Iranspnrt
6188 Thlr. 4 Gr.
837)
- Julius Barasch, Rabb.-Cand.
3
---
838)
- D. L. Gutstein, Commis. .
3
. - -
839)
- S. Gordon, Kaufmann . .
5
- - -
840)
- F. Mühlfelder,' Stud. Tlieol.
aus Bauerbach . ..
5
- ' - -
841) Mad. Zerline Fürst in Zerkow . .
842) Herr Livius Fürst, in Neustadt
5
843)
«. b. SS.
- L. Wolssohn, Stud. nwd.
5
844)
aus Odessa . . ..
- I. Nachod, Handlungsdiener
3
aus Dresden . ..
5
- - -
845)
- Moses Kohner, a. Schweifing
1
- — -
8un>m<r 6218
(Fortsetzung folgt.)
- 4 -
Literarischer Salon:
(Fortsetzung.)
Denksteine (Fortsetzung°). Moses Mendelssohn, bei
de» hebräischen Schriftstellern auch Ben - Mcnachem oder M ose
Dessau, wurde zu Deffau am 6. September (12. Elul) .1729
geboren, und starb den 4. Januar 1786, im 57. Jahre seines Al¬
kers. — Salomvn Maimon, der berühmte skeptische Philo¬
soph, in der hebräischen Literatur durch seinen Morc-Comme.n-
tar, betitelt Gibaat Ha-More, bekannt, wurde 1753 zu Nieß-
witz in Litauen geboren, und. starb bei dem Grafen von Kalkreuth,
auf dessen Gute Nieder-SiegerSdorf bei Freisiadt in Schlesien, im
November 1800. Ueber sein Leben vergleiche: Salomvn Mai¬
mon's LebcnSgeschichte, von ihm selbst geschrieben, und heraus¬
gegeben von A. P. Moritz. Berlin, 1792, in zwei Bänden.
Maimoniana, oder Rhapsodien zur Karakteristik Maimon'S, ge¬
sammelt von I. S. Wolf. Berlin, 1814. — Mose Efraim
Kuh, der als deutscher Dichter bekannte erste Jude, wurde zu
Breslau 1731 geboren, und starb daselbst den 3. April 1790. Eine
treffliche Karakteristik uud ein Lebenrgemalde diese- Dichters lie¬
ferte Berthold Auerbach, der Verfaß er des Spinoza,
im Jahrgang 1836 der Zeitung für die elegante Welt. —
Simon Bondi, Verfasser des Or-Esther, oder: erklärendes
Glossar über die lateinischen Fremdwörter in den talmudischen
Schriften, wurde Den 16. Mai 1774 zu Dresden geboren, und starb
den 19. December 1816. — Der deutsche und' hebräische Dichter
Lippmann Büschenthal, starb in Berlin den 7. December
1818, in noch nicht vollendetem 34. Jahre seines Lebens. — Jo¬
sef Haltern, ein Schüler Mendelssohn's, Mitarbeiter an der
ersten hebräischen Monatsschrift Measef, und Uebersetzcr des Dra-
ma's „Esther" von Racine ins Hebräische (noch nicht gedruckt),
starb in Berlin 1817. — Giacomo Saraval aus Venedig,,
wo er zuerst ein Rabbrnenamt bekleidete, zuletzt Rabbine zu Man¬
tua, starb in letzterer Stadt im April 1782, im 75. Jahre seines
Lebens. Dieser Gelehrte gab, außer vielen schätzbaren hebräischen
Werken, noch die bekannte italienische Schrift heraus, betitelt:
Lettera apologetica al Marchese N. N. Mantua, 1775,
in welchem er die von Benedetti di Ferrara herausgegebene
Schrift „über die Religion und den Eid der Juden" widerlegte.
— Efraim Salm an Margalio t, der größte talmudische
Schriftsteller der Neuzeit, starb den 24. Ab 1828 zu Brody, und
der junge Gelehrte daselbst Mordechai Strelisker setzte ihm
in einer schönen Elegie, eingerückt in dem Jahrbuch Bikurc-Jtim,
eiu ehrendes Denkmal. — Jsacco Lampro nti, Arzt und
Rabbine zu Ferrara jm vorigen Jahrhundert, der berühmte Ver-
- *) Vergl. No. 112 vorigen Jahrganges.
fasser des rabbinischen Real-Wörterbuches Pachad-Jizchak,
starb 1756 zu Ferrara. Von seinem Riesenwerke erschien der erste
Band in Folio zu Venedig 1750, beim Leben des Verfassers; der
zweite hingegen erschien erst daselbst 1798, ebenfalls in. Folio, und
jetzt, fast ein Jahrhundert, nach der Abfassung, ist das treffliche,
schöne Werk noch nicht über den Buchstaben Mem hinaus ge¬
druckt; so schwach sind die Mittel für hebräische Literatur, und so
indifferent sind die Gemürher auch in Italien geworden! „Mit
geflügelten Schritten, schreibt mir jüngst Luzzatto, durcheilt
der Jndifferentismus gegenwärtig auch, die jüdischen Gemeinden
Italiens. Die sonst so berühmten hebräischen Buchdruckereien sind
verschwunden oder verwaist; nur hin und wieder werden noch zu¬
weilen rituale oder talmudische Bücher gedruckt.", Also derselbe
kulturgeschichtliche Prozeß, den unsere Glaubensbrüdet unter den
Slaven durchmachen. — Der durch sein Geschick berühmte Ja¬
kob Kohen Bakri aus Algier, wo er unter der Restauration
französischer Consul war, starb in Paris am 23. November 1836,
im 73. Jahre seines Alters. Unter Karl X. hatte Herr Bakri,
in der Eigenschaft eines franz. Consulö, mit dem Dey wegen ei¬
ner Forderung zu unterhandeln, undo als in Folge eines hitzigen
Wettstreites der Consul vom Dey eine Ohrfeige bekam, und die
französische Regierung solches als nationale Beschimpfung ansah,
entspann sich bekanntlich daraus die Eroberung Algiers und die
Vertreibung des Dev. Unter der Juli-Dynastie lebte Herr
Bakri reich und unglücklich in Paris, gedrängt von Gläubigern,
während Spanien ihm 35 Millionen schuldete.— Mose Cha-
jim Luzzatto, der berühmte Dichter des Le-Jescharim
Tehila und Migdal-Oz, wurde in Padua 1710 geboren, und
starb 1750 den 26. Jjar zu Ptolmais in Palästina, im 40. Jahre
seines Lebens. — Iehuda Myses in Lemberg, bekannt alS
Verfasser des religionSphilosophischen Werkes Kinat Ha-Emet
(s. darüber No. 84 v. I.) und als abermaliger Herausgeber deS
Berit-Emet von Dav. Caro, unter dem Titel Techunat ha-
Rabbanim mir eigenen Anmerkungen (Wien 1823), starb 1831
in seiner Vaterstadt an der Cholera, in den Dreißigern seines Le¬
bens.— Der berühmteste Rabbine, in Posen, Asiba Eger, Ver¬
fasser einer Sammlung von Rechtsgutachten (Teschubot Rabbi
.Akiba, in Folio), wurde zu Eisenstadt in Ungarn am 14. Mar-
cheschwan 1752 geboren', und^ starb den 13. Tischri (12. Oktober)
1837, im 85. Jahre seines Alters (s. No. 96 v. I.). Seinen
Tod besang in rührenden Trauerweisen, in lieblichen ergreifenden
Ottaven, sein Schüler RafaelFürsten thal, unter dem Namen
Ebel-Jachid in Breslau 1837 (bei Sulzbach) gedruckt, und
auch diesen Denkstein setzt seinen Manen ein dankbarer.Schüler.—
Bär Günz b urg, Secretär der jüdischen Gemeinde in Brody,
der 1810 Mose Vita Luzzatto' s trcffuche Merkchen Le¬
schon Li um bi m mit gediegenen Anmerkungen und mit einer
ausgezeichneten Einleitung herauSgegcben, wurde geboren in Brody
1776, und ftarb daselbst*1821. — Jakob Samuel Bit, ein
thäriger Mitarbeiter für die Bikure Jtim, so wie für die Ze-
fira, und von dem auch Briefe im Kerem Chemed abgedruckt
sind, starb 1831 an der Cholera in Brody. Seinen sehr wichtigen
Nachlaß beabsichtigte S. L. Goldenberg herauszugeben; er
wurde aber bei dem fpdtcrn Brand in Brody vernichtet. — Der
berühmte hebräische Dichter Sansone bi Modena, bekannt
durch seine trefflichen poetischen Werke, wurde zu Mantua den 6.
Ab 1679 geboren und starb den 21. Sivan 1727. Er schrieb!
a) einen Divan iy fünfzig Pforten, betitelt Kol Müsar" (gedr.
Mantua, 1725), wozu sein Freund, der mantuaner Rabbine Da¬
vid Finzi die Aufmunterung gab; 1>) eine ergreifende Hymne,
unter dem Titel Scbigajon Simson, aus 300 CvD) Wörtern
bestehend, die fämmtlich mit Schin anfangen; endlich c) Elegie
auf seinen Lehrer, den Grammatiker und Dichter Giuda Briete,
den bekannten Uebersetzcr der Briefe Seneca'S inS Hebräische,
unter dem Titel Zir ha-Zirim. (gedr. Venedig, 1712), von
welchem die italienische Uebertragung vom Verfasser selbst bei
della Volta in Mantua handschriftlich vorhanden ist; d) Se-
fer Sikronot, ein rabbinischeö Reallexicon in alfabetischerOrd¬
nung, in welchem sehr viele Artikel mit ausgezeichnetem Samm-
lerfieiße gearbeitet sind. — (Fortsetzung folgt).
Mdacteur: vr. L. Philippsov. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von Z. B. Hirschfeld.