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„Die-^ Wett»
Nr. 19
D. Bloch, rue Taitbout 80 Paris
Arthur Blad, rue Bergere 5
Leon Hirsch, rue Ambroise-Thomas 17
O. Franck, rue des Jeüneurs 23
AI fr. Berend, rue du faubourg Poissoniere 10
Jules Wolf, Boulevard St.-Denis 11
A. Franck, rue du faubourg Poissoniere 11
Dr. Raskine, Massay.
Dr. Eugene Valensine, Co»stantine.
Dr. Heinrich Cohn, Berlin.
Dr. S. N e u m a n n, Berlin.
Dr. S. S a 1 v e n d i, Rabbiner, Dürkheim.
Dr. Moses, Mannheim.
Rene Blum, Biel.
Dr. Pazmanik, Genf.
Siegm. Fraenkl, München.
Dr. Bodenheime r, Köln.
Dr. Josephthal, Nürnberg.
Joseph Nordmann, Lörrach.
Dr. Dreyfus, Privatdocent, Strassburg.
Dr. Ernst Meyer, Arzt, Mülhausen.
Dr. Feilchenfeld, Posen.
J. M. Bielefeld, Mannheim.
M. Kaufmann, Arzt, Freiburg i. B.
Paul Sändor, Reichstagsabgeordneter. Budapest.
Polak Daniels, Rotterdam.
' t
L. de H a r t o g, Amsterdam.
J. H. Kann, Haag.
Dr. Hillel Joffe, Jaffa.
Dr. Simonsen, Oberrabbiner, Kopenhagen.
Dr. Leone Raven na, Ferrara.
Giuseppe Sonnin o, Rabbiner, Neapel.
Heinrich Grünau, Antwerpen.
Dr. Ehrenpreis, Oberrabbiner, Sofia.
Persiado Romano, Advocat, Philippopel.
M. Schwarzfeld, Bukarest.
Dr. Berliawsky, Tetuan*..
O. S. S t r a u s s, New-York.
Dr. J a s t r o w, Philadelphia.
Meyer S. Isaacs, New-York.
Moses A. Dropsie, Philadelphia.
Sir Francis Montefiore. London.
Prof. Rieh. Gottheil, New-York.
J. Galizenstein, Cairo.
Oschin sky, Breslau.
Porges, Rabbiner, Leipzig.
Vittorio de Rossi, Livorno.
M. d e Sola, Curacao.
Eude Lolli, Oberrabbiner, Padua.
*
Nationalfonds-Marken. Diese sind in allen Arten complet
fertiggestellt und stehen den Gesinnungsgenossen zur Ver¬
fügung.
Der letzten Sitzung des Actions-Comites wohnten die aus¬
wärtigen Mitglieder Herr Dr. Alexander Marmorek aus
Paris und Herr Ingenieur Leopold Kessler aus Johannes¬
burg bei.
Omdurrhaman. Wir erhalten die Zuschrift eines in Om-
durrh.aman thätigen Ingenieurs, in der er seine Zugehörig¬
keit zum Zionismus in begeisterten Worten kundgibt. Wir
constatieren an diesem einzelnen vun hunderten Fällen, wie
weit unsere grosse nationale Idee gedrungen ist, selbst bis
an den Oberlauf des Nil in Central-Afrika.
Bukarest. Mit welchen verwerflichen Mitteln die
rumänischen Machthaber gegen die Juden in Rumänien
arbeiten, darüber weiss der in Galatz erscheinende
„Galatzii" zu berichten. Der Präfect von Govurlui,
Herr Joan Athanasiu, hat an die grossen Handels¬
firmen von Galatz, wie die der Herren Mendel, Gebr.
Focschaneanu, Schmirer, D'Aujourdhui und andere,
unter denen sich auch einige Honorarconsuln fremder
Staaten befinden, . eine vertrauliche Adresse gesendet,
in welcher er, mit Berufung auf das neue Gewerbe¬
gesetz, diese Firmen auffordert, die in ihrem Dienste
befindlichen Fremden zu entlassen und nach einer
auf der Ruckseite der Adresse verzeichneten Liste
durch Rumänen zu ersetzen. Und so werden sogar
Privatleute und Juden gezwungen, ihre Angestellten zu
entlassen, weil diese Juden sind!
Eine Säule des officiellen Judenthums in Wien. Das Gremium
der Wiener Kaufmannschaft besehloss einen Neubau
des Genossenschaftshauses auszuführen. Zum Zwecke
der Vergebung der Baumeister-Arbeiten wurde eine
beschränkte Concurrenz veranstaltet, zu der 7 Baumeister,
6 Christen und 1 Jude herangezogen wurden. Das Offert
des jüdischen Baumeisters war das billigste, um 11.000 Kr.
billiger als die nächsthöhere Offerte. Die Entscheidung lag
in den Händen der Bau-Commissiou, und. dieselbe war
geneigt, die Arbeitendem billigsten Offerenten zuzusprechen.
Da unterbrach der Vorsitzende dieser Commission, zugleich
Präses des Gremiums, Herr Leopold P o 11 a k, Mitchef der
Firma Hermann Po Hak & Söhne, die Sitzung mit den
Worten: „M eine Herren, ich ka n n es bei den
heutigen Zeiten nicht zugeben, dass der Bau
einem Juden übertragen werde", und brachte es
durch Ueberredung dahin, dass die Commission mit fünf
gegen drei Stimmen besehloss, nicht das billigste, sondern
das um 11.000 Kr. höhere Offert anzunehmen, bloss weil
der billigste Offerent ein Jude ist. Und da tadelt man es
noch, dass die rumänische Regierung anordnet, es seien
Offerte der Rumänen denen der Juden auch dann noch vor¬
zuziehen, wenn sie um 5% höher sind. Eines vergassen
wir hinzuzufügen : Herr Leopold Pollak ist V orstand
der Wiener israelitischen Cultusgemeinde
aus der privilegierten Curie.
Die Kunde von dieser That des Cultusvorstandes hat
in den Kreisen der Wiener jüdischen Gewerbetreibenden,
die unter dem Antisemitismus genug zu-leiden haben und
nun auch noch von den Juden boycoitiert werden, un¬
geheuere Erregung hervorgerufen, die sich darin bekundete,
dass der Vorstand des Wiener jüdischen Gewerbevereins
von den Mitgliedern bestürmt wurde, eine eigene Pienar-
versanimlung einzuberufen, zum Zwecke, diesen Vorfall zu
besprechen. Auf die Kunde hiervon wurde d^r Vorstand
dieses Vereines von vielen Seiten des officiellen Juden¬
thums haranguiert, dies zu unterlassen und die Sache
nicht in die Oeffentlichkeit zu bringen, w e i 1 d a s n u r
Wasser auf die Mühle der bösen Zio nisten
sei! Trotzdem fand die Versammlung statt und gestaltete
sich zu einer lebhaften Entrüstungskundgebung gegen den
judenfeindlichen jüdischen Cultus-Vorstand.
Nachschrift. Bis zur Stunde hat Herr Pollak
seine Stelle im Vorstande der isr. Cultusgemeinde nicht
niedergelegt.
Noch einer. Die Wiener Arbeiterzeitung schreibt: Vor
uns liegt der Jahresbericht des Oesterreichischen Volks¬
schriftenvereines, eines stramm clericalen Unternehmens, das
unter Volkssehriften Broschüren von Pater Abel, Pater
Freund etc. (intime Freunde des Antisemitenführers
Lueger. Die Red.) versteht. Unter den unterstützenden
Mitgliedern ist neben einem Banquier Cohn auch Herr
Karl Tagleicht, ehemaliger Gemeinderath der Leopold¬
stadt, angeführt mit einem Beitrage von 100 K. (Dieser Herr
hat sich bei der letzten „Allianz" - Versammlung gegen die
Zionisten ganz besonders ins Zeug gelegt.)
W«ft*iSbi s oDil<.
An die Adresse der „Deutschen mosaischer Confession". Die
„Akademischen Blätter", das Organ des „Vereines
deutscher Studenten", schreiben: »Die gesellschaftliche
Isolierung der jüdischen Studenten ist heute in der Haupt¬
sache vollzogen. Die gesammten angesehenen Couleur¬
verbände, Corps, Burschenschaften, Landsmannschaften und