1.1.11 יי*י
»MMffWWWM
!יייייי"
!!JL Israelitischer
Lehrer und Cantor.
Organ für die Gesammliuteresien der israelitischen Cnltnsbeamten
(Beüage zur Jüdischen Presse.)
' &nau«gtgtl<n oon Dt. Hirsch Hifb«SH»i»rr.
Jnheltr Zum Unterricht in der jüdischen titfjtt.— Dt« Witwen- und Watsenlasse der Rabbiner Deutschland«. — (Sotnfpoiibtnjtn.—
Rezension_Inserate.
|«m Muterricht in >rr jüdisch»« Gtlfifi.
von Rabbiner Dr. I. Wohlgemutst in Berlin.
IV.
Vor Allem aber — und da« erscheint un« da« Wich-
ttgste — könnte die Feststellung de« Pensums gleich nach
dem Gesichtspunkte vorgenommen werden, wieweit der Stoff
Anknüpfungspunkte -für die jüdisch« Ethik bietet. Da« ist
wiederum keine neue Forderung. Aber e« will »n« scheinen,
al« ob die üblichen Pensum-Verteilungen noch verbefferuua».
fähig sind. Im Folgenden sollen nun einzelne Vorschläge
unterbreitet werden. Cie wollm nur ein Fingerzeig sein
und unser« Wünsch« dem Verständnis näher bringen. Wie
schon oben bemerkt, find die Verhältnisse in den einzelnen
Religion-schulen so verschieden, daß ein Normal-Plan wenig
Wert hätte °).
Wir ubergehen dm biblischm Geschichtsunterricht und
da» Gebetübersetzen. Der erstere ist in den verschiedenen
Lehrbüchern schon mannigfach unter dem von un« de-
sprochenen Gesichtspunkt behandelt wordm. Im Gebetüber-
setzen muß vor der Rücksicht auf dm GotteSdimst jede«
andere Prinzip der Pensum-Verteilung zurückttetm. Dieser
UntcrrichtSgegenstand dient ja in erster Pinie dazu, die Kinder
zu besähigm, daß sie dem GotteSdimst in der Ursprache solgm
können.
'1 Ich weiß wohl, daß et» Rorniallehrplun einen geivissen
Spielraum offen läßt, sodad es dem Lehrer frei steht, zu einem
Höchstmaß auszuftrige», oder fich aus ein Mindestmaß zu be-
schr ä nke n . A b er B e fähigun g -und »r-tst b,« DurckschnittSschüIer «
wird doch immer in Rechnung gestellt: die LurästchnittSschlller
muffen immer der Srunbstock der Klasse sein, aus de» der Rorinal-
plan eingerichtet ist. Rn diesem Turchschntttsschuler sehlt e« nun
in den Religionsschulen. Mir wenigsten« ist e« immer so er-
gangen, daß lmit Ausnahme der höchsten Kurses die eine Hälfte
der Schüler gut und die andere schlecht war: nie aber war der
Stand so, wir er sein sollte, daß der überwiegend« Leit den
Ansprüchen genügte, ein Nriner vruchtetl über dem DurchschMN
hervorragte und ein anderer unter ihm zurückblieb. Da« lag
nicht an der Ueberspannung melner Ansorderungen. Da« ver-
hiltni« dlieb stch gleich, ob ich Ke höher oder niedriger stellte.
Dies« lkrsahrung iverden mir auch andere Lehrer beslätmen, und
ste ist meine« !krachten« au« dem (Iharaller und der Stellung,
die der Religionsunterricht einninimt, zu erllären. Den andern
Schulen stehem-die Mittel zur Versagung, den Schüler zur Durch-
IchnlllSIeiswng zu zwingen. Da« Schreckgespenst de« Sißenbleiben»
mit seinen mannigsachen sozialen Schädwungen im Grsolae peitscht
tllter» und Schüler zur Anspannung aller Kräfte aus. Ein ähn-
liche», wenn auch nicht ganz Io wlrksame«, Mittel, Hai die ton-
sessionelle Schule sür den südlichen Religionsunterricht, Ivenn
ne ihm den llharaller al« tzaiiplsach eiteilt. Stanz ander« die
ReligionSschiile. Hier häng! Alle« von dem guten Wille» de«
Schüler« oder vielmehr der tlltern ab. Steht bei diesen die
Religion im -entrinn de« Willen«, dann haben sie Mittel genug
in der Hand, da« Kind zu guten Leistungen anzusporne». Auch
ohne Rücksicht aus die Eitern wird den besähigten Schüler der
Gegenstand sesseln, den ehrgeizigen der Wunsch, fich auch hier
hervorzuiun, anstacheln. Alle andere» aber bleiben zurück, denn
e« «reibt sie nicht der unerbittliche Zwang der Rolwendigkeit.
In den höchsien Klaffen treffen wir ubernfiegend gute Schüler,
den» einerfett• habe» die Versetzungen eine Auslese bewirk«,
dann aber nehme» hier an dem Religionsunterricht zumeist nur
diejenigen Dell, die Anlage und Reigung dazu bestimmt. Wa« folgt
au« alledem k Daß der Lehrplan sur die Religtonsschule gani be-
sonder« individuell gestaltet iverden muß, je »ach der Beschaffen-
heit der Jahrgänge. Ü« wäre nicht unangebracht, wenn der
Schulleiter im Verein mll seine» Lehrern alljährlich den Lehrplan
einer Durchfichi unterzöge und ihn je nach dem Wechsel, der fich
im Schülermaterial vollzogen, modifizierte.
Wie steht e« mit dem Pentateuchunterricht? Hier
glauben wir mit der Kritik einsetzen zu dürfen. Uns scheint
die Genesis hier einen unverhältnismäßig großen Raum einzu-
nehmen. Da« hatte seine Berechtigung in den konfessionellen
Schulen früherer Zeit, in denen der gesamte Pentateuch
der Reih« nach durchgeuommen wurde. Durch die groß«
Anzahl von Stunden wurde er ermöglicht, daß bereit»
auf der untersten Stufe die Schüler mtt der Genesis ver-
kaut werden. Der biblisch« Geschichtsunterricht fällt für
die untersten Klaffen fott. Die Schüler folgen mit Spann-
ung der Uebersetzung, denn sie vermittelt chnen den Verlauf
der Geschichte. Da« Alle« gilt nicht für die Religtonsschule,
in der da» Pensum au» der Genesis oft aus volle vier
Jahre verteilt wird. Der Inhalt de» Pensum« ist den
Kindern au« der biblischen Geschichte bekannt. Eine gewtffe
Anregung wird steilich den Schülern geboten, wenn sie tn
dem Uttext dar ihnen anderweitig Verkaute wiederfinden.
Doch rechtfertigt dieser Gewinn nicht den großen Verlust,
der den Schülern daraus erwächst, daß sie vier Jahre hin-
durch sachlich fast nicht« Neue« lernen. Endlich stellm Kapitel,
wie der Segen Jakob'« an Vokabelmaterial und exegetisch»!!
Schwierigkeiten hohe Ansprüche an da« Gedächtnis und den
Fleiß des Schüler« und erfordern eine» Zeitaufwand, der
nutzbringender für die religiöse Vettiefung verwettet werden
müßte.
jFortsetzung folgt)
Qi* Mit«»« und W«if»»k«ff» »er N«»»i««r
Eine kassenpolitische Betrachtung.
von «»elf Peritz in Königsberg i. Pr.
III.
Zum Schlüsse wollen wir nur noch einige wichtigere
Bestimmungen und Einrichtungen au» dem all-
g e m c i n e n l a n c der Rabbiner-Witwen und Waisen-
lasse zur näheren Bekachtung bringen:, etwa» von den
besonderen Aufnahmebedingungen und der
V e r w a l t u n g « o r d n u n g der Kasse.
Die Rabbincttasse zeigt in erster Hinsicht gegenüber
den meisten unserer Lchrerkassen den großen
sozialen Fortschritt, daß sie die Ausnahme ihrer ordent-
lichen Mitglieder nicht von einem GesundheitSnach-
weise derselben avhängig macht. Man sollte e» eigentlich
gar nicht für möglich halten, daß Kassen, die zzu gemein-
niißigeni Zivccke im sozial- polittschcn Interesse der ihr zu-
gehörigen Beamteiischaft errichtet und dabei in bedeuten«
dem Maße von der Wohltätigkeit unterstittzt werden,
Mitglieder ihre» Kreise», die in gleicher Weise,
wie andere, ihren schweren, opferreichen
Die »st im össcntlichcn Interesse ver»
richten, von der Versorgung au»schließen, einzig deshalb,
weil sie ihnen leicht etwa» ffühcr, wie Andere, eine Ver-
sorgunaSlast werden können. Wie, wenn diese Kassen ilber»
Haupt sonst so streng nach Gesahrenmomenten abgepaßt
wären! Und wie ivenn nicht gerade diese vom Schicksal-
schwer bckoffcnen Kollegen, denen sonst auch kein» andere _
Bersorgungsmöglichkeit offen steht, bei »nsereni aufzsozi-/