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MENORAH
ratur, ihre heutige Rückbewegung zum Ju¬
dentum, die Kapitän Barros Basto organi¬
siert hat. Auch die Unterredungen mit po¬
litischen Persönlichkeiten, wie Primo de
Rivera, sind von historischer Bedeutung.
35 Text- und Tafelbilder erhöhen die An¬
schaulichkeit des Werkes. Alfons Paquet,
der große Freund des Judentums, hat ein
bekennendes Vorwort dazu geschrieben, ft.
ANDRE MAUROIS: LA VIE DE DIÖ-
RAELI (DAS LEBEN DISRAELIS). Po¬
ris 1927 N. R. F. Deutsch bei S. Fischer,
Berlin.
Es ist nicht nur die kämpf reiche Le¬
bensgeschichte des berühmten englischen
Staatsmannes, der die Politik dieses Rei¬
ches in neue Bahnen leitete und nicht nur
das plastische Bild Englands im 19. Jahr¬
hundert, das an diesem würdevollen Buch
so mächtig fesselt. Was seinen besonderen
Reiz ausmacht, ist der Versuch darzustel¬
len, wie aus einem Urphänomen, nämlich
aus dem unauflösbaren Kontrast zwischen
Disraeli und seiner Umgebung, sein Lebens¬
ziel, die Hochspannung seiner Kräfte und
seine unbegreillichen Stimmungsänderungen
resultierten. Fremd und unglücklich fühlte
sich das schwarzgelockte Kind unter den
blonden Kameraden und noch in späten Jah¬
ren, als er schon der allmächtige Herr
über Englands Schicksal zu sein schien und
seinem Vaterlande unvergeßliche Dienste ge¬
leistet hatte, lauerte im Hinterhalte der Haß,
der lediglich darin wurzelte, daß ,,alle Ge¬
sichter heller wurden, wenn die Sonne auf
die Bänke der Konservativen schien, sein's
aber wurde dunkler". So erzählt dieses
Buch von außerordentlichen Erfolgen eines
glänzend begabten und willenszähen Men¬
schen und ist doch voll eines tiefen, un¬
stillbaren Schmerzes, der klaffenden Wunde
gleich, aus der jene Größe emporblühte.
Wenn man will, ist es die Tragödie eines
jüdischen Staatsmannes, der an fremder
Größe und Macht baut. Und zwar seine Tra¬
gödie, wenn er Glück hat, und alles nur
Erreichbare erringt. Denn da erst zeigt sich
des Pudels Kern. Aurelie Gottlieb.
OSKAR BAUM: DREI FRAUEN UND ICH.
Stuttgart 1923, J. Engelhorns Nachf.
„Du kennst sie nur von außen war ts,
„Du siehst die Weste, nicht das Herz".
Drei Liebeserlebnisse eines blinden
Künstlers stehen im Mittelpunkt seines
neuen Buches: die Kameradin, die Hetärin,
die Sklavin. Wie der junge Musiker aus
den Feuern dieser Lieben geläutert hervor¬
geht und wie er den für ihn doppelt schwe¬
ren Kampf mit dem Leben besteht, ist in
der reizvollen und gedankentiefen Erzäh¬
lung mit der Einfühlung des Autors geschil¬
dert, der als Blinder den wahren Kern der
menschlichen Verwirrung sicherer aufzu¬
spüren vermag, als mancher Sehende.
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