gewicht wieder herzustellen und somit nicht nur dem Herabgleiten des Le¬
bensniveaus der Arbeiterschaft, sondern auch einer schweren Schädigung der
Arbeitersiedlungen vorzubeugen, deren Absatz nun auf neue, ganz uner¬
wartete Schwierigkeiten gestoßen ist.
Als ein weiteres komplizierendes Moment sei die schwere finanzielle Lage
der Jewish Ageney und die durch den Kongreß beschlossenen Budgetreduk¬
tionen erwähnt, die nunmehr (zum Teil über die durch Kongreßbeschluß
bestimmten Grenzen hinaus) unerbittlich durchgeführt werden und den Exi¬
stenzkampf des jüdischen Arbeiters schwer behindern. So ist unter den gegen¬
wärtigen Bedingungen an die Subsidierung der Lahnarbeiterschaft in den Ko-
lqnien, die übrigens bereits in den letzten Jahlren auf ein Minimum gesunken
war, wohl kaum zu denken. Das Arbeiterziehuaigswerk, das durch die Re¬
duktion viel empfindlicher als das sonstige Erziehungsbudget betroffen wor¬
den ist, befindet sich hart am Rande des Abgrundes, eine Reihe von Arbeits¬
zweigen,, die insbesondere für die Koloniearbeiter eine Erleichterung in seinem
traurigen Dasein bedeuten, wird aufgegeben werden müssen. Noch fataler
dürfte sich indes die Budgetverkürzung der Kupat Cholim auswirken, die be¬
reits jetzt außerstande ist, ihren Verpflichtungen nachzukommen und an ein¬
schneidende Aenderungen denken muß. Der Pläne in dieser Beziehung gibtl
es viele. Sie werden jetzt sowohl in der Arbeiterpresse, wie auch auf ver¬
schiedensten Zusammenkünften erörtert. Das eine bleibt immerhin klar, daß
dieser große Gesundheitssehutzapparat der Arbeiterschaft, der ihr bisher
geradezu unschätzbare Dienste geleistet hat, in der Zujkunjft von geringerer
Bedeutung werden wird. So sind auch von dieser Seite neue Gefahren zu ge¬
wärtigen, unter denen besonders die jüngere Arbeiterschaft viel zu leiden
haben wird. Es ist nur zu hoffen, daß die Campagne für das jüdische Ar¬
beiterwerk in Palästina, die gerade im gegenwärtigen Augenblick in Amerika
von neuem proklamiert wurde und auch in anderen Ländern weitergeführt
wird, das ihrige dazu beitragen wird, um den neuen und schweren Komplika¬
tionen im Lande vorzubeugen und den Existenzkampf des jüdischen Arbeiters
zu erleichtern.
Nachrichten und Daten am {oJ l B£Ä W i
POLITIK.
Amtsantritt des neuen Oberkopnmissärs. Die „I. T. A." meldet hierüber
unter 22. November: Bei Anwesenheit von etwa 300 Personen, den Leitern der
einzelnen Verwaltungsdepartements der Regierung und den Repräsentanten
der religiösen und zivilen Körperschaften des Landes, wx^rde der neue High
Commisioner für Palästina, General Sir Arthur Grenfell Wauchope, am 19. No¬
vember vormittags, im Regieruntgshause, vor Antritt seines Amtes vereidigt.
Nach der Vereidigungszeremonie hielt der neue High Commissioner eine An¬
sprache, in der er ausführte: Kein Kampf kann so interessant sein, wie der
Kampf zwischen der Wüste und dem Kulturland. Ich kam hierher aufge-