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für Demographie und Statistik der Judei.
Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden
Berlin C. 2, An der Spandauer Brücke 15
Schriftleitung: Dr. Bruno Blau, Berlin.
10. Jahrgang Februar 1914
INHALT:
Die nicht von den Verfassern gezeichneten Artikel sind Arbeiten des Bureaus für Statistik der Juden
I. Abhandlungen: Dr. oec. publ. Jacob Segall, Berlin: Die jüdischen Frauen-Vereine in Deutschland (Fortsetzung). —
cand. med. Sigismund P e 11 e r, Wien: Anthropometrische üntersuchtiiigsergebnisse bei Neugeborenen jüdischer und
nichtjüdischer Abstammung. — N. M. Gelber, Wien: Materialien zur Statistik der jüdischen Gemeindeschulden in Poleu
in der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts.
II. Statistisches Archiv: Die konfessionellen Schulverhältnisse in Hessen und im deutschen Reich. — Die Prüfungen für d*
Lehramt an höheren Schulen in Preußen 1901/02 bis 1911/12.
Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit
vollständiger Quellenangabe gestattet
Erscheint monatlich.
Ahonnementsprels für das
ganze Jahr 6,— M., für
das halbe Jahr 3,50 M.
Heft fir. 2
Die jüdischen Frauen»
Von Dr. oec. publ. J
(Fortsetzung und Schluß).
Besonders verdient bei dieser Gelegen- j
heit erwähnt zu werden ein Verein „Nächsten- j
liebe" in Herford i. W., wo außerdem j
bereits ein jüdischerFrauenverein die üblichen j
hier geschilderten Aufgaben erfüllt. Der j
genannte Verein, 1904 gegründet, will unter i
besonderer Berücksichtigung der p e r s ö n - j
liehen Betätigung sozial wirken. Er j
versammelt in den Wintermonaten seine j
Mitglieder zum Nähen von Wäsche etc. Die [
fertiggestellten Stücke werden an jüdische j
Auswanderer nach Bremen und Hamburg j
geschickt. I
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Den Hauptzweig der Tätigkeit der Frauen-
Vereine bildet naturgemäß, wie schon aus
der geschichtlichen Entwicklung hervorgeht,
die Krankenpflege von Mitgliedern j
oder von bedürftigen Frauen überhaupt. i
reine in BeuiscMnni
c o b S e g a 11, Berlin.
In engerem Zusammenhang mit ihr hat sich
die Wochenpflege entwickelt, die in
den meisten Vereinen zur Krankenpflege
gehört, in einer ganzen Reihe von Städten
von besonderen Wöchnerinnen-
Vereinen ausgeübt wird Die Kranken¬
pflege wird in der Weise geleistet, daß freier
Arzt, Apotheke, Medikamente, Stärkungs¬
mittel gewährt werden, daß Nachtwachen
entweder durch Mitglieder oder bestellte
Wärterinnen geleistet und daß neuerdings
Krankenpflegerinnen, die ärztlich ausgebildet
sind, gestellt werden. Auch Unterstützung
zu Badereisen, selbst für Unterbringung in
Krankenanstalten wird in den größeren
Frauen-Vereinen gesorgt. Mit vielen Frauen-
Vereinen, namentlich in kleineren Orten, ist
eine Krankenkasse verbunden, d. h. die er-