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zeit zu bauen , an den Tag legten , in der Anfertigung der feinsten
Knnstgewcbe für taS Heiligthum ; in ihrer Verarbeitung der
edlen Metalle zu Kunstwerken , in der richtigen Behandlung der
Edelsteine , welche des Hohenpriesters Brust schmückten ; vor
Allem aber in dem Umstande , dah sie Männer in ibrer M > tte
Latten , die , wie Bezallel und Elihab zu den Kunstsinnigsten und
Kunstverständigsten ! ibrer Zeit gehörten . Aber w > r gewahren
bei den Egypten, , was wir noch beute gewahren können : daß
Bildung allein den religiösen Menschen nicht aus¬
macht . weil der Mensch schwach , und sein Verstand dem Jrr -
thum unter ® : ren , so dag er nicht zur reinen GotteSidee ge¬
langen kann , wenn ium Gott nicht zu Hilfe kommt Die Egvpter ,
welche aui der einen Seite eine so hohe Slufc geistiger Bildung
erklommen batten — nie sehen sie auf der andern Seite im
niedrigsten Götzendienste versunken ; und gewiß ist auch dieser
nicht ohne ' Emsluß auf die Israeliten geblieben , 10 daß wohl
der Midrasch nicht mit Unrechts sagen konnte : „ die Israeliten
wären,nickt minder dem Götzendienste ergeben gewesen , als die
Ä ' Zraiten . * )
Also durfte cS nickt bleiben , wenn Israel die hohe Aufgabe :
Epkenntniß und Verehrung des einig - einzigen wahren Gottes
sich und der Welt zn eigen zu machen , erfüllen sollte . Darum
das übernatürliche Eingreifen Gottes in die Naturgesetze , um
zu zeigen , daß er ! der Gott des Weltalls sei , darum der erste
Ruf in den 10 G - vcten " ; ’ n7x " ’ 2 : x Ich bin der Eiv ' ge , dein
Gott ! C ' dNX cn7x p rvn . ’ x7 Du sollst keine andere Götter
Laven ; darum die Hinweisung , daß Gott Israel , aus Mi ; ra > m
geführt , aus dem Dienste der Menschen , der Wes - u , die gesckafi n ,
ülerhaupt , damit Israel für den Dienst Gottes berangebildct werde :
C ’ py ' J2 ' 7 ' 2 mir sind die Kinder Israels dienstbar und
keinem andern Wesen außer mir , das wird de > Ilraeliten immer
wieder und wieder eingeschärst , so vor alten Zit n , so in heu¬
tigen Tagen . Wie , fragst man , auch der aeungen Zeit d s
Dienstes des einigen einzig ' , , Gottes gilt diese Mihnung ? Nun ,
leben wir uns die Mab » nz - unser . ' s Tertes in ihren ' e . nzcliien
Theilen aufmerksam an , dann wird sich unser U tbeil von selbst
bilden „ Du sollst dich nickt bücken vor ih ' en Göttern und
ihnen nicht dienen und nickt tbun , nack ih ' en Werken . " Hier¬
unter ist zunächst allerdings der erob sin . liche Göhendicnu zu
v . rsteüen , welcher sich vor Tingn , die mner ' aa b der Kette
Ickaffner We > en , niederwirst und spricht : nr . x ' 7x mein
Grit bist Du ! jner religiöse Maleriglismur , der sich Wesen
vcn Hol ; und Stein , von Gold , . nd Silber matt und . zu ihnen
spricht : H ' lf . mir ! jen r Götzendienst , dr . mit einem Werte ,
d . s Geschossene anstattstes e - sa - öpsers , des außerwcltlichen Goites
ui d Herrn verehrt . Sehen wir uns ab . r unsere L - rrworte
ei ras näher an , acktcn wir besonde ' - s eu - d,n ' Nachsatz :
„ ia sollst sie nicdeir . ißen
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: d zersckn etrern sollst Du ibre Bildseulcr " , so werden wir
ater ibnen einen ander n oeleutunisvcllenHintergrund entdecken .
Rfcht nur , st die Anb . tung d r Götzen in untern Tertwo > ten
strenge urster ' agt , sondern es fordert Gott ausdrücklich : die den
Götzen geweihlcn Statt . » und Sinnbilder von G : u d auf zu
rerstören . Warum da . ? Lag hier die ^ . esürcklung nahe , Israel
könnte beim Anblicke der heidnischen Si . mi . ole in den Götzen¬
dienst auf ' s streue verfalle : . ? Nichts andres als d ^ s Der Grand
dieser Besürcktung ist in Folgendem zu suckni . Die damalige
Welt war in dem Walne be ' angen , jedes Volk habe seinen
Nationalgett ( dL > ) , der,s liebe und beschütze . Wird nun ein
* ) Lergl . folgende Ltellrn aus Midrasch Rabba zu Waerrab und Bo :
' - t 72 und si ' pll g - l - 27 C,i ' g ' y2 CL ' P n * n rurc 7x : ycr X71
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Volk von dem andern besiegt und daS Land von einem andern
Volke erobert , so ist der ' Rationalgott geschwächt und die Sieger
führen ih ' en National - Götzen im feierlichsten Triumphe in das
neueroberte Land ein . Hierdurch wird aber keines wgeS der
alte Gott verdrängt , nein ! man fürchtet auch seinen Zorn und
bewirbt sich auch um seine Gunst twrch Anbetung und Epen -
duna von Opfern . Dab ' r die große Zahl der Götter der Alte « .
Diese Wahrnehmung schlängelt sich wie ein rother Faden durch
die ganze alte Geschichte . Wollen wir einen Beweis bieiür , so
blicken wir doch einmal aus die Samaritaner , ein Volk , das im
heiligen Lande seinen Wohnsitz genommen : es verehrt außer
seinen Göden auch den Gott Israels . Können wir uns einen
trassern Widersprach denken ? Wollen wir . einen noch klaren .
Beweis für die Rchtigkeit unsrer Aufastung , so liefert ihn un -
Pharao . Mose verlangt von ihm im Namen GptteS die Entloffuna
Israels aus dem Sklavenjcche , was erhält er für eine Antwort ?
, 7ip2 yc » x ~ 2 \ x " ic wer ist Gott , daß ich seiner Stimme
geborcken sell ? ick kenne Gott nicht " CX ’ n > H ’ X7 ich kenne
Gott nicht ! mit andern Worten : ick kehre mich nur an meine
Natwnal . zötter , bin aber keineSweges Willens einem schwachen
obnmächtigen Gotte zu d : enen , kcsf ' n B kenncr mir niedrige
Sklaven sind und von ihm nickt errettet werden können . Erst
als GotteS Allgewalt sich ibm , n furchtbaren Strafgerichten
zeigte , erkannte er auch Gott an ' ' ) . Das war der W hn , in
welchem die damalige Wett befangen , und J ' racl nun aus diesem
Wahne zu reißen , stellt sich das heili c Gesetz zur Aufgabe .
Darum die bäusige Wiederholung des Gebotes : Israel sollte
dem Götzendienste ferne blecken und was den angeführten Aber¬
glauben insbesondere betrifft , der die dawa ' ige W : lt gefangen
hielt , so befiehlt Gott austrücklich , daß alles , was an den alten
Hsidengöhen , den sogenannt , , Nationalgctt ori wert , von Gr ind
auf z ' rstört werde , damit der Abc ' g ' aale , tw Jabrhunderte ,
vielleicht Iahrtaifende d,e Welt bebcrrsckte , mit feiner Wurzel
ansgeriss - ' n , Jsael aber „ „ so iestr zum D . enste Gottes hin -
gesührt werde und , n diesem D . enste crdalen bleibe . — Und
dre Anwendung dieser Lohre für die heutige Z it ? —
2 ) ' Jiun auch visiere Zeit , hat , wie alle Zeiten , ihre Götzen
aroßgezogen . Auch sie liefert uni , wie bei den alten Egypt - ' rn ,
den Beweis , daß die Höhe der B kdung , auf welcher dte Men¬
schen sich best ckcn , nickt genügt , U ' „ gut zu sein , wenn st 1 , nicht
mit dem Lich ' e der Bildung die Wärme ^ er Relig cn paart .
Hatte die alte Zeit sich ihre Göt er von Gold und S lber ge¬
macht , so blieb es unserer Z il des Matena . ikm s rockehalten ,
das Gold und das Selber sich zu ihren Götzen zu machen . Vor
den Ansprüchen dieser Götzen muß das Göttliche in den Hint,r -
grund treten ; dieser Göhencul ' u ' greift leider immer nebr und
mehr um sich , s ' s hr , daß er sich zun , Herr » n,,ckt aller Ge¬
fühle , zum Meister , d m die ganze Welt zu Füßen sitz n möck ' e .
„ Die Z ' il mack ; große Aisiprüche , das Le ' > n stcll ^ große An¬
forderungen an uns, " sagt man . Und diesen An prückcn zu g ' -
nüien und di , sen A „ ' er > ru ' gen - u en « s ' er : chen ärbeilet man
und gönnt seinen , Auge keinen Schlaf , seiner Wimper kein - n
Scklummer . Schickt n . n Gctt se . ne Boten , um aus dieser
» ) Aebn ' i - l , Midrasch Rabba zu dieser Stelle : , g ' 7iC7I C7ld XX
C 22 n ’ m idLt jis ' x " ' 27 " J 2 J tc ’ 7r ' ro 2 csnxs : ny ' 7
’ ,77xi jicy vrxi 2 x 0 Ti7x x ^ p 7 ' nnn rp . px , ' 2 ' XI noix ^ > 22
miX TXäC X ^ l ’ T : J C32 ICC I . Tün C ~ 7 ICX piä . Hie,nach
will er alio den - Ratlonalqoit , der ibm dienenden Hebräer gar nickt
keinen . Herodot bcricktet von 12 ' Göttern Sg » v ens und dazu bemrikr
( ircuzer : . die vgvpker bätten ent tÄöt ' er gebabt , alsdann bebe lick
diese Zahl auf 12 gedeigert . Außerdem l ätten sie nack Herodst ( II . 155 )
Apollon und Artemis , Götter zweiten und kri ten Ge ' cklecktes gcha , t ,
welche von ten 12 ttöltein und ihren Uindcrn abstammtc . i .