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Schlafe gerissen habe . Nun fahre ich mit ihm ,
während es immer Heller wird , weit in die See
hinaus . Im Osten wird es hell , rötlich , rot , hetl -
rot färbt sich der Himmel . Tie kleinen Wölkchen
werden schon von der Sonne beleuchtet , und
kurz darauf erscheint in ' prächtigem Farbenspiel
hinter den Bergen Transjordaniens die Königin
des Tages . In der Ferne leuchtet der schnee¬
bedeckte Hermon im Sonnenglanze . Wir fahren
wieder ans Ufer zurück . Schon in aller Morgen¬
frühe werden an den Häusern Fischnetze aufgc
spannt . Hier gibt es vorzüglich « Fische zu einem
Spottpreise zu kaufen . Besonders aus dem Fisch
markt herrscht emsiges Treiben .
Inzwischen ist der Bachur gekommen . Wir
machen uns aus den Weg . Steil geht es bergan .
Man must höllisch achtgeven , um nicht versehent
lich auf dem Hosenboden die zurückgclegte Strecke
wieder hinunter zu rutschen . Nach langem Klrt
tern kommen wir schweißtriefend zum Grabe
Rabbi Chijas . Dieses Grab ist von einem Git
ter umzäunt . Auf dem Grabe liegt eine Menge
Steine . Es ist bei den Juden Brauch , wenn man
das Grab eines großen Mannes oder das eines
lieben Benvandten besucht , auf dasselbe einen
Stein zu legen . Noch weiter bergan , über ein
Tal , gelangen wir zu dem Grabe des berühmten
Rabbi Akiba . Tas Grab wurde in den letz
ten Jahren in weitem Bogen nmzäunt .
Nun zum Abstieg . Durch ein kleineres Araber
dorf , aus einigen kleinen Hütten bestehend , hinab .
Hieraus besuche ich noch eine Schule der Agu
dath Jsroel . Sie ist , den hiesigen Verhältnissen
entsprechend , gut eingerichtet . Ten Kleinen wird
Anschauungsunterricht erteilt .
Ich nehme mir einen Platz in einem Auto
» ach Rosch Pinnah , der größten und schönsten
Kolonie Obergaliläas . Ten See entlang , nach
Migdal , einer neugegründeten Kolonie . Tie Cha
luzim fahren gerade aufs Feld . Herrlich ist cs ,
wie hier ein jüdisches , kräftiges und kerngesundes
Bauerngeschlecht heranwächst und wie die Alten
bei der Arbeit den Jungen in keiner Beziehung
nachstehen wollen . Hinaus i » die Berge ! Immer
in Kehren bergauf , lieber den „ Sea level " , und
bald sind wir in Rosch Pinnah . Ich besichtige
die Schule der Kolonie . Ter Leiter der Schule
ist noch keine 2i > Jahre , aber ein ernster junger
M Kiodcrbcia Liftkirorf flittusu
( Linie Siuttfnrt ' NOrdUnfea )
Idyll . Im Walde gelegen / / Sonnig und staubfrei
Streng rituell ✓ Prospekt / ErstkL Referenz .
UHndifrLUHlatcr
Fernruf Nr . 119 Amt Bopfingen in Württemberg
Mann , der sich seiner Pflicht bewußt ist . Er zeigt
mir den großzügig angelegten Kindergarten neben
der Schule , der aber zur Zeit repariert wird .
Ein großer Garten ist vorhanden , in welchem
die Kleinen schon angehalten werden , mitzuarbei
ten . So werden die Kinder schon von der Schule ,
ja , selbst vom Kindergarten aus für die landwirt¬
schaftlichen Arbeiten interessiert . Eine Lehrerin
dieser Schule ist aus Hamburg , spricht aber
speziell nur Hebräisch . Nun will ich weiter nach
Safed , aber kein Mietauto ist im Orte , mit
welchem ich fahren könnte . Um s » ie Zeit nicht un¬
nütz verstreichen zu lassen , unternehme ich einen
Spaziergang , zu dem in der Nähe der Kolonie
gelegenen Ber Kanaan . Ein herrliches und um -
Berihold - Aue rbadi - Verein
Dienstag , den 9 . Oktober 1928 , Stuttgart - Loge ,
Calwerstra £ e 33 , Hhs . , abends 8 ' / < Uhr
1 . Heimabend
« Die letzten jüdischen Ereignisse "
Referent : Dr . Walter Einstein
Dienstag , den 16 . Oktober 1928 , Stuttgart - Loge ,
Calwerstratje 33 , Hths . , abends SV « Uhr , spricht
Konsul Max Straus ober
„ Dlsraeil n . Balken an and ihre Stellung znm Judentum “
Um zahlreichen Besuch wird gebeten .
lonlslisdie
Arbellsgemelnsdiatt Stuttgart .
Arbeitsprogramm Oktober 1928 — Februar 1929
Voriräg « Jeweils Mtliwoch abend 9Uhr in der Pension Agulnlk , Königstrobe
10 . Oktob . , Herr Theo Pariser :
. Die Jewish Agency . *
31 . 0kt . , Herr Alfred Levy :
. Jüdische Kritiker am Zeit¬
geist * . Von Heinrich Heine
bis Kurt Tucholsky . .
21 . Novemb . , Herr Hans Hirsch¬
berg : . Jüdische Wanderun¬
gen in neuester Zeit * .
12 . Dezember , Herr Dr . Paul
Bonem : . Neuere Erkennt¬
nisse über Religionsriten . '
9 . Jan . , Herr Eduard Januar :
. Jabolinsky , der Mensch und
das Werk . *
. 30 . Januar , Herr Dipl . - Ing . Oskar
j Plawner : . Ueber u . Proben
| jiddischer Literatur i . Original . *
i 20 . Februar , Herr Dr . Rudolf
{ Singer : . Die Erbpacht . *
Nichlcionlstisdie Freunde und Gegnrr sind Jederzeit willkommen .
Anschließend an die Vertrüge freie Aussprache .
^ iiiiiiiiiiiiMiitiiimtiuiiiiiiiiHiHtiimniitiMiitiiuwatiMititwiMHamMtmHitiimiintitiiwmiMiiiiimNffiiNniiiiiamiHiHiiinMMfliJinimi ^
Jüdisches Lehrhaus Stuttgart . (
| Arbeitsplan vom 8 . Old . bis 22 . Dez . 1928 . |
W 1 . Hebräisch , Mittelkurs , von Stadtrabbiner Dr . Ri ege r . ( Fortsetzung W
W der Lektüre der Genesis im Urtext lind in der Uebertragung von W
W Buber ) . =
M Donnerstag , abends 7 1 ’ , Uhr , Beginn 11 . Oktober . =
M 2 . Talmud , hebräisch und deutsch , von Rabbiner Dr . Be er mann . I
= Sonntag , vormittags 10 Uhr . ( Die erste Stunde findet ausnahms - M
= weise Montag , den 15 . Oktober , abends 9 Uhr statt . ) W
I 3 . Jeremia ( Forts . ) — Ezechiel , von Rabbiner Dr . Beermann . W
ff Sonntag , vormittags 11 Uhr . ( Die erste Stunde findet ausnahms - =
H weise Montag , den 15 . Oktober , abends 8 Uhr statt . ) W
W 4 . Daniel von Lehrer Meyer . I
M Dienstag , abends 8 Uhr , Beginn 9 . Oktober . . M
1 5 . Die Geschichte der biblischen Zeit im Lichte der Ausgrabungen W
g und neuer Forschungen von Stadtrabbiner Dr . Rieger . M
= Donnerstag , abends 8 ' , Uhr , Beginn 11 . Oktober . m
Z 6 . Neuhebräisch von Diplomingenieur Plawner . §
H a ) Anfänger . Montag , abends 8 Uhr , Beginn 8 . Oktober . Z
W b ) Vorgerückte . Sonntag , vormittags 10 ' , Uhr , Beginn 14 . Oktob . W
W lM ) ie Kurse 2 , 3 , 4 und 6 finden im Gemeindehaus , Hospitalstr . 36 , g
ff die Kurse 1 und 5 im Saal der Stuttgarter Loge , Calwerstr . 33 , Hhs . ff
M statt . M
g Anmeldung und Auskunft bei der Geschäftsstelle , Isr . Gemeinde - =
= pflege und in den zwei ersten Stunden jedes Lehrgangs , in denen =
Z auch gastweiser Besuch zulässig ist . W
Z Als g
| Sonderveransialhing |
§ j ist eine Reihe von W
I Gesprächen über Judentum und religiöse Fragen g
| der Gegenwart 1
g vorgesehen , die von Dr . Martin Buber und Theodor BäueTle - W
3 Stuttgart , Prof . Wilhelm Hauer - Tübingen , Dr . Hermann He - W
= fele - Stuttgart , Wilhelm Michel - Darmstadt geführt und folgende M
D Einzelthemen behandeln sollen : . Form und Freiheit “ , . Religion und g
= Volkstum “ , . Religion und Revolution “ , . Religiöser Weltbund “ . Das W
M erste Gespräch über _ W
| « Religion und Volkstum " i
Z zwischen Dr . Martin Buber und Wilhelm Michel findet am Sonntag , W
g den 21 . Oktober , abends 8 Uhr , im Saal des Hauses des Deutsch - g
g tums , Charlottenplatz la , Erdgeschoß , statt . Unsere Mitglieder und g
W Hörer erhalten gegen Vorzeigen der Mitglieds - bezw . Hörerkarte =
g bei der Geschäftsstelle Eintrittskarten zum ermäßigten Preis von 50 Pfg . g
. . .
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r
Steffi Weissberg
Sally Lorsch
Verlobte
STUTTGAR7 FRANKFURT a . M .
Gebehbergsfraße 4 ALSFELD
September " 1926
Zu Hause am 14 . Oktober 1926
aniftsn iris - Teiegramme
su Gunsten der Wohlfahrtsbestrebungen des Statt *
garter Stadtverbandes des Jftdisdien Frauenbundes
Preis Mks I -
Zu beziehen durch die AussdiuSmitgiieder
des Stadtverbandes and durdi die Badi -
handlung R . Levi , Hier , CalwerstraBe 25 .
Wir bitten unsere Gemeindemitglieder von
dieser Einrichtung des guten Zweckes hal¬
ber recht häufigen Gebrauch zu machen .
Der flussdiuß des Stadtverbandes .