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Nr. 37 — 13. September 1935
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Freitag, 13. Sept. 6.10
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70. Geburtstag. Am 14. d. JVL feiert Herr Med.-
Rat Dr. J. W e i ß, langjähriges Mitglied des Bet¬
hausvorstandes Vll der Kultusgemeinde, seinen
70. Geburtstag.
75. Geburtstag. Dieser Tage feierte Herr Börserat
Paul B j e h a v y seinen 75. Geburtstag. Der Jubilar gehört
seit vielen Jahren der Börsekammer und dem Schieds¬
gericht der Wiener Effektenbörse als verdienstvolles Mit-
* glied an und wurde von beiden Vereinigungen in herz¬
lichster Weise beglückwünscht. Auch auf jüdischem
Gebiete ist der Jubilar segensreich tätig, u. a. ist er lang¬
jähriger Vizepräsident des Tempelvereins im 8. Bez. Herr
Rabbiner Dr. Bauer würdigte am letzten Freitagabend
in einer improvisierten Feier in überaus schöner An¬
sprache die zahlreichen Verdienste, die sich Herr
Bjehavy in hingebungsvoller Tätigkeit um den
Tempel erworben hat. Auch anderen jüdischen Institu¬
tionen, wie dem Rekonvaleszentenheim „Philanthropia"
etc. steht der rüstige Fünfundsiebziger seit Jahren als
Vorstandsmitglied mit Rat und Tat zur Seite. Wir gratu¬
lieren herzlichst.
Todesfälle. Am letzten Sonntag wurde Frau Regine
Stern vom Mädchen-Pensionat Stern zu Grabe ge¬
tragen. Die große Halle des ersten Tores konnte kaum
all die' vielen fassen, welche gekommen waren, um der
Verewigten die letzte Ehre zu erweisen und ihren Töch¬
tern, Schwiegersöhnen, und Enkeln die innigste Teil¬
nahme an dem unersetzlichen Verlust auszudrücken; sie
wollten der Verewigten danken für das Vorbild, welches
sie den Schülerinnen stets gewesen, und für das Gute,
welches sie stets übte. Als Familienoberhaupt, als Be¬
raterin, war sie immer Sinnbild der wahren, gütigen,
dabei energischen jüdischen Frau, Vorbild und Ansporn.
Rabbiner Dr. Bach würdigte sie auch in einer gehalt¬
vollen Ansprache nach Verdienst. Die kantorale Funk¬
tion versah Oberkantor Kogan in inniger Weise. Es
sprach noch eine Vertreterin des Lehrkörpers.
Dieser Tage sind zwei in der jüdischen Oeffent-
lichkeit gut bekannte Menschen plötzlich dahingegangen,
tief betrauert von denen, die sie kannten und schätzten.
Am gleichen Tage, am Mittwoch, den 11. d. M., wurden
sie begraben. Sekretär Leo Rath, als einer der Führer
der Partei der „Werktätigen Juden", eine Zeitlang
Kultusvorsteher, war, wie Herr Oberrabbiner Dr. I.
T a g 1 i c h t gebührend feststellte, ein Mann der hin¬
gebungsvollen sozialen Arbeit, seinen Tod beklagen
seine Gattin, seine beiden Kinder und sein Bruder Moses
Rath neben den vielen, die sein Wirken beobachten
konnten. Die kantoralen Funktionen bei dem Leichen¬
begängnis, dem sehr viele Freunde des Heimgegangenen
beiwohnten, versah in inniger Weise Oberkantor G.
M a r g u I i e s.
Auch Frau Helene Forster-Beck widmete
sich in ihrem nun so jäh abgeschlossenen Leben der so¬
zialen Arbeit, sie war als Präsidentin Nachfolgerin im
Ehrenamte ihrer Mutter Amalia Forster-Beck, der
Begründerin des Vereines „Philanthropia", und leistete
hier, wie Dr. J. Ornstein, der mit Präsident Dr. J.
Friedmann und mehreren Kultusvorstehern und Ge¬
meindebeamten beiden Leichenbegängnissen beiwohnte,
in seiner gehaltvollen Abschiedsrede ausführte, Hervor¬
ragendes. Auch Rabbiner Dr. Bauer vom Neudegger-
tempel sprach bei dem unter überaus großer Beteiligung
stattgehabten Leichenbegängnis ergreifend vom Wirken
und Wesen der Heimgegangenen, einer Tochter des Be¬
gründers und ersten Präsidenten dieses Tempels, Herrn
Beck.
Brüder Kunz — Aktiengesellschaft
Die bekannte Kolonial- und Lebensmittelfirma
Brüder Kunz wird unter Mitwirkung der Oester¬
reichischen Kreditanstalt - Wiener Bankverein in
eine Aktiengesellschaft umgewandelt Die neue
Gesellschaft wird den Namen Brüder Kunz A. G.
tragen.
Fernei: erfolgt die Uebernahme eines Aktien¬
paketes der neuen Gesellschaft durch die Julius
Mein! G., die auf diesem Weg ihre geschäft¬
lichen Beziehungen und Erfahrungen der Brüder
Kunz A. G. zur Verfügung stellt.
Die beiden Herren Walter und Hans Kunz
werden auch dem Verwaltungsrat der neuen Ge¬
sellschaft angehören.
Jüdische Künsüerepiele" (II., Praterstraße 34,
Tel. £-45-4-94). J a c R e c h t z e i t, der jüdisch-ameri¬
kanische Star, beginnt Samstag, den 14. September, y-9
Uhr sein Gastspiel in der lustigen Komödie „Gene j-
wische Liebe", von A. Friedmann. Der berühmte
Gast, der für diese Novität selbst die Musik komponiert
hat und Regie führt, wird zweifellos dem Wiener jfidi-
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sehen Theaterleben' einen neuen Impuls verleihen. — Der
Kartenvorverkauf für dieses Gastspiel hat bereits be¬
gonnen. . . .. .uailfillHB
flmtficöe Verfautöarungen
ter JsraefitiscQen Xuftusgemeinde Wien
Ah die p. t Gemeindemitglieder!
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß mit
Rücksicht auf den großen Andrang und die strengen be¬
hördlichen Verfügungen die Organe sämtlicher Gemein¬
debethäuser den Auftrag erhielten, an den : kommenden
hohen Feiertagen ausnahmslos nur solche Personen in
den Tempel einzulassen, welche ordnungsgemäß ausge¬
stellte, für das laufende Jahr giltige Betsitzkarten vor¬
weisen können.
Die p. t. Gemeindemitglieder werden daher er¬
sucht, sich wegen Ankauf der von ihnen gewünschten
Betsitzkarten mit den in Betracht kommenden Ver¬
kaufsstellen ehestens ins Einvernehmen zu setzen.
Wien, 9. September 1935.
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Gottesdienst für Jugendliche an den hohen Feiertagen.
Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde
Wien veranstaltet an den kommenden hohen Feiertagen
im Festsaale des Hotel „Post", I., Fleischmarkt 20 (Ein¬
gang I., Drachengasse 1) einen
Festgoftesdienst,
der hauptsächlich für die reifere Jugend.bei¬
derlei Geschlechtes (im Alter von etwa 15 bis
20 Jahren) bestimmt ist.
Der Zutritt zu diesem Gottesdienste, der nach dem
Vorbilde und im Umfange der Gemeindegottesdienste
abgehalten wird, erfolgt auf Grund unentgeltlich
ausgegebener Karten, deren Verteilung tunlichst
im Wege der Jugendorganisationen durchgeführt wer¬
den soll.
Die Jugendgruppen werden ersucht, ein Verzeich¬
nis jener Jugendlichen, die Eintrittskarten zu diesem
Gottesdienste wünschen, bis spätestens Dienstag, den
17. September d. J. dem Jugendreferate der Kultus¬
gemeinde zu übermitteln.
Die Ausgabe der Karten auf Grund der Verzeich¬
nisse erfolgt am 18. und 19. September d. J., während
die Einzelkarten an Jugendliche ab Freitag, den 20. Sep¬
tember d. J. im Jugendreferate, I., Seitenstettengasse 2,
I. Stock, von 9—12 Uhr vormittags ausgefolgt werden.
Diese Eintrittskarten gelten nur für Jugendliche;
für Erwachsene werden besondere Karten ausgegeben.
*
Einschreibungen für die hebräische Sprach- und Bibel¬
schule der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, XX.,
Othmargasse 46.
Der Unterricht an der hebräischen Sprach- und
Bibelschule der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, XX.,
Othmargasse 46, Saal I, beginnt
Dienstag, den 17. September 1935.
. Die Einschreibungen finden an diesem Tage
zwischen 3 und 7 Uhr nachmittags im
Schullokale, Saal I, statt.
Der Unterricht ist unentgeltlich.
Bei der Einschreibung ist die Anwe¬
senheit der Eltern unbedingt notwendig.
*
Beginn des Unterrichtes an der Jüdischen Volksschule
der Kultusgemeinde Wien, IL, Castellezgasse 35
Der Unterricht in der I. Klasse der Volksschule der
Israelitischen Kultusgemeinde Wien, II., Castellezgasse
Nr. 35, beginnt Montag, den 16. September d. J. um
9 Uhr vormittags.
Der Lehrplan und das Stundenausmaß für alle
weltlichen Gegenstände sind gleich denen der allgemei¬
nen Volksschulen, doch wird an dieser Anstalt ein
größeres Maß jüdischen Wissens vermittelt werden;
schon in der I. Klasse wird ein zweistündiger Religions¬
und ein zweistündiger hebräischer Sprachunterricht pro
Woche erteilt werden.
Der Vormittagsunterricht wird um 9 Uhr vor¬
mittags beginnen.
Anmeldungen von schulpflichtigen Kindern für
diese Schule unter Beibringung des Geburts-, Heimats¬
und Impfzeugnisses werden noch bis spätestens 20. Sep¬
tember in der Schulkanzlei, II., Castellezgasse 35, ent¬
gegengenommen, woselbst auch nähere Auskünfte er¬
teilt werden.
Beerdigungen-
4. September 1935: Josefine Klein, 74 Jahre, 9. Bez.
(I. Tor). — Katharina Wertheimer, 68 Jahre, 1. Bez.
(I. Tor). — Johanna Herzog, 80 Jahre, 2. Bez. (I. Tor).
— Berta Herr, 48 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Johanna
Loth, 82 Jahre, 19. Bez. (Döbl. Friedhof).
5. September: Hermine Grünhut 62 Jahre, 10. Bez.
(I. Tor). — Vilma Fischer, 78 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). —
Hersch Leib Batist, 75 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). —
Sofie Turad, 59 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Fanny
Neumann, 70 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Dr. Gustav
Eppenheim, 61 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Alfred
Stern, 15 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Irene Schindel,
56 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor).
6. September: Maria Geiringer, 66 Jahre, 2. Bez_
(I. Tor). — Jolle Mandl, 65 Jahre, 17. Bez. (I. Tor). —
Prof. Dr. Oskar Strnad, 56 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). —
Cornelie Moor, 79 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Amalia
Wilder, 31 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Mina Diamant-
stein, 45 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor).
8. September: Amalie Weinberger, 78 Jahre,
13. Bez. (I. Tor). — Wilhelm Bauer, 57 Jahre, 2. Bez.
(I. Tor). — Regine Stern, 75 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). —
Hans Engel, 42 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). — Rosa Herz,
65 Jahre, 7. Bez. (I. Tor). — Hlax Malicin-Cornelini,
65 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Erwin Schwarz,.
21 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Katarina Grün, 80 Jahre,
7. Bez. (IV. Tor). — Leopold Getzl, 48 Jahre, 20. Bez
Antonie Mandler, 75 Jahre, 6. Bez.
Sabine Polatschek, 72 Jahre, 2. Bez.
Dr. Otto Schindler, 36 Jahre, 2. Bez.
Bernhard Freund, 69 Jahre, 14. Bez.
Ander Tuschak, 22. Jahre, 20. Bez.
Regine Goldstein, 70 Jahre, 6. Bez.
Wilhelm Schorr, 48 Jahre, 9. Bez.
Ephraim Sternhell, 73 Jahre, 2. Bez.
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9. September: Selma Dörfler, 90 Jahre, 9. Bez.
(I. Tor). —Hermine Griinfeld, 81 Jahre, 4. Bez. (I.Tor).
— Marie Glass, 65 Jahre, 6. Bez. (I. Tor). — Cflir
Bieler, 61 Jahre, 16. Bez. (I. Tor). — Alfred Dub,
74 Jahre. 3. Bez. (I. Tor). — Mathilde Dorner, 75 Jahre,
4. Bez. (I. Tor).
10. September: Rosa Werter, 68 Jahre, 9. Bez.
(I. Tor). — Aurelie Forster, 88 Jahre, 1. Bez. (I. Tor).
— Eugenie Signer, 71 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Ger¬
hilde Borgenicht, 20 Jahre, 18. Bez. (I. Tor). — Gisela
Schönfeld, 80 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Eldel Riwe
Grünberg, 68 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor).
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