Jüdische FeitMlS
( Züdifche Dolkszeitung )
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Vochcheckfvnlo : Breslau 20133
41 . Ladraano
Zum JüdBdi - Arabisdm Problem
Von LLiebcnstein
Dieser Artikel , dessen zweiten Ted wir in der
folgenden Nummer veröffentlichen werden , ist dem
Serrunelbuch de , Hecheluz gleichen Titels entnom¬
men . Er enthält eine ausgezeichnete Darstellung
der wirklichen politischen Mrömimgen , Kräfte und
Ziele der in und um Erez Jisrari ringenden Völker
und lä £ t den der Arbeiterpartei angenörenden Ver¬
fasser als einen der fähigsteh politischen Köpfe
de , Jischuw erscheinen . ( Ked . )
Der Zionismus ist eine politische Bewegung Sein Zu¬
standekommen ist zwar eine Folge von innerjüdischen Kräften ,
aber das Ausmai und des Tempo seiner Verwirklichung ist
nicht nur von unserer inneren Entscheidung abhängig . De
einerseits das jüdische Volk in der Diaspora in einem raschen
Zerstörungsprozei begriffen ist und Palästina andererseits in
zunehmender Weise zu einem Expansionsfeld auch nichtjüdi¬
scher Kräfte wird — so ist die Frage des Tempos und des
Ausmaßes der Verwirklichung des Zionismus ein entscheiden¬
des Problem . Oder mH anderen Worten : Die eufcerpoKtische
Stellung der zionistischen Bewegung , das Mab von Zustimmung
oder Ablehnung der uns kreuzenden Kräfte ist für das Schick¬
sal des Zionismus von ungeheurer Wichtigkeit .
' jEigentlich . ^ von einem aktuell — ^ | > oÜtiech — Standpunkt ,
Standpunkt der nächsten
bis fünfzehn Jahre
, _ _ _ . . . _ . . . . . Palästina
. . _ _ _ _ _ _ — Igst — ■ neutral zu oer Konzentrierung
rrll Ü er jüdischer Massen in Palästina stehen , dann wäre
damit das aktuelle politische Problem des Zionismus ge¬
löst Bei einer Einwanderungspolitik des Mandatars , die die
Einwanderung nur durch die Ökonomischen Aufnahmemög¬
lichkeiten des Landes beschränkt , bei einer Agrarpolitik , die
den Einwanderern den Erwerb der wüsten , versumpften und
unbebauten Strecken erleichtert , bei einer fiskalischen Ver¬
waltung , die die von den Juden gebrachten Lieberschüsse des
Budgets fltu jüdische Aufbauzwecke zur Verfügung stellt ,
könnte der Jischuw heute um viele Zehntausende gröber sein
und dementsprechend auch die Wirkung des Zionismus auf
die Juden .
Eine der wesentlichsten Schwierigkeiten unserer Koloni¬
sation ist — wie bekannt sein dürfte — . der Mangel an Koloni¬
st » tkmsfin an z « n . Diese Schwierigkeit könnte durch eine eng¬
lische oder durch eine von England inspirierte Garantie weit¬
gehendst gelöst werden . Es kann leider kein Zweifel bestehen ,
dab die „ vorsichtige “ Haltung der britischen Regierung gegen¬
über einer internationalen zionistischen Aufbau - Anleihe keine
rein ökonomischen Gründe hat . Die in England aufgenommenen
palästinensischen Regierungsanleihen vwrden durch jüdische
Steuergelder gedeckt , und es würde bei gutem Willen nicht
schwer sein , eine Garantie auch für die Tilgung einer groben
zionistischen Kolonisationsanleihe zu sichern .
Nach fünfzehn Jahren englisch er Politik in Palästina kann
kein Zweifel über deren Grundrichtung bestehen . Keine von
den bisherigen britischen Regierungen zeigte Interesse an einer
jüdischen , das Schicksal des Landes bestimmenden Massen
Siedlung in Palästina . England braucht die Juden , um die
Araber nicht zu stark werden zu lassen , und um eine zusätz¬
liche Sicherung gegen eine arabische Bewegung zu haben ,
die auf die Emanzipierung das vereinigten arabischen „ mitt¬
leren Orients “ von englischer Herrschaft zieh .
Um diese britische Funktion in Palästina zu erfüllen , ge¬
nügt aber eine jüdische Alija ( Einwanderung ) , die ein be¬
stimmtes Proportionsverhähms zu der arabischen Bevölkerung
des Landes nicht überschreitet . Ein langsam wachsender , nie
aber zu einer ausschlaggebenden Kraft werdender jüdischer
Jischuw ist wohl das Idealbild der englischen Palästina - Politik .
Dieser Zustand hilft ihr . die arabischen Nationalisten weit¬
gehend im Schach zu halten , ohne dabei Gefahr zu laufen , von
jüdischer Seite aus selbstständige , auf staatliche Autonomie
ninerbeitende Kraft entstehen zu lassen . Diese Lage — einer
in absoluten Zahlen wachsenden und trotzdem ständig in der
Minderheit bleibenden jüdischen Gemeinschaft in Palästina —
fördert eine für die Mandatarmacht wohltuende Spannung
zwischen den beiden Nachbarvölkern und ermöglicht ihr eine
fast unbeschränkte Herrschaft im Lande . Manche Engländer
nennen diesen „ britischen Zustand “ des Landes nicht ohne ein
gewisses Mai von Ironie : „ Die Bildung eines geistigen jüdi¬
schen Zentrums “ . Dieser Leitfaden britischer Politik 191 / bis
1933 steht in krassem Widerspruch zu unserer zionistischen
Konzeption — durch die Kolonisation Palästinas die fürchter¬
liche Judennot der Zeit zu lösen und Erez Jiwael als Heimat
für Millionen von Juden zu gewinnen . Die Geschichte
der englisch - zionistischen Beziehungen in den letzten sechzehn
Jahren ist ein ununterbrochener , meistens latenter , oft aber
offener Kampf zwischen den beiden Auffassungen dem Palästina -
Problems .
In allen Fällen , in denen es mit Recht oder Unrecht
schien , dafi das Tempo des jüdischen Aufbaues Ober die ihm
von England zugedachte Ftstktion kmeuewuchs und aus Pa¬
lästina ein Lana der jüdis ch e n Massensiedkmg und höherer
jüdischer Gesellschaftaauttur machen könnte , — gebrauchte
die britische Politik den arabischen Nationalenus , am die
jüdische Entwicklung zu bändigen .
Die Zeiten , in denen naive Zionisten dachten und manche
weniger Naive andere zu überzeugen versuchten , dai England
aus seiner Sympathie „ zum Volk der Bibel " oder aus einem
Gerechtigkeitsgefühl heraus , uns das nationale Heim ver -
§ » rochen habe , sind vorüber . Jadaa Jahr palästh > enstech « r
ntwicklung hat diese Unionen zerstört , jedes Jahr hat die
Wichtigkeit Palästinas Dir das br i tische Imperium unter¬
strichen . Die Führung der britischen Luftlinie nach Indien
durch Palästina , der Ausbau des Hatfaer Hafens , die Legung
der Oelleitung nach Haifa , die En tdec k ung von wichtigen
Sprengmittelchemikalien am Toten Meer und die steigeöde
strategische Bedeutung von Akabba hat auch dem Blinden ge¬
zeigt . wozu England Palästina braucht
Die britische Politik benutzt zwar die Juden , um als
Steuerzahler den Bau ihrer handelspolitischen und militärisch
strategischen Stützpunkt « zu fördern . Sie freut rieh der jüdi¬
schen Kolonisation , die dafür bestimmte wirtsc h aftlic h e Vor¬
aussetzungen schafft . Es liegt aber eicht in ihrem Intercese ,
dafi dieses für sie so wichtige Land von einer s e l bstbew u ßt — ,
europäischen organisierten — and nach britischem Gefühl —
mit englischen WritpoÜtikzJelen innerlich so wenig verbundenen
Bevölkerung , wie die Juden es sind , maßgebend be¬
stimmt wiro .
Die englische Politik in Palästina ist auf der jüdisch¬
arabischen Spannurig gafgeb — t ^ Diene Potttft hat sirit Ms
die Unruhen aaJt dem Beginn dar 5 . Alte dis
vom August 1921 . Als die heutige Auja die Jod — — kl h
' - te und ab tat der Mandat »
nisrion in Genf dis Frage der Erschließung Tran »
nlens für die jüdische Kolonisation aufgeworfen wurde ,
» riete der britische Vertreter in Genf , das die übermäßige
Palästina um fast 40 000 us eg rüße , t <
kommisrion in Genf dis rrege
Jordaniens
antwortete
Judeneinwanderung die Araber beunruhigen müsse , und wenige
Wochen nachher sekundierte ihre der High Commiarioner in
einer Rede in Nablus mit dem Hinweis , daß auch bei ihm
manche Erscheinungen der jüdischen Einwanderung B esorgnis
mmmmmmmmmmmMmmmmrnmmmmm
Die Palättina - üantall — g is Breslaa
In der Zeit v o m 6 . b i s 13 . M a 14934 findet im Verein »
haus , Reichspräridentsnplatz 9 , die Palästina - Ausstellung
Erez JisraeLdasLaaiier Jade «
statt . In Berlin , in Leipzig , In Hamburg , überall , wo die
Ausstellung gezeigt wurde , erregte sie in allen jüdisches
Kreisen das größte Interesse .
So wird es auch in Breslau sein .
in
erregen . Wie wir wissen , es brachen kurze Zeit darauf Un¬
ruhen vom November 1933 aus . Es ist nicht ohne Reiz , daß
trotz der arabischen Opfer , die in di — . Tagen tat den
Streben Jaffas gefallen sind , arabische Notabrin dem High
Commiarioner Wauchope gegenüber erklärten , daß rie zu ihm
ihr Vertrauen nicht verloren haben . . .
Die fünfzehnjährige Praxis der Engländer in Palästina
ist uns zu gut bekannt , am uns irgendwelchen Qlaskmen in
bezug auf die Triebfeder der jüdisch - arabisc h en Spannung hin¬
zugeben , und auf englische Hilfe für j ü d is ch s isblsche Ver¬
ständigung zu hoffen . Die ^ vorriehtkre " Stellung der britischen
Verwritung zu der Annäherung jüdischer und arabischer Ar¬
beiter , das hartnäckige Verschwe i gen der positiven Bedeutung
der jüdischen Einwanderung für de arabische Bevö & enmg ln
offiziellen Kundgebungen , die Htnrinnahme von antijüdiseh —
arabischen Notabrin ln teste und einfinfireiche Beamt — posk »
tionen das alles und manches andere spricht täglich eine zu
klare Sprache zu uns
Arbefefeaetadul Nr Urin mi Juaandafteta
21 Apvä , vorm . 1113 Uhr , Tauentzien - Theater
2 FUmvorführunoen .
1 . Läbtn im Kind « rd r f Btn Scham an
2 . Dar Wsg dar jfiA Jugend nach Palästina
Vortrag : Dr . Ooceg Berlin — Chöre der
jugeitdbünde .
Eintrrlfcpreise 050 Mit , j u gend li che < 120 Mk .
Vorverkauf : Branden , Budterdiete , Potairimsbüro .
Die Bemüh — g — ms dm mibtarb — Mar
ZwrifeUos würde auch tan Falle
den Lege der jüdisch englischen
unserer liahung den Arabern
Bedeutung sein . Gerade das
Bsdürfnis nach Erweiterung der Kotonh
Sorge um Märkte für die Jüdische b » d —
dte historische Notwendigkeit mit dem per w
stftndigkfc erwachenden arabischen Vofk ’ ris — Moi
zu finden , müßten — auch bri norm — r
Beziehungen — tan Laufe der Zeit das sr
den Mittelpunkt unserer Aufmerksa — eit . > , . . . . — — -
maleren enritsch - jüdischen Besieh onfgfc könne — wb ab - dam
jüdisch - arabischen Problem mit lagern Atsan gegmähsr -
atehen und den Aufstieg anderer btt * tan Arakmite ge¬
duldiger erwart en . Was jetzt d « Wtahenfctacbfjwm «
so akut und aktuell macht , ist M MMtaashinla dm
jüdischen und der britisch — Paläs tin a ir - i ep ti — fskstüm -
Ikh gesprochen : jede neue , vee der Regierung « W " " *
Arabaraosachrritung ist rin neige Argenem Ita jtliech »
erabieche Verständigung .
Die Stuati — der Jühstii pä „ k — ■ - . - , i
vor jedes - n m ä - k - ä m MfrgPra ta l — . ch . * ir t * äj
auf dieser Gnmdhffi den
in dem arans —
der Mandls , dar alt fit . .
ihnen stamm — dn nadt R
nistische Junge Generation
sehe Massenrm Wanderung schränkt von Tag
tischen Aussichten dieser Kreise rin , und
Seiten her : einerseits , weÜ durch dis Ti
Mas — rin Wanderung die von fluten
B e am ten podti onen beschränkt werde _
durch , daß die Jüdische Bnws n j mm g h » da ,
völkerung Palästinas eins totale wirtsd — alche _
wälrung bewirkt , als daran Folge ganz mtiäs Sütels
als die heute maßgebenden — A it ri t s r .
Vs »
fsa ^ s « I
srisgmi
ertum — zu Ökonom rieh *
ftllch em Bewußteste ,
tüchtiges
* * I ' Keee objektive Wtakun ,
Palästina macht beute aus de ,
Antisk m lst e n und Judenfeinde .
wir uns erklären »
de jüdische Einwanderung sd dar
' ijBiul
— TpSSher
irkung der JudaMptParidar — g ssl
den Wusnteo rijtedim « MM
» de . Aue dUmr iS ^ Msjä
kaufenden Grundbesitz sr als poMtisciis
« egen den Verkauf von Boden — Juden u _ _
7ettern fällt den Btendis allerdings — » leichten « raM ris
ganz sensu wissen , daß flwe Proteste rächt sass Vskti 4m
jüdischen Boden keufm Muen , dsfär s ber ss sBmkl ad ^
nistrativan und g , * * * “ ‘
m M « rinä »
_ _ _ j swtr d % jflte
— m — — r « rsmii
» t
sehen Bodandmst sicht zu _
prrise and die Bodane — uehsh _ _
eteehungsfddef , Atlve Padtivar ti Üg ^
Wir wollen aber nicht bri dieser !
arabischer GcgunaÜtiHchketa täriben .
untersuchen be m ühe n , ob wir nicht _ _
anderer Inter es — — d Ziele das heutig —
Führer Ihre b — ahanda GegnerschsA zum
schwächen oder s og a r übsrbrüdun kfis — m
Welches rind die trabend — Kräfte das — ablach — Pa¬
lästina . und was statd ihre politisch an Zielet
Wans wta die beoto fahrend — — bisch — Kreise tat Pa¬
lästina näher betracht — , dann köno — wir , et w — schsmstisch
gmehan , drei R ich t u n g — — terschrid — :
1 . Dis Schichten , die rig — dich mta dar Tat — che dar eng¬
lisch — Vorherrschaft tan groß — gnne — sirfrl 1 lisi stad — d
der — Kampf auf eine mäßige Autonomie harn — Haft , As hrm
Bedürfnis nach mehr BeemtanstaBan , nach wirtKhaMkhe
Privilegien und ihren rismBch baa ^ eid — — j
Prmdgmnsprüdi — mehr Rechitnug trägt Diese
wann rie such maarhmal d — grafte Wart dar 1
Föderation tan Munde führ — — hah — «
Föderation , Ls d — Bbtad das taoktach — 1
des Araberttnns in Palästina stärk — 1 ‘
Für diese Kreise ist die Pamflk “
tstiv . Viele Beamte , Eff — dlä laritagm — , H — MäNr g »
hör — dazu . Aus anssrsr poMtadb — Nriutaflt bs — bsp —
wir diese Kreise bri im schisä — 4
spiel bri d — haihfsnitailr
— Mtedt —
> Tkretas ^ —
aUsch — sad syrisch — Tate
— whA state ria — flehe Angat
NsseVsseblbl tugsäs — -
taH | — tar , H — Mtar g »
— s ^ b — Ntastaflt bs — tat b — —
wohl — HM — iiriiiiäüi Kr
tat dm hUdä srib — driofl
Br will