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Im deutschen Reich
BrisfZMen .
An mrsM Mitglieder ! Es wird gebeten , Zuschriften in Angelegen¬
heiten des Centralvereins nicht an eine bestimmte Person ,
sondern stets nur an den „ Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen
Glaubens " zu richten . Andernfalls besteht Gefahr , da ! ß die Zusendungen
infolge Abwesenheit des in der Aufschrift Bezeichneten von der Zentral¬
stelle bis zur Zustellung an ihn — also mitunter wochenlang — uneröffnet
liegen bleiben oder auch durch Wechsel in der Person des Dezernenten
eine unnötige Verzögerung der Erledigung erleiden . Auch bitten wir ,
jede Wohnungsänderung dem Bureau , Berlin SW , Lindenstr . 13 , mitzu -
teilen .
Verschiedenen Einsendern . Wir haben bereits im vorigen Heft an
dieser Stelle die Aufforderung an die Juden , den Einwohnerwehren
bei zu treten , unterstützt . Wir wiederholen die Aufforderung und
bitten unsere Mitglieder , in ihren Kreisen dahin zu wirken , daß möglichst
viele Glaubensgenossen den Einwohnerwehren öeitreten .
B . H . in Meiningen . Wir werden Ihre Einsendung in der nächsten
Nummer verwerten .
I . V . in Berlin . Es ist in der Tat aufsallend , daß die „ Frei *
deutsche Jugenb " , Monatsschrift für das junge Deutschland , in
Heft 2 unter der Sammelrubrik „ Aus der Bewegung " sich antisemitisch ge¬
bärdet , vom Gezänk der Juden und Geldmenschen spricht , vom „ Verfall ,
von den Juden noch gehegt und gepflegt " , ferner behauptet , „ die Juden
suchen den Vorteil durch die Schwächen der anderen " — und in derselben
Rubrik eine als Flugschrift erschienene Ansprache Martin Bubers „ Zion
und die Jugend " abdruckt und an anderer Stelle diese Flugschrift empfiehlt .
Dr . St in Mannheim . Besten Dan ? für die Auskunft , die wir der
weiteren Kenntnisgabe für wert halten . In einer reichlich unbekannten
Zeitschrift „ Der Revolutionär " , die in Mannheim erscheint , finde :
sich ein sehr angreifbarer Aufsatz von Hans Berl : „ Der Jude als Re¬
volutionär " . Da diese kommunistische Zeitschrift vermutlich wieder den
Juden angehängt werden wird , stellen wir fest , daß ihr Herausgeber der
Mannheimer Kaufmann Moritz Lederer ist , der 1916 aus dem Ju¬
dentum ausgetreten und seit Januar d . I . Führer der Mannheimer
Spartakisten ist .
A . S . , Berlin . Eine übersichtliche Tabelle über die deutschen Post -
u - nd Telegramm gebühren können Sie von Oberpostsekretär B a g i n s k y
in Schleswig erhalten .
Schluß der Redaktion 13 . September 1919 .
Verantwortlich für Redaktion und Verlag : Jakob Schere ? ,
Berlin - Steglitz .
Alleinige Anzeigenannahme : „ Kaufmännisch - literarische VerlagsgefeU - -
schaft nt . b . H . , Berlin NW . 23 . " Verantwortlich für die Anzeigen : Georg Israel ,
Ler ! inNW . L3,Lessin8str . 40 . Rotationsdruck : MöllerLVorel G . M . L . H . , BerlinVW . 63 .