Gm, y mtv.
-k preußische Koalition.
Ministerpräsident Brann wiedergewählt.
(Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".)
BttN«, 30. Jänner. (Tef.^KomP.j Der P'.cußisch-c
Landtag wählte heute den bisherigen Mlttisterpräsidcnten
Draun mit 2 2 1 0 f i m nt e ti neue rlich z n m
M i n i st e r p r ä s i d e n ! e n. Der den tsch nationale Abge¬
ordnete v. Kies erhielt 115, der Jtonwmtniß . Pieck
30 Stimmen.
Ben kommun ist isct-er Seite wurde versuch', durch
Stellung der verschiedensten Anträge, wie eines Antrages
auf Auflösung des Landtages, auf sofortige Be-
r>iku>ng der Amncstieantrage us-w., die Wahl zu Verbindern.
Das Wahlergebnis wurde von der Linken und der
Mitte mit großem Beifall, von den Kommri nisten mit
Schmährufen ausgenommen. Der Lärmr dauerte. bis
zum Schluß der Sitzung und der Präsident hatte Muhe,
dve Ordnung aufrecht zu erhalten.
Der Landtag wurde auf unbestimmte Zeit
vertagt, um dem Ministerpräsidenten Zeit zur Zu¬
sammenstellung der Ministerliste zu geben.
Bor der Wahl hatte der Landtag auf Vorschlag der
Demokraten einen 2dgli«edrige>n Ausschuß zur Unter¬
suchung der L a n d s n ? <, ud'b r i r ^ a i' 't a l t einge-
fr tu.
— v. Wie». 81 . Jänner.
Das preußische Ministerium Braun ist wieder gewählt
worden. Der Ansturm der rechten und linken Radikalen ist
einstweilen abgeschlagen worden und die Mehrheit, die
gegen die Mißtrauensvoten gestimnu hatte, ist unverändert
geblieben. Die Situation des Kabinetts hat stch aber nicht
gebessert und es steht weiter im Zielpunkt des nationalisti¬
schen Eroberungszuges. Freilich wird' sich im Augenblick
kaum ein aktueller Anlaß ergeben. Die Deutsch na ti analen
sind durch ihre Beherrschung des Reichskabinetts inzwischen
in eine üble Lage geraten. Tie i'djarfe Rede Herriots ist
die direkte Antwort auf die immer unvevhüllter auftreten¬
den chauvinistischen Velleitäten, auf dem Wege der gesetz¬
lichen oder ungesetzlichen Restauration zum Revanchekrieg
zu gelangen. Tie Entente hat die Fortdauer der Okkupation
der Kölner Zone aus den geheimen Rüstungen Deutsch¬
lands erklärt. Es mag sein, daß das ihr zur Verfügung
stehende Material lückenhaft ist; aber es gibt niemanden,
der leugnen könnte, daß mehr als die Hälfte der -büvcer-
lichen Bevölkerung Deutschlands in dem Geist dieser
Rüstungen lebt.
Diese Haltung der Westmächte «kommt den Nationalen
nicht sehr gelegen. Sie hatten gehofft, das Stresemannsche
Spiel der dilatorischen Behandlung weiterführen zu
können, bis zu dem Augenblick, wo sie recht fest im Sattel
sitzen und die sich im fernen Osten bietende Konjunktur
arisnützen können. Aus einem Kommentar des „Matin"
zur Rede Herriots erfährt man, daß die Enient-eregieruingen
die neue ruffisch-japanische Allianz mit Sorgen betrachten
und daß ruffische und japanische. Acußerungen, vorläufig
privaten Charakters, auf die Eventualität einer neuen
Gruppierung hindeuten. Herviots Rede, die zlveifellos i>m
Einvernehmen mit der Baldwin-Regierung gehalten wurde,
sollte eine Warnung an das nationalistische Deutschland
darstellen, die chm durch Vertrag und Unterschrift gezoge¬
nen Grenzen nicht zu verletzen. Es ist klar, daß ein Be¬
harren des offiziellen Deutschland auf dem Luther-Strese-
matt'nschen Kurs unter diesen Umständen gerade für
Deutschland die schwersten Gefahren heraufbeschwört, weil
die Entente sich nicht für so dumm «halten läßt, die Aller-
tveltsmtrigsn der dem-tschen.Funker und KanonervsaibrüLanten
voll ausre'.sen zu lasten.
Aus dem „Matin"->Artikel läßt sich unschwer erkennen,
daß das Kooperieren der Nationoien und Kommunisten im
preußischen Landtag kein bloßes Zweckbündnis ist, sondern
ein auf große Wirkungen abgsstelltes System. Das Haupt¬
organ der Moskauer Sowjets malt bereits Deutschland die
Vorteile eines Anschlusses an den asiatischen Block vor und
von dem Hitlerschen Nechts'bolschewismus bis zu dem
Nadek'chon Kurs ist die Entfernung nicht fo weit. Beide
sind Bekenner der Herrschaft einer Klaffe, die sich n'cht aus
eine Idee, sondern nur auf das Faustrecht stützt. Und es
liegt sehr Nahe, daß sie vereint zu marschieren suchen, um
nach vollbrachtem Kladderadatsch einander an die Kohle zu
fahren. Sie suchen Be rühru-rigs punkte und finden sie in
dem infernalischen Haß gegen die Donrokratie und den
Frieden. Herriot hat es desha'lb für angezeigt gesunden,
einen kalten Wasserstrahl nach Berlin zu richten und der
Abenteuerpolitik der imperialistischen Brandstifter die
Schranken zu zeigen, die sie nie übersteigen dürfen. Seine
Warnung wurde von der Kammer mit 5-29 von 560
Stimmen gebilligt und wird morgen in allen Städten und
Dörfern Frankreichs durch Maueranschlag kundgemacht.
Dieser Parlamentarisch-Politische Sieg des Führers der
französischen Demokratie ist die furchtbarste Niederlage, die
sich der Berliner Rechtskurs holen konnte.
Diese Vorgänge haben auch für Oesterreich ein starkes
Interesse. Es ist nie gut, wenn ein kleiner Staat in den
Strudel der Weltpolitik hineingerät. Am gefährlichsten ist
dies für das an der Leine der Kontrolle geführte Oester¬
reich, das von der Linie des absolutesten Desinteressements
niemals abweichen darf. Die großdeubschen Führer sind in
Berlin gewesen, und obzwar nian sie nicht durch Ueber-
schätzung ehren soll, -hat doch ihr Besuch und das unkluge
Gerede, das sich daran knüpfte, peinliches Mißtrauen er¬
regt. Herriot ist auch daraus zu sprechen gekommen und hat
diß großdeutschen Anschlußhymnen als ernsten polnischen
Akt erwähnt. Das sind sie nicht, und die ChrMichsozialen,
die MrW Partei, würden sich aus ein Wagnis de- blanken
GrÜbstmo-rdes nicht «inlasten. Aber es genügt, daß döe West-
W lener Morgenzett««-.
31. Jänner 1988 ßk. DM
Sie Misere der Sundertheater.
Lebatle im Vudgetanoschntz.
Der Finanz- und Bndgetansschnß hat gestern- die
Spesialdebatt« über das Budget fortgesetzt und das Kapitel
„Unterricht, Kultus und Kunst" unverändert ange¬
nommen. Ein« Aufklärung des UntervichtSmimsterS
über die Widersprüche bezüglich der Verordnungen der Hoch¬
schulen zur Frage derStudentennatiouen ist
nicht erfolgt. Aus der Debatte ist nur hervvrzuhcbeir,
daß die sozialdemokratischen Redner die Fortsühvtt'Ng des
Kampfes u m die Schulreform ankündigten.
Nach der Abstimmung tvurdc das Kapitel „Bundes-
theater" in Verhandlung gezogen.
Der Berichterstatter Abgeordneter Volker, der di« De¬
batte omleitet«. Myrte aus: Die Gesamtausgaben für
die vundeStheater
im Dudgotjahre 1W5 betragen 82 Milliarden Kronen, wovon
auf die Bundes, he atervevwaltung .1,7 Milliarden, auf die Be¬
triebskosten 77 L Milliarden und auf die Anlagen und Neu-
auSstattungen 3,2 Milliarden entfallen. Der Personalmvswantz
der Bun'desl'heatevverhMung macht 1,5 Milliarden, der P«cr-
sonalaiu«fwand der Betriebe M Milliarden, Pensionen 8,9 M'vl-
tiavden, der Sachaichvand der BundeStheatervenioal-t-una 222
Millionen, der Sachaufwand «der Betriebe 8,3 Milliarden, die
Lustbarkeiiscrbgabe 5,9 Milliarden «und die Ausgabe für Neu
aussta-ttungen und Anlagen 3,2 Milliarden aus.' Den Ausgaben
stehen Einnahmen im Gesamtbeträge von 63,8 Milliarden
gegenüber, so daß sich der vom Bunde zu leistende Zuschuß aus
18,8 Milliarden beläuft. Mit diesem Zuschuß wird aber bei
Anhalten der gegenwärtigen Wirtschaftskrise und dem «darauf
zuruck zuführenden Rückgang «der Theaters in nahmen
das Auslangen kaum gefunden
werden könne». Die allgemeine Wirtschaftskrise brachte ein«
fühlbare Verminderung der Th e a t e re i n n ah¬
me n mit sich, und erst in der letzten Zeit.zeigen die Einnahmen
einigermaßen eine Wendung zum Besseren.
Unter den Ausgaben des Wahres 1924 weist namentlich
der Personalaufwand eine beträchtliche Steigerung auf. Be¬
sonders muß auch beim Sachaufwand« durch möglichste
Sparsamkeit bei Neuausstattungen die ge¬
botene Oekonomie beobachtet werden.
Abgeordneter Dr. Ellenbogen besprach
den Fall Strauß.
Ursprünglich stand das Unterrichtsinmistevium auf dem
«Standpunkt, daß Strauß unbedingt sieben Monate dem In¬
stitut zur Verfügung.stehen müsse. (Unterrichtsminister Doktor
Schneider: Der Vertrag lau-rote nie ans mehr als fünf
Monate!) Wenigstens hat die Unterrichtsverwail-tung so ihre
Ansicht geäußert. Sie ist dann plötzlich wieder auf diese siins
Monate »uLÜckgegangen, so daß es nach außen bei dem. der
nicht in die Akten eingvweiht ist. den Eindruck machen mutzte,
daß man eigentlich von Vorneherein nicht mit einer solchen
Spieldauer gerechnet hat, die das Problem realisierbar macht.
Somit ergibt sich die. Vermutung, daß die Uut-errichtsverwal-
tung eigentlich von borneherein schon entschlossen gewesen ist,
Strauß fallen zu lassen. Wenn die UnterrichtSvevwaltung zu
einem solchen Schritte entschlossen gewesen sein sollte oder dazu,
Strauß bloß.für fünf Monate zu verpflichten, so wäre ein
solches Arrangement, wenn «man loyal Vorgehen wollte, zuerst
mit Strauß zu besprechen gewesen. Hat man die. Absicht gähatht,
Schalk in eine andere Stellung zu bringen, ihm eine größere
Reihe von Prärogativen zu geben, so war es illoyal, ein solches
Arrangement ohne Strauß dnrchzuft'chren. Als dieser Streit
besonders lebhaft wurde und die Oefsentlrchkeit befchästigie. hat
man eine gowisse merkwürdige Lauheit in den Bersuchrn, em«
Ausreichung der Gegensätze herbeizusühren, bemerken können
und merkwürdig lange hat das UnterrlchtSminifterium Richard
Strauß nicht gefunden. Ms er endlich von Sendlingen des
UnterrichtsUlin isterm«ms ausgefunden wurde, geschah das
einen Tag vor einer Generalprobe,
also in einer Situation, von der jeder weiß, daß ein Autor
in einer ganz außerordentlich nervösen Gereiztheit und Auf-
regung sich befindet, in der er verhandlungsunfähig ist. Es hat
da eine ganze Reibe höchst merkwürdiger Dinge mligespieLt.
Es ist gar kein Anlaß,
die künstlerische Bedeutung Schal«
berabzufehen; es ist gar nicht notwendig, eine so heikle Frage
in der Weise zu behandeln, daß man den einen den größten
Idioten nenm und den anderen in einen unerreichbaren
Himmel hebt. Die künstlerische Bedeutung von Strauß «st über
jeden Zweifel erhaben, aber »nan muß auch sagen, daß so¬
lange nicht die jetzigen Formen der Verwaltung in den Staat8-
theatern üblich waren, Schalk ein Verwalter oeJ künstlerischen
Gutes war, vor dom durchaus der Hut zu ziehen ist. Es ent¬
spricht dem Tratsch charakt er unserer Stadt Wien
und 'des Milieus, in dem wir uns befinden, daß man sich
ei-MNtlich mehr um die Frage kümmert, wie vt-el Strauß
monatlich einniMlüt, o/ts darum, wie viel «r durch fein« Per¬
sönlichkeit für den mnstter'schen C-harakter leisen kann.
Wir sind kür die Erhaltung dieses Kunstinstitutes aus
seiner künstlerischst Höhe, Mer für ein Institut, das durch die
Ungeschicklichkeit der Verwaltung in Parteien
zerrissen ist, wo Mt künstlerischer Leistungen Zänre
auf ge führt werden, wachsen unsere Sympathien «ich
Was den Spielpian anlangt, so tverden einfach
dir alten Opern abgeleiert,
von einem Beleb?« des SpielplaneS ist nach gar keiner Ri<h-
tnng eine 5iede. Wenn mau fragt, wavu.in mSbesondere die
neue Op e r n p r odu k t io n nicht gepflegt wird, so hört
mau als Ausrede, sie habe gar keine Anziehungskraft und sei
daher mit großen finanziellen Verlusten verbunden. Dem
gegenüber muß beenerkt werden, daß auch die Einnahmen aus
Verdi-, Puccin'- und sogar aus Wagser-Opern immer geringer
werden. Die Ursache davon ist, «daß die Stac.-sopernverwaltung
sich von dem Begriffe des horazischen Mäi?«atentnrms, das
heißt, daß
ei» reicher Mann
konmren und in seinen Sack greisen muß, mn die Oper zu er¬
halten, nicht loSmachen kann. Döe teueren Preise machen die
Oper zu einem exklusiven Institut und schließen die breiiten
VokkSmassen ans. ES «st unmöglich, daß die Oper auf der vier¬
ten Galerie Preise von 79.600 bis 160.000 Kronen verlangt. Die
8ell-te in der Oper haben kein Verständnis für «die Meister¬
werke «der Musik. Cs wäre dringend notwendig, daß dieser ver¬
welkende Leib «deS Spielplanes dmch Tvansfüsion neues Bbu^
bekäme. Wenn sich
die jungen Operukomponiste«
mit Recht beklagen, daß die Oper für ihre Werke kein Ver¬
ständnis habe und sie mchr aus Gründen einseitiger Tlbneiaurrg
ÄS aus Gründen der Finanzen, d«e nur ein Vorwand sind,
nicht vitr Tlinffülirung bringe, so gi'bt «8 doch eine Anzahl alter,
klassischer Meisterwerke der Musik, Merke «"« höchter künst-
lcnscher Bedeubung, die aber mit Aengstlichkcit von unserer
Oper fernegehalten werden. ES wird immer u>nd immer nur
daSsel beenge Progr am mvon gewiisen hoch¬
bewährten und beveutenden Werken aufgefühvt.
Aber da die Herrschaften jetzt in der Oper nur nachipüren,
wie viel dioftr oder jener Direktor monatliches Einkommen
hat, in seine letzten Familiengcheimnisse sich eininischrn und
die Frage der Abstammung der Söhne
in der Oesftnilichkeit zu erörtern sich verpfichtet fühlen, so
haben sie natürlich keine Zeit, die künstlevische Pflege der Oper
zu bewerkstelligen, und das Institut geht zum tiefsten Schmerz
aller, «die mit ihrem letzten Blutstropfen daran hängen,
systeinatisch zu Gvunde.
Bei dieser Gelegenheit nmiß ich in den Minister folgende
Frag?« richten: Warum wurde das Schönbrunner
Sch I o ß theater gesperrt? Wie steht .es mit dem Re¬
tz o u r c.«. ja a le? Decken sich dort Einnahmen und Aus
gaben? '
UntttrichtSmlnister Dr. Schneider
beschäfngt sich zunächst ««mit der Frage der DopPÄdiEion «
der Sl«aätsoper und bemerkt, daß idaS Problem der Doppel-
dirck'iiou nach den Erfahrungen, die man überall gemacht habe,
als fast unlösbar bezeichnet werden müsse. Die Unilös-
bavkeit dieses Problems hat sich auch in dem Falle der Staats-
oper wieder gezeigt. Die BerhaMungen scheiterten nicht an der
Frage der Kompetenzabgrenzung, auch nicht an der Frage der
Anwesncheitspflicht, sondern, wie aus den UusMoungen
Stranß' selbst hevvovgeht, an dem starren Festhalten Straus
an der Forderung
«ach de« Ausscheide» Schalks.
Sicher ist jedenfalls, daß ein Institut von diesem tunst
leischen Range nicht von der Ferne aus geleitet werden kann.
Gegenüber den Bomevkungen des Abgeordneten Dr. Ellenbogen
möchte der Minister betonen, daß die Beröfflntlichungen in den
Zeitungen nicht vom Mnisterium ausgegangeu sindi
Die Frage der Erneuerung des SpielPl-aneS ist eine rein
künstlerische, «das heitzt, sie hängt vor alllem von der kontrakt¬
lichen Anwesenheitsverpflichtung der Künstler ab. Der Minister
erwarte sich aber — insbesondere auf Grund der Beobachtungen
in der letzten Zeit — auch da m der nächsten Zukunft eine er¬
hebliche Besserung.
DaS Schönbrunner Schlotztheater hat trotz der niodrig ge¬
haltenen Preise eine Enttäuschung gebracht und muß'te
wegen zu geringer. Frequenz gesperrt werden.
Der Minister. yosfe aber, daß eS möglich sein werde, .einen Weg
zu finden, der die Wieoerevössninng deS Theaters für «das Pu-
bliknm ernröglicht.
Dem gegenüber bietet ein durchaus erfreuliches Bild'der
Besuch des R e d o u t e n s ä al t h e ä t e r s, daS infolge dieses
seines guten Besuches durchaus aktiv ist.
Das Kaprte'l ,Mr.ndestheater" wurde unverändert airg«c-
noinnren.
Nächste Sitzung: Donnerstag den 5. Februar, haw.11 Uhr
vormittags.
Mächte Argwohn sch-üpfen und es «war töricht, ihnen einen
Anlaß zu bringen oder in Bevlin Versprechungen zu machen.
Daß sie auch dort mcht allzu sehr gewürdigt werden, dakür
bürgt das in Deutschland so starke nrilitariftlsche Devstän'dniS.
Herriot hat sehr .deutlich auf die Genfer Vereinbarungen
Angewiesen und di« staatliche Unabhängigkeit eines neu-
tm'len Oesterreich ist ein sehr wesentlicher Punkt in dom
eu-vopäi-schen Pvogran'..m der Entente.
Mar — Schekel.
Die Benennung der neuen palästinensischen Währung.
Jerusalem, 29. Jänner. (I. T. A.) Die Palästinensi¬
sche Telcgraphermgentnr teilt mit: Am 26. Jänner fand
unter dem Vorsitz des Oberfekretärs der palästinensischen
Negierung, Sir Ronald S t o r r S, eine gemeinsame Sitzung
der von der Regierung ernannten hebräischen und arabi¬
schen WährungsbenennungskvulmiMon statt. Es. wurde be¬
schlossen, daß die künftige pcvlästinenjsische Währungseinheit,
die e i n e m englischen Pfund gleich sein wird,
„D i n a r" heißen sott. Diese Benennung gilt für A r a b e r
und Jude n. Der zehnte Teil eines Dinars wird hebräisch
„Schekel", arabisch „Miskal" heißen. Dann wird eS
noch einen „Haldschetel" und ,Hakbmiska>l" geben. Gin
Mbschekel wird e-imm englischen Schilling gleich s.'in. Der.
tgu«senpste Dell Än-eS DWgxs wich WMch «Pr uW, i
arabisch „Qaif* hoißerr.'
Sattani Pascha — Präsident der Wischen
Gemeinde in Kairo.
Chaim Nahum Efendi — Oberrabbiner von Aegypten.
Kairo, 39. Jänner.. (I. T. A.) Der Finangminister der
ägyptischen Regierung, Josef Cattaui Pascha- wurde
am 26. d. zum Präsidenten der jüdischen Gemeinde Kairos
gewählt. Am gle'ichen Tag« wurde der frühere Oberrabbiiver
der Türkei, Eha«im N a h u m E f e n d i, zunr Oberrabbiner
Aegyptens gewähtt. Di« Wahlhandlungen verliefen sehr
stürmisch. Der «neu« Präsident und der Oberrabbiner waren
die Kandidaten der B'nai B'rith, gegen welche im Larrde
eine beträchtliche Opposition besteht. Für den Oberrabbiner
Ghaim Nahum Efendi wurden 1611 Wahlmännerstimmen
Abgegeben.
Minister Josef Cattaul Pascha bekleidete bis jetzt das
Amt eines Bizepräsitzenten der jüdischen Gemeinde. Cr folgt
nun seinem Vater, den im vorigen März verstorbenen
Moise Cattaui Pascha, im Vorsitz mch. - ,
Oberrabbiner Chairn Nahum Efendi ist ein persönli¬
cher Frvuüd deß Präsidenten der türkischen RepMik» Kenml
Pascha, und wohnte der Friedenskonferenz als Sachverstän¬
diger «der türkischen Regierung bei. Er untechält- anch gute
B.ziehungen zur sran^sischen Regierung und wuz'de W
Jahve 1921-zum Offizin der mmhQm
m iß, dch er tüttWr tyfrnm.tonbo*,.*»
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