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l-REIE TRIBÜNE
NR. nu i/
Das einzige Land, das d^n jüdischen Wandeiem y o -
J i t i s <■ h offen, steht, ist P a i a s t i n a.
Die Einwanderung jüdischer Arbeiter nach Palästina
.sieigt von Tag zi\ Tag. trotz aller Schwierigkeiten, denen
die jüdischen Wanderer zu überwinden haben.
Die Kolonisation, landwirtschaftliche und industrielle,
steht also auf <l<>r Tagesordnung der jüdischen
P o ! i t i k.
'Ist aber Palästina auch ökonomisch den jüdi¬
schen Arbeitenuasst-n oben;' »Sind auch Arbeitsuioglicukei-
ten für die einwandernden jüdischen Arbeitermas^eu vor-
Iiaudon .
l.ier bürgerliche Zionismus, der sich bis jetzt in Pa¬
lästina breit geniaehl hat. hat sieh als unfähig erwiesen, das
Land zu produktiver Kolonisation vor/.nbereüun.
•Seine Klasseniu("iessen und seine telafessenpsyehologje
steht in Widerspruch y.u den 1 iiieiv.-u.-u einer jüdischen Ar-
beiterkolonisalion. • .
Sie haben ein System der Kxj/I"iDemoralisation
und des (Je.schii homachens aufgericutei. da> sie mit. /hebräi-
scheu Schulen und allerlei zionistischen Klimbim auipubx'n.
Die jiklische Bourgeoisie als Bäuerin und Uründerin
eines neuen produktiven jüdischen -Üscnub hat v o 1 1 s t ä n-
d i g 1) a u k e r ottiert.
Die Unfähigkeit der jüdischen Bourgeoisie hat sich
besonders deutlich in den letzten Jahren; def englischen
.,Deklaration" und des „Mandates" manifestiert.
Zwei Jahre hohler Parade, diplomatischer Geheimnis¬
tuerei und Erlösuugspathos, aber keine einzige ökonomische
Eroberung, kein einziger greifbarer kolonisatorischer Er¬
folg. Ihr ganzer Apparat ist auf die hohe llegicrutigsnolu.k
eingestellt, sie liegen vor den. Füßen, der hohen Persönlich¬
keiten in Paris und London, während das Land brach liegt
und incht einmal der Versuch gemacht -wird, für die neuun-
kommendeu jüdischen. Arbeiter Arbeit /Hi schaffen. Um sich
vor dem 'Verhungern zu retten, sind sie gezwungen, die Not¬
standsarbeilen der englischen Uogierung zu verrichten. Die
..Kwtr/otlr- sind infolge des Geldmangels dem Untergang ge¬
weiht.
In <ier Periode des Unterganges der W'eltbourgeoi.sio
ist die jüdische doppolt unfähig, die Einwanderung nach
Palästina zu organisieren und dm Grundlagen eines freien,
produktiven jüdischen Jischub zu schaffen.
Diese grandiose Aufgabe liegt mit
ihre r g a nztiu Sc h w e r e auf d e u Schulte r n
d e r i ü d i s o h e n Arbeit o r k 1 u,s s e.
Die jüdischen Arbeiter müssen nicht nur diu direkten
Erbauer und Schöpfer der neuen sozialistischen Produktion
im Lande, sondern auch die organisierende Kraft und Lei¬
te]' der Einwanderung und der Vorbereitungsarbeiten ^ein.
Solange noch in der Welt die kapitalistische Ordnung
herrscht, solange noch zur Organisierung der Kolonh'.ntio-n
große Geldsununeii erforderlich sind, müssen diese Summen
einzig und allein durch die tüdische Arbeite r-
schait aufgebracht werden.
Mau muß nur den Weg zu den breiten jüdischen
Massen finden, sie; müssen die großen Schöpferaufgaben der
jüdischen Arbeitorkolonisaüon verstehen lernen, um diese
Summen aufzubringen.
Die Arbeiterinstitutionen in: Palästina müssen gonu -
gende Geldmittel erhalten, um die notwendigen produktiven
Arbeiten leisten zu können, die nicht eine Zufluchtsstätte du3
„nationalen ewigen Geistes"» einen Tempel für jüdische Aus¬
beuter und Spekulanten, sondern ein Heim der Arbeit und
des Glückes für die arbeitenden jüdischen Ma.sseji 7.11
schaffen. .
Genossen! Benützet die kommenden Tage der Samm¬
lung für den Palastina-Arbeiterfonds zur Aufklärung dos jü¬
dischen Arbeiters: Daß nur er allein berufen ist, das
Problem der sozialistischen, jüdischen Kolonisation zu lösen,
daß nur die jüdische Arbeiterklasse geschichtlich berufen ist,
das Schicksal des ganzen jüdischen Volkes zu schmieden.
vRiiIt die jüdische Arbeiterschaft zur Sammlung für diu
jüdische Arbedterkolnisation in Palästina aui !
Sammelt für den Paliislina-Arbcitcrtoud !
Verbaudsbureuu den all weltliehen jüdisch-soziulisiiscUen
Arbeiterverbandes Poalc-Zion. '
Palästina.
Unser V erbandsbüro an erkennt die S. A. P. als
unsere Landespartei Palästinas.
Im Sinne des .Beschlusses der V. WcltkonEoienz hat
das 'Vorbaiiu'sburoaii sofort nach der > Weltkont'ereir/ eine bu-
Tollmächtigto Delegation nach Palästina geschickt, welche
die Verhältuisso an Ort und Stelle studieren und sich mit
Genossen der S. A. P. P;dästinas (Poale Zion), den linken
Genossen der „Adulatflv'lIaawoda'h" und den poale-v.ioni-
.nisoheu Genossen, welche außerhall) der beiden Parteien
«tehon, über die Konstituierung' der Poaie-Zion-PurteL Pu. 1
lästinas, die unserem Verbände angeschlossen ist, verstandi¬
gen sollte. Die Delegation, Avelche Anfang Oktobor abge¬
reist ist, und aus drei Genossen bestand: Benjamin, Gorsehun
und Sehnjur, hat vom Y. B. die Instruktion erhalten, im
Einverständnis mit den dortigen poalc-zionistischen, Elemen¬
ten, die passendsten Formen der Parteiarbeit im Lande fest¬
zustellen und dem V. B. sofort seinen Bericht über die Lage
in Palästina einzusenden, damit das V. B. in der. kürzesten
Zeit in. der Lage ist, sich über diese Frage ein klares Bild
zu machen. Es soll in kürzester 'Zeit mit der unnormalen«
Erscheinung aufgeräumt werden, daß das V. ,B. an seine
Arbeiten herantreten müßte, ohne sich auf eine 'Lttudespartäi
in Palästina zu stützen.
Noch bevor die Delegation in Palästina eintraf, tagte
in Ilaila die II. Konferenz der S. A. P. Poa e Zion. Ueber
die Zusammensetzung der Konferenz und die auf derselben
gefaßten Beschlüsse haben wir bereits in der vorigen'Num¬
mer der „Fr. Tr." berichtet.
Zur selben Zeit, als der Länlerungsproze!.) in der S.
A. P. (Poale Zion) zur Tatsache geworden war und diese
Partei ein klar umschriebenes poale-zionistisches Programm
annahm,, dais seinen besten Ausdruck in den Beschlüssen der
f L. Konferenz gefunden hat, wurde in Palästina unter der
Führung einiger alter poale-zionistischer Genossen oine
Initiativgruppe der Poale Zion in Palästina gesehaium-
Als ihre lluiiptprinzipicn hat diese Gruppe folgende
Punkte formuliert: /
1. Anerkennung der Plattform der III. Internationale
und Anschluß an dieselbe als autonomer Wcltverbanrl der
jüdischen Arbeiter.
2. Keine Teilnahme am Zhuüstunkongref,;.
3. Aktive Arbeit in Palästina zum Aufbau eines indi¬
schen-sozialistischen Zentrums.
4. Streben nach Zusammenfassung aller poale-zionisti-
schen Kräfte der Galuth für die gemeinsamo Arbeit in Pa¬
lästina..
5. Schaffung- eines arabischen Bunde« aller Arbeiter
in Palästina, der alle gewerkschafilielu-n und genossenschaft-
tichen Organisationen umfassen soll.
Di? Meldung über die iviuvstimierung an dr.s \ . V,.,
weich«? von den Gen. Be.rut/.ki und Kphrossi gezeichnet 1-1
weist darauf hin, daß ihre Prinzipien vollkommen nut der
Plattform des WfItvcrbandes übereinstimmt, wie sie aal der
Fünften Weltkonferenz formuliert .. wurde. Die Korn;
der Initiativgruppe ist eine vorläufige und zurzeit des Ai
beiterkougresses (der am t:i. November stattiiuden -oi.i v
soll auf einer Konlerenz der Genossen, die zur Initiativ¬
gruppe gehören, beschlossen werden, ob sie sieh der S. A.
P. Poalu Zion anschließen oder eine neue Partei g.-iutd-'-n
sollen.
Das Ziel ist jedoch die Vereinigung ailer po.ue-i.iun.
Genossen und darum weiden sich die Genossen alle Mühe
geben, es zu keiner Zersplitterung .kommen zu lassen, Cu\
aber diese Vereinigung niehi zu erschweren, schlägt die
Initiativgruppe dem V. B. vor, "vorläufig weder die S. A.
P. bis zum. Arboiterkongreß, hoch die Initiativgruppe an¬
zuerkennen, da bis dahin die Lage und die Moglnideellen
der Schaffung einer einheitlichen Partei geklärt sein illiiben.
Der Bericht unserer Delegation.
In ihrem Bericht an das V. B. teilt die Oeiega'.ine
mit, daß sich die Lage seit der V." W T eltkonferenz geändert
hat. Die immer wachsende Em.gration und die Aibeit->-
losigkeit, welche eine Folge der organisatorischen, wiit -
schahlichen Unfähigkeit der bürgerlichen Zionisten ist, einer¬
seits, andererseits die Wirkung der V. Weltkonfereivi haben
dazu beigetragen,-eine Klärung' und richtige Orientierung
in wichtigen,, prinzipiellen Fragen zu zeitigen, die von der
Achduth Haawodah systematisch' und geflissentlich verwirrt
wurden. Der Bericht weist eingangs auf die allgemeine
Lage der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina hin. Die
Achduth liaawodah hat an _ Popularität eingebüßt, weil ihr
Orgauisationsprinzip, die einheitliche, politisch-gewerkschalt -
lich-genostjenschaftliche Partei den Verhältnissen des Lan¬
des nicht entspricht. Die wirtschaftlichen, kolonisatorischen
Aufgaben des jüdischen Arbeiters im Lande und sein
Existenzkampf machen eine einheitliche, profossionell-koope-
rativo Organisation zur unbedingten Notwendigkeit, wäh¬
rend eine einheitliche politische Partei heute unmöglich ist.
So hat beispielsweise eine Chaluzzimkouferenz, auf der
mehr als 1000 neuangekommenc jüdische Arbeiter vv:ttoten,
waren, einstimmig eine Entschließung angenommen, die eine
zwischeup a r t e i i s 0 Ii e Vereinigung alle r paiasuuonsi -
sehen Arbeiter fordert. Diese Frage wird auf dem Avbei -
terkongreß behandelt werden und ihre positive Lö.;uug
würdje den Zerfall der Achduth liaawodah bedeuten.
Die Delegation, hat .sich gleich nach ihrer Ankunft
mit den Genossen der S. A- P. und der Initiativgruppe in
Verbindung gesetzt. Innerhalb der S. A. P. ist in der letz¬
ten Zeit eine Aenderung in ihrer Stellung zum Palästina-
pro Wem eingetreten, da der Zustrom neuer Elemente aus
Polen und der Ukraine die Partei der ausschließlichen Ein¬
wirkung der Intellektuellen entzogen, hat und ihr einen icin
poalezionistischen. Charakter gegeben hat. Dies hat sieh am
deutlichsten in. den Beschlüssen der II. Konferenz der S.
A. P. dokumentiert. Die Partei hat sich in. den, letzten Mo¬
naten auch zahlenmäßig entwickelt und gewinnt, dank ihi-cr
revolutionären, sozialistischen; Arbeit, immer gräßere Sym¬
pathien bei der jüdischen, Arbeiterschaft. Die Partei ist
sowohl ihren Prinzipien, als auch ihrem Milgliederst.md
nach eine poalezionistische, ergo auch die einzige sov.ia -
listische Partei Palästinas.
Die Initiativgruppe, welche den Zweck verfolgt, die
alte poalezionistische Partei Palästinas wieder ins Leben
zu rufen, hat bei den ersten Unterhandhuagen mit der -De¬
legation erklärt, daß sie nun nach den Beschlüssen der 11. j
Konferenz der S, A. P. nicht mehr an der Gründung chier
neuen Partei festhalten. Zur Vereinigung mit der S. A. P.
stellen sie drei organisationeile Bedingungen: 1. Aenderung
des Namens auf Jüdisch - sozialistische Arbeite.r-Paitei
Poale - Zion in Palästina. 2. Eine Vertretung im
Z. K. 3.) Anweisung an das V. B., vor der Vereinigung
die Partei'nicht anzuerkennen. Die letzte Bedingung hat die
Gruppe mit gewissen taktischen Belangen motiviert, die mit
der Fortsetzung ihrer inneren, organisatorischen Arbeit zu
sammeuhängen.
Die ersten zwei Bedingungen hat die Delegation zur
Weiterleitung an das Z. K. der S. a. O. zur Kenntnis ge¬
nommen, während sie sich bezüglich' der dritten auf den
Standpunkt gestellt hat, daß „die Anerkennung der o. A.
P. im jetzigen Moment, da sie den Erwartungen der poale-
zionistischen; Welt entsprochen hat, und da die Weltbewe¬
gung und die palästinische Partei vor wichtigen Aufgaben
stehen und die Partei immer größeren. Einfluß gewinnt, eine
unbedingte Notwendigkeit ist."
Auf Grund clor geschilderten Tatsachen und der fort¬
gesetzten, erfolgversprechenden Verhandlungen; zwischen der
S. A. P. und der Initiativgruppe, hat die Delegation ein¬
stimmig beschlossen, dem Verbandsbüro die sofortige
A u 0 r k e u 11 11 11 g d e r S- A. P. (P o nie- Z i o u) x 1 s
L a 11 d e s p a r t e i P a 1 ä s 11 n a vorzuschlagen-
Im Sinne dieses Antrages beschließt das V.-Bi. r
die S. Pi. P. als unsere Landespartei anziierkeiHiein
und sie aufzufordern, ihren Vertreter ins V.-B. zu
nominieren.
Der ArbeiterkongreÄ.
Wüc ernst die S. A. P. Aufgaben und Ziele des Landes-
Kongresses der palästinensischen Arbeiterschaft auffaßt, soll
folgende programmatische Deklaration bezeugen;
Genossen und Genossinnen!
Von Tag zu Tag wird die Lage der Arbeiterschaft
im Lande schwieriger. Mit jedem neu angekommene!! Schiff,
mit jedem neuen Emigrantentransport wächst die Arbeits¬
losigkeit und erschwert so den Arbeitern das Dasein. Die
offiziellen zionistischen Institutionen sind nicht imstande, den
Einigratronsstrorn zu beherrschen; er ergießt sich ohne jede
Ordnung über das Land und unterwühlt auch jene schwachen
Positionen, d:c sich der Arbeiter durch jahrelange, mühsame
Arbeit erworben haben.
Der Augenblick ist gefahrvoll... Es müssen die Rei¬
hen geschlossen werden. Doch statt Organisation und Ge¬
schlossenheit sieht man Desorganisation und Zersplittcruag
sogar bei den wenigen gewerkschaftlichen und wirtschaft¬
lichen Organisationen, die im Lande geschaffen wurdeol.
hi einer Stadt zwei Arbeitsvermittlungen, zwei Kran¬
kenkassen und gegeneinander koalturrierejide Arbiter -
luiclien. Das klingt wie Irotre für die kleine, schwache palä¬
stinensische Arbeiterschaft.
Die traurigen Resultate einer solchen Zerrissenneit lie-
gei klar zulage, . >
Durch die gegenseitige Konkurrenz geschwächt, sind
die Gewerkschaffen und Arbeitsvermittlungen nicht im¬
stande, die gehörige Kontrolle über de Arbeitskraft äus-
fcuübe:], hafcen nicht den rVM-gen K ! n''hiß auf die Är-
f>e<tsi.uwjhiirig und auf d.e Bestimmung der Arbeitsbedin¬
gungen. Die zweier!:; Krank.nkisscn, von d^-ieii sich keine
auf d ; e ganze Arbeiterschaft stützt, sondern bloß auf c:nige
parteiische Gruppen, stehen nicht r.uf der erforderlic-h'en
Hohe, erfüllen daher nicht im vollen A\aßc hre Funk-
uonen; es iehlt im Lande jegl.che Arbeitervarsicharung ge¬
gen Uniall und gegen Arb^tsi'JsigKeit. So erscheint dar pa¬
lästinensische Arbeiter, besonders der Verheiratete, völlin
1; lflos gegen Unbill und Arbe tshsigkeit.
h\ gleichem, wenn nicht jii noch höherem "AV.iße le'dn
durch die Zerrissenheit die /'uibnnarbeit im Laude
Fast der ganze Kolon;?.atiousaufba,i ist auf Sand be¬
kundet. Die landwirtschaftlichen „Kwuzoth" sind mit De-
ilziten belastet und hängen in der Luft. Sollte der „Waat!
i)a-:rim" heute ode• morgen" d e Unlerstntznngen verwei¬
gern und &2 Resultate jahrelanger hinqcbiings- und auf-
opierungsvoller ^rbeü weiden vernichtet. D;e städtischen
„Kooperativen" sind kle.n und unbedeutend und leiden unter
dem ewigen Mangel eimger Pfund. Dieser Zustand verur¬
sach! immer Reihungen, es verschwindet der^ sozialistische,
ja allzu oft auch der genossenschaftliche Geist, der an¬
fangs alle beseelt hatte, und es droht die Gefahr, daß sie bei
der ersten Gelegenheit in kapitalistische Unterneihmiinge.n
umgewandelt werden. Zu groß und wichtig sind die Ziele,
die vor der Palästinenser Arbeiterschaft stehen, zu schwer'
die Verantwortlichkeit, als daß dieser Zustand weiter ge¬
duldet werden könnte.
'Die ..Achduth liaawodah", die doch die itewoikschoit-
hebe und wirtschaftliche Vereinigung verteidigen sollte, hat
aus „ünparteilichkeil", in Wahrheit' aber ihren kleinlichen
vsektanten Interessen zuliebe, den Gedankein. der Vereinigung
verraten und statt Einigkeit Zwietracht gesät.
Diese Spallungsarbeit muß so scharf als möglich ver¬
dammt werden. '
Die kleinliche parteiische Politik, das „Scelenfangen"
muß ein Ende nehmen!
Die Zersplitterung, Zerbröckelung und Demoralisation
müssen einmal aufhören!
Genossen und Genossinnen! Am 14. November soll
die allgemeine Landeskonferenz der palästinensischen Ar¬
beiterschaft stattfinden, S;e wird ein für allemal über un¬
sere Organisaiionslormen ;.u entscheiden haben. 'Euer Wille
w,lrd der Wille der Konferenz se,n. Wir iul'cn euch, eueren
Delegierten aufzutragen, daß sie eueren W.llen erfüTleu:
eine unparteiische gewerkschaftliche und
wirtschaftliche Vereinigung und ein ii b e r -
parteiisches politisches Organ jn der Form
v on A r b e|i t er r ä t en zu schaffen.
Ein Teil der Initiatoren will aus verständlichen Grün-
Gründen die Vorbereüungen zur Konferenz verschleppen, da¬
mit die Arbeiterschaft keine Möglichkeit erhält, sich ent¬
sprechend vorzubereiten und sich über Aufgaben und Ziele
der Konferenz zu orientieren. Bis heute gibt es noch keine
ordentliche Einberufungskommlssion. Dagegen müßt ihr ener¬
gisch 'protestieren.
Es soll sofort veröffentlicht werden, wann die Kon¬
ferenz endlich stattfindet und welche Vorbereitungen erfor¬
derlich sind. 1
Die palästinensische Arbeiterschaft muß endlich ihr
Schicksal in ihre eigene Hand nehmen.
Genossen, seid auf der Hut!
Das Zentralkomitee der S. A. P. Poale
Zion in Palästina.
Wahrlich: frischen, lebendigen Geist und zielbewußte
Tal kraft atmet dieser Aufruf.
i Vortrags-Kalender,
Montag, 3. Jänner: N . Die Oekonomik
7 Uhr abends mr Palästinas.
Montag, 10. Jänner:
7 Uhr abends
Die politischen Par-
n teien in Palästina.
Montag, 17. Jänner:
7 Uhr abends
Die Sprachenfrage
» in Palästina.
Mittwoch, 5. Jänner:
7 Uhr" abends
, , Die Lage in unserer
Chaschin Bewegung.
Samstag, 8. Jänner:
7 Uhr abends
Serpow Rechts oder Links.
Allgemeine jüdische Arbeiterbibliothek.
Ii., Blumauergasse 1._
'Donnerstag, den Iii. .liiimor 1921, luilb 8 Uhr abends,
findet im Säule des „Bayrischen llojr, iL, Taborsti*. :W, eiu
Liter aristiber Äbead.
statt, welcher dem (ieclonkeu des jüdischen, Dichten J. L.
I 1 uro '/., gewidmet ist.
P v o g i- a m m :
Eröffnung.
Vortrag Alexander (Jh.: Jehuda Laib i'erez. Ausgewählte
Szenen von J. L. Pere// Werken. Dargestellt von den
Herren Direktor ittelsmann. Bell, Preis, Iva oll, Mit¬
gliedern der Jüd. Bühne.
Liedervorträge des Herrn .Tolowies.
Cltafcsidisohe' Tänze, ausgeHUm von Herrn Direktor Um*-
mann und Silberniann.
Preis der Eintrillskarte K 15.—.
Karten sind zu haben hei Uen. BjelaczeWisky im
„Konsum". An der Kassa der jüdischen ArbeUerktiche und
im Arbeiterheim, Iii., Blmnauergasse i.
Konsumgenossenschaft der jüdischen
Arbeiter und Angestellten.
11., Blumauergasse 1 — Telephon 44189. _
In der Woche vom 2. bis S. Jänner 1921 gelangen
zur Abgabe:
' Beis, Teigwaren, Unsen, Bohnen, Hier, Kailee,
Frankkal'fee, Ciowürz, Kii.se, Rum, Liquenre. Marme¬
lade, Nüsse, Houigbutter etc.
Ferner liefern wir an unsere Mitglieder richuho, WoU-
und Wirkwaren, Käitesehulzuntlel joglicher Art m b UiRsten
Preisen.
Wir maciieu unsere Mitglieder nochmals auf dfcnou«
IOinl;aufszeit aufmerksam: An allen Wochent.ageuj. mit Aus-
ii ii h m e von Samstag und Sonntag, findet der Verkauf in
der 'Zeit
von S-- l /'-d2 Uhr vormittag und.
von, '.) - '/-r> Uhr iiachjiiiitagö
statt.
ck- und Verla»sfrespll^chafl m. b. Ik. Wiou. TT., TaborstraBe 52 Ii.