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? . uin Kinbtrqisrtttt auf dem ? ion » derq -
Dom Schulwerk in Palästina
rmititimmiiiiiHiiutiiiiunmHiHiuiuttiiHHfiiiiiiunifmHiiuiiiMiiiiMiritii
Tit Erzi,hu « q der fugend nimmt im Rahmen de »
. ^ vd . Ausbauwerde » in Palästina einen großen Plag
ein . Don de « bisher in Palafting inveftieNen Geldern
de » > leren - t ^ ajessod in Höbe von etwa 3 ' / , Millionen
Psnnd Sterling , wurde für da » Schulwesen ea . 630000
Pfnnd Sterling ausqewendet . Da » ^ chulwerd um «
faßt momentan Nt Kindergarten . 97 Doldschulen ,
8 Mittelschulen und Lehrerseminare , 6 Fachschulen
und Lehrwerdstätten . in » gesaml 222 lrrziehunq » insti -
tute , die von 1 * « » I7 Lchülern besucht werden , hierzu
kommen noch Institute m » ie da » Technikum und die
Universität . Besonderer Wert wird darauf gelegt ,
daß die . Tchülee schon von klein auf . ^ neden der Un¬
terweisung in wissenschaftlichen Fächern , auch einen
handwerklichen Unterricht genießen oder in Garten¬
bau und Landwirtschaft au » qedildet werden . Es gibt
sogar einige > tinderdörser Kolonien , in denen zum
großen Teil Waisenkinder anqesiedelt sind ! und A “
Landwirten erzogen werden . Da » bekannteste ist
„ . H f a x Hela d . i m " . in dem . tiinder . die in den
ukrainischen Pogromen lPerljura ) zu Waisen wur¬
den . in einer An Tchulrepublik vereinigt sind . —
„ Tgnaqoge in Xsar . > ladi » - ( dem Dorfe der ukrainischen Waisenkind ' r )
Eine Dreitage - Tour in Palästina .
Von Helmut Friedman « , Stutigart .
Vom Auiobüro „ Har wa Eine ! " au » geht dies
mal die Fahrt . Am Tainaskustor vorbei . Und
bald in die Hauptstadt uusereu Blicke » entfcknvun
oe » . Tie Berge neige » lerrassrnföcmig an , iioer
und iil = \ - v sind sie mit CliDfnbäiime i bcivaldet .
Auf einem Berge soll sich Gibealh Shaul Sauls
Grad beiinde » . An dem Ort Rama vr ' roei .
Ton stanv Samuels Wiege und dorl stacb er .
Durch die neue Kolonie Katandya . Sie wein
nickt » Besondere ? aus . Ueöerbaupt sind sack alle -
> io : ' nie, , in ihrer Bauart einandee gleich . Beerotd
und vHamlel . und nach kurier Zeit fadrc . l wir in
den t ' ibliichr » C rt Beth El ein Hier weilte ja
schon Abrabam , hier fab Jakob in se ncm Traume
die Engel die Himmelsleiter berauf und berun
terckeigen und . ,icc baute er später einen Altar
dem vHrigcn . Sckön und fruchtbar iii nun da ?
Üanb . überall blüht uuö grünt e ? , de » » der
FrühliiUj in . über » Üanb gezogen . Roter Klatsch
» lohn am 2auni der wogenden Geireideseldcr
lind die Berge und Täler voller Olivenöäumc .
J . - w ! grln e » durch die Ebene Machna , wir
erblicken die beiden Berge Ebal und ikeei
sim , der eine der Berg de » Fluche » , au » nackten
Fclien bestehend , ans ivelchen nickts gedciken -
kanii , » » d Gcrisim der Berg de » 2egen » , da »
ganze Javr hindurch in ein grüne » Kleid ge
millt . Direkt ; u Hünen der beiden Berge be
ginnt 2ckeche » i Radln » . lleberall kenn man
die ' Spuren de » Erdbeben » im Jahre M27
erkeiinen , besonder » in den arabischen Tör
jer » kur ; vor Radln » ? Hier wohnt auch die
2ekle der Samariianec , au » etwa l . " > 0 Milgfie
bau . c ifhfiiC * ’ . 2ie haben einen . Hohepriester und
bringe » am Peßack , ein Ovierlamni auf deni
Berg iV . ' riiim bar . Ihre 2isre Thora sind in
allhebräischer Sckriii geschrieben . Hilden giok e ?
in Scheel em keine .
Rach . nm da » Alllo genügend mit Benzin ver
sorgt isl . gehl c ? weiter . Herclich in da - ? Wetter ,
und ein irischer Wind segi über » Land . Durch
, enin , eine arabischen Ortschaft gehl es , und
nun find > oir in ver Ebene Jczreel Hier ' liegen
sehr viele jüdische Kolonien Aus einem Bauern
nagen in » ein al er Jude mit seinen stämmigen
Söhnen . Sie bearbeiten da » Land . Tie . Häuser
per Kolonien ^ sind höchst e nsach . Etwa so , wie
ein » > jährige » Kind ein Häuschen zeichnen würde .
Oil iind c » Holzhäuser uild noch öfters sogar
nur - zelle , ^ uc wi „ f en j „ j > ft ^ etne sieht man
de » Höhenzug de ? Karmels . Einigemal kreu
ze » mir die Linie Der . Hedschasbahn . Durch die
Unansmerkiamkeil des Chauffeur » fahren wir über
die Geleise , und schon nach wenigen 2ekunde »
passiert ein Rangierzug die Stelle .
In der Kolonie Assule herrsch ! ei » reger Eisen
iahnverkehr . Hier iricd da ? Auto mit Wasser
versorgt . Zur Rechten im Hintergrund der Berg
Tabor . Und hieraus durch eine der größten
Kolonien Erez Jsroe ' . s , das ist Balsouria . Ein
zig ick die Landschaft , in der zerstreut die jüdi
scheu Kolonie » liegen . Bald gehl der Weg in zahl
reichen Kehren bergauf . Ta da » Land fast nur
aus Berg und Tal begeht , find die Kehren
im Land . - keine seltene Erscheinung . Wir blicken
aus die Ebene Jezreel hinab . Wie ein riesiger
Teppich breitet sich unten das Tal aus , mit
seinen Kolonien , deren rote Dächer im Sonnen
glanz leichten . Tie quadratförmigen Aecker glei
chcn einer Färbung im Teppich . 2olch einen Herr
lachen Blick auf ein Tal genoß ich noch nie . .
Wir kommen nach dem Ort , in ivelchem der
Stifter der christliche » Religion seine Jugend
jabre verbrachte , nach Razaretl > . Heute könne »
wir dort » ich : viel sehen , da fast alle Stätten
der christlicke » Peligion geschlossen find , wie zum
Beispiel die Werkstatt Josefs . Im unteren Teil
de » Ortes wird die Mik . oab Marias gezeigt .
Jetzt geht e » durch das Torf iviatb Kefer , deni
Geburt » und Pegräbnisorle de » Propheten Jona .
Hier halten nir einige Augenblicke , um 2ouvenirs
einzukaufen . Ter Ort ist christlich . Tief uuter
uns der Tiberias oder Kinneceth » 2ee . Wir be
finden uns noch einige hundert Meter über
dem Meccessviegel . Au » der Jane leuchtet zu
» ns der schneebedeckte Hermon herüber . Ta steht
plötzlich an der 2cite der Chaussee eine Tafel
mit dem Vermerk : „ 2ea Level " . Rach weikaen
fünf Minuten halten mir in de n 2i ) S Meter
unter dem Meeresspiegel liegenden Tiberias . Eine
schrecklicke Hitze herrscht , trotzdem erst März ist
und außerdem nachmittag » 1 Uhr . Ich ent
ledige mich in einem Hotel am 2ee der Jacke
und Weste , trinke Gasos ( eine An Limonade )
nild miete mir ein Boot , rudere in den 2ee
hinaus, ' von einem schmutzigen Araberjungen be¬
gleitet . Alke Kreuzfahrertürme ragen aus der
See hervor . Am liier steig , steil die 2tadt Tibe
rias ani Am acht Kilometer entfernten jenseits
gen User die Berge Transjordaiiien » . Ich be
suche eine Talmud Thora 2chule . 2ie ist sehr
intcrcssank . Ten ganzen . Tag über sitzen die
2chüler und lernen . Und wie primitiv hier
alle » ist . . ' i I 2chüler sckanen gemeinsam in
ein Buch . Ter Lehrer steht mit einem 2tock
' besser gesagt Prügel vor der Klasse , mehr
Furcht al ? Ehrfurcht den 2chülern einilößend .
Ein Pult ist nicht vorhanden . Ter Lehrer ist
rin polnischer Jude . Tie Unterrichtssprache ist
Jargon . Warum kommen an solche 2chulen keine
Lehrer , die mit den Kindan Hebräisch spre
chen ? Ein 2chüler begleitet mich . Dieser kleine
Junge von IO Jahren hat schon Peiaus ( 2chlä
seiilöckchei,, . Ich sah sckon Kinder mit zwei Jah¬
ren , die Peiaus trugen . Mit diesem Lchüler
fahre ich in einem Taxi nach dem Grabe des
Meir baat haneß . Bei einer 2ynagoge ist sein
Grab . Einer seiner 2chülec liegt neben ihm
begraben . Angrenzend daran befindet sich ein
Jeschiwa . Jeder lernt hier für sich , ab und
zu sich aus einem neben seinem Sefer ( Buch )
stehenden Glase Tee gütlich tuend . Vaschiedene
2ynagogen befinden sich in diesem Bau . Außer -
dem gibt es darin noch eine weitere Jeschiwa .
Vor dem Gebäude befindet sich ein erst vor
wenigen Jahren gestifteter Torbogen . In da
Rähe pflanzen Ehalugrnr > einen Wald an . Sie
haben den Berg entl/ng ihre Zelte aufgeschlagen .
Auch hierherein bliSfe * id / In einem kleinen
Zelt , in welchem einf - Person gerade leidlich
Platz finden würde , sihlafew ihra drei . Ihre
Utensilien sind in einem winzigen Koffa unter
ihrem Bette verstaut . Tie Chaluzioth ( sein . ) lau¬
sen in Hosen herum .
Unterhalb der soeben geschilderten Zelte befin¬
den sich die heißen Quellen . Dampf kommt von
den Quellen herauf . Das Wasser ist kochend .
Tie Badeanstalt , wenn man er so nennen darf ,
ist kaum vorstellbar primitiv . Tie meisten be
nützen die Massenbäder , in welchen die Mehrzahl
der Badeitden im Adamskostüm badet . '
Hieraus wieder zurück nach Tiberias . Ein Tchuß
unterbricht das Getriebe . Ec verkündet den Mo¬
hammedanern , daß das Fasten für heute zu Ende
ist . Gegenwärtig ist der Monat Ramadan der
Mohammedaner . In diesem Monat sollen sie nur
nachts Nahrung zu sich nehmen und während
des Tages müssen sie fasten .
Turch die Altstadt von Tiberias . Viel gibt
es nicht zu sehen . Zwei 2ynagogen , welche direkt
am 2ee liegen , besuche ich . Von der Veranda ,
welche in den See hinaus gebaut ist , gelangt
man zu einer Mikivah . In der Nähe der Stadt
befindet sich ein alter Friedhof , welcha vor
einem Jahre renoviat wurde . Hier ruhen Mai -
monides , Rabbi Jochanan den Sakkai und noch
andere große Rabbonim . Ter Scham mos , will
auch eine Mattana ( Gabe ) . Ich frage ihn , ob
er mir ein größeres Geldstück wechseln könnte .
Er schwärt hieraus sofort , kein Mil Kleingeld
zu haben . Als ich ihm darauf sage , daß ich rhm
in orgelt durch den Bachur ( Jungen ) Geld schicken
werde , hat er plötzlich Kleingeld . Nachdeni er
einige Piaster erhalten hat , machen wir uns aus
den Heimweg . Es ist bereits dunkel geworden , und
über uns strahlt ein herrlicher Sternenhimmel
Ter Bachur verspricht , mich am nächsten Morgen
um halb 7 am Hotel abzuholen . Noch zum
See , um mich etwas abzukühlen . Ruhig liegt
der See , im Grase zirpen die Grillen . Spät
abends begebe ich mich zur Ruhe . Und doch
habe ich keine Ruhe , denn die Wanzen leisten mir
allzu treue Gesellschaft .
Schon um 41/2 Uhr morgens aus den Federn ,
vielmehr aus dem Wanzennest . Nachdem ich fertig
bin , gehe ich morgens kurz nach 5 Uhr an den
See . Noch ist es ruhig . In einem Boote entdecke
ich einen schlafenden Araber . Ich schaukle solange
auf dem Boote , bis ich den Araber aus dem
MODEWAREN
SEIDENSTOFFE
STRÜMPFE
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STUTTGART
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