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b«! Prel«erIi5hnnfeD v Vorbehalten
Zahrgang
9lr. 1950
20. Soll 1924
Men.
Die heutigen Ergebnisse der Londoner KommWonsarbeiten sehr zksrieden-
Vellend.
der „Mener Morgenzeitun^.)
Loudim, 19. Juli. Der allgemeine Eindruck aller po¬
etischen Kreise ist der, daß die Arbeiten vielversprechend
-ovwartsgehen. Da die KommWonsberatungen heute
Meraus günstige Resultate gezeitigt haben, wird am
ü Montag eine Plenarsitzung
Bgchccks» werde».. Dieser werden nicht nur die Ergeh-'
»Wh der Konmnsionsberatnngen' vovgelegt, - sondern mich'
der Arrtrag Unterbreitet ^ itverden, die
dtmtM ReichSregrevung zur Teilnahme einznladen.
Der Gonderberichterstatter der Me Nouvelle" mel-
hch Ma!« Do«ald und He>r rio,t hatten gestern über
Ute ZMaDurrg De u t schlands zur Konferenz ver-
harDÄt. Mae'.Donald wünsche, daßM.Deutschem Le-.
d^t Kgtt N g s.f V'S ' KUHelaffeN werden, Herißot dagegen
wolle eine ZÄaffüng^ nur Unter den^ gleichen Modalitäten'
in Versailles Meben.
> /Dex eche Ausschuß hat die RedaWotz-: des einmütigen
BerWeS sdrtiggestellt, der in großen Zügen besagt: Die
RrParatwNMMrMio«, vervollständigt durch, einen ame-
MMen Delegierten, wird im.Falle einer..
«erWmrg Deutschlands
das .-SN lachten d e s G e n e r a l agenten für die
RchäratiMsF^^ und Vertreters der Anleihegeber
MHoile» müssen. Dem Dienst für. die Anleihe von 800
MWonen Goldmarl. wird die absvlnte Priorität zuge-
tzmuhm. Wenn die Garantien von den Anleihegebern als
ungenügend betrachtet werden, wird: die Konferenz die not¬
wendigen 'Ergänsungsgarantien : bestimmen.
, Die RelpgvatvmsMnmisiiE wird den
: amerikanischen Delegierten für Ms Jahre ernennen.
Im. Falle einer Verfehlung Deutschlands werden sich.die s
inteveffievtnr Regümingen- sofort in PeMudung setzen, um
. rasche und wirksame Sauktvonen f-stzufetzen, die sie. in
Wahrung d er Interessen der' Anleihegeber und der an den
Reparationen interessierten Mächte dvgveifen werden. Die-
Repärationskommission wind über die O p e z i a l-'
Pfänder - für die 800 Millionen-Änleiihe zn wachen'
haben. ' .
Die zweite Kommission (AuMüung der
Pfänder) erörterte'heute nachmittags den fmnsöffsch-belgi-
: schen Entwurf und beauftragte ein Subkomitee, die tech-
^ wischen Einzelheiün ausWarbeiten; Das Subkomntee wird
morgen Sonntag vormittags und nachmittags Sitzungen
aibhalten und'seinen Bericht am Monta-g-der zlveitep Kom¬
mission Vorlagen, , ■
! PremfePWN'isker^Mgc Donald' hqt,sich gestetu nach''
Chequers begehe«,."^"^r^bse. 'italienisches D^-
leg i.erte n empfangen wirb.'öMr'en Dele^serien'
: Werden. sein.er . MävMuM . nicht st FÄ-ge..lefften. Wl a
Do.nald gibt.chorgen.in Ghequersstzu Wien seiner 'Gäste'
ein Dejeuner 'und fährt.sodann nächst London .W.rüch
abends gemeinsam mit Staatssekretär H n g h e s' an ehmn'
Diner-tei^Mchryen.v .
MMsche Frnanzleute in London.
London/ 19. Juli. Gegen>wärtig weilt hier der Di¬
rektor der Deutschen Bank Wassermann, dessen
Wesenheit'im Züsammenhang mit Leu z i o nist ische n B^e-
w e gu « g • steht, ' und der daneben die' aktuellm BeratAlL-
gen über 'die - Wövaüssetzungen und finanziellen Bedingust-
gen- für'dre A n?l e i h e f ü r De ü t s ch l ä n d in lder Citn
Zu fuhren hat, -ferner der" Vorsitzen de der Kriegslasten/
LöMmMon Macher'sowie Dr.' Scha cht, Alle ' dreu
haben keinen^ direkten Kontakt mit der Konferenz, aber, die.
beiden letzteren sind'mit KonferenzmiHMern zusamimen-^L
gMmmen,' Welche dm'Völkerbund - besonders' interestievt'
sind.' ::'
§in antisemitischer
bOMm AMD.
Die Völkischen gegen die Reichsverfassung.
(Elgen'dtLnst der „Wiener Movgeilzeüung".)
! München. 19.' Juli.: Im - Berfcissungsausschuß ■ des
Landtages: kam heute der völkische ' Antrag ; auf A ns--
s ch l u ß d e r I n d e n ans ' den - ö^f f e n t l i ch en,
Aemtern zur Beratung. Jrn:einzelnen.fordert'der'An-'
tmg/ Angehörigen'der Mischen' Rasse^dWey M a m eit S-;
ander u n g.e n nicht mehr 'gestattet, werden.^ Es ist .fest-:
zustellen,, wie viele Juden im'Staatsdienst beschäftigt sind:
-und ihr Jud eU tu m In den' B'eaml e nI iste n . ift
besonders zu vermerkem Die.Zahl der jüdi¬
sche n S't u d e n t e n' ist zu'' kw n ti y g e n t i e r e n..
Ausländische' Juden sind an -den .Hochschulen nicht m-ehr^
zuzulassen. Ebenso sind j ü d i sch e IH o ch sch u l I e h r e t;
nicht mchr zu dulden. Juden dürfen' imMtgatAdienfti n-ichd
mehr angestellt werden. Der Erwerb von Grund'
u n d -B o b e n' ist gegen Rassenfremde sicherzuftellen. Die
seit. 1914 eingewanderten Juden sind aus^uweistn und ihr
Vermögen zu beschlagnahmen, so weit-es -ihren. Msih bei
der EtrAcknibevünK' übersteigt, - u: ^ ' - - '
Der d e.u ts-ch'n.at1o n.a'l e ^FrMioyGrhver.'Doktor-
Kilipert erklärte.die grundsätzliche'Zustimmung seiner
Partei- zu dem antisemitischen Vorstvß;' verlangte aber Äe .
genaue Düfinition /des Begriffes /^jüdische Rasse".-
Per - Fraktionsvorsitzende . der , bayrischen VoMPartei^
W o.h.lgemu th, übernahm diese' setzte' Bedingung ' und.
Mchte ausmeüksam. daß der völkische Antrag eme A e n d e-
r-u-ng'de r'-Relich sve'r fassung-bedinge und deshalb'
den R e'.i.'ch s t a:g anginge. Die Beschlüßvevfafsung wurdet
darauf auf s die-nächste Sitzung verschoben. ; ; • 1 ,
Ier griechWe Ministerpräsident
M M WWW«.
Eine merkwürdige ^Auseinandersetzung" mit einem poli¬
tischen Gegner
' r (EigendieNst! der „Wiener ' Morgenzeitung".)
' ' Athen, 19. Juli. Infolge des in, der Kammer ftatt-
gefündenen, Zusainmenstoßes hat- Minister Hadjiki-
r i ak-o s hem --Admiral- Kalo li b is feine Zeugenge»
schickt: und- !ihn zum Duell- gefordert. Da da's-
griechische '-Gesetz'das D ü e bl - v'e t&' i e t e t,^oll eine b e-
s-on'de reEr la.u'-bni's vom '' Parlament verlangt'
werdeü'üütHi'iü' -Falle' der'Verweigerung das' Duell rauf
apsländifchenr „Doden..auZPtvagen 'lverden.
- Aur dem AchiN der heutigen Rümmer,
Thepdör Herzl.- Bon'-Z^. I. D a v i d: . ^ ^
Herzl und der Zionismus im Urteil eines österreichische«
Diplomaten.
Aus dem Leben Isaak Noah Mannheimers. Von N. M.
'Gelber. - '.'st '
Das neue Palästina in der Weltwirtschaft, Von Doktor
Michael S uss an. ' 7
Die. ,fAbraham-SYnagoge" im indischen Urwald.
Ricearda Huch. Von Klara M a u.t n e r.
Lloyd. Von Aopold Kats ch e r? . ' .
Iw Gorgonzola. Von Egon Dietrich stein.
Ms Kerzls Weg.
'' ' ' ' . ' -v- Wie n. 20.-Juli. '
Zwanzig Jahre sind es heule her, seit der Schöpfer,
-des phlitischen Zionismus die Augen geschlossen hat.
Sein Werk hat diesen schwarzen Tag überdauert,^ ist
. stärker und größer geworden. Hs hat die völkerrechtliche
i Anerkennung gefunden und dort, wo einst Herzls Augen
- nur Düste sahen, blüht heure'-./.jüdisches Leben' und
.^jWche'stAvöeit.' ÄM> "Hepzt.chewollt- hat, wa.r nicht Jan.
seine Persljn gebunden;. wgtz er. geleistet, Kat,, ist in das
ewige'Eigentum der Nation! übergegangen und wird von
ihr 'treu '.gehegt - und' weiterg'efüh'rt. ' >
- Zur Zeit,--da.HerzlsstDeP^uM szu'-erheHn- begann,
galt es als .höchste' Politis^estWeishelt/ die' ^ Eigenart
preiszugeben und unter denst-Pölkern 'aufzugehen.. In'
dissen-Pessimismus trug H^zl'den Sonnengedanken der
nationalen Wiederäüferstehung; -das Wort von der Frei¬
heit, des jüdischen' Volkes, .'DieW 'GÄanke war nie im
jüdischen Volk untergegangen. Er kl-ang a-üs den Har¬
fen'an den Wassern Babels, er zitterte im Schein der
Menorah. -Jede Erinnerung .des:Volk'es',.'sein. ganzes
Sein war durchdrungen von der Hoffnung - auf Rückkehr
in -die: Heimat, erfüllt, vom 'der. ÜeberzeugUU'g, daß die
Verbannung ein Ende - ychryen' .werde. .Die Dieder-
erweckung dieser Zuversicht, das Ziel aus'dex Region
des Ideals in. die Sphäre der Dirklichkeit gestellt zu
haben/ das ist das Große - an .Herzls Tat. Er hat ,auch
das Instrument zur ’ Erreichung des Zieles geschaffen:
Er baute die Tribüne des Kongresses und schuf die.zio¬
nistische Organisation. .-
• ' In den zwanzig Jahren seither hat sich erwiesen,
wie lebensfähig diese Träger?des jüdischen Gedankens-
sindu Von.'Kongreß .zu -Kongreß ffmd- wir. in einen.-.sich
immer' mehr ve-rgr-ößernden Arbeitskreis - hinein?.-
geschritten. Wir sind an Kraft- und Selbsterkenntnis ge¬
wachsen; wir hüben -viele/und schwere ! Erfahrungen
überstehen 'müssen, Führer Und Weggenossen verloren;
-Dir haben aber die Fähigkeit gewonnen, .aus den trüb¬
sten Erfahrungen zu lernem Ohne politische Vorbe¬
reitung mußte das jüdische Volk den Uebergäng von der
Lethargie- zur vollsten Entfaltung seiner Energien voll--
Aöhen. Es konnte sich nicht -gleich änderen Völkern in
Melhundertjä'hriger organischer Entwicklung die Grund¬
lagen politischen Eigenlebens sichern und ^ abgrenzen.
Äie- Idee- hals über diese Notwendigkeiten hinwegstund
veMand die Teile des - Volkes, die in der Diaspora in
mUdes, tatenloses Verdämmern versunkenwären^ Kämpf
uns Land, um Besitz, um Weltgeltung — diese Stimri>
laittta; die andere Völker ßü .Höchstleistungen fortrisseu,
fehlten dem Judentum- voustLüdig: es ging nur'um die-
cigeVtc Freiheit. Diesen Antrieb - hat: Herzl - ausgelöst. Die-
Reichen verstanden^ ihn nicht oder wollten ihn '-nicht ver-
stohM. Er trug sein Wort zünr Volk und' das Volk
hörtas ihin r ' • - : ' '? -
> ' Mr Zionisnlüs ist- nicht mehr bloß eine Idee,
nicht 'Mehr Moß eine Bewegung; ^er ist- das Leben-des
jüdischen Volkes, ' sein Bewußtsein und sein'Streben.
Er ist! keine Partei im Judentum, er kann es-' nie wer-
dem und darf' es uie'werden, wenn 'er-sich nicht selbst
aufgeÄrn Mill. Er ist.das -Jüdentüm-selbst und - hat
Ra'umifür alle,-die-Än- dör Wiedewufrichtüug des Bol-:
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