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haltene Rede deutlich genug bewiesen, wie gewandt
und geläufig schon denen unsere Schriftsprache ge¬
worden ist, die vielleicht erst seit zwei Jahren den
geordneten Unterricht des Herrn Dr. Caro »*a ge¬
il ieücn. Der Hauptzweck der Anstalt bleibt aber
immerhin: 77 i-rn i"2b, das intensive Studium der heiligen
Gotteslehre. Die Hörer mit dem rechten -pn, der
echten ,Lernweise" vertraut zu machen, sie die ganze un¬
ermeßliche Tiefe der Weisheit unserer doticxi D’xan
ahnen und begreifen zu lassen, sie in den Stand zu
setzen, selbstständig x.ib'vb xn^o nonc zu sein, dafür
opfert der rctrn bot, unser wegen seines eminenten
talmudischen Wissens und Scharfsinns ja rühmlichst
allüberall bekannte Herr Rabbiner Dr. Breuer v, a
sein Bestes, was er geben kann: seine ganze Zeit.
So hatte er denn x^obh »rroa die tot, im Verein
mit seinem Lieblingskinde, der nr^', abgesehen von
40 m^ru TtiaiD, von den ersten drei 2piB aus pbin
und vom int'n pic, die im verflossenen Jahre ge¬
lernt wurden, NL'2 rocü zu sein, den Traktat
Bezah zu beschließen.
Wohl 100 Festtheilnehmer hatten sich im Hör¬
saale der Religionsgesellschaft zur Feier dieses bpd
eingefunden. Zunächst wurde vom Herrn Rabbiner
r, a die xtibdo beschlossen und in geistvoller Weise der
Schluß mit dem Anfang von nai'2 combiniert. Dann
nahm man an der festlich geschmückten Tafel Platz.
Im Namen des hbot Komitees begrüßte Herr
Jakob Emanuel die so zahlreich erschienenen
Gäste, und forderte sie auf, mit ganzem Herzen sich
den „roosig" vor- und „riesig"*) zubereiteten culina-
rischen Genüssen hinzugeben. Dann folgte, ich mvchte
sagen, die eigentliche Festrede, die der N 2 'B "77 bot
an die Festcorona richtete, unter Zugrundelegung
jener Midraschstelle aus n^np • rintro bot o^bit X2i
.r,rr bv ™i> tttvb pB»w fxac pnar rx vay brb.
In der ihm eignen glänzenden Rhetorik, in
seiner kernigen, markigen Sprache und hinreißenden
Redegewandtheit entwickelte der ’2i die Aufgaben
jener beiden, im Judenthum allzeit innerlich anein¬
ander geketteten, in pVci und *t 3 bot vertretenen, welt-
crhaltenden Factoren. Nur durch einmüthiges Zu¬
sammenwirken beider, des Lehr- und des Nährstandes
kann das rrm bv ms: erzielt werden; sowie i v m
rar ’sw pix an der gesetzbergenden Bundeslade alle
gleichmäßig sich berheiligen sollten, so ist für alle
Zeiten nicht nur dem paip und 7711772 nvib die 71212
gesichert, sondern auch 712 2 'p' 7 N 2 b x' 7 i 2 "n pp und
77 X 777 N 1777 N '121 71 X 2' p ’ IPX *jH2 dem, der in Sebu-
luns Geist 12B»B>' stützt, hebt und fördert. Damit
ist auch der zwischen zwei Stellen aus rcv und prnp
obwaltende Widerspruch gelöst: während es nämlich
an der einen heißt, daß die erste Frage, die einst
*) Das Wortspiel bezieht sich auf die Herren Di Roos,
Vorstand der Religionsgesellschaft, und Ries, den Restau¬
rateur. Red. d. Jsr. i
pn 2v2 an den mir gerichtet wird, rm£ ow 7 iy 2 p
ist, wird an der anderen nai2X2 jinji nxpa als solche
bezeichnet. Aber beide Fragen decken sich vollkom¬
men: wie ibbot seinem Berufe der ausschließlichen
Beschäftigung mit der niw nur durch ernstes, treues,
tnühevolles 712^71 bp suvi XB>2 Genüge leistet, so darf
pbi 27 sich nur dann des n^vx2 'ririai 'rixpa rühmen,
wenn er den Thorajüngern hilfreich zur Seite ge¬
standen. — Auch er habe heute die n' 27 , ein bv 7712a
77 i‘n ju feiern, ein Fest, das wohl emsigem, mühe¬
vollem Lernen, aber ebensosehr opferfreudiger, hin¬
gebungsvoller Mitwirkung der Gemeinde zu danken
ist. Darum "7^771x2 i2boti "jnxaß pbi 27 noB>; er weiht
sein Glas der ganzen nbnp. Als ältester n'vbri
toastete sodann der pn der Religionsgesellschaft, Herr
Gerson Posen n, auf den *2 '21, auf ihn den
Midrasch anwendend: :a'iijn ipB” xm 1X2N pa '2
777 : 1X277 ’B bv n^na s2X777 ; 772b77N nx pp21P 7'N DVüV
. 121 2^2271 'l'llbri 'ha : 2'11p77 bz 772B> 7B2X77 ; pl 71'22B> xbv72
Er wies darauf hin, wie Frankfurt von jeher
begnadet war, Männer an seiner Spitze zu haben,
um die sich in Ehrerbietung die ganze Judenheit
Deutschlands schaarte und wie glücklich wir uns
schätzen dürften, daß dieses Verhältniß jetzt wie ehe¬
dem das gleiche sei. Herr Ringwald pries in
edler, getragener Sprache die Verdienste der Religions-
gesellschast um die Erhaltung des traditionellen Juden¬
thums innerhalb und außerhalb der Grenzen unseres
Vaterlandes; ihr weihe er sein Glas. Herr Dr.
C a r l e b a ch toastete auf Herrn pn Posen ''a, der
den rv Unterricht an der n2'B>' giebt. Nicht nur für
diesen seien ihm seine ihn verehrenden Schüler dank¬
bar, sondern auch für all die Freundschaft, die er
jedem einzelnen beweise. Wie es von bbn heißt:
27727 -sbl771 ^772 77'77 VToSlC 1BB7 7,"7IB> 71pP2B>, daß mit
dem Gedankenaustausch, mit dem Lehrgeschäft auf
dem Katheder seine Beziehungen zu seinen Schülern
nicht aufgehoben waren, so erblicke auch der pn da¬
rin Die Devise seines Lehramts, seine Schüler zu
„fördern und mit ihnen zu gehen." Herr Abrü¬
ll a ms ohn dankte in seinem und seiner Collegen
Namen Herrn Dr. Caro '"a für den vortrefflichen
Unterricht. Meisterhaft war des Letzteren Erwiderung,
in ruhiger, sachlicher Form gehalten. Die Hindernisse
hätten ibm bei Uebernahme des Unterrichts schier
unüberwindlich erschienen, und er habe es nie für
möglich gehalten. Ersprießliches leisten zu können.
Aber der Ernst, mit dem der Leiter der Anstalt seinen
Bemühungen, und der oft beispiellose Fleiß, mit dem
ihm Die Schüler entgegengekommen seien, hätten ihm
doch schon manche Frucht seiner mühsam gestreuten
Saat reifen helfen; er trank das Wohl der 772 OT.
Mit tiefempfundenen Worten sprach Herr Dan-
z i g dem 772 'B"-Komitee für alle den Zöglingen der
772 OT erwiesenen Woblthaten seinen Dank aus, wäh-
l rend Herr Raphael Breuer in bald heiterer, bald