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dazu , entgegnete der Erste . — Noch mehr verfehlt , rtef
jener wieder , bei Sauerkraut ist schon viel zu viel . — Ei ,
dann nehmen Sie eine Handvoll davon , so wird . ' s recht
werden .
Erscheinen jene Anforderungen nicht so unbemesien und
unberechnet , als könnte marr in der jüdischen Elementar¬
schule über Zeit und Umstände - unbeschränkt gebieten , mit
Zahl und Maß der Lehrgegenstände nach Belieben verfahren ,
wie mit einer Handvoll Sauerkraut ?
Sollen alle unsere Trivialschulen " — ' und das für
Mädchen wie für Knaben — hebräische Schulen , d . h . ihr
Hauptunterrichtsgegenstand Hebräisch ( wie in den Latein¬
schulen Latein ) sein , oder haben wir Elementarschulen ,
meistens ' dem vom Staate vorgeschliebenen Lehrplan unter
stellte Elementarschulen , in welchen blos unter gewissen Mo -
dificationen und Accomodationen aus triftigen Gründen
auch Hebräisch gelehrt werden muß ? —
( Schluß folgt . )
Receuflonen
Ein uns zugekommencr „ Jahresbericht über die jüdische
Gemeindeschnle zu Thorn " gibt vom wacheren Streben unv
Fortschreiten der bezeichnetcn , erst wenige Jahre gegründeten
Anstalt rühmliches Zeugniß . Die Schule besteht aus einer
Elementarschule , in welcher die Kinder für höhere Schulen ^
insbesondere das Gymnasium ( bis zum 10 . Lebensjahre )
vorgebildct werden , und einer Religrons ' chule , in welcher
ein tüchtiger R - ligions - und tüchtiger hebräischer Unterricht
„ von Herrn Rabbiner Rahmer - vls Dirigentm und den L . brern
Gutherz und Lohn e theilt wird . Tie Knaben lernen Pen¬
tateuch , einzelne Stellen aus Jr ' äias , Sprüche Salomons
und so r ' ort und der ganze Unterricht ist darnach angcthan ,
ein kräftig geb . ldetes jüdisches Bewußtsein in den Knaben
zu erwecken , was den Gymnasiasten in vielen , anderen Ge¬
meinden fehlt . Tie Mädchen haben nur Gebetübersetzen .
Die Elementarschule zählt 50 Schüler , die Niligions ' chule
: 77 . — Als ( iurioium dürften wir aus , dcr Schulchronik
antübrcn . daß das Provinzial SchuIcollegium in Königsberg
aus die ; Bitte „ die jüdischen Gymnasiasten und Realschüler
während der beiden Tage des Wach . nfestes . vom Schulbe¬
suche zu entbinden, " einen Bescheid dahin ertheilte : Tie
Entbindung vom Schulbesuche kann sich nur ans die
Feiertage alttestamentlicher , nicht aber auch aus
die talm . ueischer Einsetzung beziehen , also ab
schläglich bezüglich des zweiten Tagest Was weiß das Schul¬
collegium vog Einsetzung ( ? ) silbischer Feste ? Wie kann
diese Behörde zwischen „ biblisch " und „ talmudisa, " unterschei¬
den ? Waren die Herren — Mitglieder der Rabbineroersamm¬
lung in Frankfurt ? Wer hat ihnen die Befugniß und Kenntniß
zur Entscheidung jüdische religiöser . Fragen gegeben ? Hätte
der Herr Schuldirektor gegen dreien wahrhaft curiosen Be¬
scheid n - cht den RecurS ergreifen müssen ' ? . — Nicht nur des
Feiertags ^ ' andern auch des Princips . Willen I
Drei Bücher deutscher Dichtungen , von Albi echt von Haller
bis auf die Gegenwart . Für den Gebrauch in Gymnasien ,
Seminarien , Real , höhere Bürger - und Töchterschulen
von Franz Knauth , Rektor zu Mühlhausen in Thüringen .
3 . Auflage . ! Halle . Druck und Verlag von Otto
Hendel 1861 . ( 1 Thlr )
Eine sehr reichhaltige und gut geordnete Auswahl aus
den besten deutschen Dichtern , mit einem literaturgeschicht -
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Das Lehrer - A - B - C gewidmet allen Lehrern , deren
Freunden urjd Förderern der Volksbildung von A . Tren .
Preis 5 Sg i . Brilon 1865 , Commissionsverlag von M .
Friedländer .
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und Mltardeitc is allen Lehrern zur Erholung und Kräftigung .
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Sprachunterricht in Volksschulen . Das ist die Schreib -
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mit Jnterpiunctionslehre und der Unterricht im schrift¬
lichen Gedankenausdrucke in steter Verbindung und
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Erster Banb : Elementarlehrgang . Unterklaffe .
b ) Stylistisches Aufgaben - Magazin rc . rc . von
2 . Theil . ' Mittel - und Oberklaffe . Leipzig ,
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Beide Schriften st . d zusammengehörig und sehr zu em¬
pfehlen Sie iührcn von der unteisten Stufe des sprach¬
lichen Unterrichts bis zu den Stylübungen in wohlgeord¬
neter Stufenfolge . Das erste Hest enthält einen sehr lesens¬
wertheil Aufsaz über hie betreffenden Unterrichtszweige
und besonders über die Rechtschreibung als Einleitung .
dcmse bcn
Verlag vor
die Bedingung g
Hallen , welch m
M . 1 tiefer ,
n ' sse den
Oer bltc und neue Götzendienst ! * )
Predi . . . t über 2 . D . M . 27 . - 26 ,
adge ^ alten am Sabbat Mi ' chvatim ' » ö25 , in der Synagoge zu
Erfurt .
Los Dr . A . Jarazew3ky , Prediger .
Wie wir si eben re » ommen , wird den Israelit n der Beste
des b . iligen Landes v rdechen a ' ereswirv an diese V rbe ßi . nq
" " “ “ - “ ' nüptt : Israel solle sit > ro n Götze ' - dienste lerne
tie Ureinwohner des Landes ero . eben waren .
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Huren sie ja . iadibund . rte " lanz unter den ^ gnplern , einem
Bote g lebt , drs zu den ceditresten ces Ateithuls gezählt
dess n Bilkun , gwß nickt ohne Ewfluß aus
li b n . D . n B weis vierfür bab n wir in dem
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Verständniß , welches sie bei der Anordnung Gottes , daS Stisls -
I * ) Dir g nun n dem Dunscke einiger unserer Leser , indem wir
I zuweilen P etigt n auf . ielnien . Bei der dcmnä . bst zu erwartenden
1 we terung ua eies Bl . ttcs hoffen wir dies noch öfters als bisher qe -
> » weben zu thun . — Reo .