in Haus, Gemeinde und Schule.
begründet von ©fUltfoii Nllphttek Hüfch, iln&Piiifr 11. Isrnefitifificn JMipnsgefelFftfmft zn iFmnlfuct a.Ä.
Neue Folge. - Dritter Jahrgang.
Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Ascmc KirsH.
Diese Wochenschrift erschein! jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnementspreis bei allen Postanstalten
und Buchhandlungen 50 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche VerlagSbuchhand-
lung Zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für \%J& oder
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Inhalts-Vcrzeichttiß von 4L.
Für die Ausgewiesenen. — Bemerkungen zu den Ver-
Handlungen und Beschlüssen-der Nabbinerversammlung in Berlin
(Fortsetzung). — AnS der Amsterdamer Gemeinde 1795—1812
(Fortsetzung). — Das Organ der Breslauer Schule. — Simon
May contra Professor Hermann Strack. — Johann Zestowitz
(Fortsetzung). — Das tote Meer. — Korrespondenzen und
Nachrichten: Berlin, München (2),Würzburg (2). Liegnitz,Schweiz,
Wien (3), Krakau, Lemberg, Kolomea, Antwerpen, Amsterdam,
Rumänien, Jassy. - Bücherschau. — Inserate.
Sr die Ansgeiliiesenen.
Was wird das Schicksal der Unglücklichen, welche
von der Stätte hinwcggewiesen werben, die ihnen eine
Zeitlang als Heimath galt? Sie irren auf der weiten
Erde umher und suchen das Eiland, welches sich ihnen
nicht erschließt, weil sie nur das allgemeine Bürger-
recht besitzen, das Gott ihnen bei ihrem Eintritt in
seine Menschenwelt ertheilt hat. aber des besonderen
entbehren, welches durch Brief und Siegel nachgcwiesen
werden muß. Sie verlangen nichts Anderes, als einen
Antheil an Luft und Licht und Gestattung der Arbeit.
Sie wollen nur leben, nur arbeiten dürfen für die
Bedingungen ihres und der Ihrigen Daseins — und
sie betteln bei ihren Menschenbrüdern vergebens um
die Duldung ihrer Gegenwart. Fort, ihr gehört nicht
hierher, ihr seid fremd! so schallt eS ihnen entgegen,
und man schlägt vor ihnen die Thür zu und jagt sie
weiter. Ach, wie arm sind die Menschen! Sie geizen
mit dem Sonnenstrahl, der gerade ihr Stückchen Erde
bescheint, sie fürchten zu kurz zu kommen, wenn der
arme schwache Menschenbruder neben ihnen um die
Brodkrnmen ringt zur Stillung seines Hungers.
Einem großen Theil unserer unglücklichen Glaubens-
genossen, von dem Schicksal der Ausweisung betroffen,
verschließt sich die Pforte der alten Heimath, aus
welcher Elend, Verfolgung oder Noch sie getrieben.
Theils sind ״ihre Papiere" nicht in Ordnung, so daß
sie nicht als dort zuständig anerkannt werden, theils
machen widrige Verhältnisse eS zur Unmöglichkeit, sich
dort wiederum niederzulassen. Sie sind gezwungen,
mit Weib und Kind zu wandern, bis sie ein Plätzchen
finden, wo sich ihnen Aussicht auf Erwerb bietet und
man sie duldet, oder bis ihre Kräfte versagen und sie
in die ewige Heimath zurnckkchrcn. Me Vieler unter
ihnen mag das schreckliche LooS harren, elend auf dem
Wege zu verkommen! Und die Kinder? Was wird
ans ihnen auf dieser Wanderschaft, auf dieser den
Eltern ausgezwung-rnen Vagabondage? Was würde
auS unseren Kindern werden, wenn wir mit ihnen