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Der Prophet Elia in der Legende,‘)
Keine der biblischen Persönlichkeiten, und ragt sic
noch so sehr durch Prophetie, Lehre und Wundert hütig-
keit hervor, ist in der nnchblblisclion Zeit so sehr ver-
klärt und verherrlicht worden, wie Elia der Tisehbitc.
Ihm ist die umfassendste, in das Leben und in das Le-
wusstsein des jüdischen Volkes tief eingreifende Tliütig-
keit zugeschrieben worden; an ihn knüpfte der heimut-
lose, geknechtete Jude mit Vorliebe seine tiefsten Hoff-
uungen; und es hat endlich die My׳stik aller Religionen
keine biblische Persönlichkeit so sehr in ihr Bereich ge-
zogen, gebraucht und missbraucht, wie Elia den Prophe-
tem Elia ist gleichsam zu einem Crystallisationspunkte
geworden, an den sich Ehrfurcht und Liebe, Erwartung
und Hoffnung ansetzten und sich zu herrlichen Cry stallen
gestalteten, sich aber auch, vorzüglich in den mystischen
Schriften, als trübe, verbildete Schlacken dein reinen Kern
anhefteten und ihn verdüsterten.
Die Ilagada hat den Tischbiten mit besonderer Vor-
liebe zum Helden ihrer Darstellung erwählt, und sich
nicht, wie bei ihren sonstigen Heroen, begnügt, sein •Er-
denleben in ihren Bereich zu ziehen und es nach ihrer
Weise auszuschmücken; sondern sie hat ihm eine neue
Geschichte geschaffen, die, ungefähr fünfhundert Jahre
nach seinem Tode beginnend, sich, indem sie zu verschie-
denen Zeiten verschiedene Phasen durchläuft, beinahe ein
*} Mit diesem Aufsätze versucht ein junger Mann sich in die Li־
teratur einzuführen, und! hofft auf freundliche Nachsicht. D. R.
Frankel, Monatsschrift. XII. 7.
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