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Sette 892
Dr. Blochs Wochenschrift
Nr. 17
verläßt, aus Kampfreihen der Brüder sachte sich hinausschleicht,
um sich seitwärts in die Büsche zu schlagen. Ueber solche Fahnenflücht¬
linge ist das Urteil von Jud und Christ übereinstimmend. Die feinsten
und vornehm st en Denker aller Völker haben diese
jüdischen Renegaten scharf verdammt. Wenn diese Juden-
stämmlinge nun gar von der perversen Leidenschaft geplagt sind, die
früheren Glaubensgenoffen zum Gaudium des niederen Pöbels gelegent¬
lich mit kleinen Hep-Hep-Mätzchen zu necken, dann ruft man unwill¬
kürlich : »Pfui Teufel". Darum Herr Kohn wird auch jeder sozial¬
demokratische Jude, wenn er Ehre im Leibe hat, ganz gewiß
lieber jeden beliebigen Antisemiten wählen als einen Judenstämmling,
der sich selber ins Antlitz spuckt und das Grab von Vater und Mutter
schändet.
„Schochen. Jawohl, das darf geschehen.
Wahrheitsliebe 1911. Oberrabbiner von Rom ist Rabbi
Castillioni.
„Mliua". Wenn Sie an die Dreieinigkeit, die Gottheit Jesu,
die Menschwerdung Gottes, die unbefleckte Empfängnis und die andern
Dogmen des christlichen Katechismus glauben, dürfen Sie ohne Meineid
vor dem Priester das christliche Glaubensbekenntnis ablegen. Wenn
Sie von der Wahrheit dieser dogmatischen Grundgesetze der Kirche
nicht überzeugt find, den Geistlichen betrügen und vor ihm ein solches
Bekenntnis ablegen, begehen Sie den Meineid.
Stab. D. Laut den jüngsten statist. Nachrichten finden fich gegenwärtig
in Jerusalem 54.0ü0 Juden, darunter 27.000 Aschkenafim und 13.000
Sephardim, zu denen auch die yemenitischen, persischen, bucharischen 2C.
Juden gehören, die sich wie folgt verteilen: Spaniolen 6000, Jemeniten
8000, persische Juden 1200, kaukasische Juden (Gurdschen) 1000, bucha¬
rische Juden 500, Magrebiner (Juden aus Marokko und Algier)
1500 Seelen.
DU» Friedrich Dr. Iiavoslav Schick
Rechtsanwalt
Verlobte.
===== Zagreb. =====
Konkursausschreibung einer definitiven Israel. Religionslehrstelle am
k. k. Staatsgymnasium in Bielitz.
Die „Wiener-Zeitung“ vom 22. d. M. enthält folgende
Kundmachung:
Am Staatsgymnasinm in Bielitz gelangt mit Beginn des
Schuljahres 1911/12 die Stelle eines wirklichen israelitischen
Religionslehrers ad personam zur Besetzung.
Mit dieser Lehrstelle ist der im § 1 des Gesetzes vom
19. September 1898 R.-G.-B1. Nr. 173 normierte Gehalt und die
Verpflichtung verbunden, im Rahmen der gesetzlichen Lehrver¬
pflichtung den israel. Religionsunterricht auch an der Staatsreal¬
schule in Bieliz und an der mit ihr verbundenen Vorbereitungs¬
klasse unentgeltlich zu erteilen.
Bewerber, welche die Maturitätsprüfung mit Erfolg abgelegt,
akademische Studien betrieben und als israel. Religionslehrer sich
bereits bewährt haben, sowie auch im übrigen vollkommen quali¬
fiziert sind, haben ihre an das Ministerium für Kultus und Unter¬
richt gerichteten und mit den erforderlichen Dokumenten belegten
Gesuche bis 20. Mai 1911 beim k. k. schlesischen Landesschulrat
in Troppau, bzw. im vorgeschriebenen Dienstwege einzubringen.
Troppau, am 18. April 1911. (12.574—I.)
K. k. schlesischer Landesschulrat
KONKURS.
Bei der israel. Kultusgemeinde in Kremsier,
Mahren, gelangt mit 1. September 1911 die Stelle eines
Rabbiners nnd Predigers
zur Besetzung.
Bewerber, welche den gesetzlichen Bestimmungen ent¬
sprechen, den Doktortitel besitzen und befähigt sind, in beiden
Landessprachen den Unterricht an den Volks-, Bürger- und Mittel¬
schulen zu erteilen, wollen ihre gehörig instruierten Gesuche bis
spätestens 31. Mai i. J. an den Kultusvorstand einbringen.
Gehalt als Rabbiner und Prediger K 2000.— nebst den Emolu¬
menten, als Religionslehrer K 2000.—, ausserdem Matrikenführung.
Nähere Auskunft im Sekretariat der Kultusgemeinde. Reise¬
spesen werden nur dem Akzeptierten vergütet.
kremsier, am 25. April 1911.
Der Kultusvorsteher: Ignaz Knöpfelmacher.
Wirtschafterin, Israelitin LLL «ESE
eine mehrjährige Praxis in ähnlicher Eigenschaft nachweisen,
ledig oder kinderlose Witwe und nicht über 40 Jahre alt sein.
Bewerberinnen haben ein mit Zeugnis-Kopien versehenes Gesuch
unter Chiffre „1911“ an die Admin. des Bl. einzusenden. G.
Konkursausschreibung.
Bei der israelitischen Kultus gemeinde Billa
gelangt die Stelle eines
Rabbiners
zugleich Religionslehrers und Vorbeters vom 1. Sep¬
tember 1911 zur Besetzung.
Der Gehalt beträgt K 1600. — jährlich nebst dem Erträg¬
nisse des Religionsunterrichtes an den Schulen des Bezirkes und
den üblichen Emolumenten.
Bewerber, österreichische Staatsbürger, welche das 50. Le¬
bensjahr nicht überschritten haben, wollen ihre Gesuche längstens
bis zum 15. Mai 1911 an den Kultusvorstand richten.
Der Kultusvorstand.
Verein Kr nueutgeltlicbeu Arbeitsnachweis
Wien, II., Taborstrasse 59
Am 24. April 1911 ständen in Vormerkung':
I. Klasse: Manuelle Arbeiter.
2 Anstreicher
— Aufpapper
5 Bäcker
1 Branntweinverschl.
2 Buchhinder
— Buchdrucker
— Bürsten- und Pinsel -
wacher
1 Drechsler
— Elektromonteure
2 Fleischhauer
— Friseur
2 Ga«- und Wasser¬
leitungs-Installateur
1 Glaser
1 Gürtler 9 Schlosser
22 Hiatkaeshte, Gsschfifts- — Schmied
and Bareaadiener — Schneider
35 Hilfsarbeiter — Schriftsetzer
1 Hutmacher — Schuhmacher
2 Kellner — Seifensieder
2 Kürschner u. Kappenm.— Se eher
3 Lautburschen 3 Spängler
1 Kellermeister u. Keller— Steinmetze
arbeiter 2 Tapezierer
4 Magazineure 1 Taschner
— Maschinist u. Heizer 2 Tischler
2 Mechaniker 3 Uhrmacher
1 Metallarbeiter — Zeichner
1 Monteur 2 Zim (Dermaler
1 Gold-u. Silberarbeiter— Riemer und Sattler — Zuckerbäcker
TUohtlgs und verlässllohe Hausbesorger.
II. Klasse: Kaufmännische Angestellte.
10 Buchhalter u. Korrespondenten 6 Manipulanten und Expedienten
3 Inkassanten 5 Platz-Agenten und -Vertreter
10 Kanzlisten und Schreiber 4 Praktikanten
40 Kommis diverser Branchen 5 Reisende
10 Komptoiristen u. Strazzisten
Tüchtige ^ushilts-Buchhalter u. Korrespondenten, auch solche, die gegen
massiges Honorar Abendbeschäftigu: g annehmen, sind stets vorgemerkt
Weibliche Abte ilung.
— Bonnen und Kindermädchen — Laufmädchen
1 Buchhalterin — Lehrmädchen
— Dienstmädchen — Maschin- und Handnäherinnen
10 Expedientinnen und Manipulant. — Modistin
1 Praktikantin
— Schneideiinnen
— Sitzkassierinnen
24 Verkäufen nen
1 Ver.chleisseria
1 Wirtschafterinnen und Stützen
der Haustrau
Klasse. Geistig« Arbslt: 10 Hauslehrer u. Hotmeister (meistens Hoch-
schüler, welche Gymnasiasten und Realschüler unterrichten).
2 Lehrerinnen und Erzieherinnen
Das Bareaudes Vereines bat seit seiner Eröffnung im November 1899
bis inklusive 22. April 1911 32.931 Vermittlungen durchgeführt.
Verein der jiid. Portiere u. HausbesorgerWiens.
Tüchtige und verlässliche Portiere und Hausbesorger em¬
pfiehlt den P. T. Hausherren und Administratoren die Stellen¬
vermittlung des Vereines der jüdischen Portiere nnd Hausbe¬
sorger, I., Seitenstettengasse 4. Auskunft täglich von 9—5 Uhr.
Suche für mein sechsjähr. Töchterchen ein
Kinderfräulein.
Offerte an: Josef Frisch, Eisenhandlung, Sisak, Kroatien.
2 Hilfs irbeiterinnen
2 Kassalräuiein
— Kellnerin
— Kindermädchen
— Köchinnen
11 Kontoristinnen u. Kanzlistinnen
4 » Anfängerinnen
IN.
Ein tüchtiger ErW
mit nibsp von anerkannten orthodoxen Rabbinern, der
guter nb'an bvz uud mip bps ist, wird ab I. Juni I. J.,
eventuell auch früher aufgenommen.
S. SONNENSCHEIN
Hotel und Pension Erzherzog Franz Carl
BAD ISCHL.
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, V1L