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JUEDISCHE RUNDSCHAU
Nr . 07 , 27 . VIII . 1929
Hebräische Sprache und Beth Am Iwri
Von Arthur Nathan .
Nach Gründung der Jewisli Agency entsteht , wie Grünbaum
auf dem Kongreß gesagt hat , ein leerer Raum in der Zionisti -
sehen Organisation , der mit nichts anderem als mit Kultur -
arbeit auszufüikn ist . Höchste Aufgabe der Zionistischen
Organisation bleibt nunmehr die Verwirklichung des Herzl -
Wortes : Rückkehr zum Judentum vor der Rückkehr ins Juden -
laml , d . h . die inneren Voraussetzungen für das Palästina - Werk
zu schaffen , um auf dem Wege der Umkehr von der Assimilation
in den jüdischen Massen den Wunsch und Willen zur Rückkehr
ins Judenland zu erwecken . Diese Aufgabe ist bisher in höchst
unvollkommener Weise gelöst worden .
In seinem Referat auf dem Kongreß hat R u p p i n auf die
Gefahren hingewiesen , die der Verwirklichung des Palästina -
Gedankens infolge der heutigen inneren Verfassung des Juden -
tums drohen :
I > ie Möglichkeit der Erfüllung des zionistischen Ge -
dankens wird heute im Ernst auch von Gegnern nicht mehr
geleugnet , nachdem die politischen Voraussetzungen dafür ge -
schaffen sind , und die hoffnungsvollen Anfänge in Erez - fsrael
den Beweis für diese Möglichkeit gebracht haben . Es ist ledig -
lieh an den Juden , das ihre zu tun , damit das Werk gelinge .
Aber in diesem für die Rückkehr der Juden nach Erez - Israel
günstigsten politischen Zeitpunkt , wo die Zahl der Juden um
ein Vielfaches größer ist , als sie vorher war , In diesem Augen -
blick zeigen sich Zeichen des inneren Verfalls , die das Ge -
lingen des Werkes in Frage stellen .
In seiner Erwiderung auf die Angriffe von Ussischkin auf
dem Kongreß hat Blumen feld es mit Entrüstung abgelehnt ,
daß ein Unterschied zwischen deutschen und anderen Zionisten
gemacht wird . Meiner Meinung nach mit Unrecht . Es heißt
sich selbst tauschen , wollte man leugnen , daß ein fundamentaler
Unterschied besteht zwischen deutschen Juden und Ostjuden .
Wer längere Zeit mit Ostjuden zusammen gelebt hat , der kennt
diese Unterschiede , der weiß insbesondere , daß wir deutschen
Juden als Fremde von unseren östlichen Brüdern empfunden
werden , mehr als sie von uns . Blumenfelds inhaltvolle Reden
werden von vielen Ostjuden nicht mitgefühlt . Sie hören den
deutschen Professor , dessen Gedanken - und Gefühlswelt
ihnen fremd ist . Wir deutschen Juden , auch wir Zionisten , sind
bereits stark assimiliert . Wir sind zwar volklich keine Deut -
sehen , aber doch deutsche Juden , von anderer geistiger
und gefühlsmäßiger Beschaffenheit als unsere ostjüdischen
Brüder .
Hierliegtderschwache Punkt unseres d e ut -
sehen Zionismus .
Warum stehen heute in der Bewegung noch die gleichen
Männer wie vor 20 — 25 Jahren ? Wo ist der Nachwuchs , der
nach Abgang der jetzigen Generation die Führung in die Hand
nehmen soll ?
Wir sind in der Assimilation eine Generation
weiter gekommen , d . 31 . abgekommen von jüdischer
Geistes - und Kulturwelt und unjüdischer geworden .
Die Jugend gewinnen , das muß das höchste Ziel der Zio -
nistischen Organisation sein , wenn sie das Judentum erhalten
und für den Palästina - Gedanken gewinnen will . Wenn wir , wie
Grünbauin auf dem Kongreß sagte , den Galuth nur als Re -
servoir von Mitteln , Energie und Kräften für Erez - Israel be -
trachten , immer nur aus diesem Reservoir schöpfen und unsere
Kräfte im Galuth nicht stärken , so wird das Reservoir bald
leer sein , die Juden werden auch der Palästina - Sache sich ent -
fremden , und wir werden nach einigen Jahren auch für die
Fonds nichts erreichen können .
Wie gewinnen wir die Jugend ? Nur wenn wir die Kinder
in ihrem frühesten Alter wieder jüdisch machen , kann uns das
gelingen , und dazu gehört vor allem die Kenntnis der hebrä -
ischen Sprache , die die Grundlage für den Aufbau der hebrä -
ischen Kultur ist und das jüdische Volk im gesamten Galuth
vereinigt . Ohne Kenntnis der hebräischen Spra -
che ist der Zionismus unmöglich .
Wenn unsere Führer hebräisch sprächen , würde die jüdische
Gedankenwelt , die Welt der Bibel , des Talmud und die neue
hebräische Literatur in ihren Worten lebendig werden und ver -
wandte Saiten anschlagen in den Herzen aller Juden .
Warum besteht keine Verordnung , daß die Beamten der
Zionistischen Organisation innerhalb einer bestimmten Zeit die
hebräische Sprache erlernen müssen ? Warum ist die Sprache
des Kongresses noch immer nicht hebräisch ?
Nicht nur die Schriftsprache ist der Schlüssel zu unserer
gesamten Kulturwelt und zur Beschäftigung mit den geistigen
Schätzen des Judentums , sondern auch die Sprache des Alltags
hat die Gedanken und Kulturwerte der Nation In sich autgenom -
men , und so trägt auch die hebräische Umgangssprache rur
Wiederbelebung jüdischen Denkens und Empfindens bei .
Hier einzusetzen muß von nun ab die vornehmste Aufgabe
der Zionistischen Organisation sein .
Im Beth Am Iwri ist in Berlin eine Institution ge -
schaffen , die verhindern soll , was Jabotinsky auf dem Kongreß
1 befürchtet , daß die hebräisch Sprechenden unter uns einen
großen toten Besitz darstellen , den wir nicht verwerten . Die
! hebräisch Lesenden und Sprechenden zusammenzufassen , den
Willen zur Erlernung der Sprache in der Jugend zu heben ,
die Notwendigkeit des Erlernens der Sprache zu verkünden ,
eine hebräische Atmosphäre in Berlin zu schaffen , alle hebräisch
interessierten Kräfte zu erfassen , insbesondere in den Jugend -
vereinen für die Erlernung der Sprache Propaganda zu machen
und der Jugend die Möglichkeit zum Erlernen der Sprache zu
geben , das ist die Aufgabe des Beth Am .
Freilich steht das Betli Am noch am Anfang seiner Ent -
Wicklung , und es wird nur dann gedeihen , wenn alle Zionisten
sich der Bedeutung der hebräischen Arbeit bewußt werden . Bis
jetzt ist das ganz und gar nicht der Fall . Das Beth Am erscheint
als eine ostjüdische Angelegenheit , an der nur wenige deutsch ^
Zionisten teiltiehmen . Der deutsche Zionist meidet das Beth Am ,
weil dort eine ihm fremde Sprache gesprochen wird . Und doch
sind die leitenden geistigen Kräfte da . Unsere in Berlin leben -
den hebräischen Schriftsteller und Gelehrten stellen sich in den
Dienst der Sache . Mit kurzer Unterbrechung fanden Woche für
Woche hebräische Vorträge und Diskussionen statt , die aut
hohem Niveau standen . Der Besuch war außerordentlich rege ;
selbst an heißen Juli - Abenden in der Ferienzeit ist die Besucher -
zahl nie unter 50 hcruntergegangen . An der Purimfeier nahmen
fast 100 Personen gedrängt 111 engen Räumen teil . Dort
herrschte eine wahre hebräische Atmosphäre , die sich in witzigen
Tischreden , Versen , Parodien zur Megillah usw . äußerte .
Es muß immer und immer wieder verkündet werden : Wer
nicht Hebräisch mit Eifer lernt , um die Sprache wirklich zu
beherrschen , ist kein Zionist . Die Jugend muß beginnen ;
ein jeder von uns weiß , wie schwer es denen , die im Berufs -
leben stehen , fällt , das Studium der Sprache aufzunelimen .
Philosophistereien über das Judentum und Zionismus können
die Kenntnis der Sprache nicht ersetzen , die den Anschluß an
das Weltjudentum schafft und die der Schlüssel zur alten und
neuen jüdischen Kultur ist .
Die Sprache ist das Instrument der hebräischen Kultur , in
der alle unsere Geistes - und Gefühlswerte niedergelegt sind .
Sie im Berliner Judentum wieder lebendig zu machen , dazu ist
das Beth Am gegründet . Nur wenn die Zionisten von der Bc -
deutung , die diese Institution gewinnen kann , überzeugt sind ,
wird das Beth Am seine hohe Aufgabe erfüllen : Pionier der
hebräischen Sprache in Berlin zu sein .
Ich bin weder Journalist noch Gelehrter , sondern ein Mann
der praktischen Arbeit . Ich rufe auf zur Arbeit für unsere
Sprache , damit wir imstande sind , das Erbe anzutreten , das wir
von unseren Vätern übernommen haben .
Eingesandt
Inerlrenlicher Nachtrag zum Kongreß
Von Dr . Walter Katz , Kassel .
Ich glaube fast im Namen der zweitausend Kongreß -
besucher zu sprechen , wenn ich meine Stimme erhebe gegen
die Art und Weise , wie dieser Kongreß organisiert
oder vielmehr desorganisiert war . Wir haben schon viele
Kongresse mitgemacht , aber solches noch nicht erlebt , und
ich traf auf Dutzende von Gästen , Presseleuten und Dele -
gierten , die in der gleichen Stimmung waren wie ich ; der der
hellen Empörung .
Ueber die propagandistische Bedeutung des Kongresses
war soviel und so schön geschrieben worden ( z . B . Ernst
Simons Aufsatz in der ״Rundschau “ ) , aber die Leitung hatte
alles getan , um dem Kongreß diese Bedeutung zu nehmen .
Es machte fast den Eindruck der Besucherfeindlich -
k e i t . Schon daß man den Kongreß in die teuerste Stadt
des teuersten Landes verlegte : Rh hatte das Kongreßbüro
lange vorher gewarnt , aber man gab mir zur Antwort :
der Kongreßbesuch sei für die meisten doch ein Teil der
Ferienreise , und solchen Ferien - ( lies Vergnügungs - ) reisenden
könne man ruhig die Sondersteuer des Kongreßbesuches
zumuten . Eine ideale Anschauung von zionistischem Interesse !
Daß Hunderte aus allen Enden der Oolah diese einzige
Möglichkeit brennend ersehnen , einmal alle paar Jahre jtiai -
sches Leben zu spüren , zionistische Gemeinsamkeit zu er -
leben und die Worte der Führer zu vernehmen , dafür fehlt
das Verständnis . Ist überdies unsere Leitung , ist unsere
Beamtenschaft so fremd der Bewegung , daß sie auch nicht
gemerkt hat , wie die Bewegung in den letzten Jahren
gewachsen ist , wie stark das Interesse auch am Kongreß ge -
wachsen ist ? Unglaublich , wie vollkommen überrascht die
Leitung von dem Ansturm der Gäste war . Diese
Ahnungslosigkeit , diesen Mangel an Kontakt halte ich
für noch schlimmer als die falsche finanzielle Politik ,
die sich das Büro leistete : es wollte sparen , hatte ein
viel zu kleines Lokal gemietet , von dessen Sälen man dann
keinen Gebrauch machen konnte , man war gezwungen , Hals
über Kopf das teure Stadttheater hinzuzumieten und über
Nacht einzurichten .
Aber die Besucherfeindlichkeit setzte schon viel früher
ein : sie begann bei der Festsetzung der Preise der Permanenz -
karten , sie wurde verstärkt durch die Unkulanz der Schweiz ,
die nicht die geringsten Vergünstigungen für Kongreßteil -
nehmer gab ( im Gegensatz zu Oesterreich und der Tschecho -
Slowakei , in bezug auf Fahrpreise u . a . ) , sie gipfelte in der
Tätigkeit des Wohnungsamts des Kongreßbüros . Ab -
gesehen davon , daß man für dessen nutzbringende Tätigkeit
eine Sondergebühr zu entrichten hatte und einem zugemutet
wurde , die Miete für mehrere Tage wochenlang vorher zu
überweisen , machte es geradezu den Eindruck , als ob die
Arbeit des Büros verteuernd und preissteigernd gewirkt hätte .
Noch anderes lag im argen . Z . B . das viel zu enge
Kongreßpostamt . Oder die Behandlung der Presse . Bei der
Eröffnungssitzung am 28 . Juli hatte man sie zum Teil in
die letzte Reihe auf der Bühne gesteckt . Nicht das geringste
Wort war hier zu verstehen , dafür aber um so vernehmlicher
das Gequälte eines einjährigen Babys , das man mit seiner
Mutter I 1 ereinge ! assen hatte .
Ueberhaupt , diese Eröffnungssitzung . Bei ihr
machtp sich ganz besonders der Mangel an guter Vorbereitung
und Organisation geltend . Propagandistische Wirkung ? Ich
habe gerade Leute gesprochen , die zum ersten Male auf
einen Kongreß kamen , sie waren eher deprimiert . Warum
ließ man auch am Sonnabend , dem Vorabend des Kongresses ,
die Besucher umherirren , Tausende erwarteten ein großes
zionistisches Meeting , aber nichts dergleichen , auch Sonntag
ן abend nicht : es fehlte jede ordnende , führende Hand .
Und so sahen wir bei diesem Kongreß auch weniger
Jugend als sonst . Ich sage nicht : wenig , aber im Verhält -
nis zu der allgemein stärkeren Anteilnahme , die bei diesem
Kongreß in Erscheinung trat , war die Jugend , vor allem die
jugendbewegte , nicht genügend vertreten . Die gerürrien Miß -
stände trafen sie am meisten : daß es zu teuer ' war , daß
es ( außer Jugendquartieren in Zürich ) keine Erleichterungen
gab usw . Die Schweiz ist ein Land der Hotels und Kurorte ,
kein Land für ״Fahrt “ ,
Dies alles sind Dinge , die auf dem Kongreß nicht öffent -
lieh zur Sprache kamen , dafür um so mehr unterirdisch ,
Verbitterung ausdrückend und weitertragend . Sie müssen zur
Sprache gebracht werden . Denn hier sind Mängel der Leitung ,
Mängel unseres Beamtentums zutage getreten , die das Herz
vieler treuen Zionisten mit Besorgnis und Beunruhigung er -
füllen . Hier wird ein Mißtrauensvotum cingebraeht
von vielen tausend Zionisten . Die Frage wird uns keine Ruhe
lassen : wird in unserer Organisation ati vielen Stellen so ״ge -
arbeitet “ , mit solcher Ahnungslosigkeit , mit solchem Mangel
an Voraussicht ?
Von hier gelangen wir zu Problemen interner Art , die
der Zionistischen Organisation , auch und gerade nach Kon -
stituierung der Agency , noch genug Stoff und Arbeit für
sich und an sieh geben , Problemen , die leider bisher nur
unter der Oberfläche lebendig waren und dringend einer
freien , rücksichtslosen Lösung harren .
Druckfehlerberich tlgung . In der vorigen Nummer der ״Jüdi -
sehen Rundschau " hat sich in dom Referat von Dr . Wolfsberg
״Kulturarbeit im Galulh " ( Seite 437 , 1 . Spalte , 2 . Absatz ) ein
Druckfehler eingeschlichen . Es soll nicht heißen : Was die Agudah ,
sondern : Was die Agadah für die jüdische Dichtung bedeutet .
Vermischtes
B . Z * V . Donnerjtag , den 3g . August , abends 81 ' ; Uhr , Zio -
nistische Funktionärversammlung im Sitzungssaal der Z . V . f . D . ,
Meinekestr . 10 . Kongreßbericht , Referent : Dr . Kinowitz .
Die Berliner Mendelssohn - Feier wird durch Rundfunk über -
tragen . Dia Berliner Feier findet am 8 . September in der Sing -
akadernie statt . Es sprechen Reichsminister Sevcring und Oberbörger -
meister Dr . Böß . Die Feier soll durch Rundfunk verbreitet werden .
״Die Hitacbduth llanoar B ' Hungaria ( Zionistische Jugendorgani -
sation für Ungarn ) hält ihren diesjährigen Bundestag ( Jom Ilaliit -
achdut ) am 15 . und 16 . September in Budapest ab . Sämtliche
Gruppen der Hitachdulh haben ihre Beteiligung bereits zugesagt und
es ist zu erwarten , daß besonders die Provinz sich stark an den
Beratungen beteiligen wird . Auch zahlreiche ausländische Organi -
sationen , die mit der Hitacbduth in regem Kontakte stehen , so der
Kontinenlalbund Zionistischer Mädchenvereinigungcn , die Ilitachduth
Barissia und Awiwa aus Transylvanien usw . werden ihre Vertreter
zur Tagung entsenden , so daß diese — wie auch im Vorjahre —
voraussichtlich die bedeutendste zionistische Konferenz des Arhcils -
jahres sein wird , Auskünfte erteilt die N ’ ssiuth der Ilitachduth
llanoar B ' Hungaria , Budapest , VI . , Kiräly - ucca 36 . 1 . 13 . "
Zeitschrift ״Palästina “ . Zum XVI , Zionistenkongreß er -
schien Nr . 7/9 dieser von Adolf Boehm redigierten Zeitschrift
im Umfang von 130 Seiten mit reichhaltigem Inhalt . Der Direktor
des Züricher Psychotechnisclien Institutes , Prof . Dr . J . Suter ,
schreibt über Die Psychotechnik im Dienste der Auf -
bauarbeit . Nach einer Darlegung der Bedeutung einer psycho -
technischen Prüfung des erwandernden Menschengiaterials schlägt
er Einrichtungen dafür vor . Der Direktor der landwirtschaftlichen
Versuchsstation , Agr . J . Volcani ( Wilkansky ) , schreibt über
״Die Bedeutung der Milchwirtschaft “ . Er kommt zum
Ergebnis , daß im Futterbau für Milchwirtschaft der Schlüssel für
die Lösung der Frage , wie die verschiedenen Bodenarten am ratio -
nellsten bebaut werden können , gelegen ist . Agr . J . Siman gibt
eine vollständige Entwicklungsgeschichte über ״Dio Pflanzungs -
Wirtschaft Palästinas " und zeigt die , Wandlungen , welche
sie seit Anbeginn der Kolonisation bis zur Gegenwart durchgemacht
hat . Er gibt darüber ein erschöpfendes Material . Julius Berger
schreibt über ״M ittelstand s - Darlehenspoliti k " . Er gibt
ein Bild der mittelstindischon Struktur der Bevölkerung Tel - Awivrs
und die dadurch bedingten Kreditnotwcndigkeitcn . Zur Befriedigung
derselben dient die Bank Halvaoth , deren Tätigkeit , der Autor de -
tailliert beschreibt . Ing . Rieh . Pacovsky , der Erbauer der
Gebäude der Iluthenborg - Stalinnen , schreibt sehr instruktiv über
Technische Probleme des Bauens . Dr . Menasche
Ben Ephraim schreibt wie im Vorjahr über ״J ü d i 5 c h o und
N ' ichtjüdiacho Erziehung “ nach dem Bericht dev Re -
gierung für 1927/58 . Die Schülerzahl ist nur in den jüdischen An -
stalten gestiegen , die christlichen sind im Rückgang . Die Zahl der
jüdischen Schulen stieg von 270 auf 307 , die Schülerzahl von 2fi ) 91
auf 38162 . Agr . Elioser Haniel schreibt über ״Das Pro -
blcm der Feldberegnung zum Schulz gegen die
Dürre “ . Die künstliche ״Beregnung " hat sich in der Landwirt -
Schaft aller Länder sehr gut eingeführt . Für Palästina , wo immer
wieder ( zuletzt 1938 ) schwere Mißernten wogen Dürre Vorkommen ,
ist sie besonders empfehlenswert . A g r . Jos . W e ( z , Forst -
Inspektor des KKL . , schreibt 1 ' iher ״Din Aufforstung " . Um
ganz Palästina aufzuforsten , müßten fast 700 Millionen Bäume ge -
pflanzt werden . — In der Rundschau beleuchtet Dr . Ernst
Simon kritisch eine Reihe wuchtiger Vorgänge im Lande . Dr .
Hugo Bergmann schreibt unter Rubrik ״Geistiges Leben " über
Srhulfragen , Dr . A . Tartakower über Arbeiterbewegung . Din
״Nachrichten und Daten " enthalten diesmal reiches Material
über die Mandalstagung , das Eisenbahnwesen , die Bevölkerungshowe -
tim ; > 1 . 11 . m . Eine Zahl von Buchbesprechungen schließt , dieses
inhaltsreiche und instruktive Heft ab . " Verlag G . Barth , Wien I ,
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