l polcn; 35 grossyl
Wien: Zum Abholen ln der
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erhOhansen farbdudin
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Wiener
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Sie», Samriag. 24. AprU 1926
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England: Mon. 4 Schilling.
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Bulgarien? Mon.lOOLewt.
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8. Sattgong
Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mit¬
teilungen find durch ein vorangesehtes E gekennzeichnet.
Sin Appell des Pröfidente«
Weizmann.
An die Zionisten der ganzen Welt!
Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation,
Lr. Chaim Weizmann, richtet durch die Palastinen¬
fische Telegraphen-Agentur im Zusammenhang mit der
Arbeit im Rahmen des „Monats der Zionistischen Organi¬
sation" einen Appell an die Zionisten in der ganzen Welt:
„AnsdemHerzenZionS
stnde ich an die verstreuten zionistischen Gemeinschas-
1« der Welt meine tiefen und andachtsvollen Wünsche
für den Erfolg der Jjar-Kampagne, die znm Ziele hat,
zionistischen Glauben, zionistischen
M n t und z i o n i st i s ch c E n t s ch 1 o s s e n h e i t in
den Herzen unserer schon mobilisierten Massen fester
zu verankern und gleichzeitig unsere nichtzionistischen
Brüder für die Arbeit an der Zukunft unseres Volkes
und der Zukunft des Landes unseres Volkes neu zu
rekrutieren.
Mein gegenwärtiger Aufenthalt in Palästina be¬
festigt in mir die schon früher gehegte Ueberzeugnng,
daß es einer starken Zionistischen Orga¬
nisation bedarf,
die unserem wachsenden Jischuw in Palästina Rich¬
tung, Führung und Unterhalt geben, sowie eine
moralische Aufsicht über alle jüdische Arbeit haben
solle, von wem immer diese Arbeit auch getan werde»
mag. Eine gestärktere zionistische Orga¬
nisation bedeutet ein starkes jüdisches
P a 18 st i n a. Eine größere Loyalität gegenüber der
Zionistischen Organisation bedeutet Loyalität g e g e n-
Lber dem jüdischen Volk, das die Kollektiv¬
verantwortung für das ganze Werk trägt.
Unsere Organisation hat nicht den Wunsch, alle
jüdischen Bemühungen im Lande zu kontrollieren, noch
weniger, sie zu monopolisieren. Aber solche Bemühun¬
gen ohne unsere Organisation, die den Weg nach Palä¬
stina erhellt, können zu einem ernsten Mißerfolg füh¬
ren, dies zu einer Zeit, da jedes jüdische Hirn erkennen
und jeder jüdische Nerv fühlen mutz, daß wir
eine Epoche äußerster Not
in der Geschichte unseres gequälten Volkes durchleben,
für dessen Mehrheit keine andere Hoffnung übrig bleibt
als die,
unsere alte Heimat aufzuvauen,
wo unseren jetzt ruhelosen Massen Ruhe wird und wo
wir die potenzierte Zusammenarbeit mit allen Nach¬
barn wollen, die unser friedliches Streben für die
Wiederbelebung des früher stark verwahrlosten Lan¬
des, eine Wiederbelebung, die wir ihm zn bringe»
berufen sind, nicht zurückweisen."
Rordaus letzter Weg.
Paris, 23. April. (Havas). Die sterblichen lieber*
xt st c des zionistischen Schriftstellers Max N o r d a u wurden
heute nach dem Lyoner Bahnhof gebracht, um n a ch
Palästina überführt zu werden.
Im Bahnhof hatten sich die Witwe nnd zahl-
reiche Freunde des Verstorbenen sin¬
ge f u n d e n.
Set deutsch-russische Vertrug vor
dem Abschluß.
Unlevzeichnung nächste Woche.
Berlin» 23. April. Von zuständiger Seite verlautet, baß
die Verhandlungen mit Rußland vor dem
Abschluß stchen. Die Unterzeichnung erfolgt viel¬
leicht schon zu Anfang nächster Woche. Dem.Wortlaut
des Vertrages sollen eine Anzahl Noten beigefügt werden. Die
Veröffentlichung des Vertrages wird gleichzeitig in Berlin,
Moskau und anderen Hauptstädten erfolgen. Der Vertrag
selbst werde beim Völkerbund hinterlegt werden.
tznglaud im «aheu Srient.
Verhandlungen in Angora.
(Eigendienft der „Wiener Morgenzeitnng/^)
Konsiantinopel, 23. April. Der hiesige britische Bot¬
schafter Sir Renald L i n d s a y ist nach Erhalt von Spe¬
zialweisungen aus London in Begleitung des Obersten
Chardin nach Angora gereist, um mit der türkischen
Regierung über die
Möglichkeit eines Neutralitätsvertrages
zu konferieren. Oberst Chardin nimmt an den Ver¬
handlungen als
offizieller Vertreter des Irak
teil, doch ist man in türkischen politischen Kreisen davon
überzeugt, daß er zugleich die Rolle eines
militärischen Beraters Lindsays
spielt. Deshalb hat man auch dem türkischen Außenminister
Tewfik Rüschdi Bei ebenfalls einen Offizier, der
der beste Kenner der Jrakfrage ist, den General D j e v a d
Pascha, an die Seite gestellt.
Die Verhandlungen in Angora sollen sich um fol¬
gende Fragen drehen:
1. Beratung überdieMoss ul frage. Dies¬
bezüglich schlägt England eine der Türkei entgegenkom¬
mende Revision der vom Völkerbund festge-
setztenMossulgrenze vor.
2. Abschluß eines gegenseitigen Neu-
t r a l i t ä t s v e r t r a g e s, der inhaltlich dem t ü r k i s ch-
sranzösifchen AbkomnfLn gleichen soll.
3. Gewährung einer ÄnleiW an die Türkei
und Abschluß eines langfristigen Wirtschafts¬
vertrages.
Wie verlautet, laufen die englischn Bestrebungen auch
darauf hinaus, die Türkei für den Eintritt in den
Völkerbund zu bestimmen und von Sowjetruß-
l a n d l o s z u l ö s e n.
Reue llmuhen in Kalkutta.
Kalkutta, 23. April. Heute ist es neuerlich zu
sanieren Zusammenstößen zwischen Hindus und
Mohammedanern gekommen. Von den 49 Personen,
die infolge der fei dm Zusammenstößen erlittenen Wunden ins
Krankenhaus gebracht werden mußten, sind zwei gestorben.
Nachmittags drang eine Bande M u se l m a n n e tu
die Zentralmarttihalle ein und griff die buddhisti¬
sch en Meb- und Wollwarenhändler an, von feuert vier
schiwer verletzt wurden. Die Obsthändler, die zwar
Muselmannen sind, liefen den Hindus zu Hilfe
und vertrieben die Angreifer. Ungefähr 100 Musel¬
mannen haben ein G e t r e i d e g e s ch ä f t verwüstet und den
Händler, einen Hindu, verletzt. Große Abteilungen
Polizei sind im Unruheviertel stationiert worden.
Ser franzöfische Vormarsch auf Sueida..
Beirut, 23. April. (Havas.) Die Bewegung der französi¬
schen Kolonnen gegen Suerda hat begonnen.
Ile zrledeurverhaudlüngeu im Mf.
Udschda, 23. April. (Havas.) Die Rifdelegierten
sind in einem FluMrg. -in-Mn-Amar Mgekomnten, üm mit
Abv el Krim zu verhandeln: -.Sie kehrten im Automobil
nach Taurirt zurück.
Ser englische Grubenlonslilt.
Ein Ausschuß verhandelt.
London, 23. April. In feu Verhandlungen der
Kohlenkonferenz ist noch kein Fortschritt
erzielt worden. Auf Anregung des Premierministers Bald-
win halben beide Parteien einen Ausschuß eingesetzt, der
unter dem Vorsitz Baldwins heute abends seine erste
Sitzung abhielt. Ueber das Ergebnis der Beratungen wird
offiziell nur mitgeteilt, daß beide Parteien gebeten
wurden, sich jeden Augenblick für weitere
Verhandlungen bereitzuhalten.
Die Grubenbesitzer haben neue Lohnsätze an den
Eingängen zu den Fördevschächten anschlagen lassen, die am
1. Mai in Kruft treten sollen und durchschnittlich eine
wesentliche Herabsetzung für alle Distrikte
darstellen.
Me der „Star" erfährt, will sich die englische Re¬
gierungbereit erklären, dem Kohlenbergbau
eine Anleihe mit niedriger Verzinsung zu
gewähren unter der Bedingung, daß die Grubenbesitzer fett
Betrieb der Gruben reorganisieren und die mit.Verlust
arbeitenden Gruben schließen.
Außenpolitische ßrklarungen
Briands.
ttvbev Ungarn, Italien und den Mlkervund.
Paris, 23. April. Zu Beginn der heutigen Beratung
in der Kammer über das Budget der auswärtigen Ange¬
legenheiten sprach Ministerpräsident B r i a n d die Hoff¬
nung aus, daß die Angelegenheit der ungarischen
Banknotenfälschungen von den ungarischen Be¬
hörden in befriedigender Weise werde ge¬
ahndet werden müssen; anderenfalls würde Frank¬
reich die Angelegenheit einem internationalen
Schiedsgericht unterbreiten.
Auf die französische Politik gegenüber
I t a l i e n eingehend, betonte Briand, daß Frankreich die
besten Beziehungen mit Italien unterhalte
und nicht den Fehler begehen werde, anderen Völkern über
die Art, wie sie sich regieren müssen, Vorschriften zu
machen. Sodann' interpellierte der sozialistische Abgeord¬
nete Spinasse über den Verlauf der letzten Völker¬
bundtagung, die allgemeine Enttäuschung
und zum Teil sogar Befürchtungen hervorgerufen habe.
Briand erwiderte: „Ich bin sicher, daß die Völkerbund¬
versammlung im September zu der gewünschten
Lösung führen wird. Der Geist der G l e i ch h e i t i m
Völkerbund macht täglich Fortschritte. Von seiten
Frankreichs wird er auf kröne Schwierig-
k e i t e n stoßen.
Zur Marokkofrage übergehend, erklärte der
Ministerpräsident, Frankreichs Ziel sei der Friede, und
zwar ohne irgend einen Wunsch nach Erobe¬
rn n g e n.
6itt mysteriöser Mendiebftahl.
Budapest, 23. April. Im Gebäude der königlichen
Kurie ist heute früh ein Einbruch entdeckt worden. Unbe¬
kannte Täter sind in da's im Erdgeschoß befindliche Hilfsamt
eingedmngen, haben dort eine Menge Akten auf den
Fußboden geworfen und in Brand gesteckt.
Der Einbruch wurde erst in den Morgenstunden entdeckt.
Welcher Beschasien'heit die verbrannten Wien tvaren, ist bisher
noch nicht festgestellt worden. Die Akten einiger Sensations-
Prozesse der letzten Jahre, wie des Mariffy- und des Lederer-
Prozesses, würfen von den Dieben nicht angerührt.
Katastrophe de« Paris—Barcelona-Schnell-
zage».
Fünf Tote und 30 Verletzte.
Aus Paris wird uns gemeldet: Auf der Station
L l a n s a auf der Linie von B a r e e l o n a nach C e r d o-
b a ist der von P a r i s kommende Expreß auf einen stehenden
Güterzug aufgefahren. Mehrere Wa¬
gen wurden bei dem Z u s a m m e n st o ß zer¬
trümmert. Fünf P e r s o n e n sind getötet wor¬
den, 30 P e r s o n e n find v e r l e tz t, darunter sechs
schwer.
In dem Schnellzug befand sich, wie bekannt wird, auch der
belgischeAußenministerBandervelde. Der
Minister bliebunver letzt.
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