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ihrem' häuslichen Gemeinde- und Synagogalwesen ab¬
schaffen, allein sie hat keine Energie, den Willen zur
That zu stempeln. Daher sehen Sie vor sich, mein
Herr, eine Waffe junger Gestalten mit modernen Kopf
und Herzen im antkmodernen langen Kaftan und dem
übrigen polnisch-jüdischen Kostüm einherwandeln, obschon
Alle, wie Sie sie da. sehen, diese Tracht innerlich ver¬
achten und sie je eher je lieber der Vergessenheit zu über¬
geben wünschen; ja, offen gestanden, ich selbst gehöre
auch dazu. — Erbärmliche, kleinliche Rücksichten verhin¬
dern uns, uns selbst zu emanzipiren, nachdem wir
von diesem nothwendigen, ja nunmehr unabweisbaren
Selbst-Emanzipationsakte innerlich durchdrungen sind.—
(Fortsetzung folgt.)
Anzeiger.
In demselben werden Annoncen aller Art gegen Ngr. (1 gGr.)
Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift pder deren
Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen.
Die Verlagshandlung'
Anzeige.
Die an einigen Orten Deutschlands verfertigten Ma¬
schinen zum niLu-backen haben bis jetzt noch Vieles zu
wünschen übrig gelassen, welches auch wohl Schuld ist,
daß dieselben noch sehr wenig verbreitet wurden. Da es
mir-aber gelungen ist durch vielfach angestellte Versuche,
Liese Maschine derart zu verbessern, daß nichts zu wün¬
schen übrig bleibt, so zeige ich dieses meinen Glaubens-.
genossen hierdurch an, mit dem Bemerken, daß 4ch Be¬
stellungen hierauf,, unter Versicherung billiger Bedienung
annehme, und-ich bereit bin, portofreie.Nachfragen
und nähere Erkundigungen sogleich zu beantworten.
Kassel im Dezember 1843.
I. B. PLtkard-
Maschinist.
Anzeige.
Ein unverheiratheter Religionslehrer, der zugleich
Vorbetec und'.Schächter ist, kann, nach erlangter
Approbation. unseres Landesrabbiners Herrn vr. Hold¬
heim, zum 20. April L844 bei der hiesigen Gemeinde
eine Anstellung finden. — Die Stelle bringt bei freier
Station ein Fixum von 150 Thlr. Geld und die soge¬
nannten Schechita-Gebühren, — Hierauf Reflektirende
wollen sich persönlich oder durch portofreie Briefe wenden
an den
Vorstand der israelitischen Gemeinde zu
Parchiw in Mecklenb.-Schwerin.
Anzeige
Zu Ostern 1844 wird ^ die Stelle eines Schäch¬
ters , Vorsängers und Religionslehrers bei der hiesigen
Gemeinde offen. . Dieselbe trägt außer freier Wohnung'
und Kost sicher 110 bis 120 Thlr. Pr. Crt. jährlich ein.
Bewerber, welche durch die Approbation unseres Landes¬
rabbiners, Hrn. vl. Holdheim zu Schwerin, ihre Befähi¬
gung nachzuweisen haben, wenden sich in portofreien
Briefen an den ' ,
Vorstand der hiesigen israel. Gemeinde.
H. D. Nathan.
Gnopen in Mecklenburg-Schwerin im Dez. 1843.
Anzeige. '
Ein junger Mann (Staatsbürger) der,seit mehreren
Jahren als Vorbeter, Schächter, Elementar- und Religions-
lehrer fungirt, die genügendsten Zeugnisse seines morali¬
schen Wandels beibringen kann und der im Stande ist, ,
den Gottesdienst durch die Leitung eines Chors zu heben,
wünscht zu Ostern 1844 als zum eine ihm ange¬
messene Stelle bei einer Gemeinde anzutreten. Hierauf.
Reflektirende belieben sich portofrei an die Redaktion un-
' ter der Chiffer 8. P. zu wenden.
Zu kommenden Ostern kann ein, im Jüdischen und
Deutschen tüchtiger Hauslehrer, Anstellung finden, gegen
80 Thlr. festes Gehalt und freie Station; auch würde
gern gesehen,'wenn derselbe Schächter dabei wäre. Re¬
flektirende wollen sich gefälligst unter franco Einsendung
ihrer Zeugnisse und Briese an Salomon Joseph in
Schnakenburg wenden.
Bemerkungen.
Wir machen darauf aufmerksam, daß uns die per Buchhandel zugesandten Werke, namentlich aus dem
Auslande, oft sehr spat zukommen. So erst in diesen Tagen das im August d. I. fortgeschickte:• De Dichter van
3iet Boek Jjol) als dierkundige bescliouwd; so in diesen Tagen das seit längerer Zeit abgeschickte „Zustande und
Kämpfe der Juden," „Landeskunde von Kenaan," „Salomon gegen Bruno Bauer" ff. Die Referate über diese
und andre Werke werden in den ersten Nummern des kommenden Jahrgangs geliefert werden. Es liegt im allsei-
ligen Interesse, daß die Werke uns schneller in die Hände kommen. Die Wedaktion.
Für Herrn S. P. im Anzeiger No. 46. ist uns ein sehr annehmbarer Vorschlag zugekommen. Wir^ kön¬
nen aber die Adresse in unseren Büchern-nicht finden, und bitten daher um dieselbe. Die Wedaktion.
Druck von £f. B. Hirschfeld.