Faktor für die Erweiterung der von der Regierung erfüllten gesell- 209
schaftlichen Dienste ist.
4. Der Unterschied zwischen den Gehältern der englischen und der
palästinensischen Beamten ist ungewöhnlich groß. Die besonders hohen
Gehälter der Engländer belasten die Regierungskasse stark und bilden,
in Anbetracht der beschränkten Mittel der Regierung, einen Hemmschuh
in der Aufwärtsbewegung der Gehaltsstufen der einheimischen Beamten.
Die Frage der Regierungsbeamten kommt eine besonders zionistisch¬
kolonisatorische Bedeutung zu, und die Eroberung der Arbeit in der
staatlichen Wirtschaft für den jüdischen Beamten ist keine nebensäch¬
liche Angelegenheit.
Diese Arbeit ist nicht leicht, doch auch der Kampf um das Eindrin¬
gen des jüdischen Arbeiters in die Regierungsarbeiten erfordert große
Anstrengungen von seiten der Histadruth, der Körperschaften des
Jischuw und der zionistischen Exekutive, und er wird trotz der geringen
Fortschritte nicht aufgegeben. Es ist sicher, daß der Kampf um die Be¬
amtenschaft ein besonders schwerer ist, auch die Wege hierfür sind noch
nicht geebnet, aber wir sind verpflichtet, auf diesem Gebiete zu arbeiten.
Die Instanzen der zionistischen Exekutive, die Knesseth Israel und die
Histadruth, sind verpflichtet, eine entsprechende Tätigkeit zu entfalten,
denn diese Angelegenheit ist nicht nur wichtig für den arbeitsuchenden
jüdischen Beamten, sondern auch für den Jischuw und die zionistische
Bewegung.
Die Frage der Wasserversorgung.
Von G. S. Blake, Regierungsgeologe, Jerusalem.
In seiner von uns angezeigten Schrift: „Geology and Water
Resources of Palestine" gibt der Verfasser am Schluß folgendes
Resümee über die Bewässerungsmöglichkeiten nach seinen Unter«
suchungen:
In der Küstenebene haben Bohrungen gezeigt, daß Wasser in geringer Tiefe in
-einer Entfernung von 5 bis 10 km von der Küste erreichbar ist. Wo die Tiefe der
Brunnen so groß ist, daß sie den Muschelkalk oder kalkigen Sandstein „Kerkur"
erreicht, ist die erzielbare Wassermenge bloß von der Größe des Umfanges der Pumpe
abhängig und gewöhnlich werden 40 bis 80 cm 3 in der Stunde geschöpft.
In gewissen Gegenden, wie Ber Jacob, Bir Salem usw., reicht der feine Sand zu
einer beträchtlichen Tiefe unter Meeresniveau, was die Kosten für die Beschaffung
reichlicher Wassermengen erhöht.
Das Gebiet zwischen Benjaminah bis etwas südlich von Jaffa scheint die besten
Ergebnisse zu liefern. Das mag zum Teil dem Umstand zu verdanken sein, daß der
Sand von vielen Quellen durchzogen wird, wie Schumun und And ja, während es im
Distrikt Gaza keine großen Quellen gibt und die Regenmenge eine geringe ist. Trotz-