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Erscheint monatlich.
— Abonnementspreis —-
für das ganze Jahr 6,— M.
für das halbe Jahr 3,50 M.
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Herausgegeben vom
Bureau für Statistik der Juden
Berlin-Halensee, Westfälische Strasse 16.
Redaktion: Dr. Arthur Ruppin.
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Zu beziehen durch das
Bureau für Statistik der
Juden, Berlin-Halensee,
Westfälische Strasse 46-
Für die ümschlagseiten werden Inserate — vorzugsweise von Buchhändlern und Verlegern — entgegengenommen.
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1. Jahrgang;, j
Juli 1905.
Heft No, 7.
5 X H ALT:
(Die nicht von den Verfassern gezeichneten Artikel sind Arbeiten des Bureaus für Statistik der Juden.)
I. Abhandlungen. M. Lawin, St. Petersburg: Die ökonomische Lage der jüdischen Kolonieen in Palästina. — B. Goldberg. Wihin:
Teber die sprachlichen Verhältnisse der Juden Rußlands. (Schluß) —Dr. Arthur Ruppin, Berlin: Die jüdischen Handwerker in
Rumänien. — Die Auswanderung aus Oesterreich nach den Vereinigten Staaten.
II. Statistisches Archiv. Zahl der Ehen in Baden. — Frequenz der Universität Straßburg. — Berufsgliederung der Juden in Neu-Büdwales
Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger
Quellenangabe gestattet.
Die ökonomische Lage der jü
Von M. Lawin,
Im Sommer des Jahres 1902 entsandte das
Odessaer Komitee der „Gesellschaft zur Förderung
der jüdischen Ackerbauer in Palästina und Syrien",
den Agronomen Ettinger (er ist jetzt Leiter einer
Meierei und Ackerbausehule der Jewisli Coloni-
zaticu Association in Soroki in Beßarabien) nach
Palästina mit dem Auftrage, die Lage der jüdischen
Kolonieen zu erforschen. Als Resultat dieser
Studienreise hat Ettinger soeben (Odessa 1905)
unter dem Titel „Materialien zur ökonomischen
Lage der jüdischen Kolonieen in Palästina" eine
Broschüre in russischer Sprache erscheinen lassen,
welche ein reichhaltiges Material über die jüdischen
Kolonieen in Palästina liefert. Wir beabsichtigen
an dieser Stelle nicht, eine kritische Skizze dieser
Arbeit zu geben: wir wollen den Leser nur über
die Tatsachen unterrichten, die der Autor fest¬
stellt und über die Schlüsse, die er aus denselben
zieht. Seine Meinung kaen als kompetent erachtet
werden, da er sich bereits lange Zeit mit der
Kolonisationsfrage der Juden Rußlands befaßt hat.
Die Broschüre zerfällt in 3 Teile: 1. Die
wichtigsten statistischen Angaben über die Kolo-
dischen Kolonieen in Palästina.
St. Petersburg.
! nieen, 2. Die Erträge der Ansiedlungen, 3. Jakres-
! budgets der Kolonisten. Dem Buche ist ein
j Schlußwort beigefügt, in welchem der Autor seine
I Meinung darüber darlegt, welche Lehren wir
\ aus der 20jährigen Kolonisationsarbeit in Palästina
; zu ziehen haben. Wir werden uns in der Haupt-
i sache nur mit dem ersten Teil und dem Sckluß-
j wort beschäftigen. Die beiden anderen Abschnitte,
! in denen die statistischen Angaben nicht voll-
: ständig sind, werden wir nur kurz skizzieren.
Im Jahre 1902 hatten die Juden in Palästina
i 39 Kolonieen, von denen 20 unbewohnt waren.
I Außer diesen 20 Kolonieen schließt Ettinger aus
: seinen Betrachtungen noch weitere 2 (Machnajiin
j und Bnei-Jehuda) aus, in denen die AnsiedLer
I sich noch nicht fest niedergelassen hatten. Seine
i statistischen Aufzeichnungen beziehen sich also
; nur auf 17 Kolonieen. Nach der Zählung; die
| in den Jahren 1899—1900 von privater Seite
I (Meerowitsch) unternommen worden ist, umfaßten
! diese Kolonieen insgesamt 4750 Seelen. Die
Ansiedlerzahl der palästinensischen Kolonieen ist
hiernach eine vier Mal geringere als in den