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Im deutschen Reich.
der schriftlichen Zusicherung des Herausgebers der Fall sein,
dann würde sich der Verein berechtigt erachten, die Verbindung
mit Herrn Laudier^ ohne weiteres sofort abzubrechen. Damit
hat sich Herr Laudien in einem vom 2. November 1996 datierten
Schreiben uii den Vorstand des Vereins der Fachpresse völlig
einverstanden erklärt.
R. St., Berlin. Die judenfeindlichen Sätze in dem von
Adolf von Tiedemann verfaßten Buche „Mit Lord
Kitchener gegen den Mahdi" find nicht Ihnen allein
aufgefallen. Der Rezensent der „Berliner Morperrpost"
berichtete darüber s. Zt.: „Der Ton, in dem der Verfasser zu
schreiben beliebt, wird vielleicht nicht jedermann behagen. So heißt
es auf Seite 20: „Die Zahl de? Kajütpassagiere hat sich um einige
vermehrt, darunter ein junger Handelsbeflissener jener altehrwür-
digen Rasse, deren Stammesmerkmale mit kühn geschwungenem
GesichLserker und abstehenden Ohren beginnen und mit krummen
Beinen und Plattfüßen enden. Der neue Ankömmling trug
diese Abzeichen und noch einige andere in so typischer Weise zur
Schau, daß ich den Kapitän fragte, warum er schon jetzt den
Lotsen für das Rote Meer übergenommen habe. Die schnöde
Bemerkung erregte in hohem Grade das Entzücken des jovialen
Seemannes; ich stehe hoch in feiner Gunst." — Man wird zu-
geben, daß ein preußischer Generalstabsoffizier sich
unmöglich mit mehr Takt und Geschmack ausdrücken
kann. In den englischen und französischen Werken über die
Wiedereroberung des Sudans habe ich eine so geistreiche Be¬
merkung me gefunden." — Daß der Verfasser des besprochenen
Buches, der früher Major im Großen Generalstab war, seine
Bemerkung selbst als eine „schnöde" bezeichnet, hätte ihn abhalten
müssen, damit sein Buch zu verunzieren. Wir hoffen, daß er
sich durch eine solche Bemerkung nur die Gunst eines etwas
angeheiterten Seemannes erworben hat.
M. G., Berlin, lieber den Rechtsstreit zwischen der alten
Firma Chr. Adolf Kupserberg LCo. in Mainz und der jüngeren,
11 Jahre alten Firma G. Kupserberg & Co. in Berlin
und Hochheim a. M. haben wir kein Urteil, noch weniger über
den Unterschied der Marken „Kupferberg-Gold" u. a. m dieser Sekt-
Kellereien. Daß aber die ältere Firma nicht durch die Güte
und Preiswürdigkeit ihrer Erzeugnisse, sondern durch Straf¬
anträge und dergl. sich der Konkurrenz zu erwehren sucht und