(Jüdische QSoIfejeltuno)
EniritfirHnnabme: Sniderri bchatzky. Stuf 244 M/SV, Dr. Kfrrt tUVl i ft ed—Mkgimd
9tsf SSO02 nnb Bcrioj Oatmftnifr 25, Stuf 57277. vt» l|„mgs 22 mm
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Nummer 17
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3603
1035
4i Lohevaag
Vom Breslauer kutturkreis
Man .schreibt uns:
Menschen, die guten Willens sind und deren Jüdische und
künstlerische Verdienste man anerkennt Unangenehmes sage*
zu müssen, ist keine erfreuliche Aufgabe. Aber war sich ü»
diesen Tagen mit der Organisation jüdisch-kultureller Ding«
befait, übernimmt damit eine schwere Verantwortung gegen¬
über der Allgemeinheit Deshalb mui er sich Kritik gefaüeft
lassen. In der Breslauer Gemewuie besteht schon lange
sch&rfste Unzufriedenheit mit dem „Kulturkreit“. Wie
aus dem Beric h t der Jüdischen Zeitung über die letzte Reprfr»
sentan te n Ver sa mmlung hervorgekt, hat sich dort eine Kuttur»
kreia-Debatte entspannen, bei welcher Leser sehr schlecht ab l
geschnitten hat. Es ist dringend erforderlich, das PtobJerrj
weiter zu disputieren, damit die Ver h ält ni sse endlich gebessert
werden können.
Es mag etwa ein Jahr her sein, dafi der Ausachub de*
Synagogengemeinde für geistige Angelegenheiten sich eufu
löste und an seiner Stelle der Kuhvrkreia ins Leben trat. Ein«
grobe Gründen «Versammlung im Gemeindehaus fand in An-*
Wesenheit aller Prommenten statt und es wurde ver k ündet, dafi
der Kultur kr eis berufen sei, die kukureöm Veranstaltungen de*
Brestsoer Juden zu regeln, künstlerisch wertvolle Veranstaltung
gen zu fordern, gerin g wert ig e ns unterdrücken,Satzungen wurden
beraten oid be sch lossen. Der V«re4n erhielt «Inen Rührer“ und
einen „Stellver tr etet des Führers'*, verschiedene selbständig«
Abteilungen für Theater, Musik usw., Abteilungsleiter und
stellvertretende Abteilungsleiter, einen Heirat" und sin viel-
büpfigss ^EhranpriMidiurn". Ein Büro weide gemietet, and
ein ■bfanamthrkn Gesdkftfteftthruv cnyesteBt, neben wrirfwm
i«h als Vertreter des Berliner Kuturtomdee
l^fiten I» die Weh »inh Pfc »■!— i_,
SLLn j e Lftfiag s r ^ ftj atf
Mea Messe dnd «Be Hoffmmgwv zerstör^ de Stiu
frhisgrn Woher kommt das?
Von der Teilung einer jüdisch kuhkwcBen
ist ln erster Reihe zu fordern, dafi de einen bestimmt
hat, nach dem gehandelt wird. Es genügt nicht, in »
nistbcher Weise heute dies und morgen jenes zu tin, was ge¬
rade Aussicht auf iufieren Erfolg bietet. Man darf nicht eia
wa, deutsche Juden vor dem Umbruch in deutschem Kreise
unter kultureller Betütigimg verstanden haben, einfach imter
sich fortsetzen. Nachdem Le deutschen Juden aus dem deut-i
sehen Geistesleben wider ihren Wunsch ausgeschah et *m<i|
haben sie zu den eigenen Kraftquellen zurOchznkahren Ohne!
Zusammenhang mit der deutschen Büdungswelt und der|
sonstigen europäisriie*) Kunst zu vertieret^ wollen sie k» ihren
kultwallen Veranstaltungen vor allem daf Jüdische
pflegen. Bekanntlich bst der Berliner Kulturbund
in dieser Hinsicht bedauerlich versagt, und die führenden
Zeitungen des deutschen Judentums haben sich darüber wieder¬
holt scharf äufiem müssen. Wenn gerade jetzt die Nachricht
kommt, dab der „Kulturbund deutscher Juden** auf höhere An¬
ordnung sich „Jüdischer Ku hmb rstd, Berlin** nennen mab, so
liegt darin vielleicht ein günstiges Omen für die Zukunft.
Dmn der frühere Name war für die Absicht der Leitung, das
Jüdische nicht zu betonen, geradezu symbolisch. Es war —
unbeschadet gewisser literarischer Esperimente mit Jüdischen,
ssgar oe tj üdteefen Werken — wvtfeh Mab fei Bad. b
«wia> feut sche Jvhs Kdtv machten, nicht aber am
fthflacher Kultuibinwl.
Ziehen wir Le Bilanz des K uhu i kicist* nach der!
künstlerischen imd j üdisch-k u n st p o litisch an
Sehe: Man wir da der Leitug des Kultur kr riaes Ifamch tau,
wenn man ihr das Bestreben, positiv Jüdisch ia dem angedeu¬
teten Sums zu wirken, ahssnectu.it wofite- Es wurdss gewisse,
mehr oder weni g er geglückte Ansätze zu einem wirklich
jüdischen Programm gemacht. Bald aber trat eine Verflachung
ein. und die Scherzfrage: „Was ist der Kulturkreje?“ konnte
dahin beantwortet werden: Ein Kreis, bei dem alle Punkte
gleich weit vom Judentum entfernt emo“ Der -grobe Wurf, die
Aufführung des Zweig'sehen Jeremias”, schäkerte, web am
dafür geeignete» Theater In Breslau nicht zu bekommen war.
Diese Unmöglichkeit ist nun schon seit vielen Monaten sin
offenes Gehrimnia, und der Kulturkreis hätte sich danach ein¬
richten können. Statt dessen bemerkt der Kunstfreund mit
künstlerischen Gründen ist 4er Gedanke eines Kabaretts für
deutsche Juden ein Undfcig. Eigenart und Reiz eines Kabaretts
liegen in der GJosMenmg von Zcfeardgnissen. Deshalb kann
des Kabarett nur auf der Grundlage am es gesdüoasenen and
kraftvollen Volkslebens gedeihen. In Tel Atnw oder Warschau
hat ein Kabarett für Juden seine Berechtigung, k> Deutschland
nicht!
In der heutigen Zeh haben sie künstlerischen V eras
Stauungen im deutschen Juden(tss auch eine sehr wi chti ge
sozial# Seite. In da m Richtung eftt des Programmheft
des „Nachdenklichen Kabaretts** eure Art Rechenschafts¬
bericht. afeeding» s ondezb uwi we is e nur für de Zeh vors
8. Dezember 1934 bis 28. April 1935, unter AufiemchtlseteMg
der früheren Veranstaltun g en Während «fieses Zeitraumes
wurden 105 Künstler undfAtauhMM- kmekMlbm dis »Gage*
rd. 6000 m *hlt wM«ad I^Fteme»
und Löhnen i
i Mstw*
Kfeo
Das MN te Kalrs
(Was bk <h* mdwtm 7d—ig nfcht sb
Aus dem «nunmehr iQifhgfsdwT voftejjadigim Prt
des vor ktntea vir dem Genbdhs 9w iiis f *wi ( h h
auf Grund einer IQsge deu kstifebthuR Judm tbnberks_
gegen den Vorartänden «Ms Dr sie chm Qubs bi Kshw ft w r h
geführten ProimsiS, ht dem Mfaiatikk de Aktiilsailbnstisn
des KBtann zur KMge wegen Kloftshtivfaelsiitigtmg -dir Mdi-
schsn Gemeinschaft nicht srachnod w w h, geht da Wort¬
kim der Dtkfc nmg h anro ty Le dn GensTalatenteeB-
gezeichaeten auch ausgesprochene Fehlleistungen
zeichnen („Wildente“, „Njnkin"). Der vielversprechender
Bialik-Feier folgte keiner der damals in Aussicht gestellten
modemen Jüdischen Dichtereh en d e . Dafür w ur den wir mit
einem Kinderfest, rund einem haben Dutzend UpinskaJa-
Abenden, mit Aunührim^an des „TartÜfT* und ihnffrhm Ver¬
anstaltungen beglückt, Le weder als besondere Kunstgenüsse
zu b e werten waren noch _ irgendwelche Beeiehungen zum
S chm Leben unserer Zeit besitzen. Hatto man Sri Grün¬
de# Kulturkreises damit gerechnet, dal er Ordnung in
ünotlerischen Veranstaltungen bringen wfbde, so hat seine
wirkliche Betätigung leider nur den Wbiwarr vermehrt
und Ls Durchsawkittaqualitlt nicht gehoben. Die letzte verfehlte
„Tat“ war das „Nachdenkliche Kabarett**. Wir wollen hier
nicht davon reden, daß «fieser Abend nichts weites bot ab eins
Aneinanderreihung von we ni g inter¬
essanten Liedern, Gedichten Ia einer Zeit, bk der
durch Breslaus Stra&en Pranger-Tafeln ge tra gen wer den.
Kabarett-Abende zu verunstalten, ist eme WürdiloMgkift, und
dis Ja igo nwkae. mit denen der Conferencier „Stimmung** ru
machen suchte, passen zu der Jüdischen Situation wie Le raust
aufs Auge. Mit «fieser Art von Unterhaltungs- und Amfitier-
betrieb sollte endlich Schlufi gemacht werden. Schon an
■halrtgl wenden und ihnen Mt kfe> ein grofiter Ted dar
«000 RM zugute ^-
Dm KuMuchreis hsM twtifiln feer eite ftlilijg Ute-
g m ufcmng . Nach LMgander eher mfett Ls Adpfe «d>
udthOrpn dafür nt achalhn, dafi die Uduftti en wirk¬
lichen und angeblichen kftnotUriachen Veranmaku^en endHch
aedhört. Den Mannas ApnaB mr Uchsvevtretwkg, dar Duul-
fednt hol M BraolauBAmt ‘ ~
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Bei Jeder ednasMsn VedanaMlhmg
eie ewgilt. Die guräds vom Kol-
re fiM der te AnsaymitAt darf MM wuMar gudaldst
In KlnaiMrfaeMan feheugaetmsn, dafi Ls geathüL-
Bch srfeMdM Virar edsn» nicht vom KMSnM’Mi
aebet aatvaem usn aabkom GeachiladMwwr s
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«duiduu abiap mm drei oder vier Mftgftodevn heatehendm
Gcrichadwf% es hoch eein Meibn sweh sete mag.
Der Vorekzovds des G eric h t d tofis bi Alsasndrim «mr der
Vizeprfefdent des G emisc hte n Beruh mg a g « richte C. van Ackere
(BeMier). Die Ärigun Rfcfeer wemn fer A e g yy tn Jooauf Bey
Z^racer, der Italiener Mcarina. fer EhgDmMr X S. fftiki Ried
und der A t gyp m Seandm Aey Äser.
7. Mai (JTAfi Auf dn M Widtiaotne
utsttflndenden Convention deu liiijnpeadwi Oder Basi Brkh
biete feg Vorsitzende das Rsprfinanlsntsnhnn-
■ es des amerikanischen Bundespe Men en th
Joseph Byr.hehm ilgret. fe. im er B eee w le nn i rt ede
•cherf afalehnte Mel (Be Lu— e ^ der Joden tan bäuer¬
lichen Lehen XeeeeÜOW Mend >■ >■ * !> Bmsrihh. eHüirte
Byme. ockre ohne seine Jod—i kdimB Inner.
Im -Stantail-nlnf* brf.h tUk DM*ar ICereekl
Berlin, mit dem (—ch dm Wi ans es dm SeMmmlnkmrs Zhb
Frick in Kfime m> ■■ m l md m Ifmdmeinn.i and dm
Pn igmwn Be n . de Id ftr (Be mmdm Mam deraea MWekm
ihm Er mttrt: JBH. "-~ «ei «dm Uhilmr«
sind geeignet eoch die lililm Mer tmd de noch modhrim
Dluakmen im Wd b dc Lager so rer nlch e m . and d>W» Kler-
hmt ht (rehrerhdehrh de» ehurig Eri r m hrh e an dm ShmBeet
dm deumchmt Jmim. Nlmmdh mame B dhen «hd d»
selche Psgehmg IDr gerecht ksjlm n l ss n e si d ahm etsch gl»-,
ha- Umean. de» latst p a gUa n a B a i-fc lai et— hnm -m am Ml
•md. Jaeat sdid — Id ealgao —»m a r . ob du dMUchfe. Jf-
dm. (Be U ha iitmaai isd Ja k ra r dab so dt gagmoab«
limrhatihrt h^an, wie atmgmakbnat au- deb U itl»dm
Zelt kmflirt hob- dm ^ItimMan De»ocbom dod. JeOg mad
dm V«g frd eeU ttr BotmbMm- du apBt germg. teaam oteb
ei all ilcbt aoeb nicht se ^t knmrnm. mtddU dermal ab-
ddmv du nmHilfth das Iitudi.« Jndmtmm dmcb dH
k eo—j e ktl ie I h e m ig e dt aUar mdgBcbm geringen Scbiogmig
dm iBdUcban. $dg—a durchsdtmeav.* -
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Ut HbkVch
rialUn imd UrnndBaat fBr td. MO KH ttalmmn. HUr BM dao
HirerhllmU Krischen (bat beiden Fbdtkmso enf. W c m mUr
-ries mflCte dm nehnm tU tlHU ga mU Tad dm Arnnhan Mf
(Be Betahlang der RtaatUr tnll j m . DU Habe dnr eeeb-
Udun Ae f a—nd u ngen erkbrt deb voU dmcb dU »mtoe
rddüicbe Za bm gmaot-gmd» dm Kdlaikiala« Hiinadla. die
groben Aeegehtn Hr Kborethm md dmgl d rb mi andaiandm
Unter derWM UM Gegen mei Ldom arhaUm drh U an-
hdddion Umfange H - ideett e rlab n e an bdUda m (Mm bot
im Kdterke— du Yreddon der Kmidagotbe dm l uttb m bkd
durch „ (Ji i, i n rb.~ BObimmuftomm eod Ihadlcbo Mktai dm
PubHku— aa mdo ebe n . ba fa lgtk DU at ba ra r am Uro IMemea
rhtgende Beadao r r KUmBaroehoft wUda gern lila.IS . daebl
Stargagen bi dar Sammo d a t brn. Kg nod m. du nkbt ae
den Pioadnanaan febemn. «Ud Mr U ge ri nger Amahi he-
- Mama aoMn, mtg.mil KmmUt Ja
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