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materialien etc. doch zu teuer zu stehen kommen. Billig ist dagegen die Miete
mit Lstr. 105.7.10 = 2108 M. für beide Filialen.
Die Bilanz per 31. Dezember 1905 weist in den Passiven folgende Be¬
träge auf: gezeichnetes und vollbezahltes Kapital Lstr. 39 328 (autorisiertes
Kapital ist Lstr. 50 000), Tratten-Konto Jaffa und Jerusalem Lstr. 1252.13.6,
Kreditoren Lstr. 78 429.3.9 (darin Depositen auf erste Termine Lstr. 16 369.1.2,
laufende Rechnungen Lstr. 28 517.0.9, Jewish Colonial Trust Lstr. 22 311.18.2
und verschiedene kleinere Posten), Baumwollpflanzungen Lstr. 20.9.5, Trans¬
aktionen anf Konto 1906 Lstr. 76.18.7, Gewinn- und Verlust-Konto Lstr. 161.5.5
(Lstr. 15.14.0 vorjähriger und Lstr. 145.11.3 diesjähriger Gewinn), zusammen
Lstr. 119 268.10.6. Die Aktiven bestehen aus: Kassa, bar und bei Bankiers
Lstr. 8170.17.2, diskontierte Wechsel und Schecks Lstr. 24 645.10.2, Vorschüsse
gegen Effekten, Waren, Konnossements und Geschäftswechsel Lstr. 47 973.8.11,.
Mobiliar abzüglich Abschreibung Lstr. 545.16.9, Etablierungskosten Jaffa und
Jerusalem Lstr. 465.14.2, Expedition El-Arisch Lstr. 3516.11.8,^ Miete und
Schreibmaterialien pro 1906 Lstr. 133.6.8, Debitoren Lstr. 4405.1 To, Effekten-
Konto Lstr. 22 233.5.1, Land-Ankäufe Palästina Lstr. 7088.18.11, Gründungs¬
uni Präliminarspesen, London, abzüglich Abschreibung Lstr. 90, in. Summa
Lstr. 119 268.10.6.
Deutsche Palästina-Bank in Berlin.
Der Geschäftsbericht erwähnt zunächst, dass die Zusammenlegung und
Wiedererhöhung des Grundkapitals durchgeführt wurde. Die neuen Aktien wurden
zum weitaus grössten Teil von den alten Aktionären gezeichnet. Wenn die
Direktion im Jahre 1905 auch mit Rücksicht auf die Möglichkeit einer Beun¬
ruhigung in dem Palästinenser Kundenkreise durch die erwähnte Zusammen¬
legung der Aktien grosse Mittel zinslos bereit halten musste, um allen etwaigen
Ansprüchen gerecht werden zu können, so ist es doch gelungen, den Umsatz
bedeutend zu steigern und trotz der von Jahr zu Jahr sich fühlbarer machenden
Konkurrenz ausländischer Banken den Gewinn gegen das Vorjahr ansehnlich zu
erhöhen. Mit der Deutschen Orient-Bank wurde ein freundschaftliches Ueber-
einkommen bezüglich der Abgrenzung der beiderseitigen Interessensphären und
gegenseitiger Unterstützung getroffen. Der Filiale in Jaffa kam die sehr gute
Ernte in Orangen, Oliven und Feldflüchten zu statten, da die Exporteure die
Landesprodukte, die infolge geringerer Einten in Indien, Aegypten, Algier und
Spanien lebhaft gefragt waren, mit gutem Nutzen absetzen konnten. Hierdurch
fanden die Kapitalien der Bank bei einem fast auf das Doppelte gesteigerten
Umsatz gewinnbringende Beschäftigung. In Jerusalem beschränkte sich die Bank
in der Hauptsache auf das Inkasso-, Wechsel- und Devisengeschäft und die mit
dem internationalen Fremdenverkehr zusammenhängenden Zweige. Auch dort ist
es gelungen, zufriedenstellende Resultate zu erzielen. Bemerkenswert ist die Zu¬
nahme der Kreditoren und Depositen. Eine besondere Pflege lässt das Institut
dem Verkehr mit den religiösen Gemeinschaften angedeihen. Die Niederlassung
in Haifa hat ihr erstes volles Geschäftsjahr hinter sich. Die Verhältnisse liegen
dort ähnlich wie in Jaffa, und man kann auch mit den dortigen Ergebnissen nach
Lage der Sache zufrieden sein, da schon ein erfreulicher Ueberschuss über die
Kapitalzinsen hinaus verdient ist. Der erzielte Bruttogewinn beziffert sich auf