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das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann in Mains
Frankfurt a* M.
10. Februar 1938
9. Adar I 5698
Nummer 6
Die Staatenkonferenz in der
Genf, 7. Febr.
Die inter - gouvermentale Konferenz zum
Zwecke der Annahme einer Konvention in der
Flüchtlingsfrage wurde heute in Anwesenheit
von Delegierten und Sachverständigen aus 14
Ländern — England, Frankreich, Vereinigte
Staaten von Nordamerika, Dänemark, Belgien.
Norwegen, Holland, Polen, Spanien, Portugal,
Tschechoslovakei, Schweden, Schweiz und Kuba
— eröffnet.
Vertreter des Liaison-Committee des High
Gommissioner waren anwesend und vertraten
die Anträge der in dem Komitee zusammenge¬
faßten Hilfsorganisationen zu dem Entwürfe der
Konvention.
Die Sitzung wurde-vom High Commissioner,
Sir Neill Malcolm, eröffnet. Der Vertreter Hol¬
lands!'M. J. Loudon, wurde zum Präsiden¬
ten, der belgische Repräsentant, M. Louis d e
B r q ü c k e r s , zum Vizepräsidenten gewählt.
Der belgische Vertreter schlug eine Reso¬
lution vor, in der der Begriff des „Flüchtlings"
ziemlich eng definiert wird, so daß nur ein sehr
kleiner Kreis der tatsächlich Betroffenen auf
eine Legitimation und die damit verknüpften
Rechte Ansprüch erheben könnte.
Der französische Vertreter schlug dagegen
engsten Anschluß an die Konvention vom 14.
Juli 1936 und die Nansen-Konvention von 1933
vor.
Namens des Liaisori-Committees und seiner
25 Organisationen _. sprachen Prof. Bent wich
aus L o n d o n und M. S e r u f f- i aus Paris.
Beide verlangten die Einbeziehung der Staaten¬
losen in den Flüchtlingsschutz, das Recht auf
Arbeit in den Wohhländern, Schutz gegen De¬
ponierung und die Schaffung eines Appellhofes,
bestehend aus Regierungsvertretern, zur .Prü¬
fung von Beschwerden gegen administrative
Maßregeln.
Die Sitzung dauert fort.
Australische Ein^ähderüngs-,
erlaubnis für jüdische Jugendliche
aus Deutschland. s
. Melbourne, 7. Febr.
Die australische- Bundesregierung "gewährte
heute auf , das Gesüch der hiesigen Jüdischen
Wohlfahrtsorganisation 8 jüdischen jungen Leu¬
ten aus Deutschland im Alter von 16 bis 18 Jah¬
ren Einwanderungs erlaubnis zum Zwecke der
Ausbildung als landwirtschaft-
liche Arbeiter.
Ein ähnlicher Antrag wegen Zulassung jüdi¬
scher Mädchen aus Deutschland für häus¬
liche Arbeit wurde abgelehnt, bis der Beweis
erbracht wird, daß Arbeitsstellen für die Mäd¬
chen vorhanden seien.
Man glaubt hier, daß die sympathische Hal¬
tung der Bundesregierung in diesem Falle einen
Wendepunkt in der Einstellung der Bundesregie¬
rung zu der Frage der jüdischen Einwanderung
aus Deutschland überhaupt bedeutet.
Aus dem Inhalt:
Ein Aufruf der Agudas Jisroel-Weltorganisation
Seite 2
Aussprache im Englischen Unterhaus . Seite 2
Zur Frage der Einwanderung in Kanada
Seite 2
Das neue Fremdengesetz in Oesterreich
Seite 2
Wochenrundschau.........Seite 3
Der jüdische Staat, (Schluß.)
Von Dr. Ph. Biberfeld......Seite 4
Vom Revisionisten-Kongreß .....Seite 6
Londoner Brief ...........Seite 7
Erez Israel " ............Seite 3
Religiosität der Tat oder des Gefühles.
(Zum 60. Geburtstag Martin Bubers) Seite 10
Von B- Cohen.
Die heutige Zeit lenkt unsere Aufmerksam¬
keit auf die Frage, wie sich Araber und Juden
in früheren Jahrhunderten der Geschichte mit¬
einander vertragen haben.
Wir verzichten auf Anführung der ältesten
historischen Quellen in Thora und Propheten,
die allen Kundigen bekannt sind.
Eigenartig und scheinbar einzig daste¬
hend in; der jüdischen Geschichte ist das Ver¬
halten zwischen Juden und Arabern in den Jahr¬
hunderten zwischen der zweiten Tempelzerstö-
rurig und dem Auftreten des Islam, also von
70—622. Damals gab es für die Juden von v'K
und Syrien; von Aegypten und Kleinasien im¬
merfort traurige Anlässe, ihre von den Römern
unterjochte Heimat zü verlassen. Wer das Glück
hatte, nach. Babylonien zu gelangen, konnte dort
in einem, jüdischen Gemeinwesen mit starker
eigner, echt jüdischer Kultur und eignem
Staatshaupt JsrnbJ TP"H eine friedliche Bleibe
unter persischer Hoheit finden. Wer aber in
allen jenen Jahrhunderten den Weg in das nä¬
here Arabien nehmen mußte, der geriet in den
Bann des arabischen Lebensstiles. Und ebenso
wie im modernen Europa die Juden sich gleich
den nicht jüdischen Bewohnern der Länder in
Parteien' 'organisieren, ebenso organisierten- sich
die Juden Arabiens gleich den anderen Bewoh¬
nern des Landes zu dem, was man dort
Stämme nennt, kriegerischen Gemeinschaften,
die sich DfllTUai DiV^Xna in Burgen und Gehöf¬
ten verschanzten und sich gegebenenfalls kräf¬
tig zur Wehr setzen konnten.
Noch in viel späterer Zeit, als der abenteu¬
ernde Eldad der Danite durch Europa zog, um
1050, mag dessen Angabe, einem in arabischer
Gegend herumziehenden jüdischen Stamme D a n
anzugehören, auf Wahrheit beruht haben; auch
kriegerisch organisiert mag dieser Stamm ge¬
wesen sein; dennoch gibt es keinen bündigen
Beweis dafür, daß dieser jüdische Stamm Dan
wirklich zu den 10 Stämmen gehörte, die 722
v. d. übl. Ztr. durch die Assyrer in ferne Gegen¬
den verschleppt worden waren. Das Gleiche mag
von dem um 1530 nach Europa verschlagenen
angeblichen Stammeskönig David Reubeni gel¬
ten; auch er kann wirklich Herr eines in Arabien
zu Ansehen gekommenen jüdischen Stammes
gewesen sein, der den Namen pilO trug, des¬
halb aber noch lange nicht zu den b^ÜStf?! f1*ltiW
gehört haben muß.
Die Juden, die vor Entstehen der mohamme¬
danischen Religion in Arabien gewohnt hatten,
führten ihre Einwanderung auf die graueste bib¬
lische Vorzeit zurück, — auf David, der auf der
Flucht vor Absalom bis Arabien gekommen sein,
soll, —■ auf Salomos Expedition nach Ofir (So¬
mali), auf Flüchtlinge den ersten Zerstörung und.
auf solche der Barkochba-Zeit. Auch die Histo-
Fortsetzung siehe Seite 3«