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lieblichen Steuer zu belegen, fall» dlo Eigentümer auf dem
Boden nicht binnen einer bestimmten Zelt ein Oehäudc er¬
richten. Kaum ein Drittel de* Boden* von Tel-Awlw ist
htute bebaut. In den vcrkehrirelchtten Straßen liegen
Hundertc von Bauplätzen leer, weil Ihre Inhaber, die zu
einem großen Teil Im Ausland wohnen, auf dem Roden
nicht bauen können oder wollen, aber «weh in Erwartung
spaterer höherer Preise den Platz jetzt nicht an andere
B*nhisth?e verkaufen wollen. Vieh? wertvolle Bauplatte
werden dadurch der wünschenswerten Ausnutzung ent/ogen.
Tel-Awlw al« Oanzcs leidet hierunter nicht nur, weil die
leeren BiupUtre da« Stadtbild häßlich ni.iehcn, sondern auch,
weil viele gemeinnützige Anlagen, z. B. Wasser, Kanalisation
so groß angelegt werden müssen, dafl sie für die Ranze
Fläche von Tcl-Awiw ausreichen, während sie auf der
anderen Seite nur zu •einem Teile In Anspruch genommen
werden, weil ein sehr großer Teil der Flache nicht bebaut
ist. Wenn die unbebaute Flache mit einer erheblichen Steuer
belegt würde, so würde dies für die Eigentümer ein ge¬
wisser Zwang sein, entweder sclbut auf diesen Platzen zu
bauen oder sie an andere, die bauen wollen, tu verkaufen.
Zwellcns sollte die Stadtverwaltung von Tcl-Awiw durch
eine von Ihr kontrollierte Gesellschaft den Erwerb von Hoden
in seiner Umgebung In die llündc nehmen und sich eine
Bodcnrencrve schaffen, au» welcher alle Bedürfnisse
:in Boden für Wohnliaiucr und für kommerzielle und Indu¬
strielle Zwecke befriedigt werden können. Wenn sich Tcl-
Awiw durch eine solche Gesellschaft ein Instrument ffir den
Bodcncrwerb schafft, so wird es nicht nur Immer eine Boden-
reserve haben können, es wird auch viel besser al» bisher
die Richtung, nach welcher sich Tel-Awiw ausdehnen soll,
bestimmen können. Bisher waren es private Gesellschaften
oder Einzelpersonen, welche Tel-Awlw die Richtung seiner'
Entwicklung" vorschrieben. Sic knüllen dort Boden, wo c»
ihnen paßte, ließen darauf Wohnhäuser bauen und zwangen
dadurch Tel-Awlw moralisch, diesen neuen Ansiedlern Wasser
und Straßen zu geben. Sic nahmen den Profit und überließen
der Ocmcindo Tel-Awiw die Ausgaben. Es Ist paradox,
aber richtig', daß von der rapiden Entwicklung
Tcl-AwlW9 alle Vorteil hatten,, nur nicht die
Qemclndc Tcl-Awiw selb«».
V. RessortvcrtcilunglndcrSta dt Verwaltung.
Die Fülle der neuen Aufgaben, welche an Tel-Awiw
herantreten, können natürlich nicht in derselben patriarchali¬
schen Welse befriedigt werden, die für das frühere kleine
Tel-Awlw ausreichte. Die jetzige Form, tn welcher nur
ein Bürgermeister besoldet Ist, während die Mitglieder des
Stadtrates unbesoldet sind und nur in ihrer freien Zelt
sich den Geschäften Tcl-Awlrws widmen, Ist nicht mehr
/citgcmlO. Die Zentralisation der ganzen Verwaltung in
den Händen eines einzigen von der Bürgerschaft gewühlten
Bürgermeister« war für das frühere kleine Tel-Awlw »ehr
praktisch. Heute ist aber die Zelt gekommen, diese Zentrali¬
sation durch eine Ressorttcllung zu ersetzen. Es
müssen für die wichtigsten Aufgaben von Tcl-Awiw, z. B.
Tiefbau (Straßenbau, Wasserleitung, Kanalisation), Baupolizei,
Erzlehungswcsen, Kranken- und Armenfürsorge, Touristik,
Bodenpolitik und Wohmmgtfürsorgc besondere Ressorts ge¬
schaffen werden, an deren Spitze besoldete, von der Bürger-
sehaft oder von dem Stadtrat gewählte Personen stehen müssen,
die ihre ganze Zeit Ihrem Retsort widmen können und
dafür besoldet werden. Nur auf diese Welse wird es mög¬
lich sein, diese wichtigen Tätigkeiten zum Wohle von Tel-
Awlw Organisch zu entwickeln.
VI. Wirtschaftliche Struktur.
Die Hauptfrage, die sich dem Beobachter von Tel-Awiw
aufdrängt, ist die nach der wirtschaftlichen Struktur dieser
Bevölkerung: Wovon leben die fast 30000 Einwohner dieser
Stcdt? Herrn Zev Sinllansky, dem Statistiker von Tel-Awlw,
verdanke ich die folgenden Ziffern, welche die Resultate
einer Im Tischri 568S (September 1924) vorgenommenen
Zahlung sind. Ocnrtß Tabelle I waren zu dieser Zelt ins-
Jesamt 4828 Erwerbstätige (Beschäftigte) vorhanden, von
enen
26.8 »/» auf Handel und Beherbergung,
36.4 V» auf Handwerk,
28.9 «A> auf Industrie,
5,4 *b In freien Berufen und
12.5 «/«al« Angestellte in öffentlichen Anstalten beschäftigt
wiren.
Im Tischri 5685 (September 1924) wurden In Tel-Awiw
gezahlt!
Tabelle I.
■«uttb*
Handel und Baherbergung 688
Handwerk ,..... 580
lnduatrle...... 119
freie Berufe..... ISS
Angestelila In öffentlichen
Anstalten ..... 87
l«K
42,2
35.7
7,4
9,4
Crwtibi'.Mige
1296
1277
13S4
' 264
'ii %
2ß,8
26,4
28.9
5,4
5.J
637
124
100
4828
100
1627
Tabelle U zeigt, daft von den in Handel und Behex
bergung beschäftigten 1290 Personen 254 in 63 kaufminni
sehen Büros, 618 in 369 Ladengeschäften, 260 in 215 Markt
buden und Kiosken, 164 In 41 Hotels und Pensionen (aus
schließlich Restaurants) beschäftigt waren.
Tabelle II.
Handel und Beherbergung.
Im Tischri 5685 (September 1924) wurden In Tel-Awiw in
Handel und Beherbergung gezähltt
Von d, Crvtr
Kaufmlnnlsehe Bureaus
aa d ??Py hMte • • •
M*»ktbuden, Kloska .
Hc4*ls, Pensionen . .
Z*ht 4er
Mritba
63
369
215
41
-J^"*" ÜUccawü^ta
Zmrt»UU%M LokaAttnKlIU
254 208
618 10]
260
1«4 »51
688
1296
360
, . Von den 360 Ladengeschäften waren i
UbensmlttellMen
VtrkaufiitcHcn für: Baumaterial
Manufaktur
Oaümleriewaien
Möbel
210
32
27
27
11
&bertn«"5&T
_ TUEPISCHE RUNDSCHAU _
Uebcrirag 307
Bücher und Schreibwaren 10
Geschirr und Ocrltc 10
Oftrinke 10
Getreide und Futter 6
Maschinen und Arbeitsgeräte 0
Verschiedene 20
300
Es ist interessant, hieraus *i( ersehen, daß steh In Tcl-
Awiw nicht weniger als 2100 Ladengeschäfte für Lebensmittel
befanden, zu denen noch 215 Marktbuden iind Kioske hinzu¬
kamen, das heißt nicht weniger als 4?5 Stellen, In denen
Lebensmittel verkauft werden. Auf etwa 60 Einwohner ent¬
fiel also bereits eine solche Verkaufsstelle, das Ist eine unge¬
heuer große Zahl und ist der Ormid dafür, daß diese Oe-
schofle Zwerggrxvlüftc sind und ihre Juhabcr nur dadurch
ernähren, daß sie Kredite geben lind grolle Aufschlüge auf
die Preise fegen.
Die Zahl der Handwerksbetriebe betrug 580, in
denen 1277 Personen erwerbstätig waren. Unter diesen bc.
fanden sich 370 in Lohn Angestellte. Die zahlreichsten Hand-
werker waren:
Schuster
Tischler
Nr. 18
. , 94 mit 16SErwerbsUllgen,darunt. 511.L Angestellte;
. . 75 „ 203
Schneider. . . 54 „ llfi
Fleischer... 46
Schlosser. , , 40
Restauraleure 61
Bäcker .... 30 ,. 109
Näherinnen,
Modistinnen 30 „
78
83
194
61
73,
43 B .-
30, „
Si-
«JO " "
38 ii «
17 „ „
Tabelle III gibt eine L/cbersicht über die Zahl der Betriebe
und der Erwerbstätigen in den wichtigsten Industrien.
F.* M cluraklcrlilUch, dnß au der Spllzc die Herstellung von
Ziegeln und Dachziegeln und dl«i faiit ausschließlich mit der
Herstellung von Fenstern und Türen beschönigten Tischler.
Werkstätten stehen. Es zeigt dies die große Bedeutung der
Bautätigkeit in Tel-Awlw, auf die wir noch zurück-
komircn.
Tnbelle III.
Industrie.
Im Tischri &6t>5 (September 1024) wurden In TebAwiw in
der Industrie gezählt:
Herstellung von Ziegeln
und Dachziegeln . . .
Oröß. Tischlerwerkstätten
Mechanische Werkstätten
Elektrizität......
Druckereien.....
Konfitüren-Fabriken. . ,
Textilindustrie ....
Qrößere Schuhwerkstätten
Sonstige .......
TM dir
Ztfct rfii-
dirunllr In lehn
Oc'iltbt
crwtib.tlilffin
AngliliUlt
22
276
243
9
190
126
13
137
50
2
135
135
11
159
72
3
118
. 115
10
107
76
6
54
, 30
43
178
96
119
1354
943
Unter den 204 Angehörigen freier Berufe und 637 Auge-
stellten in öffentlichen Anstalten waren-am zahlreichsten
vertreten: *; ""• •:.
Privatärzte II
Beamte, Aerzlc (Hadassah und
Kupath Cholim) etwa 3ü
Zahnärzte 3S
Lehrer . 163 .
Lehrerinnen SS
Fachlchror 15
Fachlchreriuneii 11
KlndergÄrtncrliineii 28
Es ist bemerkenswert, daß liicrnai-.lt ein Arrt .ml etwa
400 Einwohner, ein Zahnarzt auf etwa 800 Clnkohner kommt,
was eine starke Ucbcrfilllung dieser Berufe beweist. Die
163 Lehrer, 58 Lehrerinnen und 23 Kindergärtnerinnen unter-
richten 3143 Knaben und 2858 Mädchen, zusammen als»
6001 Kinder.
Tabelle I /Jehl nicht die Zahl der Rentiers und der hfl
Bauten auf den Baustellen beschädigten Arbeiter In Rech,
nung. Die Zahl dieser Personen war bereits im Dezember
1923, .Ms Tel-Awiw etwa 17120 Einwohner halte, festgestellt
worden, u. r, betrug sie damals: 133 Rentiers, 193 Maurer, 73
Tünchcr tmd Fliesenleger, 47 Anstreicher und 1910 ungelernte
auf den Baustellen beschäftigte Arbeiter. Nimm't man an,
daß entsprechend dem Wachstum der Bevölkerung von Tel-
Awiw auch die Bautätigkeit gestiegen Ist, so würden im Scp-
tember 1924 nicht nur wie im Dezember 1923 2258 Personen,
sondern zirka 3300 Personen bei Bauten beschäftig! gewesen
sein. Hierzu kommen noch zirka !0O Personen, die beim
Transport von Baumaterialien beschäftigt sind und ferner
276 Personen, die sich mit der Herstellung von Ziegeln und
Dachziegeln und 190 Personen, die sich mit Herstellung
von Tischlerarbeiten für Bauten beschäftigen. Die Zahl aller
derjenigen, die im September 1024 aus der Bautätigkeit Ihre
Existenz zogen, übersteigt also die Zahl von 4000, d. h.
fast die Hiilftc aller Erwerbstätigen In Tel-Awiw sind direkt
oder indirekt bei Hauten beschäftigt.
Dieses Verhältnis macht es verständlich, daß die Pcrlo-
den wirtschaftlicher Blüte und wtttscUaUUchcr Depression
in Tcl-Awiw mit einer Depression oder einem Aufschwung
im Bauwesen zusammenfallen. Die Bautätigkeit wiederum
hängt von der Größe der Einwanderung bemittelter Elemente
ab. Hier liegt der wunde Punkt in der wirtschaftlichen
Struktur von Tel-Awiw. Seine Bevölkerung kann sich nicht
aua sich selbst heraus oder aus Ihrer Tätigkeit für das
palästinensische Hinterland ernähren, sondern Ist auf Zufluß
von Kapital vom Ausland angewiesen. Das gilt In besonderem
Maße mit Bezug auf das Baugewerbe, Es hat aber auch Be¬
deutung für die Touristik, für Erziehung und Krankcnfilrsorgc.
Auch diese Berufe können in Tcl-Awiw nur blühen, wenn
dauernd Touristen und Einwanderer vom Auslände kommen,
oder wenn ausländische Institutionen Ocldcr für Erziehung«,
zwecke und für Krankenfürsorge nach Palästina senden. Zur.
zeit geschieht dies In ziemlich erheblichem Maße, Die Zlo-
nlstlschc Organisation zusammen mit der Hadassah geben
allein etwa 40.000 £ jährlich für Schulwesen und Kranken¬
pflege in Tcl-Awiw aus und dazu kommen noch eine ganze
Reihe anderer ähnlicher Institutionen.
Neben dem Baugewerbe und den anderen Berufen, die auf
den Zufluß von ausländischem Kapital angewiesen sind, steht
der Umschlagsverkehr im Hafen von - Jaffa, von dem aua
Jerusalem, Hebron, Nablus mit Importwaren versorgt wer¬
den. Viele jüdische Kauflculc und Spediteure sind on diesem
Umschlagsverkehr beteiligt. Der große Orangenexport bc
schufflgt direkt und Indirekt eine erhebliche Zahl von Juden
ebenso der Handel mit dem Hinterland von Tcl-Awiw, i„ s !
besondere mit den jüdischen Kolonien In der Nachbarschaft
Wenn man ganz Tcl-Awiw alt eine wirtschaftliche
heit betrachtet und eine Schätzung versucht, in welcher
Welse dieser Wirtschaftskörper die zur Deckung seiner Am.
gaben erforderlichen Einnahmen erhält, so läßt sich In groben
Strichen vielleicht sagen, daß die Einnahmen entstammen zu'
30 <ft aus dem Baugewerbe (wofür das Ocld aus dem Ausland
gesandt oder von Einwanderern mitgebracht wird);
10»/« aus Touristik und. Einwaiidcrungsvcrkchr;
10 «> aus dem Handel mit dein Hinterland und aus dein Ex¬
port von Orangen und anderen Waren;
20 von ausländischen Institutionen und von Personen, die
Ihre Einnahmen vom Ausland beziehen;
30 n/o aus Industrie und Handwerk für den Eigenbedarf Tel.
Awlws oder für den Verkauf nach außen.
Das Charakteristische an dieser Aufstellung Ist die schon
oben erwähnte Wichtigkeit, welche der Zufluß ausländischen
Kapitals für Tel-Awiw hat. Tcl-Awlws wirtschaftliche Existenz
Ist heute In engster Weise mit der Einwanderung verbündet),
7. Industrielle Entwicklung.
Dic.c Abhängigkeit vom Ausland hat ihre großen Ge.
fahren, denn Ursachen verschiedenster Art können eint
Stockung in der Einwanderung herbeiführen und das würde
für Tcl-Aw!»» eine wirtschaftliche Katastrophe bedeuten. Da«
einzige Mittel dagegen Ist, daß In Tcl-Awiw selbst sich die
Eigenproduktion, das heißt die Industrie vermehrt. Im letzten
Jahre Ist die Entwicklung der Kleinlndustric In Tel-Awiw
eine erfreuliche. Auch die vier oder fünf neubegrllndcten in¬
dustriellen Oroßbctriebe haben gute Aussichten auf Prosperität.
Was sich Jedoch In der ganzen Industrie bemerkbar mach», ut
ein Mangel an Kapital. Die bestehenden Danken sind ihncli-
wegs kommerzielle Banken, die nur kur/fri&llRC Kredite geben.
Was fehlt, Ut ein Institut, das sich au wirtschaftlich gesunden
Unternehmungen beteiligt, oder solchen Unternehmungen
langfristige Kredite auf 5--10 Jahre gewährt. Die Oriin-
dung einer besonderen Indu6trlebank, die durch tech¬
nische Berater Imstande ist, die Aussichten neuer Unter-
nchmiiugcu /u beurteilen, Ist für die Entwicklung der In¬
dustrie In Tel-Awiw eine Notwendigkeit. Es ist zu hoffen, dafl
die Palestlne Economic. Corporation, deren OrCindiing von
amerikanischen Finanziers beschlossen wurde, die OrUndunc
einer solchen Industriebank in Betracht riehen und dadurch
der industriellen Entwicklung von Tcl-Awiw einen kräftigen
Anstoß geben wird. In derselben Weise würde es auf die
InJuHiic güns'lgc Rückwirkimg üben, wenn die bestehenden
Hypothekenbanken von der neuen anglikanischen Gesellschaft
größere Mittel erhalten und dadurch ihrerseits In größerem
Maße, als es bisher der Fall ist, llypothckeukrcdite geben und
eine Erweiterung der Bautätigkeit ermöglichen würden.
Baltoor uud die Araber
Die palHitiuensIcli-arnblschc Hxekutlve warnt
J e r Ii s n 1 e m. (J.T, A.> Die palästinensisch-arabische
Exckiilivcydlc vor kurzem In einer Kundgebung für de»
Tag der Ankunft Lord BaUours In Palästina den allge¬
meinen Streik proklamierte, veröffentlichte am 25. Febr.
eine neuerliche Proklamation, in welcher die Araber auf¬
gefordert werden, den Tag der Ankunft Lord Balfours
als einen Tag nationaler Trauer zu begehen. Die
palästinensisch-arabische Exekutive teilt mit, sie habe
Lord Balfotir tclcgraphlsch benachrich¬
tigt, dafl am Tage seiner Ankunft in Palästina alle
Araber des Landes die Arbeit niederlegen und
sich in den Moscheen und Kirchen zum Gebet versam¬
meln werden. Die Autoritäten der Heiligen Statten und
der arabischen nationalen Institutionen werden jeder
Empfangsfeierlichkeit zu Eltreu Lord Dalfours fernbleiben.
Die arabischen Zeitungen werden an diesem Tage mit
Trauerrand erscheinen. Vertreter aller arabischen
Lander werden nach Palastina kommen, um ihre Soli'
dnrlt.1t mit den palästinensischen Arabern zu bekunden
und an der Anti-Ualfour-Kundgcbung teilzunehmen.
Die palästinensisch-arabische Exekutive spricht in
ihrer Kundgebung eine Warnung an die palästinensische
Regierung aus; die Regierung wird für eventuelle
Unruhen, die als Reaktion gegen die von den Juden
etwa versuchte Pro-Balfour-Denionstratlon entstehen
könnten, verantwortlich gemacht.
*
„Manchester Guardian" vom 21. Februar verzeichnet dir
lerusalcmer Nachricht, daß die palästinensisch-arabische Exe¬
kutive für den Tag des Eintreffens Lord Balfours in
Palästina einen allgemeinen arabischen Streik als Protest fiegen
die Balfoiir-Deklaration proklamiert habe. „Manchester
Guardian" schreibt dazu: „iXcse Streikansagc werde wohl
«Ion Behörden keine Anpr-it einjagen, denn, wie der soeben
aus Palastina zurückgekehrte Lord Oxford uud der noch
jetzt In Palästina'weilende Sir Alfred Mond bemerkt haben,
ist es sinnlos, {etrt von eluec arabischen QcscUlotsenlxcit
zu reden. Die letzten Meldungen aus Jerusalem
besagen, daß eine feste und dauernde Opposition der Araber
gegen die arabische Exekutive besteht, in den fünf Jahren
nach dem Waffenstillstand zerstörte die mohammedanisch-
christliche Vereinigung alle Versuche der Regierung, eine Zu¬
sammenarbeit zwischen der Verwaltung, den Ziouistcn und
den Arabern herbeizuführen. Alltniihllch aber begann der
palästinensische Bauer über seine Lage nachzudenken. ^
wurden .nationale' und «Baucrii'-Partcicn gebildet, die zwar die
Balfour-ucklaratlou nicht akzeptieren, aber dennoch die Zu¬
sammenarbeit mit der britischen Verwaltung wünschen.
sei noch daran zu erinnern," schließt der „Manchester
Guardian", „daß der .Streik', den die arabische Exekutive
für den Tag der lialfour-Dcklaration im vergangenen November,
proklamiert hatte, wenig befolgt wurde." (J. T. A.)
Der englisch* amerikanische Vertrag über Palästina
Der amerikanische Senat hat, wie wir bereits kurz ?,f
meldet haben, den Vertrag zwischen England und den Ver¬
einigten Staaten von Amerika ratifiziert, wonach Amerik»
das britische Mandat über Polästina auerkennt uud Englai'J
den amerikanischen Bürgern die gleiche Behandlung wie
den englischen Bürgern in Palästina garantiert, Der Vertrs*
setzt fea», daß ohne Zustimmung der Vereinigten
Staaten Im Mandat keine irgendwie geartete«
Acnderungcn vorgenommen werden dürfen.
(Ziko.)
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