Briefkasten.
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besonders markiert. Herr Trebst glänzt wiederum in unserer
Liste der Apotheker, die jüdische Angestellte boykottieren.
Hoffentlich sind die in seiner Nähe wohnenden Frank¬
furter Juden charaktervoll genug, Herrn Trebst fühlen zu
lassen, daß sie den Ausschluß jüdischer Angestellten auch
als eine Beleidigung seiner'jüdischen Kunden betrachten.
*
G. p., Stuttgart Der Verein württembergischer Vieh¬
händler in Cannstatt hat in schlagfertiger Weise Abwehr
geübt, als das ultramontane Stuttgarter „Deutsche Volks¬
blatt" die Behauptung aufgestellt hatte, der jüdische
V i e h h ä n d l e r r i n g habe nachgewiesenermaßen
das Fleisch verteuert. Er erließ im „Beobachter" die
Erklärung: „Jnsolange das „Deutsche Volksblatt" nicht in
der Lage ist, uns zu sagen, in w e l ch e m Staate im Deutschen
Reiche ein solcher Ring von jüdischen V i e h -
h ä n d l e r n besteht, der sich die Fleischverteuerung zur
Aufgabe stellt, erklären wir die obengenannte Behauptung
als eine böswillige und verleumderische Unter¬
stellung." Darauf hat das „Volksblatt" ebensowenig
reagiert als auf die öffentliche Anfrage: „Um wieviel liefert
die unter Leitung des katholischen Pfarrers Keilbach stehende
„Oberschwäbische Biehverwertungs-Zentrale" das Fleisch wohl¬
feiler, als die jüdischen Viehhändler?"
— Wiederholt haben uns Firmen, deren Gesuche nach
ch r i ft l i ch e rn P e r s o n a l wir gerügt haben, auf Grund
unserer Anfragen mitgeteilt, daß sie in ihren: Geschäftsbetriebe
auch Juden anstellen. Trotzdem sind die von ihnen in dieser
Form aufgegebenen Inserate durchaus geeignet, Mißtrauen
und den Verdacht antisemitischer Gesinnung zu erwecken. Wir
bitten deshalb unsere Mitglieder, uns auf derartige Inserate
stets aufmerksam machen zu wollen oder, falls sie mit den
Inserenten in Geschäftsverbindung stehen, die betreffenden
Firmen zunächst selbst auf das Unpassende dieses Vorgehens
hin zu weisen.