die seitdem wiederholt bearbeitet worden ; in einem an¬
deren ( 1880 ) veröffentlicht er die Märtyrerverzeichnisse
aus Worms und Wien , in einem dritten ( 1881 ) die Me -
morbücher ( d . h . Verzeichnisse verdienter Toter und merk¬
würdige Todesfälle ) der Gemeinde Deutz u . a . m . ; diese
Schriften sind die Anfänge einer Bewegung , welche die
damals herrschende Gleichgültigkeit gegen die hebräischen
Gemeindebücher und Urkunden aufrüttelte und ihre Be¬
deutung als wichtige Dokumente und geschichtliche Quel¬
len in Erinnerung brachte . Schon aus seinen verschie¬
denartigen Veröffentlichungen geht hervor , welche Leiden¬
schaft er für handschriftliche Werke und seltene Druck¬
schriften hatte , und daß er infolge solcher Liebhaberei
ein reiches bibliographisches Wissen sich angeeignet haben
muß . In der Tat besaß er umfassende bibliographische
Kenntnisse und hat hiervon treffliche , belehrende Proben
in einer Reihe von Schriften mit dem unverbindlichen
Titel „ Kuntres " ) niedergelegt ; es sind dies sehr dankens¬
werte Verzeichnisse von Erklärungsschriften und Metho¬
dologien zur Halacha und Aggada . Am Ende 8er biblio¬
graphischen Verzeichnisse pflegt er Berichtigungen und
Ergänzungen zu früheren Angaben und Bemerkungen
verschiedenster Art anzubringen und allerlei Anekdota
aus seinem Manuskriptenschatz mitzuteilen . Als beson¬
ders interessant dürfen hervorgehoben werden : „ Kuntres
hamaggid " bibliographisches Verzeichnis der Erklärungs¬
schriften zur Aggada und zum Midrasch ( 1880 ) , „ Kuntres
hamafteach " bibliographisches Verzeichnis von allerlei
Indizes zu Talmud und Midrasch ( 1881 ) , und endlich
seine letzte Schrift „ Kuntres harambam " bibliographisches
Verzeichnis der Erklärungsschriften zur „ Mischne torah "
des Maimonides mit mancherlei Zusätzen ( 2 . Auflage
1893 ) . In Erwägung der hier vorliegenden Ausfüh¬
rungen kommen wir zu dem Schluß , daß Jellinek kein
neues Problem angeschnitten und ' kein altes Problem
gelöst hat . Wohl aber hat er wichtiges Material ge -
l ) Zu „ Kuntres " wird alsdann noch ein die Spezialität der
Skizze bezeichnendes Beiwori hinzugefügt .