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Zum 150. Todestag Moses Mendelssohns am 4.
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Sccßa. 3. Januar 1030
Pro/efjor Is\nar Eibogen und Kam Dt. Albert Lewkowitx-Breslau geben die Antwort.
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Rur wenige Jahre sind oei
dem die zweihunderlste Wie
Mose» Mendelssohn»
gefeiert wurde. Groß war dt«
wir alle horchten auf. was d«
uns zu sagen hatte, und wärest
wieviele» von seiner Lehre unl
derusto noch Seaenwartrwert
zu seinem hnnvertfünfztasten
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nicht mehr gelten, könnte bl
de» Mannes geschwunden sche
Ist aber nicht so. auch un»
Mendelssohn noch viel zu sa
llch vorzuhalten, worin wir ti
standen und feine Lehr« nicht
Mose» Mendelssohn legte
Nachdruck ans Erziehung,
gern, predigt« er immer wieoel
sie für dt« Erziehung de»
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Unter Erziehung verstand
nehchen. Selbstzucht. H
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und Recht die Krage aufwerft!
dies« Korberung Mendelssohn»
wieviel von dieser Selbstzuch
lich in Fletsch und Blut üb
Me wenig sind wir noch
un, und unser Selbst zu übersvtnd«
Zügel «uuulegen, uns
beherrschen, wo wir
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Todestage,
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inen. Dem
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nicht ver>
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der eige-
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der daraus
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auf Mose»
lwtesen und .,
von der >
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scheu erwartet hat. Auch. Y!
S m Handwerk und zum Bcherba« hatte
ihm «inen warmen Für s precher — frei¬
lich unter anderen äußeren Berhältnrssen
—, und wer sich Nendelsfobn» erinnert,
soll auch daran denken, diese Umschichtung
als eine sittlich« Förderung und de»
inneren Menschen Förderung zu betrachten.
Eine zweit« ständige Forderuna Mose»
Mendelssohns hieß: Bildung. Unser iü-
disches Schulwesen geht auf ihn und seine
Jünger zurück. Was er unter Bildung
verstand, war nicht «ine Häufung von
Kenntnissen, ein« Derbreitung von! Ge¬
lehrsamkeit. sondern Herzensbildung.
Erziehung zur Humanität. Was den Ju¬
den seiner Zett fehlt« und sie von Ihrer
Umgebung unterschied, da» war ja nicht
Wissen, war nicht Kultur. Sie batten ihr
reiche» jüdische» Wissen, hatten ihre eigene
Kultur, aber diese Kultur hatte seit eini¬
gen Jahrhunderten die Fühlung mtt der
europäischen Menschkett oerloren. Was der
Humanismus den Völkern gebracht und
zunächst einigen Auserwählten zugeteilt
hatte, da» war im Zeitalter der Aufklä¬
rung. Gemeingut weitester Schichten ge¬
worden Derjenigen bürgerlichen Schichten
werben, aber sie hat dazu verführt, den
7~ . . gu. vomwchllWoev. hat
in «eiten Kreisen eine Gemutsrobeit auf.
kommen lassen di« ein Mendelssohn nie
verstanden hätte. Wenn wir heute einer
Erneuerung wistreden, so soll seine Mah-
nung zur Bilouna uns letten, zur Bildung
de» inneren Menschen, zur Veredlung un¬
sere» Empfindens — die uns auch dazu
führen werden, Verständnis für die Welt
und Aneignung ihres Wissens zu ge¬
winnen. *
Das
«ach-
Mf
hung«ese
bürgerlichen i
vor allem, unter deneu die Juden ioobn-
len, mit denen sie verk-hrten — und hin¬
ter denen sie zurückblieben. Da» war e».
was Mendelssohn am Herzen lag. daß
die -Jude« dies« Bildung, diese» Menschen¬
tum annahmen und sich tief zu «i
ten. Ein Weg dazu ging schon
Sprachen und Lttevamren — ab«!
Weg war mtt der Beherrschung von
chen, mtt der Aneignung von
dem Lesen von Bücher», mtt
trachten von Kunstwerken nicht
Dg» Endziel mußte die innere
die Veredlung de» Herzen»,
schinacke». der Sitten bilden. SD
Bibliotheken voll gelesen hc
che«, und dabei höchst :«
seift! Vir habe» leider a«r zu ol
spiel, hiervon kennen aäernt, wt
auch.mchtg sagen, daß wir an
hlltter den veschlechttrn. di» um
auf Mendelssoh« folgt«
Sützstodt hat e» nn»
w 0 Mbh zu Besuchen,
Ein dritte», was wir Juden Moses Men¬
delssohn verdanken, und was wir ihm
nicht genug danken können, ist di« Zurück¬
führung zur Bibel. Mendelssohn hat die
Bibel nach ihrem einfachen Sinn, ihrer
schlichten Auffassung, chrem sittlichen Wert
und ihrer künstlerischen Form für uns
Juden wieder entdeckt. In Zetten seelischer
Kämpf« hat er die Psalmen in dichte¬
rischer Gestatt deutsch wtederaegeben. für
seine eigenen Kinder hat er den Penta¬
teuch in's Deutsch« übersetzt, mit diesem
häuslichen Erziehungsmittel aber einen
Schatz für die gesamte Gemeind« Israels
gesckaflen. Denn zu der Uebersetzung gab
er vir Erläuterung, die klarmacht«, wie
lange dt« heUige Schrift mißverstanden und
entstelll worden war, wa» ihr natürliches
M. Mt idttssohnt (ttxtt ßmhtsSJttt te Mb
Mend« ssohn heut« unter UN» Umfrage
~ «! Si
Verständnis für den jüdischen Menschen
bedeuten konnte. Viel« haben diese Mah¬
nung verstanden. Mendelssohns Uebertra-
nung verstanden. Mendelssohn«
gung kettete ein Jahrhundert der Bibel¬
übersetzungen ein. indem die Juden aller
Länder und aller Rtcktungen sich schlichte
und dabei poetisch« Bibelübersetzungen nach
seiner Methode schufen. Dürfen wtt aber
mit Recht von uns sagen, daß wir un»
die Bibel zu eigen gemacht haben? Wie
beschämt standen wir da, wenn et» Mose»
hielte, wieviel« von unP die Bibel
deutsch« r Sprach«, ich red« ntckt von der
hebräisi »en, beherrschen, wievteu si« auch
nur b« Itztn? Man braucht dies« Frone
nur au zuwerfen. — die Mahnung, di« m
Ihr liei t, wollen wir an diesem Gedenk¬
tage virstehen und beher-lgeni
Heini ich Heine hat Moses Mendelssohn
einen 9 eformator genannt und mtt Luther
verglich in. Wie Luther da» Papsttum, so
'meint >r, habe Mose» Mendelssohn de»
Talmu! gestürzt. Der Vergleich stimckh
nicht, veder hatte der Talmud je btt
Macht Xs Papsttums, noch wollte Mose»
Mendel »sohn ihn stürzen. Er wollte frei¬
lich di« Bibel wi«d«r in ihren Rang ed»-
setzen, und dann' trat der Talmud von
seuist zurück. Moses Mendelssohn war
kein R formator. nein Revolutionär, oder
ein Wegweiser, «in Mahner. Sein«
Mahnuigen haben heut« chren Wert, wie
in setm u Tagen.' sie sind auch heut« noch
nicht «Mt. Möge der Gedenktag un,
an unsre Pflicht erinnern!
Kam. Dozent Dr. Albert L e w t
Die tief« Erschütterung unserer poli-
.. Existenz ‘
tischen mtt» kulturellen
un» sticht, uns lediglich in einem
IhtHs — ‘
ssr
owitz-Breslaa:
telbar
Pietät das Bild unserer geistigen Führer
an ihren Sedenktogm vor die Seele zu
stelle«. Die St lkstke st u nmig . die unser«
Aufgoke ist. zwingt un». zu unserer «ige-
^hett SteNmg zu nehmen,
n M«stdol»svhn zu den-
ihm WeesstanBir zu scheu.
Mtt Diendelssohn endet di« mittel-
avertich r Existenz de» Judentum». Nicht,
daß Mendelssohn der mittelatterltcken
Form he» Iudckttum» «in Ende bereitet
hätte, i >as vermag kein Denker. Sondern
bt« gn ndstürzenden Veränderungen des
pEffch». «rtschaftllchen. MlatLe¬
ben, in Europa vom ^ttx de» SOsäckci«»
Krieges bis zum AmWNll de» IS. Ifthv»
kmckorti. bo3«mMB Aufklärun»
- lÄ’fbi .1^ -ft'm 4.