BORIS SCHATZ .
Heimatssehnsucht .
BORIS SCHATZ UND DAS MUSEUM DES „ BEZALEL " .
In den Abbildungen der Geschenke jüdischer
Künstler an das Museum der Kunstgewcrbeschule
„ Bezalel " ( auf Seite 623 — 642 ) geben wir unseren
Lesern Gelegenheit , den Kunstgeist kennen zu lernen ,
der den . begeisterten Gründer und künftigen Leiter
dieses Instituts beseelt . Ks sind Darstellungen aus
dem jüdischen Leben , eine Spiegelung wehmütig
erzitternder Frömmigkeit , Charakterbilder im Zioniden -
Ton . Die Linien sind zerflossen , die plastische Be¬
grenzung ist gelöst durch dezentralisierte Empfindungen :
die leibliche Schönheit ist mürbe und haltlos , das
organische Gebilde wie ' verwittert von den Winden
der Strassen . Weichheit hat sich um alles gelegt ,
ruckweise dringt etwas von innen heraus und gibt der
Erscheinung ihre Mattigkeit . Eben haben sie vom
Weinen abgelassen , und ihr Glaubenstrost ist Sehnsucht .
Dringlich , mühselig abwartend spricht sie sich aus ,
es ist eine Extase der Wehmut ; der Trost ist nur ein
Halt , weil die Seele nicht weiter kann und ihn finden
muss in notwendiger Vorspiegelung ferner Seligkeit .