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Yariae Lectiones zur Tosefta.
was aus Ex. 88, 21. Nura, 1, 50. 58 hervorgeht. (Misehkan
ha-Edut Num. 10, 11 kann sich vielleicht nur auf Qodesch
Qodasehim beziehen und bedeuten : ״ Die Wolke, die ein
Zelt für die Zeugnisse“ (also nur Qodesch Qodasehim), doch
geschieht das mit Bezug auf Num. 9, 15. Yergl. S. 8, Anmerk.
2). Es lässt sich dies vielleicht folgen dermassen begründen :
Während unter Ohel ha-Edut, ״ das Zelt des Zeugnisses“,
Qodesch Qodasehim, die Wohnung des Zeugnisses im engeren
Sinne zu verstehen ist, bedeutet משכן העדות die ״ Wohnung“
des Zeugnisses im weitern Sinne, d. h. das ganze Heiligtum.
Aehnlich verhält es sich mit der Zusammensetzung משכן
אהל מועד . Während ״ Ohel Moed“ ursprünglich nur Qodesch
Qodasehim, als der Zusammenkunftsort Gottes im engern Sinne
zu verstehen, ist משכן אהל מועד die ״ Wohnung“ des Zusammen-
kunftsortes im weitern Sinne, d. h. die ganze Wohnung.
Diese Zusammensetzungen משכן אהל מועד und משכן העדות
dürften sogar ein Beweis dafür sein, dass unter ״ Ohel Moed“
ursprünglich nur Qodesch Qodasehim zu verstehen ist, und
?j Ohel ha-Edut“ nur Qodesch Qodasehim bezeichnet.
Variae Sectiones zur Tosefta.
Von Dr. J. Kreng*eL
Herr Dr. Zuckermandel hat bereits im letzten Jahrgange
dieser Zeitschrift S. 289 die Mitteilung gemacht, dass ich seine
Tosefta-Ausgabe nochmals mit der Wiener Hschr. zu ver-
gleichen und die Yarianten nachzutragea gedenke. Diese
Mitteilung ist nur richtig, soweit sie die Ordnung Tohoroth
betrifft. Allerdings zeigt das Resultat meiner Collation, dass
eine Collation der ganzen Hschr. keine undankbare Arbeit
sein würde.
Verschiedenheiten in der Schreibung von ים und ין in
der Pluralendung, sowie zwischen voller und defectiver Schreib-
art konnten nicht berücksichtigt werden, da sonst eine Neu-
edition vorzuziehen wäre. Unterschiede letzterer Art mussten
indessen in solchen Fällen verzeichnet werden, in denen eine
verschiedene Lesung des Wortes möglich ist, wodurch na-
mentlich beim Yerbum der Sinn häufig alteriert wird. Zu