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i.d«o Diensta* tsnd Frei lag. BezutfiprtsU bei der Expedition
SlatUloli MS Ooldourl^ VUrLl|IlirUch 5,25 Goldatrlc
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- Redaktionsschluß 8c jU< und Mittwoch nichmlttetf. -
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„Oasnlsir Proaramm.«
Der XX. DelcignOTtennis^
Sonntag, den 28. Dezember bis Dienstag, den 30. Dezember
Im festlieh geschmückten Saal des Wiesbadener Kur»
flautet betrat um Vilt Uhr der Qeschiftsfuhrende Ausschuß
der Z V. f. D. das Podium, in dessen Hintergrund ein großes
Hcrzl-Blld, umrankt von grünen Zweigen, angebracht war.
Als letxtcr kam der Präsident der Zionistischen Weltorganl-
sation, Dr. Chaim Wcizmann, der von den versammelten,
Delegierten, Mitgliedern des Landesvorstandes und Zentral*
komitees, sowie von den Güsten, stürmisch bcgrüUt wurde.
Alle Anwesenden erhoben sich von ihren Platzen und be¬
reiteten Chaim Wcizmann eine rauschende Ovation.
Der Voisltzendc der Z.V.f.D., Dr. Alfred Lands,
berg, hält darauf nachstehende Eröffnungsrede:
EröQnongsrcdc Dr. Landsberg
Unweit dieser Stadt — In Bingen a. Rh. -> kam Im
Juni 1697, kurz vor dem I. Zfonistenkongreß,. eine kleine
Anzahl von Zlonlsten zusammen, und man beschloß eine
Vereinigung der Zionlstcn in Deutschland mit dem Sitz in
Köln tu begründen. Heute, wo wir uns anschicken, In die
Beratungen des XX. Delcgiertcntages der Zionistischen Vcr-
einigung für Deutschland einzutreten Ist aller Anlaß gege¬
ben, dieser Ocburtsstunde der deutschen Organisation
und der Minner zu gedenken, die damals als die Eisten in
Deutschland dem Rufe Theodor Hcrzls folgten. Wir halten,
' well ein durch ein« Zahl begrenzter Zeltabschnitt In un¬
serer zionistischen Arbeit abgelaufen Ist, einen Augenblick
innc und blicken auf die 28jährige O.'ischichte des Zio¬
nismus zurück. Wir sehen einen, weiten Weg hinter uns
liegen, ausgefüllt fai jeder seiner Phasen von Kampf, von
Anfechtung, von Unverstand gegenüber unserer Idee, wir
sehen, wie immer wieder neue Schwierigkelten sich auf-
türmten, aber die Männer, die vor uns die zionistische Arbeit
. trugen, wurden der Schwierigkeiten Herr und gestärkt ging
der Zionismus aus den zahlreichen Krisen hervor, die er
zu bestehen harte.
Wir sprechen oft von dieser ersten Epoche des zionisti¬
schen Kampfes als dem heroischen Zeitalter de« Zionismus,
im bewußten Oegeraatz zu der Gegenwart, die nicht mehr
durch den nur durch Worte geführten Kampf der Ideen
auspefüllt Ist, sondern durch schwere Arbelt am realen Werk,
' am Forlgang des Aulbaus von Ercz-Jsrael, das heute für uns
nicht mehr ein Ideal allein bedutet, sondern eine Realität
- mit allen Tagesfragen, die die Arbelt nüchterner zu machen
scheinen. Es erfordert unsere ganze Kraft, Innerhalb dieser
Probleme, die der Tag sufwlrft, zu erkennen, daß dennoch
wie zuvor daa wahrhaft Treibende das wirklich Bauende, die
, zionistische Idee ist, die
Erkenntnis der Judennot,
die uns heute eindringlicher als Je aufruft, und die Ueber-
zeußung, daß es Befreiung von dieser Not nur In einem
jüdischen PaUstina und durch seine Rückwirkung auf die
Judenhelt der gesamten Welt gibt. Und In Erez-lsrael gilt
es, den Menschen nicht nur anzusiedeln, sondern Ihn in
produktiver Arbeit zu erneuern, nicht nur zu
kolonisieren, Indem wir uns die Technik und den Fort¬
schritt dieser Zeit zuclgen machen, sondern es tut not, diese
Kolonisation zu festigen und zu bewahren durch Menschen,
die In Ihrer vorbehaltlosen Hingabe an die zionistische Idee
bereit sind, allen Schwierigkeiten Trotz zu bieten. Galt es
.'also früher, gegenüber den Anfechtungen der Umwelt die
'Idee Immer wieder ru gewinnen, so müssen wir heute der
Versuchung widerstehen, die zu dem Glauben führt, daß
der Ideelle Teil unseres Werkes vollendet sei, und daß der
Rest durch Technik und disziplinierte Arbeit vollbracht wer¬
den könne. So muß die Hingabe, die heute nötig ist, um am
zionistischen Werk ru verharren, in nichts geringer sein
'als diejenige, die jene ersten Führer der zionistischen Bewe¬
gung verkörpern. Dor gleiche revolutionäre Wille, der sie
beseelte, muß jeden Tag erneut In uns erwachen, und nur dann
"wenn dies geschieht, können wir um als ihre legitimierten
Nachfolger betrachten. In einem sind wir glücklicher als
Jene, denn sie hatten nicht als Olauben, und die Verwirklichung
war fern. Wir aber stehen mitten in dem Aufbau
und der Fortgang der Arbeit In Ercz-Isracl Ist uns Maßstab
für die Richtigkeit unseres Weges. Auch von Ihrer Schön¬
heit hat die zionistische Idee nichts verloren, seit sie für
um Oeslalt annahm In den Menschen, die auf palästinen¬
sischer Erde allen Schwierigkeiten trotzen, die In den
Steinbrüchen Jerusalems oder aul den Feldern OaUl&ss und
Judäas arbeiten. Sie sind es, an denen wir unser zionistisches
Werk orientieren, und sie sagen uns jederzeit durch die
.Tat, daß es bedingungslosem Verwirklichung»;
willen gläubiger Menschen gestellt sein muß.
Chahulutn also Ist auch der Maßstab für unsere Arbeit
}m Oaruth und keiner verkörpert diesen Chalurgedanken
. «Ichtbarer und überzeugender als der. Führer unserer
] Bewegung,
Prof. Dr. Chaim Wetzmann,
den In unserer Mitte zu sehen wir'heute die' Ehre haben,
ihm gilt, nachdem wir der Arbeit und der Menschen in
Enz-Israel gedacht haben, unser zweiter Oruß oder vielmehr
, «r erste, mit diesen unseren Pionieren in einer Reihe. Er
5 «lebt seit Jahren fai der vordersten Front der zionistischen
" Arbeit, Seiner Tatkraft und seiner UeberzeugungtstJrke ge-
'»ng e«, die Völker der Welt von dem'Recht auf unser Land
. Vnd iu f (jj, neue |Q(fische Leben zu uberzeugen, und seit-
f*n diese Uebcrzcugung Ausdruck fand durch feierliche
KUbdgebUDgca aller Kulturnatbnen,' stellte' er sich immer
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wieder dahin, wo unsere Arbelt am meisten bedroht war,
sann er innerhalb dieser Gefahren Jederzeit nach neuen
Möglichkeiten und neuen Wegen, um das schwere Werk,
das uns oblk^t, noch in dieser Ocntratton zu vollenden. Wir
danken ihm, der vor kurzem wiederum In PaUstina war, daß
er uns, kurz bevor er m Amerika die von ihm begonnene
Arbeit wieder autnimmt, Gelegenheit gibt, atu> seinem, dem
berufensten Munde zu hören,, wie es um untere Arbelt in
Palästina und in der jüdischen Welt bestellt Ist.
Einen besonderen Oruß entsenden wir alsdann den
Freunden aus unserem Kreis,
die Im letzten Jahr, nachdem die Mauern, die Deutschland
jahrelang umschlossen, gcfnllcn sind, in ansehnlicher Zahl
hinübergingen, und nunmehr in erster Linie dl? Brücke
schlagen zwischen Palästina und uns.
Noch im letzten Monat hatten wir die Ocnu-rtuung, die
arbeitende Schar im Lande um hundert Chaluzlm
aus Deutschland zu verstarken.
Nach wie vor Jedoch liegt, so sehr auch In unserer
deutschen Arbeit nunmehr die palästinensischen Fragen In
den Vordergrund gerückt sein mögen,
der zweite und vielleicht entscheidende Frontabschnitt
unseres Kampfes im Oaluth, wo es noch Immer gilt,
jüdische Menschen aus den Verstrickungen ihres Daseins
ru lösen und zu befreien. Wir können mit Befriedigung fest¬
stellen, daß wertvollste Teile der jüdischen Jujcnd Deutsch¬
land« in unseren Reihen stehen, und daß auch weite Schich¬
ten der älteren Generation In den letzten Jahren* unserer
Idee näher gebracht sind und sich In Ucberclnstlmm.ing mit
der überwiegenden Mehrheit der Ju.lcnhelt der ganzen Welt,
bcrcllgefundcu hat, mit uns zusammen hinfort an dem Auf¬
bau des Landes zu arbeiten. Wir würden heute und In dieser
Stunde nicht von d:n Böswilligen, die unsere Ziele verzerren,
sprechen, und auch nicht von den Lauen und Abseits-'
stehenden, die einmal, soweit sie an Ihrem JudenUm über¬
haupt noch festhalten, dennoch überzeugt wenlen müssen,
durch die Wucht unserer Idee und den Pult¬
schlag des palfistlncnslsch cn Lcbcnn, ('.cn sie
hoffentlich mehr tmd mehr auch hier verspüren, wir wür¬
den wie gesagt, dieser Onippe keine Erwähnung tun, auch
weil sie als Oruppe unfaßbar Ist und keinerlei. Innerlichen-
Zusammenhang hat — aber wir sind in dlrscn Tagen und Im-
Jahre 1924 überrascht worden durch die Tatsache, daß der
„Ccntralvcrcln deutscher Staatsbürger jüdischen Olaubc.it" .es
über sich gebracht hat, als einzige Parole In dein bevor-'
stehenden Wahlkarnpf mm Landesverband der Preußhchcn
Oemclnden den Kampf gegen den Zionismus ru prokla¬
mieren. Und dies In einer Zelt, wo die Parteien Im deut¬
schen Judentum allen Anlaß hatten, ein Programm zu ver¬
treten, das den zahlreichen positiven Aufgaben, die dem
deutschen Judentum ohllegen, gerecht zu werden versucht und
Ihm die Position Im Wclt/itdentum wieder erobern könnte,
die es einstmals besaß.
Uns scheint, daß die Führer des Centralverclns bereits
vergessen haben, daß vor wenig meh' als einem Jahr alle
Schichten des deutschen Judentums zusammenstanden In der
Abwehr einer Pogromstlmmimrj, die riamal* das Deutsche
Reich vor der Welt bloßstellte, und die In Berlin und an
anderen Orten dam führte, daß es zu organisierten tät¬
lichen Angriffen auf Juden kam. Kaum, daß diese Stimmung
etwas abgeflaut Ist, da stehen seine Führer auf und benutzen
eine Ruhepause, die ihm Im Kampf gegen den Antisemi¬
tismus bleibt, um den Kampf gegen den Zionismus Innerhalb
des deutschen Judentums wieder zu entfachen. Und sie tun
es nicht etwa aus Inneren Jüdischen Gründen — denn welche
könnten sie auch anführen, da sie doch angeblich unter der
Parole der Abwehr des Antisemitismus religiöse und orell^löse,
liberale und konscrvotlve Juden erfassen wollen, — nein,
das Unerhörte wurde Ereignis, sie tun es norh heute, Indem
sie die staatsbürgerliche Gesinnung der Zlo¬
nlsten anzweifeln, um damit die locker zusammen-,
gefaßte Schar Ihrer Mltliiufcr schrecken zu können,
Der deutsche Zionismus hat — und es widerstrebt um,
ca Immer wieder ru sagen, — Biels seine positive Ein¬
stellung zum deutschen Staat bekundet, die nicht
nur selbstverständliche Erfüllung aller staatsbürgerlichen
Pflichten bedeutet, sondern aus einer tiefgehenden und Inner-
liehen Verknüpfung mit deutscher Kultur und deutscher
Wirtschaf» entspringt. Gerade diese Innerliche • Verknüpfung»
mit dem Staat aber, In dem wir leben, verpflichtet uns, die
Besonderheit, die alle Juden und nicht nur uns
Zlonlsten von den Mitbürgern unterscheidet, zu bejahcni
und vom Staate zu verlangen, : daß er uns wie allen anderen'
Gruppen, die in ihm leben, Gedanken- und Qcslnnumttfrcihclt
gebe. Wir sind allerdings der Meinung, daß der Staat am
sichersten fundiert Ist, In dem alle Bürger, die guten Willens
sind, die größtmöglichste persönliche Freiheit genießen.
Es Ist eine besebiimendo Tatsache, daß wir Immer wieder'
genötigt sind, dies jüdischen Oruppcn zu sagen, während man.
doch wissen sollte, daß der Antisemitismus tetne Pfeile gegen
das gesamte Judentum richtet und ' zwar auch gegen die
Teile, die sich überbieten In der lauten Beteuerung „unbclrr-,
ter Pflege deutscher Oetlnnung". . Der Cenlralvereln hSttc
aus seinen Erfahrungen mit der Naumanngruppe lernen
können, wohin es führt, wenn man die Qetlnnungen anderer
bezweifelt, aber, er hat die Gelegenheit umzulernen, wie es
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scheint, wiederum endgültig ternaßt. Wir haben die Hoff-
mtng, daß solche rückstandige Führerschaft allmählich jede
Gefolgschaft, verliert, und wir wissen, wie nötig es auch,
heute sein mag, der. Sachverhalt klarzustellen, daß die Zeit
über diese peinlichen Zwischenfälle hinweggeht.
Wir hatten diese Abschweifung nötig, weil die Wahlen
XUm Landesverband der Prcu- chen Gemeinden
vor der Türe stehen. Wir werden mit u.n;:.-cm positiven
Programm vor die deutschen Juden treten, und wir erwar¬
ten von dem entstehenden Verband eine Stirkung des deut¬
schen Judentums, denn wir sehen In Ihm ein geeignete»
Mittel rur Durchführung zahlreicher Innerjüdischer Aufgaben'
sowie zu einer würdigen Vertretung des gesamten deutschen
Judentums nach außen.
Noch einige Worte über den Inhalt dieser Tagung. Es
bestand gewiß Anlaß genug, In den Vordergrund unserer
Beratungen die "
gegenwartige jüdische Not
zu stellen, die heute so groß Ist wie vor dem, ja größer,
denn Amerika, das bisherige Asyl der Entrechteten uid aus
dem Osten Verbannten hat seine Tore geschlossen, und in den
Häfen Europas verlangen Jüdische Menschen vergebens aus
der Unrast Ihres Daseins nach Ruhe und Sicherung, Wir
sehen, daß Palästina heute noch nicht Im Stande Ist, eine
unbeschrankte Zahl von Einwanderern aufzunehmen, aber
wir erkennen die Notwendigkeit, in kürzester Frist die Auf-
nahmefShlgkelt des Landes zu steigern, oder was disselbe
Ist, seine Wirtschaft so zu stärken, daß es Immer mehr Im¬
stande ist, auch die reale Judennot In gewissem und be¬
trächtlichem Umfang ausiuglclchcn. Diese Fragen erregen
heute die zionistische Well, aber
nur eine starke. In sieh gefestigte, geschlossene
Zionistische Organisation
kann all diesen Aufgaben gerecht werden. Die Zionistische
Weltorganisation hat sich noch Immer nicht von der Er¬
schütterung erholt, die auch sie Im Kriege un : .l in der Nach-
krl'gszr-lt erlitten hat, von der absoluten Unmöglichkeit einer
einheitlichen Leitung während dieser Jahre und von d.-r
Lockening der Bande zwischen den einzelnen Olicdcrn dor
Bewegung. So kamen wir zu der Ucbcrzcugung, daß die
Organisation erneuert werden muß, daß sich Ihr Gewand einer
neuen veränderten Zeit,anzupassen hat, und wir unterbreiten
dem Dclegicrlentag konkrete Vorschläge zu dieser Neuge¬
staltung der Organisation, deren Durchführung wir als eine
wichtige Voraussetzung zu der Verlcbendiifiinf; und'
StHrkung der Bewegung erachten. Wir holfen
auch, daß hierdurch der Kontakt zwischen den muilian
Verbanden Innerhalb der Organisation wieder rnper ge¬
schlossen wird, der den Austausch der Ideen und Arbeits-
erfahrtingen ermöglicht.
Der deutsche Zionismus, der In Gemeinschaft mit dem,
russischen vor dem Kriege den Kern der Bewegung bildete,
hat durch die naturgemäßen Folgen des Krieges und dor,
wirtschaftlichen Katastrophen, die danach IXutschland erlitt,
an Bedeutung Innerhalb der Weltorganisation verlieren müssen.
Wir glauben Jedoch, daß wie früher auch heute noch dem
deutschen Zionismus besondere und wichtige Aufgaben Inner¬
halb der Weltorganisation obliegen und daß es der neue-,
gung dient, wenn er durch Leistung und zlhe Arbeit sieh dio
Position zurückgewinnt, die er früher besaß. Mögen die,
Beratungen des XX. Delegiertcntagcs diese Entwicklung för¬
dern, mögen die deutschen Zlonlsten neuen Arbeitswillen und
neuen Mut aus diesen Beratungen gewinnen.
Der XX. Deleglerlentrg der Zlonlitischen Verciul^unJ
für Deutschland Ist eröffnet.
DeorQßuiigen:
Dr. I.andnberg beprilflie sodann den Direktor des Keren
Hajessnd, Dr. Bcrtliold Felwel, den Bürgermeister der
Stadt Wiesbaden, Dr. Heß, den Vertreter des verhinderten
Regierungspräsidenten Dt. Haenttch, RcRlerungsrat Auf.
äuser, den Polizeipräsidenten sowie olle anderen Ver¬
treter der Behörden, der Regierung und der Sladlßemelnde,
den Presidenten der Jüdischen Octnelnde, Justlrrat Marx-
heim er, den Stadt- und Be?lrk?rabblncr, Lazarus, den
Vertreter des NtUnnaUonds-tlauptbüros, Julius Berger, das
Mitglied des Aktloiis-Comitecs Abraham Gold berg,,
New York, sowie die erschienenen Gäste.
Bürgermeister HeO hieß namens des Studtmagistrats
den Dclegicrlentag als die erste große Tagung r.clt der
Ocffnung der Orenzen des besetzten Gebietes willkommen
und wünschte den Beratungen der Konferenz In herzlichen
Worten besten Erfolg.
Rabbiner Lazarus knüpfte an den Umstand an, daß
der Dclegicrlentag am Chrnukkah stattfindet. Chanukkah
sei ein Symbol der jüdischen Brüderlichkeit im Interesse;
ewiger jüdischer Wahrheiten. Als deutscher Jude anerkannte
Rabbiner Lazarus die Überragende Bedeutung der zionisti¬
schen Arbelt und gab der Hoffnung Ausdruck, daß aus
Palästina eine religiöse Erneuerung für das gesamte |üdlsclie;
Volk In allen Ecken der Welt Ihren Ausgang nehmen werde.,
Justizrat Marxhclmer begrüßte im Namen der Wies*,
badener Jüdischen Gemeinde insbesondere den Präsidenten
Welzmann, dessen »Anwesenheit die Wiesbadener ludcnschaft
als besondere Ehrung empfinde. Marxhclmer schilderte dann
nttt Grund seiner vor drei Jahren erfolgten Palüstlnarelse
den Eindruck, den der Idealismut der Palättinaploniere auf,
.Jeder»,BeiucJtet.»acMii . . . / v • . :
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