Alle drei Behauptungen- bemerkten dagegen meine. Mit¬
teilungen, seien e-ntschreden falsch. Die Gewißheit, die
ad 1) sicherlich von Niemand bestritten werde', werde z. B.
vom L: 272 -I bestritten, der von dieser Feier ausdrücklich sage
'fcori W 722 N rtipn, und der Rambam ist doch gewiß kein
Niemand, ad 2) sei cs unwahr, daß nicht alle Ver¬
fasser des Talmuds sich in den. Gebrauch gefügt unter
Andern ein Nathan bar Assi; denn es komme nur von
diesem Einzigen Nathan bar Assi einmal vor,' daß er ein¬
mal an einem zweiten Feiertage eine unerlaubte Resse ge-
'macht habe und dafür in den Bann gethan wurde,, und
dieser.einzige Nathan bar Assi wäre kein Verfasser des Tal¬
muds. a<l 3) endlich, daß der Talmud ausdrücklich an
- Orten, wo keine Juden wohney, erlaube am zweiten Feier¬
tage zu arbeiten, sei die ausgemachteste Unwahrheit,' und
gab dort den richtigen Sinn der von Dr. C. offenbar mi߬
verstandenen Stelle an. —
(Schluß folgt.)
S p r a ch k u n ö e.
Jesuran und Konkordanz.
(F ortsetzuii g.)
Entwickelt Delitzsch Ln dem ersten Buche seines Jeschurun
diese kurze Geschichte der hebr. Gramm, und Studien, so geht er
in dem zweiten auf die nähere Angabe hes Inhalts der Tra¬
dition und der innern und dialektischen Sprachvergleichung ein.
Wir werden ein ander Mal hierauf zurückkommen. Hier nur
eine kurze Ucbersicht. Die Tradition, unter der hier, alles das
verstanden wird, was in grammt., lexikal.-und kritischer Beziehung
aus dem reinen Alterthum der hebr. Sprache schriftlich oder münd¬
lich überkommen, ist enthalten 1) in der Alexandrinischen Version
und besonders auch des Aquila, in den Paraphrasen des Onkelos
und Jonakan, 2) in den Lalmuden und Midraschen, 3) in den
grammat. (D‘ 1 2p w i) und exegetischen Schriften (^^^ 272 ),
endlich in der Masora. Die Vergleichung der Sprache-in und
mit sich selbst leistet sowol für die Formation der Verden, No¬
men und Partikeln, als für die Syntaxis und die lexikalische Ein-
sicht sehr Vieles. In der dialektischen-Sprachvergleichung nimmt
die oberste Stelle die aramäische ein; in dieser muß der tar-
gumische, gemarische und soharische A'ramäiSmuS unterschieden
werden, zu denen noch der masorerische zu ziehen ist. Auf diese
folgt die arabische, und dann dre neu hebräische (gcw.
rabbinische genannt), deren ersten Ursprung Delithsch in das
zweite' Jahrhundert vor der christl. Zeitrechnung setzt. —
Das dritte, umfangreichste Buch handelt über die Ver¬
gleichung der indogermanischen Sprachen, besonders des Sanskrit.
Er spricht hier zuerst über die Phonologie, über die gleichmäßige.
Gestaltung der Laute im Semitismus und SanskritiSmus.' Als¬
dann beschäftigen ihn'die Wurzeln, deren drei Klassen angenom¬
men .werden, Verbalwurzcln, genuine Nomina und Partikeln,
und Prvnounnalmurzeln. Indem er nun die semitischen und
Sanskrit-Wurzeln in ihrer Verwandschaft nachweist, nimmt er die
'Verbalwurzeln als einsylbig an, indem die mehrsylbigen aus
präpofitionalen, redüplikariven ff. enrstabden seien; ferner daß sie
in beiden Sprachfamilien an keine Konsonantepzahl gebunden sei;
drittens daß die Wurzeln abstrakt sind, und erst durch Vocalisa-
tion in Gebrauch kommen — wozu nun Belege herbcigebracht
werden. Die Art, wie diese Wurzeln nun verarbeitet werden, ist
erstens als Erweiterung, zweitens als Zusammensetzung, die dem
SemicismuS fp oft abgcsprochen worden- gefaßt. Zuletzt spricht
der Vers, über die verschiedenen Klassen der abgeleiteten Nomina.
(Fortsetzung folgt.)
Anzeiger.
Zu demselben werden Annoncen aller Art gegen t Gr. Gebühren für
die gespaltene Zeile ans Petit-Schrift oder deren Raum arifgeuoiiuilrir.
Die Verlagshandlrirrg.
Ein erfahrener und pädagogisch gebildeter Lehrer, der-
gründlichen Unterricht in der hebräischen Sprache und Reli¬
gion ertheilen kann, der französischen Sprache kundig und
darin geübt ist und sich zugleich als Erzieher bewahrt har,
kann zum' 1. April eine Stelle, mit einem Gehalte von
500 fl. rheinisch nebst Kost und Logis,, erhalten. Man wird
indeß nur wissenschaftlich gebildete Männer, von bewährtem
Charakter und mit gebildeten Manieren berücksichtigen. Briefe
.bittet man frankirt an die Redaktion dieses Blattes zu
richten, unter Adresse: D. I.
Der Unterzeichnete beehrt sich, einem geschätzten Publi¬
kum ergebenst anzuzekgen, daß er gesonnen ist, eine Pensi¬
onsanstalt für Söhne israel. Acltern zu eröffnen. Diejeni¬
gen jungen Leute, welche sich zu den akademischen Studien
vorbereiten wollen, finden dazu in dem hiesigen, mit Recht
im bessern Rufe stehenden Gymnasium, vortreffliche Gele¬
genheit, während die hiesige, sehr wohl eingerichtete Gewer¬
be- und Realschule vollkommen geeignet ist, junge Leute, die
sich der Handlung oder anderen höheren Gewerben widmen
wollen, mit den erforderlichen Schulkenntnissen zu versehen.
Den Unterricht in der Religion und im Hebräischen, Nach¬
hülfe in den aufgegebenen Schularbeiten, so wie gewissen«
hafte Beaufsichtigung und Pflege der Zöglinge übernimmt
der Unterzeichnete selbst, über dessen Person der Herr Kauf¬
mann M. Grelling, und das Banquierhaus H. C.
Plaut hieselbst Auskunft zu geben gern bereit sind. Ael-
tern und Vormünder, die ihre Söhne oder Pflegebefohlenen
dem Unterzeichneten, welcher selbst Familienvater ist,' anver-
trauen wollen, belieben, sich wegen der möglichst billigen Be¬
dingungen in frankirten Briefen zu wenden an:
' ' . Ä. I. Cohn,
Prediger und Religionslehrer der Israel.
Gemeinde zu Nord Hausen.
Redactcur: vr. L. Philippsott. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirschfeld.
(Hierzu das literar. und Homilet. Beiblatt No. 6.)