Jüdische Zeitung
(Bübische Dolkszeituno)
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jede« Freitag
Derl«r«orl »i«lau ♦ «chNfNrUuaa. TMrtritMlim* n. 3afmitraiMMftMf: »artn»ra»r 25, Sm H pwflw 37277 ♦ OoSKMOMrt»
42. ÄovrgGW
Nummer 25
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»rrtlau, den 3 . 1035
Jüdischer Kulturbund Breslau
UmgrQndang d*s KaltarkiwiMS —
| N«u« Mtaw — Ni
Am Sonntagi den 30. Juni, fand im Sitzungwaal des
Gemeindehauses eine außerordentliche Mitgliederversammlung
des im vorigen J/ahr gegründeten „Kulturkreiaee“ statt, in
weicher die seit Monaten bestehende Absicht, den Kukurkreis
in einen Kulturbund umzirwandelh, um eine Kontrollstelle für
sämtliche künstlerischen Veranstaltungen der Breslauer Juden
anzugfledern, verwirklicht wurde. In Anbetracht der bedeut¬
samen Tagesordnung war die Versammlung leider recht
schwach besucht, sie bestand in der Hauptsache aus leitenden
Herren des alten Kulturkreises, und sogar die für die neuen
Aemter in Aussicht genommenen und nachher gewählten Per¬
sonen «raren teilweise nicht erschienen.
Wie unseren - Lesern bekannt ist, wurde vor kurzem in
Berlin der „Reichsverband der Jüdischen Kultur¬
bünde in Deutschland“ gegründet, in dessen geschäfta
führendem Ausschuß Breriau durch Herrn OLG i R. Dr.
Günther F r ä n k e 1 vertreten wird. Der Reichsverband will
mit Zustimmung der staatlichen Behörden eine Zusammenfassung
der jüdisch-kulturellen Bestrebungen in Deutschland herbei
führen. Im großen und ganzen ist der Zusammenschluß voll¬
zogen, und es galt nun. auch in Breslau das organisatorische
Gefüge hierfür zu schaffen.
Dr. Liegner, der stellvertretende Vorsitzende des
„Kuhurkreise»", der ansadle dm rmrirtsn ersten Vorsitzenden
Silberberg die Versammlung leitete, gab zunächst einen
Rückblick auf die Arbeit des „Kaburkreises“. Er unterstrich
rroßen Sc h wierigkeiten, die rieh Mbar Arbeit
ich —rhMrhar and j>er*önlfchfr Hinsicht lange Zeit hindurch
f In __ _
tunuen geführt hebert die in ihrer Art und ZehJ besser unter¬
blieben wären. Der „Jüdische Kulturbund Breslau",
wie der Kulturkreis nach seiner Umgestaltung heißt, wird aßen
bisher aufgetretenen Mißst&nden zu steuern haben. Nach 8 2
der neuen Satzungen sei Zweck des Vereins „die Pflege, För¬
derung und Zusammenfassung aller kulturellen Veranstal¬
tungen unter den Juden in Breslau und Schlesien. Er sorgt
insbesondere als Dachorganisation für eine planmäßige Zu¬
sammenfassung und Verteilung aller Vsransta&mgen, um
deren Uebermeß zu verhüten, und für die Durchführung eines
einheitlichen Programms.“
Nach diesen grundsätzlichen Ausführungen wurde von
Herrn Felix Perle der Kassenbericht erstattet. Die Rechnung
des „Kulturpreises“ schließt für die Zeit von Mai 1934 bis Juni
1935 mit RM 3779. — Einnahmen und RM 3726.— Ausgaben ab
— Alsdann wurden die neuen Satzungen besprochen und
nach kurzer Erläuterung einstimmig angenommen. Die darauf
folgende Wahl der leitenden Persönlichkeiten
hatte folgendes Ergebnis:
Erster Vorsitzender OLG i. R. Fränkel, erster Stell¬
vertreter OLG L R. Goerke, zweiter Stellvertreter Rabbiner
Dr. Sänger, erster Schatzmeister Emst Landsberger,
stellvertretende Schatzmeister Giado Neustadt, als unpar¬
teiisches Mitglied RA Dr. TarnOwski und als desssn Stell¬
vertreter Stud.-Rat i. R. Alfred Cohn. Für die 3 zu bildenden
Abteilungen sind vom Vorsitzenden b e sti m mt worden als Leiter
für Musik Leopold Landau, Stellvertreter RA Dr- Fritz
Fischer, für Theater und Kleinkunst H err J e f f 4, Stellver¬
treter Herr Mesch 1 er, für Vortra g swe sen Literatur, bÖdende
Künste und Kunstgewerbe Frau Dr. Meidner, Stellvertreter
Dr. Liegner, ferner als Bearbeiter für Steuerfr a gen Dr. Otto
nt
HsIpert und für Presse!ragen RA Dr. TarnowakL Wal¬
tere Persönlichkeiten sollen in den Vorstand kooptisrt w er de n .
Die Mitgliedschaft dea Kulturbundes kann van
jeder schlesischen S y na gogen-Gsm ei ad», von eonod-
gen Körperschaften ad Personen Vereinigungen, die in
Schlesien ihren Sitz haben und deren Gesellschafter Juden
sind, sowie von jedem Juden als Binzelmitglled
erworben werden.
Der Jüdische Musikverei« Breslau, gegen w ärtig
vfohl die größte auf kulturellem Gablet# stehende Organisation,
hat sich aem Kulturbund an geschlossen und wird von ihm mit
I Buchführung der musikalischen Aufgaben bea uf tragt worden.
E r behält dabei seine vstte organisatorische, finanzielle und
k Instierische Selbständigkeit. Durch 4s Delegation von Idtan*
d m Persönlichkeiten dea Musil vereine in den Vorstand des
Kulturbundes ist ein planmäßiges und reibungsloses Zusam¬
menarbeiten gewährleistet. Eine große Anzahl weiterer jüdi¬
scher Vereine, wie Mussum-Verein. Frauenbund, CV, RJF,
haben ihre grundsätzliche Bereitwilligkett zum Anschluß b»
rfitz früher erklärt. Dagegen haben cfi» Jüdtsche Volk»
nochschule, der Verein für Jüdische Geschichte
ujnd Literatur und wie wir Mjren, der Logenvsr-
' and den Be i tri tt abgelebnt. Die Mitglieder des hl»
L erigen Kult ur kreis»* itid ohne weiteres
Mitglieder des Kulturbundes. Ferner sind die
itgUeder das Ktdturbundss von ssftat Mitglieder des JüdS-
n Murikverrina Bei doppelter Mitgliedschaft mäßigt
_ der kn Kulturbund ztt Bt Mtfüochhsärsg. SriiB
\ ist noch za erwähnen, daß auch efee enge Z uaamras»
V>ti »J».
. _<S. ran, <nl JIMrfcm» im
trden wh snasrs Leser in Kürze unterrimbn.
erörtern. 'Wh wffnjBT »rirfthdfc daK'kM dar
mg and dem großen Kreis noosr Menschen auch
ein anderer Geist in den „Krituuhund" ß fo i g st Ist Da»
h*lb werd en wir unser Urteil allein auf dis Hadtbua» Arbriean
uttd L eis t u n g e n g r ünden. Dt» Arbeit das JCshwsusäo“ «M
nicht einfach ma besonders auf dam GabieSu das Th—»sm
auf dem der verflossene „K ulturk reis" wenig Lsrhssri 0 »
erntet hat. Was das Vortt a g s w— tu anlangt, so wird ein fi»
dkrkris nach sras VeraattUltamMu kamn ridMMi MB-
Wir besitzen, in Breslau isshrtre Organisationen, me hierin
£ Jahrzehnten HervortagUttdm'lmOam dazu kommen die
n Vorträge der lowp Jädisrh nollflsrtaan und sons ti gen
-ine usw„ und so dürfte eher eine Eindämmung der viel
vielen Veranstaltungen am Platze sein, als ekle B i w eite -
>g. Als besonders bedenklich haben rieh db JQslnkunsC-
tnde" erwiesen die dem jüdischen PubUktun Bresbos als
für wirkliche TbeetervorsteOungun ge b ote n worden.
Dem neuen Vorstand, Dr. FränkeL geht von seiner
früheren Tätigkeit bei der Brerieuer Zentrale der Jugendfür¬
sorge der Ruf eines ausgezeichneten Organisators voraus.
Dhß das spezifisch Jüdische nicht bloß kn Namen
upd der Zimunmi iioetieng der Mkgiksder. ssödeso nach ko
Programm des KtthurbtsuUs zum Ausdruck kommen soll,
auf Anfrage von dem Vors itz enden versichert Auf
irm Dr. Fränkel und sehwn Mitarbeitern lastet eine süßer >
liehe Verantwortung, deren sie sich ri cher B ch weh) b»
sind. Hoffentlich e n ts t e h t wirklich ein Jüdisch« Ad¬
der den Pifmd«ihlseej> unser e r Zeit und unserer
Läge Rechnung zu tragen weift. ft>.
Telesrammwechsel
Prager katholikentag-kultusgemeinde
In Prag fand in diesen Tagen ein gesamtstaatlicher Moral-Chaos herauhrifen. Nach
tholikentag statt, an dem der pipstbdte Legat Kar*
dinal V e r d i e r, Paria, der Wiener Fürsterzbiachof Kardinal
Innitzer und viele andere hohe kirchliche Würdenträger
teiktahmen. Das Präsidium des Katholikentages hat an den Vor¬
stand der Prager IsraeMtiechen Kolteaffcmehxie als Antwort auf
eine Begrüßung ein Telegramm gerichtet, bi dem die gemein¬
same Grundlage der Religionen als v erbindendes Element aller
Gläubigen hervorghoben und betont wird, daß die vom Katho¬
likenkongreß ausgehende Pii e d e n t bo m chuf t für alle Weit und
alle Menschen ohne Unterschied gÜt. Die eindeutige Stellung¬
nahme des Katholikentages zu diesen Pr o blemen hat iri der
Oeffendkhkek tiefen Eindruck gemacht-
Die Begrüßtmg der Kult u sgemei n de an den Katholikentag
hat folgenden Worttaut:
„An das löbliche Präsidium des grinmlifimttü lun Katho¬
likentage« in Prag: „Friede sei Deiner Bürgin Deinen Palästen
herrsche Sicherheit, für meine Brüder und Freunde spreche Ich
den Frieden über Dich aus, für das Haas Gottes, unseres Herrn,
werde ich Dein Heil er fl ehe n ." Mit die s en Worten des
Pmtaäiman beg rü ß t das unterfertigte Bahhfciat von Prag Ihren
Kongreß, dessen Zeugen wir sind Sorgsame Hüten aller B»
kermtniaae aottttn Maßnahmen ci wägen, weiche dis heu ti g e Zeit
erfordern. Das Volk von beute ist ki Samen rnnrnljerhuTuend
festen erschüttert and allein die Bdebunm db Befestigung and
Vertiefung des religiös en Fühlen* und des Glauben# In Gott
körnen dem Volk und dem Einzelnen aus dem Gewissen» und
dem Worts eines aittn
Lehrers, daß du einer Person leuchtende Licht vielen P e rsonen
1 pachtet, bin ich Überzeugt, daß Ihr Kongreß rin m i c hrigs r
bäpuls in ebener Richtung sein wkd, and naß von ihm wank-
rättge Anr egun ge n umgehen werden. Dakeb «bade kh Ion
vän Herzen du beste Gribgen. dann: tan fifairim tanken wir
age einen Vater, skr Gott taut ans alle gucksflen.
Mit achtungsvollen imd s r gehs n s n Grüßen
Du Oberrabbinat der isruktklchsn Kukofearide fcv Heg-
gez.: Dr. Deutsch"
Das Oberrabbinat der K uhu gemelnde hat dar a uf hi n fol¬
gendes PanhtelsgTsmm erhaben:
An du Ehrwürdige Obambbmat der brseärischen Kstto»
ggm emde in Prag.
Geehrt» Herren! SU waren so Bsbsnswürdifc den ganzstut-
IkSken Kathoäkenkocgreß mit dam MNi n rh e n Friedenegriri za
"kamesv der In —htrrirhen Formen ta dm Bttdkn das
und Neuen Testamente wMerkahrt Aue der Tief» unserer
danken wb Buan Nr «Bene Botschaft and enridn. Ihren
aerf du herihchste.
Bst ppz In vktuto tun Die Worts du Paakn^, den Ns
n, bahn rinsnTaß der ligirhm Gebot» der Katho-
nKbch% Va rind gsutf dar gWchm Ansicht wt» S*
Hensu, daß di» Mumhhrit sich ksu am tat zwri Leger
t, in du Um j m, As den Glanhm fs Gott vor
. und k» du Lager der G o t tesgeg n e r ; ud daß der g»
mkinsmn» Wert der Glenhenriiek enntnia» imd Sitten alle ohne
Unterschied schflfeu»»elL cÜ»arfdergritttaum W^rhrildm
Offenbarung Gottes bauen. Du hob» Gebot cUr Lkke zuäsott
und zum Mlrtaamn, ha schon tan Abu Teuuesnt «nababrit bL
taßdat db gemein ums Grundloge dämme was dm Juden zm
du KathoUttn heilig bk
Di» Prisdembo tsch sft, dl» dar gsnsriesriioki KnliiMf
hsngrsß ve rk ündet, gflt für afl» Weh md ab» Musdtttt äbn»
Un ter schied, denn jede etnu l n» man sr hi ehe Seel» hat «trwt
unmdlkhen Wert Ne haben den Kongreß mit dm Worten ßm
wir auf dM Umsicht» Memchheß dar ganam Web ahn» Unter
schied beriahon: >>ÖU» Buch Gott sunen und bmeblttm,
»Öge Buch dar Herr sein A rig u riiht liurineu lumm md Stadt
mädig sein. Indem der Herr Buch sein Angesicht svwsaldst md
Eudtasn Frieden, fsrlrikt: ^Vejssem hdu srhalotn-"
Hsgr. Dr. Lbopojdrrscsi^ B fAls chcf von Otmktz.
Dfc. JohsVn Ototgftlckl wkSdCr
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dm Vorstand boenumunshmm
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ihn und sein» Gssrilm mit jbo Thals
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trauriger Anblick, wenn ri^ c&o an
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noch der günstigste Fall. Aber ■ o
die ihr» Ellbogen gebrauchen, um Würdigere *
denn dar ABetrh t ritt dar lischt ist sS Sh .
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