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Dev Beachtung empfohlen ! .
Viele meiner auswärtigen Bekannten haben gelegentlich
geäußert, daß sie, für den Zweck des Schulbesuchs, ihre
Söhne gern nach. Berlin senden würden, wenn nicht der
Umstand, daß bei- mehrern Derjenigen, welche bisher Pen¬
sionäre hielten, die Wirthschaft nicht fei, sie davon
abschrecken möchte. — Von dieser Aeußerung veranlaßt,
erkläre ich mich zur Aufnahme sittlich erzogener Söhne
solcher fromm gesinnten Eltern gern bereit, da, wie hier
notorisch bekannt,-mein Haushalt streng geführt, der
sehr heilig gehalten und, bei mir überhaupt genau
nach dem Mosaisch rabbinischen Gesetze gelebt wird. —
Bedingungen annehmbar; briefliche Unterhandlungen porto¬
frei. Berlin, Oktober 1843.
Möses Heinemann,
Lehrer des kausmänn. Buchhaltens, der
Wechselkunde und der Korrespondenz.
Grenadkerstraße No.'18.
B e rrr e t I n n g.
Den Freunden des zu errichtenden Hospitals und der Schule in Jerusalem haben wir mit Ver¬
gnügen zu berichten- daß uns so eben folgendes Schreiben zugekommen.
Großherzoglich Badischer Oberrach der Israeliten.
Karlsruhe, den 14. September 1843.
No. 509. Erlaß Großh. Hochpreisl. Ministeriums des Innern vom 25. Juli d. I. No. 8,048, die Sammlung
von Beiträgen zur Errichtung eines Israelit. Hospitals und einer Schule in Jerusalem betreffend.
D e sch l rr ß.
I. Ist das anher gekommene Schreiben des Rabbiners vr. Ludwig Philippson in Magdeburg vom
10. Mai d. I., lithographiren zu lasten und sammtlichen Bezirks-Synagogen so wie den Synagogenrathen Karls¬
ruhe und. Mannheim eine hinlängliche Anzahl von Abdrücken mit folgendem Erlasse zuzustellen:
„Von dem Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Magdeburg wurden wir mittelst Schreibens vom
„10. Mai d. I. ersucht, dahin zu wirken, daß auch bei den Israelit. Gemeinden des Großherzogthums
„Baden eine Sammlung von Beitragen zur Errichtung eines Israelit.'Hospitals und einer Schule in Je-
„rusalem veranstaltet werde. . . '
„Bon der Ueberzeugung durchdrungen, daß diese fromme Angelegenheit nicht allein unserer Glaübensge-
„nostenschaft, sondern der Menschheit angehöre und daher nach dem Vorbilde edler Israeliten im Auslande
„unserer und unserer hierländischen Gemeinden Theilnahme und Mitwirkung würdig sek, haben wir bei
„Hochpreisl. Ministerium des Innern um hohe Erlaubniß hierzu nachgesucht, welche auch mittelst verehr-
„lichen Ministerialbeschlustes vom 25. Juli d. I. No. 8048. ertheilt wurde.
„Sammtlichen Bezirks-Synagogen wird daher hierbei eine hinreichende Anzahl von lithographirten Ab¬
schriften des oben erwähnten Schreibens mit dem Aufträge zugestellr, die Synagogenräthe ihres Bezirks,
„unter Zustellung eines Exemplars an einen jeden, zur Sammlung von Beiträgen bei ihren Gemeinden
„für den fraglichen Zweck aufzufodern, und rücksichtlkch der Letztem, nach den unter No. 1 und 2 des er¬
mähnten Schreibens enthaltenen Bestimmungen zu verfahren."
II. Hiervon wird Herr Rabbiner vr. Philippson - in Magdeburg, unter Anfügung eines Verzeichnisses
über die Bezirks-Synagogen des. diesseitigen Großherzogthums, auf gefälliges Schreiben vom 10. Mai d. I. in
Kenntniß gesetzt.
Der Ministerial-Kommissär:
Christ.
Epstein.
Druck von Z. B. Hirschfel-.