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stehen, daß an der rechten Seite von Montesiore's Familienwap-
pen ein aufrecht stehender, nach vorn schauender (Kuur'tlttnt.) Lö-
we, an der linken ein Hirsch angebracht wird. Beide tragen eine
Stange, an welcher eine fliegende Fahne sich befindet, deren rechte
die Inschrift Jerusalem in hebräischen Buchstaben trägt. Die
Urkunde bezeichnet Moses Montefiore als Ritter, Mitglied der
königl. Gesellschaft und als gewesenen Sherif von London und
Middlesex , und rühmt die Thatigkeit Montefiore's im Orient,
in Anerkennung welcher und ״als Andenken an diese seine
anhaltenden Bemühungen zu Gunsten seiner gekrankten und ver-
folgten.Brüder im Morgenland und der ganzen Nation, dieses
besonders Zeichen der königl. Gnade ihm ertheilt werde.-" ^
Bres lau, 19. Sept. 1641. Für die Kränkung, welche die
hiesigen jüdischen Kaufleute neuerdings durch die Intoleranz der
breslauer Kaufmannschaft erfahren,׳(durch Ausschließung bei ihren
Empfangsfeierlichkeiten) ist ihnen Ln der unbeschränktesten Bethei-
ligung der Juden an allen übrigen Empfangsfeierlichkeiten und
bald nach Ankunft I. I. M.M» durch einen besondem Act der
Allerhöchsten Huld die schönste Genugthmmg geworden. Der
Humanität unsers Magistrats und dem gesunden Sinn unserer
Gesammtbürgerschast, welche alljährlich Juden zu Stadtverordne-
ten und Bezirksvorstehern wählt, und, ehe höhern Orts die Be-
statigung versagt ward, auch zu Schiedsrichtern in großer Anzahl
erwählte, war auch beim Empfange I. I. M. M. eine Unter-
scheidung zwischen christlichen und jüdischen Bürgern fern geblie-
ben. Nicht bloß fungirten die jüdischen Stadtverordneten und
Bezirksvorsteher in ihren amtlichen Decorationen gleich den christ-
lichen, und bildeten, christliche und jüdische Bürger vereint, nur
nach den Bezirken gesondert, das Spalier; nicht nur befanden
sich sämmtliche jüdische Handwerker (unter ihnen ein Tischler
mit 40 Gesellen) im Auszuge der Gewerke, und war eine nicht
geringe Zahl jüdischer Mädchen unter den zur Begrüßung I. I.
M. M. gewählten Jungfrauen, sondern es ward auch die hiesige
jüdische Gemeinde in ihrer doppelten Geltung als städtische Cor-
poration und als Neligionsgenossenschaft, vom Magistrate den
übrigen Eorporationen und Conftssionen völlig gleichgestellt, indem
sowohl das Ober-Vorstehercollegium als die beiden Rabbiner der
Gemeinde vfsiciell eingeladen wurden״ ״sich den städtischen Be-
chörden zum Emfange I. I. M. M.׳^anzuschließen," und die
beiden Rabbiner im Auge unmittelbar auf die christliche Geistlich-
keit folgten. Und wie der Magistrat und die Bürgerschaft Bres-