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FREIE TRIBÜNE
NR. 17
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Cr v ii nden sind "wir n u der
n o s o gelangt, eine rasche
erung für fast unmöglich
unmittelbarer
Aus d i
« r \v ä h ji t e n P
Massenkolonisi
z ii betrachten, wenn
Nähe der alten Siedl ungs Zentren gedacht
wii <l.f(Von mir gesperrt.) «Man .mußte aus den "Voraus¬
setzungen des Gen. Kohn-Eber gerade auf das Gegenteil
■chließen und annehmen, daß- die industrie reichen, mit
großen Zentren versehenen derzeitigen jüdischen Siedlungs¬
gebiet«;, den von ihm gestellten Bedingungen eher entspre¬
chen, als es z. B. bei Turkestnn, Sibirien oder Paliistino
der Fall ist.
Soweit meine Einwände.
Im übrigen ist es auch mir klar, daß die Emigrations-
.Srage besonders in den ,erston: Stadien der sozialen Revo¬
lution von akuter Bedeutung ist und daß bei einem Teil der
Emigrierenden mit einer starken, Tendenz zur Auswanderung
nach Palästina zu rechnen ist.
Ich möchte aber noch einmal-''deutlich hervorheben,
daß das Wesen und der Schwerpunkt des jüdischen Ar-
boiterprobtems weder in der Palästina- noch sogar in der
Emigrationsfrage, sondern im Produktivierungs-
n ml S i c d 1 u n g s p r o z e s s e beruhen.
U-*.
(Fortsetzung folgt.)
Glossen und Notizen.
Das alte Lied . . .
Die ersten autentischen Berichte über die jüngsten Er¬
eignisse in Palästina liegen vor um; in der Form eines
schimächtigen Heftchens der „Kuntreß".
... „Es war uns gegönnt, Zeuge eines wirklichen Po-
cjr 0 mmes i n Jerusalem zu sein, der in allen seinen Details an
tite Plehwe'schen Pogromme in Rußland der Romanows er¬
innert" Es folgen die Einzelheiten:
Gegen 180 Verwundete, mehrere Tote oder im Sterben
Liegende... Aber die Tragödie erschöpfte sich nicht in diesen
Tatsachen allein. Das Verhalten des englnschen „Mandat-ors",
des „Bundesgenossen" des jüdischen Bürgertums und „Pro¬
tektors" der zionistischen Bestrebungen, ist es, die dem Po¬
grom den echt Plehweschen Charakter verliehen hat... Lassen
wir die Äugenzeugen sprechen: „Alle unsere Zweifel sind
zerstreut. Die englischen Verwaltungsbehörden wußten ge¬
nau von allen Vorbereitungen und sind ihnen nicht
entgegengetreten, sondern taten das Möglichste, um die Räuber
und Mörder zu stärken, andererseits aber ergriffen sie alle
Mittel um der jüdischen Selbstwehr in den Weg zu treten)
und ihre Mitglieder zu verhaften. Jetzt sind sie bestrebt,
Nachricht über die Unruhen zu unterdrücken, verbieten
sogar die Bezeichnung der Geschehnisse als,Pogrom" in einem
Telegramm :.
Die ganze folgende Beschreibung der schrecklichen Vor¬
gänge bietet wenig Neues. Daß die Behörden, trotzdem die
ersten Unruhen bereits einen pogromartigen Charakter ge¬
tragen haben nichts unternahmen, um ihre Wiederholung un-
. möglich) zu machen, ist noch beiweitem nicht das Schlimmste.
Die Maßregeln die man angesichts der bereits tobenden
Menge ergriffen hatte, sind den besten zaristischen Mustern
entnommen: Was von jüdischer Seite zur Verteidigung beredt
Jträre, die jüdischen Truppenabteilungen, Polizisten, wurden
entfernt. Die jüdischen Selbstwehrabteilungen entwaffnet und
verhaftet. Während der wütende Mob aus seinem Äusgangs-
funJkte in der Peripherie, ohne jedes Hindernis in geschlos¬
senem Zuge in die völlig unbewachte innere Stadt gelangen
konnte, haben englische Truppenabteilungen gleich darauf
die Tore der inneren Stadt abgesperrt und ihre aufgepflanzten
Bajonette gegen die zur Verteidigung iheraneilenden Juden
gerichbet... Das ganze mutet wie eine Wiederholung der
wohlbekannten, „klassischen" Pogromgeschichten an...
Schneller als man annehmen konnte, 'hat die giftige Saat
der jüdischen Bourgeoisie blutige Früchte getragen. Nach
Tel Chai ist Jerusalem gefolgt und wieder sind es die Un¬
schuldigsten, die infolge einer verbrecherischen Politik, vom
jüdischen Bürgertum dem Moloch des englischen Imperialismus
ausgeliefert, zum Opfer fallen. Und die Aussichten? Die jü¬
dische Bourgeoisie schreitet auf ihrem blutigen Wege un¬
entwegt weiter und eine bessere Einsieht ist ihr wohl gerade
so wenig zuzumuten, wie ihrem „Protektor".
'Und noch jetzt, wo sie die Früchte ihrer Politik mit
Schaudern erkennen sollten, sind sie verbrecherisch, oder
stupid .genug, in alle Welt (hinauszuposaunen, daß wir gegen
die'Pdgrombewegung im Lande keinen anderen Schutz wissen,
»Is die imperialistische Entente, die Voraussetzung desselben
ist. Der alltäglich in der Politik herumschrnockende „—y", der
.Wiener Morgenzeitung" beruhigt sich rasch über die in
Palastina schwebende 'Gefahr mit der Aufforderung: „Die
Entente muß das ihre tun, um d.eser Maffia das Handwerk
zu legen." (Nr. 441) Ja, erkennen denn die* demokratisch und
volksfreundlich tuenden Herren nicht, daß sie hier nur noch
wiehr Oel ins Feuer schütten? Das kindisch-dumme Pathos in
den Versicherungen: „Wir gehen auf (unser Ziel und werden
schon noch dazu kommen, der Schlange den Kopf zu
zert reten. (Von uns gesperrt. D. R.) Das Judentum könnt
keinen Feind; — werden darüber nicht hinwegtäuschen, daß
r .ie blind sind, den Feind nicht kennen und der Schlange
das arbeitende Volk gutwillig in den Rachen schieben wollen.
Das dumme Gerede über Geld und fremde-Einflüsse, die kin¬
disch-mystischen Andeutungen über von auswärts gespon-
»ene Ränke, werden darüber nicht hinwegtäuschen, daß man
immer blutig draufgezahlt hat, wenn man mit dem englischen
hfipcialismus bei einem Tisch saß.
Wann aber wird die ..Achduth Haawodah" endlich auf¬
kören „vom englischen Volke und seiner Regierung die
Erfüllung der dem jüdischen Volke gemachten Versprechungen
zu erwarten und zu erhoffen?" Sind auch sie unbekehrbar?
Pogrom Proteste.
Das wahre Q^sicht bürserlieh-zionlstischÄr Protestler.
Die Gegenrevolution wütet in Ungarn. Wie überall, wo
?ie siegreich war und der weiße Schrecken Tod und
Verderben säte, einen Galgenwald aufrichtete und aile be¬
stialischen Instinkte des rachedurstigen Bürgertums auf¬
peitschte, galt der Ausrottungskrieg nicht nur dem revolutio¬
nären Proletariate, sondern auch den Juden. Im Gefolge der
Gegenrevolution wüteten auch Judcnprogrome im Lande.
Wer denkt da nicht an die Massakers in der von Pet-
l'tiras Horden „befreiten" Ukraima?
Wem erstarrt da nicht das Blut in den Adern beim
Gedanken au die Denikinschen Banden, an die Hallerschen
„Barbiere" und die blutbesudelten Poznanczyken?
Wem steht nicht das Herz still in Erinnerung an diesen
Vernichtungsfeldzug der gegenrevolutionären russischen, pol¬
nischen, ukrainischen und ungarischen weißen „Helden" ge¬
gen wehrlose Greise, Frauen und Kinder?
Im verbissenen Grimmzorn ballt der jüdische Ar¬
beiter die Faust und es wächst nur noch seine leidenschaft¬
liche Hingabe an die fortschreitende, siegreiche Weltrev;>-
lution, die völkerbefreiend, menschheitserlösend auch diesen
Bestialitäten ein schmähliches Ende ooroiten wird.
Und das jüdische Bürgertum?
Das „bewußte." jüdische Bürgertum — die Jüdischnatio¬
nalen — die Zionisten?____
Je nachdem! Sie verschweigen, wo sio, wie von Pet-
Ijuras Gnaden, eine jüdische Autonomie, Ministerposten und
dergleichen mehr erwarten könn>n. Fällt die Hoffnung in
nichts zusammen, dann wird mit Salbung und Pathos pro¬
testiert.
Sie können aber auch nettcln. Im Bewußtsein ihrer
großen Verdienste für die Gegenrevolutien werden diese
ins rechte Licht gerückt! — Gekränkt, daß sie vergessen wer¬
den konnten, bitten sie saifi't einerseits und pochen an¬
dererseits auf ihr Recht auf Lohn.
So druckt die bürgerlich-zionistische „Wiener Mor¬
genzeitung" Nr. 247 vom 26. September 1919 auf ihrer er¬
sten Seite in auffälliger Weise einen offenen Brief ihres
Mitarbeiters, des Herrn Hermann Pordes, an den ungarischen
Kultusminister Karl Huszar ab, aus dem es genügt, nur die
markantesten Sätze herauszugreifen:
„Damals schon habe ich Eurer Exzellenz gegenüber
betont, daß die verruchten bolschewikischen Führer nichts mit
der Gesamtheit der Juden in Ungarn gemeinsam haben, und
Eure Exzellenz haben mir nicht widersprochen . . .
Vielleicht erinnern sich Eure Exzellenz auch daran,
daß ich- nicht in der letzten Reihe jener gestanden bin, die,
sei es offen, sei e 3 insgeheim, die Tätigkeit dsr Gegenrevo¬
lutionäre zusammen mit vielen anderen Juden nach "Tunlich-
keit gefördert haben und in meiner Eigenschaft als Publizist
den schärfsten Kampf gegen dSe Bolschewiken in der aus¬
ländischen Presse geführt habe. Vielleicht erinnern sich außer•
Ihnen die zahlreichen an der S p i t z e d er Gegenrevo¬
lution tätig ge wesen enP drs ön 1 ich k ei t en, daß
ich bei der französischen Mission in Wien
durch mannigfache vertrauliche Berichte die
Stelluna des Bo Is ch e wis m|us zu untergraben
mich bemühte, ebenso wie ich alles daransetzte, um die
nach Wien geflüchteten g e g cn r e vo I u t i o:i ä r en Offi¬
zier e vor der Internierung zu bewahren)..."
(Von uns gesperrt. D. R.)
„Darum glaube ich, meine Bitte für die verfolgten Ju¬
den Ungarns nicht an däe falsche Adresse gerichtet zu
haben..."
Das Betteln hilft nicht! Pogrom auf Pogrom wütet!
Auch gegen das jüdische Bürgertum. Gegen ihre Söhnchen an
der Universität. Die „Wiener Morgenzeitung" ist dem Ver¬
zweifeln an der Menschheit nahe.
Am 4. April 1920 entnimmt sie dem „Pester Lloyd" eine
rührselige Geschichte in melodramatische] Aufmachung) von
einem jüdischen Studenten, der an der Piave das rechte Bein
verlor und im Kampfe gegen die Bolschewiken
seiner Heimatstadt am linken Bein verwundet
wurde, jedoch als Jude zur Inskription an der Universität
nicht zugelassen wurde. Der obligate Zeuge, ein Professor, eine
Zierde der Wissenschaft, Sprößling des ungarischen Hoch¬
adels und (hochverehrt im ganzen Lande, "wird von dem
Schicksal des „braven, braven Menschen" derart gerührt,
daß er um seine Pensionierung ansucht.
Und wenn das jüdische Bürgertum dann ihr gegenrevo¬
lutionäres Alibi zur Genüge nachgewiesen hat, dann mag
man das wahre Gesicht ihrer „Proteste", ihrer salbungsvollen
Appelle an das Gewissen der Menschheit erkennen.
Die Wahlen m die tschechoslowakische
Nationalversammlung.
Am Sonntag, den 18. ds., fanden in der ganzen tschecho¬
slowakischen Republik die Wahlen zur Nationalversammlung
statt. Die Wahl brachte den sozialdemokratischen
Parteien einen recht großen Erfolg. Es dürften ihnen nach
Abschluß des etwas komplizierten Zähl- und' Mandatsvertei-
Iungsapparafces, gegen 45% aller Sitze in der Nationja,!-
verammlung zufallen.
Die marxistische Linke innerhalb der tschecho¬
slowakischen Sozialdemokratie, die Linke der deutschen So¬
zialdemokratie Böhmens, Mährens und Schlesiens und die
deutsch-sozialistische Arbeiterpartei Slovakiens, die auf dem
Boden der dritten Internationale stehen, be¬
teiligten sich an der Wahl lediglich zu Propagandazwecken,
Sie bemühten sich, keine Hoffnungen auf die Nationalver¬
sammlung bei den arbeitenden Massen aufkommen zu lassen
und verwiesen darauf, daß nur die Diktatur des Proletariats^
ausgeübt durch die Arbeiterräte, fähig sein wird, den zerrüt¬
teten sozialen Organismus wieder aufzubauen.
Unsere tschechoslowakische Landespartei nahm in ihren
Aufruf zu den Wahlen eine linkssozialistische Stellung ein,
mit der Losung: Einigkeit des internationalen
Proletariats gegen die ge einigte internatio¬
nale Bourgeoisie, forderten sie die jüdische manuelle
und geistige Arbeiterschaft zur Wahl von revolutionären
Sozialisten auf. Wo solche nicht kandidierten, dort propa¬
gierten sie Abgabe von weißen Stimmzetteln.
*
Eine bemerkenswerte Wahlkundgebung, wäre noch hier
zu verzeichnen. Zu einer großen Versammlung der Poale
Zlon in Preßburg kamen im demonstrativen Zuge dfie deutsche
und ungarische Arbeiterschaft mit ihren Führern an der Spitze.
Den Ausführungen des Referenten Gen. Nagler schlössen
sich in begeisterten Zustimmungen die Führer "des deutschen
und ungarischen Proletariats an. die sich die Losungen der
jüdischen Arbeiterschaft zu eigen machten. So ist aus cfn(er
Wahlkundgebung eine wahrhaft internationale Solidaritäts¬
kundgebung des Proletariats geworden.
Sie werden systematischen und methodischen Charakter
t'flgen: Das Arbciterheim soll nach umfassenden Gesichts¬
punkten — allmählich und zielbewußt — zum jüdischen Volks¬
bildungshaus ausgebaut werden. Es soll sammeln und auf¬
rechterhalten in der Richtung der sozialen Einsicht, des popu¬
lären Wissens auf allen Gebieten und ganz besonders in der
Richtung des Bewußtseins lebendiger Kontinuität der kul¬
turellen AeuBerungen des jüdischen Volkslebens zur Sorach«,
Literatur lind Kunst.
Mitten im Wiener Assimilationsreservoir und neben
dem abstrakt gerichteten Trotzjudentum des Westens, soll
das jüdische Arbeiterheim zum Heim jüdischen Wortes und
lebendigen, jüdischen Kullurgchaitcs werden.
Alle Kurse werden jedermann frei zugänglich sein. Im
Laufe kommender Woche wird durch Anschlag im Arbeiter¬
heim ein genaues Verzeichnis verlautbart werden, flninel-
dnngen werden dea ganzen Tag hindurch in der Kanzlei de«
Arbeiterheimes entgegengenommen werden.
Mit besonderen Anregungen oder Vorschlägen bezüglich
der Kurse bitte sich an Dr. L i fsch i tz zu wenden: Arbciter¬
heim von 11 bis 12 Uhr mittags täglich.
Anschluß der Schweiz an die Dritte
Internationale.
Der Zentralvorstand der sozialdemokratischen Partei der
Schweiz hat den Antrag Grimms auf Beitritt der Partei zur
Dritten Internationale mit 20 gegen 18 Stimmen angenommen.
Bekanntlich hatte der im vorigen jähre abgehalten^
Landeskongreß den Austritt der Partei aus der Zweiten Inter¬
nationale beschlossen und die Generalversammlung der Sek¬
tionen im Oktober 1919 den Eintritt in die Dritte Internatio¬
nale verworfen.
Der 1. Mai.
Der Landesverband der Arbeiterorganisationen nahm
Mittwoch eine Entschließung an, in welcher für den l.Mai
d. J. in Uebereinstimmung mit den Gewerkschaften eine inter¬
nationale Weltdemonstration in Form eines 2'lstündigen Ge-
neralstreiks zugunsten der Sozialisierun'g der Produktions¬
methoden vorgesehen ist.
Wissen und Können.
Im jüdischen Arbeiterheim werden in diesem Sommer¬
semester eine Reihe von Kursen literar- und sozialwissen¬
schaftlichen Inhalts in jüdischer Sprache abgehalten.
Veranstaltungen.
i> a m s t a a den 24. April, um 7 Uhr abends: Literarisch-
m u s i k a 1 i s c h e r A b e n d im großen Saal des Arbeiter¬
heimes II., Blumauergasse 1, zugunsten der Arbeiter-
bibliothek.
Mittwoch . den 5. Mai, 7 Uhr abends, im Saale des Hotci
„Post" eine Sc hu lim AI e jehen -G ed enkf 21 e r,
veranstaltet von der .Freien Jüdischen Volksbühne", zum
Todestage des Dichters.
Samstag den 1. Mai, Maifeier. Vormittag Massenver¬
sammlung mit Demonstrationszug, abends Gartenfest im
Prater. Mitwirkende: Rudolf Schildkraut, Prof. Carl La¬
ote, Konzertsängerin Josefinc Bursteen, Konzertsänger Vik¬
tor Heim und Mitglieder der Jüd. Bühne. Näheres im
Flugblatt.
Samstag, den 8. Mai, literarischer Abend, zugunsten des
Bildungsfonds „Poale Zion": „jüdische Romantik",
im großen Saale des Arbeiterheinus, um 7 Uhr abends.
Sonntag, den 16. Mai, Gartenfest mit Tanzkränz-
chen. im Cafe „Zur Praterfee" im Prater, zugunsten
der Arbeiterbibüotheken, Beginn 3 Uhr.
Achtung, Choristen I
Ankündigungen, die das Chor betreffen, werden durch
Ansehläge im Arbeiterheim verlautbart.
Ankündigungen.
Probleme der Weltkonferenz.
(Arbeiterheim, II., Blumauergasse IT, 1/27 Uhr abends.)
D3enstag, den 27. d. M., Fortsetzung der Diskussion über
die „Sprachen frage", eingeleitet durch .Watten-
berg.
Dienstag, 4. Mai: „Die Internationale und nnsere all welt¬
liche Bewegung. Ref. Serpow; Korref. S 0 k a J.
Jüd.-soz. Arbeiterpartei Poale-Zioa>'
Bezirksorganisation I. (deutschsprachig).
Mittwoch, den 28. d. M j ., umf 7 Uhr abends, spricht
Gen. Kandel im Arbeiterheim über „Klasseninteressen und
nationale Frage".
Bezirksorganisation II.
Sonntagf, 2 Uhr nachmittag: Ausflug, verbunden mit Vortrag.
Zusammenkunft im Arbeiterheim. Führer: Gen. Klipper.
Donnerstag, den 27. d. M'., 7 Uhr aben'ds, spricht Gen.
Nagler über „Die Palästina frage im Lichte der ak¬
tuellen politischen Situation". Ort: IL, Blumauergasse 1
(Jüd. Arbeiterheim).
Bezfriksorganisatibn XX.
Sonntag, den 25. April, Vs2 Uhr: Ausflug! Treffpunikt: Wal-
lensteinstraBe 62.
Montag den 26. April, 7 Uhr abends: Mitgliederversamm¬
lung, anschließend Vortrag des Gen. Menkes.
Freitag, den 30. April, Kurs: Jiddisch schreiben und lesenr.
Leiter: Gen. Schapira.
K.rfetearbeiterrat Wien.
Samstag, den 21 d., V«5. Uhr nachmittags, im Sit¬
zungssaal des alten Rathauses, Wipplingerstraße 10, Tages¬
ordnung: 1. Endgültige Formulierung des Antrages Klein r,
2. Berichte: a) Finanzierungskommission, b) Berufungskioiu-
mission, 3. Kriegsgefangenenfrage.
Eezirksarbeiterrat Leopoldstadt. ..
Vollversammlung am Montag, den 26. d., Va?.
Uhr abends im Gasthause „Zum Marokkaner", Prater, Große
Zufahrtsstraße vis-a-vis Swobodas Phönixpalast).
Diejenigen Genossen, die . ihre Legitimationen noch
nicht behoben haben, können diese am Versammlungsorte be¬
heben. Bei Nichtbehebung Mandatsverlust.
Freie jüdische Volksbühne.
Sonntag, den 25. d. M'„ um V2IO Uhr vormittag,
rindet in der .Restauration „Zum König David", IL, Untere
Augartenstraße 8, eine Mitgliederversammlung statt.
Koianragenossenschaft für jüdische Arbeiter und Angestellt«.,
II., TaborstraBe 44 [Eingang BlumauergasseJ.
An unsere Mitglieder!
Die am 10. März d. J. stattgehabte außerordentnefce
Generalversammlung hat beschlossen, den Genossenschafts¬
anteil auf K 200— per Mitglied zu erhöhen.
Dieser Beschluß wär deshalb notwendig, weil unsere
Genossenschalt nur dann ihrer Aufgabe, d. h. die B esc ha r-
fung guter und billiger Lebensmittel für un¬
sere 'Mitglieder, gerecht werden Kann, wenn sie über eine
ausreichende Kapitalsreservc als Gr u ndlagedes Kredits,
verfügt.
Um unseren Mitgliedern die Einzahlung der Anteile zu
erleichtern . haben wir eine Mindestein za Iilun g von
K 2." pro Bezugswoche festgesetzt. Die Einzahlung
wird in den neuen Einkaufsbüchern durch eigene Kontroll¬
marken bestätigt werden.
Wir hoffen, daß die noch restlichen Anteile in kürzester
Zeit eingezahlt werden, damit wir so rasch wie möglich in
die Lage versetzt werden, eine großzügige Tätigkeit im
Interesse der Lebensmittelbeschaffung für unsere Mitglieder
aufzunehmen. \ ' l f !
- vl . Der Vorstand.
Hemi^cr «Ml 'Mtfkt«*: Df. Na«tar.
BM# ond Veriagsg*8eHsQiiaft m. b. H., Wien, II., ffaboreWftöe 58 b