L2
Im deru-schen Reich
Auslande gute und intime sind —, daß das chauvinistische Aus¬
land — und es ist leibet recht chauvinistisch — nur auf eine
inhumanekurzsichtigeHandlungDeuLsÄlands wartet, um den deutschen
Auswandernden die eigenen Grenzen bleibend zu sperren und um alle
deutsche, kaum erneuerte Verbindungen zum Ausland mit einigem
Anstand wieder zu zerreißen. Diesen Elementent'äme nichts gelegener,
als daß Deutschland mit einer solchen engherzigen Politik der
Fremdenaustreibung voranginge; das wäre der Präcedenzfall, den
inan gebrauchen könnte, um zu verhindern, daß deutsche Betrieb-
jamleit sich überall in der Welt nochmals betätigen kann.
Eine Kritik kann fruchtbar sein, wenn sie die Fehler der Gegen¬
seite aufdeckt; aber auch eine Kritik, die fruchtbar nicht erscheint,
ist nützlich, wenn sie dazu verwertet werden kann, die eigenen
sachlichen Motive des CenLralvereins erneut in das rechte Licht zu
setzen. Es scheint mir, daß Herr Dr. N. diesen letzteren Dienst
wenigstens der Oeffentlichkeit erwiesen hat. ]> r> P, N athan.
Verartftaltrmgerr.
Mite Januar findet in Berlin der
% Reönerausbtt-rmgskurs öes < 5 snLea!vsrertts
statt. Er hat den Zweck, jeden, der Gelegenheit hat,
Judengegnern in Versammlungen, Verkehrs Mitteln,
auf der Straße entgegenzutreten, mit unserem um¬
fassenden Material vertraut zu machen, die Vorwürfe
unserer Gegner und die Widerlegungen dazu durchzusprechen, die
geeignete Art rednerischen Auftretens in öffentlichen Versamm¬
lungen sestzustellen, kurz, jeden Teilnehmer zu einem eindrucks¬
vollen rednerischen Verfechter in der Oeffentlichkeit heranzubilden.
Im Anschluß an den Kursus, der an verschiedenen
Wochentagsabenden stattfindet, werden Diskussionsabende
der Teilnehmer abgehalten und öffentliche Versammlungen
gemeinschaftlich besucht. Als Lehrer find in Aussicht genommen:
Dr. Ludwig Holländer, Syndikus des Centralvereins
deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Rabbiner
Dr. A. Liebermann» Dr. Alfred Wiener, stellver¬
tretender Syndikus des Centralvereins, und andere.
Jeder Mann und jede Frau, insbesondere aber die Jugend,
sind zur Teilnahme, die kostenlos ist, eingeladen,
Umgehende Meldungen mittels Postkarte an den
Verbanü Groß-Herliner Ortsgruppen öes Lerrtra!-
oereirrs öeutjcher Staatsbürger jüSifthen Glaubens
. Serlin SW 63, Linöenstraße 13, m
erbeten.