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brunnen ihre Wasserstrahl en in die Luft sandten,
so daß das Sonnenlicht sich in den vielen tausend
Tropfen brach und in den verschiedensten Farben
spielte. Fleißige Bienen summten einher und farben¬
prächtige Schmetterlinge flatterten von Blume zu
Blume. Der Scheich betracht te diese Herrlichkeit
mit neidischen Blicken. Warum besaß gerade der
Jude diesen wunderschönen Landsitz? Der Jude,
der ihn soeben belogen hatte! Aber er sollte büßen
für seine Lüge!
„Nun, Jussuf," begann er, „bist Du glücklich?"
„Ich bin zufrieden mit meinem Loose, hoher
Herr, und wenn die Zufriedenheit glücklich macht,
so mag man mich glücklich nennen."
„Und wem verdankst Du dieses Glück?"
„Dieses Glück verdanke ich mir selbst."
„Aus welchem Wege bist Du zu diesem Glück
gelangt?"
„Der Talisman, welchen mir meine Religion
gibt, führte mich auf diesen Weg." (Schluß f.)
Baron Edmund v. Rothschild in Paris. H&g «
Baron Edmund v.
Rothschild ist eine
nicht nur in der Finanz-
weit, sondern auch in
jüdischen Kreisen bekannte
Persönlichkeit. Seine hohe
Stellung hindert ihn nicht
jüdischen Angelegen¬
heiten großes Interesse
entgegenzubringen.
Seine edle und freigebige
Wohlthätigkeit hat die
Aufmerksamkeit der ge-
s a m m 1 e n Judenheit
auf ihn gelenkt. Für
unsere armen und ver¬
folgten russischen Glau¬
bensgenossenhat er Gro߬
artiges geleistet und zu
deren Nutzen epochema¬
chende Werke ins Leben
gerufen. Während Baron
von Hirs ch Millionen
für die Juden Ga¬
liziens und die nach
Amerika ausgewanderten
russischeu Juden gespen¬
det, hat Baron Edmund
von Rothschild aufdie Co-
lonisation Palästinas sein
Augenmerk gerichtet, wo-
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selbst er mitgroßenSum-
men mehrere Colonien
theils unterstützt, theils
gegründet und auf ei¬
gene Kosten unterhält.
Sein warmes Herz für
das Land der Väter und
das Wohl der russischen
Colonisten bewog ihn
vor einigen Jahren in
Begleitung seiner edlen
Gattin, einer Tochter
des Baron Wilhelm
von Rothschild in
Frankfurt a. M., eine
Reise nach Palästina
zu unternehmen, um
nach persönlicher Ein¬
sicht unterstützend und
verbessernd überall da
einzutreten, wo Hilfe
nöthig war. Dank seiner
Initiative und Wirk¬
samkeit sind die Co¬
lonien im h. Lande zu
einer solchen Blüthe
gelangt, daß mehrere
derselben auf eigenen
Füßen stehen und fer¬
nerer Unterstützung ent-
rathen können.
M Ä k h f e l.
(Hebräisch).
Komm' der Mehrzahl nicht zu nah',
Sine Wunde war' leicht da.
Aring' die Alehrzahl unter Einzahl,
Zünde dann ein Feuer an,
And bereitet wird ein Atahl,
Last in Einzahl was gethan.
Frankfurt«. M. A. Speyer.
Nachträglich eingegangene xösungen des Mthstts in Nr. 44.
J.Sternberg in Nassau. I. Löwy in Sarbogard. Nachum Menczer
in Mikulincze (Gal.). A. N. Kranzdorf in Göteborg (Schweden).
Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit" u. „Jeschurun", Schottstraße Nr.2, Mainz.
Druck und Verlag der Joh. Wirt h'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz.