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Im deutschen Reich.
Wcherfchau.
K. L. - Blätter. M o n a t s s ch r i f t b e i: t m K a r £ ell-
f o rt ö e tt t vereinigten Korpor a L i o n e n.
Seit einigen Monaten ist ein langgehegter Wunsch der
„K. C.er^ in Erfüllung gegangen: sie haben ihr eigenes
Vereinsorgan, das als ein neues geistiges Band die den
einzelnen Verbindungen angehörenden aktiven Mitglieder
und alten Herren noch fester aneinanderfügen und will¬
kommene Gelegenheit zum Meinungsaustausch, sowie zur
Verbreitung der Grundsätze des K. C. geben wird. Welch
frischer, selbstbewußter, tatkräftiger Geist durch die Reihen
dieser Vereinigung weht, erhellt fast aus jedem Beitrag der
bisher erschienenen Hefte, deren Inhalt für jeden von den
Ideen des Central-BereinS Durchdrungenen etwas sehr Er¬
freuliches hat. Wenn sich solch ein Nachwuchs heranbildet,
dann braucht uns Aelteren um den Ausgang des Kampfes,
den nur führen, nicht bange zu sein. Aus den Reihen des
K. C. kam einst der erste Anstoß zur Gegenwehr gegen die
Angriffe auf unsere Gleichberechtigung. Hunderte von jungen
Akademikern sind seit jenen Tagen durch die Schule des
K. C. gegangen, an deren Eingangspforte die Sätze stehen:
„Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutsch-
nationaler Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf
gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft
und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden,
die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch
Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen
Vaterlande unlöslich verbundenen Bolksteil bilden, jederzeit
bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaft¬
liche Gleichberechtigung der Juden einzutreten." So ver¬
folgen die Verbindungen im K. C. auf akademischem Boden
und in studentischer Form die gleichen Ziele, wie der
Central-Verein im bürgerlichen Leben. Die Tendenz seines
neugeschafsenen Vereinsorgans wird deshalb naturgemäß
auch auf vollste Sympathie bei beit Lesern dieser Zeitschrift
rechnen dürfen. Wünschenswert wäre es, wenn man Ge¬
legenheit nähme, den Inhalt hier und da auch nichtjüdischen
Kreisen, insbesondere akademischen Behörden und Professoren,