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zu erfragen bei Moses Heine in Mirow (Mecklen-
burg-Strelitz), direkt oder durch Vermittlung der Buch¬
handlung von C. Brün slow in Neubrandenburg.
Die israelitische Gemeinde zu Tessin in Mecklen¬
burg-Schwerin wünscht zu Ostern 1846 einen Religions¬
lehrer, der zugleich Schächter und Dorbeter ist und einen
Chor zu leiten versteht^ zu engagiren. Auch wird noch
besonders gewünscht, daß derselbe in -deutschen Wissen¬
schaften, wie in fremden Sprachen, Kenntnisse zum Un¬
terrichten besitzt. Das jährliche Gehalt ist bei freier Sta¬
tion, Kost, Wohnung und Heizung, auf einhundert
und dreißig Thaler Preuß. Kour. festgesetzt, außer¬
dem sind noch auf circa 25 bis 30 Thaler für das Schäch¬
ten. Noch wird bemerkt, daß der ertheilte Unterricht in
den letztgenannten Wissenschaften besonders bezahlt wird.
Hierauf Reflektirende können sich mit genügenden Zeug¬
nissen über Fähigkeiten und moralisches Betragen in
portofreien Briefen an den Unterzeichneten Vorsteher
wenden.
Tessin, im November 1845.
I. Marcus.
Ein vielseitig gebildeter und praktisch erfahrener Leh¬
rer, preußischer Staatsbürger, der seit einer Reihe von
Jahren in dem Hebräischen und den allgemeknenen Ele¬
mentar und höheren Wissenschaften den gründlichsten Un¬
terricht ertheilt, auch in einer nicht unbedeutenden Ge¬
meinde den Gottesdienst leitet und deutsche Vortrage halt,
wünscht zu Ostern k. I. eine seinen Fähigkeiten ange¬
messene Stellung. Die vereheliche Dietcich'sche Buch¬
handlung in Göttingen wird unter der Adresse M.
H. M. auf desfallsige frankirte Offerten das Nähere zu
veranlassen die Güte haben.
Ein junger Mann, jüdischen Glaubens, welcher be¬
reits niedrere Jahre in einem Manufakturwaarengeschaft
servirt, wünscht zu Ostern k. I. eine anderweitige gute
Stelle anzunehmen. Derselbe kann sowol über sein Ver¬
halten die besten Zeugnisse beibringen, als er auch fähig
ist, die Führung der Bücher und der Korrespondenz zu
besorgen, so wie beim Verkauf thatig zu sein: Jedoch
reflektier derselbe nur auf eine solche Stelle, bei welcher
ec an den Sabbat- und Festtagen vom Geschäft dispen-
sirt ist. Offerten mit den näheren Bedingungen bittet
man, in frankicten Briefen an die Buchhandlung von
F. Förstemann kn Nordhausen unter der Chiffre
L. M. zu senden.
Ich beabsichtige, zu kommendem Neujahr einen Kna¬
ben mosaischer Religion in die Lehre zu nehmen, und
ersuche Eltern oder Vormünder, die von dieser Anzeige
Notiz nehmen, sich wegen der näheren Bedingungen in
frankicten Briefen an mich zu wenden.
Nordhausen, am 3. November 1845.
I. Plaut zun., Nadelfabrikant.
Bemerkungen.
In einem'Schreiben an uns erklärt Herr I. Lehmann (Vorsteherder israelitischen Gemeinde zu Berlin),
daß der Passus in dem Korresondenzartikel aus Berlin in Nr. 46, S. 684, Sp. 1:
„die Herren Veit und Lehmann haben dafür gestimmt, die drei Wähler nicht einmal durch andere er- -
setzen zu lassen, sondern anzunehmen, als ob die Minorität in dem Kollegium von. Sieben sich des
Stimmrechts begeben hätte und demnach nur die vier anderen wählen zu lassen"
der Wahrheit entgegen ist.
Herrn S. D. in G. die Bemerkung, daß -sein Artikel als zu persönlich nicht ausgenommen werden kann.
Wir bemerken: es-werden uns sehr häufig Nekrologe oft in ihren Lokalitäten sehr würdiger und wirk¬
samer Männer übersandt. In den Text der Zeitung können aber nur die Nekrologe von Männern ausgenommen
werden, welche als Schriftsteller oder durch, das Allgemeine betreffende Thaten der Oeffentlichkeit angehören. Alle
anderen Nekrologe müssen wir in den „Anzeiger" oder in „Beilagen" verweisen. Die Reduktion
Berichtigungen. Man bittet die verehrlichen Lestc der Protokolle der zweitenRabbinerversämm-
lung auf der letzten Seite Z. 4 v. u. statt S. Adler — A. Adler, und S. 359, Z. 12' v. u. „zur Bedingung"
statt „zum Bedingnisse" zu setzen. L. Stein, Rabbiner.
Wir bitten unsrerseits, S. 40, Z. 2 v. o. statt: „das Individuelle nicht, er will nur" zu lesen: „das
Individuelle nicht allein, er will auch", so wie Z. 18 v. o. statt „Confessionen" — „Confession". Wir bitten
überhaupt, in Betreff unsres Vortrages über die hebräische Sprache sich an unfern Bericht in dieser Zeitung Nr. 31,
S. 472 zu halten, wohingegen im Uebrigen wir nichts zu erinnern finden.
vr. Ludwig PhilippsvN.
Druck von I, B. Hirschfeld.