs­aufstieges liegen.

Bei aller Bejahung einer intensiven Entwicklung haben wir es immer gerade für unsere Pflicht erachtet, auch die Grenzen und Schwierigkeiten dieser Entwicklung aufzuzeigen. Die Grenzen

liegen vor allen Dingen in den natürlichen Gegebenheiten des Landes, vor allem auch in seiner geographischen Größe. Es war stets das Schicksal Palästinas, daß seine Bedeutung külfureJI, historisch, oder gar metaphysisch gesehen,: das Ausmaß seiner Bodenfläche und seiner natürlichen Quellen bei weitem überstieg. Und es ist nur zu natürlich, daß es-auch Heute wieder in der gleichen Situation ist. Die Tatsache, daß dieses Land als einziges in nennenswertem Maßstabe in der Lage ist, jüdische Arbeiter und jüdisches Kapital aus allen Teilen der Weit aufzunehmen und zu beschäftigen, verleihen ihm eine einzigartige Bedeutung in der

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Dr. Adler, Tel-Aviv: Polästina exportiert H. Ellern, Tel-Aviv: Moderne Banken

B. Steinberg, Haifa, Ernst Davidsohn, H. Bein, Tel-Aviv: Banken Ii. Investition

Palästina-Kurszettel - Jaffa-Orangen

Vorstellungswelt aller Völker, ganz unabhängig von der Pro­portion', in der diese Aufnahmefähigkeit die übrigens auch absolut genommen, nicht klein ist mit 40 000 Menschen jährlich zum Auswanderungsbedürfnis steht. Die Tatsache weiter, daß hier unabhängig von staatlichen Maßnahmen fast der einzige Ort in der Weltwirtschaft ist, wo an Steife von Arbeitslosigkeit A r> b e i t e r m a n g e I herrscht, fügen diesem Bilde noch, charak­teristische Farben hinzu. Und die verlockende Erscheinung eines sich ständig vermehrenden Konsums lenkt mit Recht die Augen der absatzhungrigen Weltindustrie forschend und planend nach diesem Ausnahmepunkt der Weltwirtschaft.

Aber gerade an dieser Stelle offenbart sich mit besonderer Deutlichkeit die Notwendigkeit zu klarer Erkenntnis. Das kleine